Spontane Entscheidung – USA

Bild USA 2017

Projekt USA 2017 – 2018

Finde ich schon lustig, meine U. wollte nie in die USA, aber als sie Bilder gesehen hatte, da will ich hin. 2012 hatten wir uns dann ein Wohnmobil geliehen und sind dann für 4 Wochen die “Great Banana” abgefahren, also Friso, LA, Canyon-Lands, Vegas, Frisco.  Da war sie so begeistert, dass wir meinten, wenn wir denn mal groß sind, wollen wir hier wieder hin, aber mit gaaanz viel Zeit. Der Bericht mit Fotos und Video USA 2012
Wenn denn mein Arbeitsleben beendet ist, wollten wir eigentlich zunächst einmal ein wenig üben und uns in Europa aufhalten.  Aber warum, kennen wir doch zu Genüge….
In unserem Alter sollte man nichts mehr hinausschieben, sondern wenn man eine Idee hat, sollte man sie sofort durchziehen. Also beschlossen wir, das Projekt USA mit Verschiffung unseres Bimobils sofort nach meiner Pensionierung durchzuziehen.

Klingt einfach, aber so einfach ist das nicht. Da ist ein Wust an Dingen, was zu beachten ist. Man braucht für die USA eine Versicherung fürs Wohnmobil, die ein mächtiges Loch in die Urlaubskasse reißt, dazu die Transportversicherung…
Da ist die Sache mit dem Visum, ein völlig umständliches Prozedere mit der Unsicherheit, wie lange man aber dann wirklich in der USA bleiben darf, das entscheidet der Immigration Officer vor Ort. Wie bekommt man das hin, dass man länger bleiben kann?
Dinge wie ein Adapter für den Gastank, Internationaler Führerschein und Zulassung, solche Dinge sind dann echt Peanuts…
Nun ja, über all diese Probleme und deren Lösung werde ich dann später in einem eigenen Artikel berichten.

Wie meinte die Merkelin? Wir schaffen das…
Wir also los in die Bibliothek, Reiseführer beschaffen, das Netz ob Erfahrungsberichte durchforsten und erste Karten gekauft. Eine riesengroße Karte haben wir im Wohnzimmer an die Wand getackert, wo wir mit Pins Ziele angeheftet haben.
Meine Fresse, ist Amerika groß! Von Halifax bis Miami sind es gut 3.600 km, von dort nach San Diego in die Baja California um 6.000 km, von hier die Canyonlands zu erkunden 6.000 km und dann bis Anchorage in Alaska wieder um 6.000 km. Von hier muss es ja wieder zur Fähre gehen, wieder um 8.000 km, Abstecher nicht eingerechnet.
Das werden wohl um die 28 – 30.000 km werden.

Dachte ich zunächst, die Verschiffung ist ja nicht gar so teuer, aber der Rattenschwanz dahinter. Ohne Leben wird die Aktion wohl so um weit über 20.000 Euro kosten. Abzüglich Sprit wären es um 17.000 Euronen, dafür könnte man auch ein Wohnmobil leihen, blöd nur, dass man dann nicht  überall hin fahren darf und Mexiko auch außen vor wäre. Auch wenn es fast eine +- null Rechnung ist, eine solche Aktion im eigenen Wohnmobil , womit man mal den Asphalt verlassen kann, autark ist und die ganze Vorbereitung, das hat doch auch was, ist einfach spannend…

Ein großes Problem ob der klimatischen Bedingungen ist nun, wann los fahren und welche Richtung wir einschlagen um unseren Plan mit Kanada und Alaska realisieren zu können. Dachte ich bisher, ein Jahr ist verdammt lang, erscheint es mir nun viel zu kurz, da müssen wir schauen, wie wir hier noch Zeit heraus schinden können.

Wie gesagt, es war schon ein Schock, was da alles auf einen zukommt. Meine anfänglich naive Schätzung mit um 10.000 Euro für Transport und Versicherung war wohl nichts  🙄
Hier mal ein nur grober geschätzter Überschlag, das kann sich ja noch deutlich nach oben verschieben. Die Spritkosten sind auf der Grundlage 15 L/100km, 0,66 Euro/L und 28.000 km berechnet.

Ges. 21.410,00 €
Geschätzt  
Sprit 2.780,91 €
Bimo-Transport 7.000,00 €
Flüge 1.300,00 €
Visa 480,00 €
Womo-Versicherung 5.000,00 €
ADAC 50,00 €
Ausrüstung, Seile, Ersatzteile 500,00 €
Parks (mit Pass) 200,00 €
Übernachtungen Parks, CP 3.000,00 €
Krankenversicherungen 1.100,00 €

Da stellte sich dann doch die Frage, lohnt sich das überhaupt, kann man da nicht besser ein Wohnmobil Mieten?
Die Transportkosten bleiben ja, egal wie lange man bleibt, für drei oder vier Monate lohnt das nicht, da kann man sich den Aufwand sparen und besser ein Womo mieten. Ein halbes oder besser ein Jahr sollte es schon sein, da wird es wieder auch günstiger als Leihen, insbesondere, da ein Teil der hier aufgeführten Kosten auch bei Ausleihe anfallen.

Noch etwas zum Thema Wohnmobil:
Viele unternehmen eine solche Reise in einem Expeditionsmobil. Sicherlich, das ist dafür wie geschaffen, da es auf dem Kontinent sehr viele Flecken gibt, die nur mit einem Geländegängigen Fahrzeug zu erreichen sind.
Aber nicht alle sind OffRoader, es reicht ein ganz normales Wohnmobil, auch damit erreicht man viele schöne entlegende Plätze. Einige Punkte sollten jedoch beachtet werden:
Die Amerikaner lieben den Komfort, Kassetten oder Gasflaschen wird man dort in Wohnmobilen selten antreffen. Chemie in Toiletten ist verpönt oder bei der Entsorgung nicht erlaubt und nahezu jedes Wohnmobil ist mit Festtank ausgestattet. Entsprechend ist auch die Infrastruktur bezüglich der Ver- und Entsorgung.
Gasflaschen bekommt man kaum und wenn, muss man amerikanische Flaschen kaufen und über entsprechende Adapter verfügen. LPG ist überall zu bekommen, man sollte zumindest Tankflaschen verbaut haben, besser noch, einen Gastank.
Das amerikanische Stromnetz hat 110 V, entweder man ist mit Solar autark oder hat einen Transformator oder Generator dabei.

Vieles gibt es zu bedenken und vorzubereiten und manch eine bürokratische Hürde tut sich auf. Infos und Tipps gibt es in meinem Bericht Vorbereitung USA.

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6 Kommentare

  1. Sehr interessante Seite mit vielen nützlichen Tipps!Wir sind gerade nach 1 Jahr USA, Canada und Mexiko wieder in der Heimat angekommen.Haben leider euren Seite erst jetzt gefunden, aber für viele, die es Vorhaben mit eigenem Wohnmobil Nordamerika zu besuchen, eine sehr nützliche Seite.Ihr dürft gerne auch unseren Reiseblog besuchen.
    violaundclaus.auslandsblog.de Für euch weiterhin spannende Abenteuer!Wir freuen uns schon jetzt auf eure Amerikaberichte!Liebe Grüsse aus Konstanz von Claus und Viola

    • Moin Ihr Beiden,
      wenn auch spät, aber nett, dass ihr den Weg zu uns gefunden habt. Wahrscheinlich können wir mehr bei euch lernen, jedenfalls haben nun genug zu lesen 😉
      Übermorgen ist unser Termin beim Konsulat, bin mal gespannt.
      Liebe Grüße von Michael und Ulrike

  2. Wir sind gerade drüben!!! Ja, es ist viel Vorbereitungsarbeit nötig und es kommen einige Kosten zusammen! Trotzdem lohnt es sich schon ab 3 Monaten, das eigene Mobil zu verschiffen, ganz davon abgesehen, dass kein Mietmobil das eigene auch nur ansatzweise ersetzen kann!
    Wir stehen gerade auf einem KOA-Platz bei Halifax und haben nur einen direkten Frischwasseranschluss. Die Toilettenkassette tragen wir zur Dump Station und entleeren sie dort problemlos. Da die amerikanischen Gasflaschen zu groß für unseren Gaskasten sind, haben wir eine Gastankflasche eingebaut, die auf jedem CP gefüllt werden kann. Es gibt für alles eine Lösung! Beim Seabridge-Treffen haben wir einen gebrauchten Transformator mit 1500 Watt Leistung für €100 gekauft, er funktioniert und reicht uns, da wir keine starken Verbraucher, wie z. B. eine Klimaanlage, betreiben!
    Wir haben uns für unsere 2. Nordamerikareise für 6 Monate ohne Visum entschieden. Wir wollen auch nicht einmal quer über den Kontinent (waren vor 3 Jahren 3 Monate an der Westküste) und wieder zurück, sondern werden uns dieses Mal hier an der Ostküste ausgiebig umsehen. Wir wollen keine Kilometer/Meilen “fressen”, sondern Erlebnisse sammeln. Und wir möchten weder in Hurricans noch in Blizzards geraten und auch nicht in den Canyonlands gebraten werden. Wir kommen im Mai und gehen wieder im Oktober. Zumindest dieses Mal. Und wir hoffen, dass es nicht das letze Mal sein wird!

    • Moin Ihr Zwei,
      wer weiß, vllt. sind wir uns auf dem Treffen begegnet 🙂
      Dann wünsche ich euch eine schöne Zeit. In Gedanken sind wir auch schon längst dort 😉
      Liebe Grüße, Michael

  3. Waltraud Dvorak

    Hallo Ihr Zwei,

    finde toll, dass Ihr so eine schöne Reise macht. Ich bin gerade in den Vorbereitungen, möchte Ende Juli mit meinem VW-Bus in Halifax sein und habe dann auch ein Jahr Zeit, diesen wunderschönen Kontinent zu bereisen. Für Canada brauche ich als Österreicherin ja kein Visum und darf mich 6 Monate
    dort aufhalten.Möchte die erste Zeit auch in Canada bleiben und dann im Süden der USA überwintern und dann auch einen kurzen Abstecher nach Mexico machen. Frage an euch: Wenn die 6 Monate für Canada aufgebraucht sind, kann ich danach von Mexico über die USA wieder nach Canada einreisen und von Halifax zurückfliegen? Oder reicht schon der Grenzübertritt in die USA. . Das wäre jetzt für mich bei der Planung und Buchung der Flüge sehr wichtig und außerdem stehe ich dann nicht unter Zeitdruck, da ich es liebe langsam zu reisen. Ich muss auch nicht alles mehr sehen, da ich schon 7x in Canada und 4x in der USA war. Habt Ihr für die USA 1 Jahr Aufenthalt bekommen?

    Liebe Grüße

    Waltraud

    • Moin Waltraut,

      da würde ich mich beim Kanadischen Konsulat oder auf deren Website erkundigen. Ich kenne mich bez. Kanada nicht so gut aus. Für die USA weiß ich, dass ein Grenzübertritt nach Kanada oder Mexico (NAFTA) nicht ausreicht. Ich denke die Kanadier sehen es ähnlich…

      LG Mikesch

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