Frankreich im Herbst mit dem Wohnmobil

Rund 2 Monate versuchten wir, uns von Oldenburg aus in Richtung Frankreich zu bewegen um hier den Winter zu verbringen. Irgend etwas kam aber immer dazwischen. Zunächst der Defekt an den Drehzahlsensoren am Bimo mit Inspektion, dann zickte vLadi herum und wir sind wieder ein Stück zurück nach Dörpen zum Lada-Gott gefahren. Selbst der konnte sich das Eigenleben vLadis nicht erklären, geschweige abstellen. Die Macke des Kaltstotterns haben wir nun einfach akzeptiert und sind trotzdem los. Wir kommen Morgens ja auch nicht aus dem Bett…
In unserer Langsamkeit brauchten wir halt die Zeit. Unterwegs hatten wir einen Menge erkundet und erwandert. Orte, die ich von früher her aus meiner ehemaligen Heimat her kannte, eigentlich nichts Neues, aber nie wirklich beachtet hatte. Manche Orte in den #Niederlanden, Eifel wie Venn und Monschau mit Teufelsschlucht betrachtete ich mit neuen Augen.

Frankreich

Von Luxemburg diagonal zum Golf von Biscaya…

In einer Woche ist Zeitumstellung und die eigentliche Reise kann nun los gehen. Wir waren auch skeptisch, wie sich alles so mit Corona entwickeln würde. Die Zahlen stiegen rasant und wer weiß, was den Oberen da wieder so einfallen würde.
Gerade hatten wir die Luxemburgische Grenze überschritten und sind kurz hinter Verdun in Dieue-sur-Meuse auf einem netten kleinen Stellplatz am Kanal der Maas hängen geblieben.

Interessant in dieser für mich irren Welt, momentan war der Diesel teils fast 20 Cent günstiger als in Deutschland. Eigentlich müsste es ja eher umgekehrt sein. Egal, uns soll es recht sein!

25.10.2021 – Verdun

Verdun, ein viele Quadratkilometer großer Schlachthof des ersten Weltkrieges, der, natürlich neben anderen Plätzen, die Sinnlosigkeit des Krieges verkörpert.
Ein jahrelanges Hin und Her, nur um ein paar Meter Land, Fort oder einen Hügel zu erobern. Laufend wechselten die Forts unter hohem Blutzoll ihre Besitzer. Bei einem Angriff der Deutschen verloren innerhalb ein paar Stunden rund 100.000 Menschen ihr Leben.
Zuletzt war ich vor 35 Jahren hier und das Gesehene lief mir 2 Nächte hinterher. Die meisten Forts waren damals noch recht „naturbelassen“, teilweise noch mit Einrichtungsgegenständen und frei begehbar. Nur das Mémorial de Verdun mit dem Museum dieses Schreckens, wo ein Teil Schlachtfeld nachgebildet ist und das Gebeinehaus Douaumont gab es schon.
Der Boden ist sehr kalkhaltig und hat konservierende Eigenschaften. Nicht selten fand man noch intakte Uniformen, Dolche, Bajonetts, Stahlhelme oder auch mal einen Schädel. Rund 80.000 nicht gefundene Soldaten sollen hier noch irgendwo ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Der Boden wurde bis zu 8m tief durch Granaten umgegraben und bis auf ein paar spärliche Birken und Gras wuchs auf dem Kalkboden nichts und das nach 70 Jahren.
Heute sind Forts und Monumente ich sag mal recht touristisch aufbereitet und alles kostet jeweils Eintritt. Auch die Hügel sind mittlerweile mit Wald bewachsen, die Natur holt sich alles zurück. Einige Bunker sind immer noch ein wenig begehbar, allerdings sind sie ausgeräumt.
Wir unternahmen eine rund 10 km lange Wanderung durch das Gebiet, an einigen Forts und dem Mémorial vorbei. Dieses Mal aber nicht so intensiv wie damals, ein Mal ist genug.

27.10.2021 – Lac Du Der – 80 km

Bei dem 48 km2 großen Lac Du Der handelt es sich um ein künstliches Gewässer, welches einerseits Paris vor Überflutungen schützen soll, andererseits bei tiefem Pegel die Marne schiffbar halten soll.
Rings um den See führt ein grandioser Radweg den auch wir genutzt hatten. Der Südosten ist mit Restaurants, Badestellen, Hotels und Yachthafen touristisch mit entsprechendem Trubel recht erschlossen.
Ansonsten findet man rund um den See nur Natur vor, was sich auch bei den Kranichen herum gesprochen hat. Von Ende Oktober bis Mitte November rasten hier tausende Kraniche auf dem Weg in den Süden.
Die locken wiederum die Menschen an um jene mit Ferngläsern zu beobachten. Entsprechend voll sind die Parkplätze und die wenigen Wohnmobil-Stellplätze. Wir hatten in der Woche Glück, noch einen netten Parkplatz ergattern zu können.
Tja, leider wurde mir ja in Spanien mein tolles Tele geklaut, von daher keine Kranich-Fotos 🙁

30.10.2021 – Le Lac d’Orient / Troyes – 80 km

Bei recht schmuddeligem Wetter fuhren wir zum Le Lac d’Orient der schon Ende 2019 unsere Zwischenstation war. Ebenfalls ein künstliches Becken, das touristisch recht erschlossen ist. Dort befindet sich ein großer kostenloser Wohnmobil-Stellplatz mit VE, nicht unbedingt schön, aber zweckmäßig. Da wir am Rand standen, bekamen wir von den ganze Wohnmobilen nicht viel mit.
Von hier aus führt ein ca. 27 km langer Radweg (one way), nein, eher eine tolle Radbahn am Canal de Morge entlang nach Troyes. Bei herrlichstem Wetter und 20 Grad unternahmen wir natürlich eine Radtour und genossen diesen Traumradweg.
Troyes ist in der Peripherie recht unschön, das Herz der Innenstadt mit den Jahrhunderte alten Fachwerkhäusern, dem Hotel de Ville, der Kathedrale und den engen Gassen wie die La Ruelle des Chats sind jedoch absolut sehenswert.

01.11.2021 – Tonnerre – 65 km

Tonnerre hatten wir uns eigentlich nur aus dem Grund ausgesucht, weil es hier beim E.Leclerc Waschmaschinen gibt und wir wieder waschen mussten. Der wie ausgestorbene Feiertag bot sich da förmlich an.
Von dem kleinen gemütlich charmant morbiden Ort waren wir richtig überrascht. Das 1295 fertig gestellte, fast 90 m lange Hospital Hôpital Notre-Dame des Fontenilles sieht schon imposant aus und dürfte auch ob der Einrichtung an sich eine Besonderheit darstellen.
Ebenso die Karstquelle Fosse Dionne, die Anlass für die Besiedlung dieses Gebietet war, ist mit dem ehemaligen Waschplatz eine auch optische Sehenswürdigkeit.

02.11.2021 – Auxerre – 40 km

Die Innen- bzw. Altstädte der französischen Städte sind ja nicht unbedingt jedermanns Sache. Wir lieben sie einfach mit ihrem morbiden Charme und gemütlichem Flair.
So auch Auxerre mit den Fachwerkbauten und engen Gassen, sehr sehenswert ist hier u.A. die Kathedrale
Zum erkunden der Innenstadt empfehle ich den Aire de Camping Car, eigentlich eher ein Parkplatz am Fluss. Der kann sich zwar recht chaotisch entwickeln, Morgens ist aber alles wieder frei. Auf jeden Fall sollte man nicht zu spät ankommen oder halt ganz spät Abends, wenn die PKW wieder weg sind.

03.11.2021 – Briare/Loire – 60 km

Auf dem Weg zum Atlantik wollten wir an der Loire entlang fahren. Die vielen Schlösser, die teils verschlafenen Dörfer und Ortschaften und natürlich die die Flusslandschaft der Loire reizten uns. Wir beschränkten uns hier auf den nördlichen Teil der Loire und begannen die Tour in Briare.
Briare ist ein kleiner nun im Winter verschlafener Ort. Touristisch scheint der Ort eher von Wassersportlern besucht zu werden da er über einen für solch einen Ort recht großen Jachthafen verfügt.
So klein Briare zwar ist, so hat er doch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Église Saint-Étienne de Briare, die vielen Kanäle und vor allem das Aquädukt Pont-Canal de Briare. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie die Baumeister damals vor über 100 Jahren diese baulichen Meisterwerke geschaffen haben. Ich meine, Kanäle über Flüsse oder andere Kanäle zu bauen ist schon etwas verrückt.
Umrahmt ist der Ort von viel Grün, welches jetzt im Herbst ein Feuerwerk der Farben entfacht.

04.11.2021 – Sully-sur-Loire – 50 km

Spontan legten wir in dem niedlichen Ort Sully-sur-Loire einen Zwischenstopp ein. Hier befindet sich unmittelbar an der Loire ein netter kostenloser Wohnmobil-Stellplatz mit VE.
Immer wieder bemerkenswert, dass die Gemeinden solche Plätze kostenlos anbieten. Gerne würde ich hierfür etwas zahlen, zumindest eine Spendenbox fände ich gut.
In nur 5 Minuten Fußweg kann man das nahe Schloss besichtigen. Wenn das Wetter passt, sind von hier aus tolle Radtouren entlang der Loire möglich und ebenso tolle Wanderungen entlang der vielen Kanäle.

Kanalwanderung

Eine richtig schöne 10 km Wanderung beginnt am Étang des Bois. Zunächst entlang des Rigole de Gourpalet, ein kleiner Kanal zum Ausgleich des Wasserstandes des Canal d‘Orleans. Der Kanal überwindet ca. 128 Höhenmeter, überall befinden sich Ausgleichsbecken und kleine Kanäle sowie teils mehrstufige Schleusen.
Ich dachte bisher immer, die Niederländer seien die Meister der Wasserbauwerke. Weit gefehlt, was die alten französischen Baumeister, wie oben schon erwähnt, hier geschaffen haben ist einfach nur beeindruckend.

Radtour nach Jargeau – 62 km

Eine rund 62 km lange Radtour führte uns bei schönstem Wetter auf herrlichem Radweg entlang der Loire nordwestlich nach Jargeau.

Auf jeden Fall sollte man im nahen kleinen Ort Saint-Benoit de Fleury einen Stopp einlegen und die über tausend Jahre alte Basilika besichtigen.

Jargeau ist ein kleiner gemütlicher Ort mit alten Häusern, Sehenswert ist hier die Mairie, der überdachte Markplatz und einige Nachbauten kleiner Holzboote.

07.11.2021 – Orléans – 60 km

Zu den wenigen Städten in Frankreich die wir noch nicht besucht haben gehört Orléans. Nachdem wir gelesen haben, dass die Alliierten den größten Teil der Stadt dem Erdboden gleich gemacht hatten, waren wir auch eher skeptisch. Nun ja, man sollte sich ein Urteil mit eigenen Augen bilden…
Mit einer nur geringen Erwartungshaltung ausgestattet wanderten wir Nachmittags vom Stellplatz aus in die Innenstadt und waren völlig überrascht!
Beim Wiederaufbau haben die Stadtväter großartiges vollbracht. Wunderschön restaurierte Häuser aus unterschiedlichen Epochen reihen sich aneinander. Man benötigt Zeit, um all die kleinen und großen Schönheiten zu entdecken. Zeit, die war an diesem Tag für uns knapp. Im Dunkeln erreichten wir wieder unseren Stellplatz.

Also schnappten wir uns am Folgetag die Fahrräder und fuhren noch einmal in die Innenstadt, liefen durch die engen Gassen und besuchten das imposante Hôtel Groslot aus dem 16. Jahrhundet, welches etlichen Königen als Residenz diente.

Auch wer mit Religion nichts am Hut hat, ein Besuch der Kathedrale von Orléans darf nicht fehlen! Alleine schon die außen im Mauerwert integrierten Kunstwerke sind faszinierend. Man benötigt schon einige Zeit um sie zu erfassen. Von innen ist die Kathedrale in ihrer Größe und Kunst schier überwältigend.

Radtour Moulin à eau 45 km

Eine Radtour musste auch noch sein, südlich über den Orleans-Pont-de-L`Europe zu den Moulin à eau (Wassermühlen) und über Meung sur Loire zurück. Eine ca. 45 km lange, gerade jetzt im Herbst traumhaft schöne Radtour.

Wohnmobilstellplatz Aire de Camping cars La chapelle Saint Mesmin

Ca. 5 km westlich befindet sich der wunderschön an der Loire gelegene Wohnmobil-Stellplatz Aire de Camping cars La chapelle Saint Mesmin (6€/Tag inkl. VE und Strom). Ideal gelegen zum Erkunden der Stadt!
Einen der 23 Plätze zu bekommen ist allerdings gerade in der Saison auch etwas Glücksache. Die Parkzeit beträgt 24/48/72 Stunden und für diese Zeit ist der Platz reserviert, auch wenn der Platz vorher verlassen wird.
So kommt es oft vor, dass man nicht auf den Stellplatz kommt, obwohl der Platz fast leer ist. Ärgerlich, da die Franzosen meist spät Nachmittags oder sogar Abends ankommen und früh wieder weg fahren.
Für Leute, die mit ihrem Wohnmobil die Gegend erkunden wollen, hat das natürlich einen Vorteil, da ihr Platz ja reserviert ist.

Wohnmobilstellplatz-Orleans
Wohnmobilstellplatz-Orleans

10.11.2021 – Amboise – 92 km

Der kleine mittelalterliche Ort Amboise mit den engen Gassen lädt unbedingt zu einem Stopp ein. Selbst jetzt im November ist der Ort angenehm mit Leben erfüllt. Im Sommer dürfte es hier allerdings eng werden.
Ein Ort, nichts für Leute, die auf ihre Linie achten wollen, an all die Delikatessenläden kommt man kaum vorbei 😉
Sehenswürdigkeiten sind hier insbesondere das Schloss Amboise und das Schloss Clos Lucé in dessen Park Arbeiten des Universalgenies Leonardo da Vinci ausgestellt sind. Leonardo da Vinci liegt hier in der Hubertus-Kapelle im Übrigen auch begraben. Ebenso interessant die in dem Kalkfelsen gehauenen Höhlenwohnungen, die man leider nicht besichtigen kann.
Übernachten kann man günstig auf dem Pass´Étapes Platz Aire camping-car Amboise auf der Insel mit VE, Strom und WLAN, oder auf dem Parkplatz im Ort.

Radtour Ambois -> Tours – 55 km

Von Ambois aus unternahmen wir bei schönstem Wetter entlang der Loire eine ca. 55 km lange Radtour nach Tours. Dieses schöne Wetter musste einfach ausgenutzt werden. Bei Tours lag die Messlatte wiederum recht hoch. In der Tat, die Kathedrale und die alten historischen Häuser mit ihren Verzierungen waren teils schon toll. Nur, Chance vertan…
Eine Erfahrung, eigentlich für Frankreich völlig untypisch und dergleichen hatten wir bisher auf all unseren Reisen noch nicht erlebt.
Die Rücksichtslosigkeit der Menschen. Massen an Kurierfahrern oder überhaupt die Typen auf ihren E-Rollern rasten ohne Rücksicht durch die Gassen. Die Menschen ließen ihre Hunde auf den Bürgersteig sch…n und klar, die die Haufen blieben liegen.
Überall beschmierte Wände und herum liegender Müll, in den Seitengassen stank es übel nach Urin. Typen pinkelten auf Plätzen wild herum. Dies alles alleine im historischen Viertel.
Wir waren froh, als wir hier wieder heraus waren. Schade, die Stadt könnte wirklich so schön sein…

14.11.2021 – Nieuil-l’Espoir – 120 km

Wir verließen die Loire, irgendwie war uns nach Meer und Wellen. Der Kurs führte uns deshalb nun Richtung südwesten.
Nach einer Zwischenübernachtung einsam am Ufer der Claim bei Naintré hatten wir bei Poitiers wieder einen Waschtag eingelegt. Das Wetter hatte in grau umgeschlagen und die Sonntage sind für Waschtage wie geschaffen, da die Einkaufszentren und auch die Waschsalons dann nahezu leer sind.
Nach knapp über einer Stunde waren wir mit dem Thema durch und fuhren in das kleine Nest Nieuil-l’Espoir. Hier befindet sich am Ortsrand im Grünen ein mehr als ruhiger Wohnmobil-Stellplatz. Welch eine Ruhe, kein Verkehr, keine Autos und wir ganz alleine. Ich hätte hier aber besser auf die Laternen achten sollen, was für ein Flutlicht…

Wir erkundeten noch den Ort, umrundeten den kleinen See und fuhren noch einmal 5 Kilometer nach Nouaillé-Maupertuis zurück, dort befindet sich die sehenswerte Abbaye de Nouaillé-Maupertuis. Es ist doch immer wieder interessant, was man so durch Zufall entdeckt.

15.11.2021 – Melle – 60 km

Auf unserem Weg Richtung Rochefort lag der kleine 6.000 Seelen Ort Melle, also nicht das bei Osnabrück 😉
Die drei Kirchen, die mittelalterlichen Waschäuser und die alte Silbermine hatten uns neugierig gemacht. So viele Sehenswürdigkeiten auf einem Raum…
Leider hat die Mine ab 1.11. geschlossen und in der großen Kirche St. Hilary fand gerade ein Begräbnis statt. Die kleine Wanderung über den Arboretum du Chemin de la Découverte, eine alte Bahnlinie und nun auch Radweg, hatte sich trotzdem gelohnt.
Melle verfügt auch über einen grünen und schattigen Stellplatz (Camping-Car Park). Mit 10 Euro all inkl. eigentlich recht nett und günstig. Allerdings findet man nur zwei halbwegs gerade Plätze. Besser ist es, vorher zu schauen was da noch frei ist.

16.11.2021 – Aulnay – 60 km

Den Tipp mit Aulnay hatten wir von einem Leser unserer Fanpage erhalten. Ziel war hier die Eglise Saint Pierre d’Aulnay mit ihrem Friedhof und den “schwebenden” Grabsteinen. Warum gerade hier die Grabsteine die Form eines aufgelegten Sarkophages haben, konnte ich nicht ermitteln. Der rund 10 Seiten lange Wikipedia-Artikel beschreibt zwar sehr schön jedes Moos, ist aber ansonsten eher inhaltslos.
Auf dem Spaziergang sollte man auch einen Blick in den Taubenturm mit den 2.000 Nestern werfen. Die Taubentürme sollten den Reichtum und die Macht des Besitzers zeigen. Jedes Nest steht hier für 1 Ha Land. Ebenso wurden damals Tauben in großen Mengen verzehrt, weshalb die Taubenzucht wirtschaftlich interessant sein konnte (Wikipedia).

Gegenüber der Mairie kann man recht gut über Nacht auf dem (Womo-) Parkplatz stehen, oder auf dem auch kostenlosen Wohnmobil-Stellplatz am Ortsrand, sogar mit VE.

17.11.2021 – Royan – 85 km

Vor drei Jahren sind wir an Royan vorbei gefahren, so war das jetzt eine gute Gelegenheit, den Besuch nachzuholen.
Nun, Royan ist nicht gerade das HighLight, es ist halt eine große Stadt, ein Seebad und Urlaubsort. Für uns war es die Basis für eine kleine Radtour und eine Spazierfahrt mit vLadi an der Gironde-Mündung entlang.
Sehr schön ist eine kurze Radtour entlang der Küste Richtung Norden. Teils sind noch die wunderschönen alten Häuser zu bewundern. Auch die Fischernetze entlang der zerklüfteten Küste sind sehr reizvoll. Wanderwege führen entlang der Felsenküste.

Meschers-sur-Gironde

In Meschers-sur-Gironde befinden sich die Grottes de Régulus, in den Kalksteinfels gehauene Wohnungen und zum Teil als Hotel genutzt. Das sieht schon interessant aus, aber ob sich der Eintritt lohnt, liegt im Auge des Betrachters. Hier herrscht vom 1.11. – 31.3. Winterpause. Ansonsten hat der Ort nicht viel zu bieten.

Pointe de Suzac / Fort de Suzac

Südlich von Royan beginnt eine toll bewachsene malerische Kalksteinküste. Nicht entgehen lassen sollte man sich eine kleine Wanderung zum Pointe de Suzac mit dem Fort de Suzac das 1880 fertig gestellt wurde.

Talmont-sur-Gironde

Talmont-sur-Gironde ist ein ganz kleines Dörfchen mit einer hübschen Kirche. Das Dorf ist mit viel Liebe zurecht gemacht. Klar, man möchte natürlich Touristen anlocken. Vom 1. Nov. an bis zum 31.03. hält das Dorf Winterschlaf.
Das Übernachten ist auf dem Parkplatz erlaubt und kostet z.Zt. 10 Euro.

19.11.2021 – Soulac-sur-Mer – 20 km

Soulac-sur-Mer liegt auf der anderen Seite der Gironde-Mündung. Hier hatte ich in meiner Sturm und Drangzeit vor 30 Jahren mal einen netten Urlaub verbracht. In der Saison ist ins Soulac-sur-Mer die Hölle los, jetzt im November ist es hier fast wie ausgestorben und wunderbar ruhig. Den langen Umweg die Gironde-Mündung entlang und dann noch durch Bordeaux, das wollten wir uns nicht antun.
Deshalb nahmen wir von Royan aus die Fähre, (Womo 36,-€ in der Nebensaison) wo man unkompliziert nach Le Verdon-sur-Mer übersetzen kann. Teurer als den weiten Weg über Bordeaux ist das unterm Strich auch nicht, dafür aber deutlich entspannter.
Eine Besonderheit in Soulac-sur-Mer ist die damals von einer Düne völlig versandete Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-la-fin-des-Terres, die von der Natur wieder freigegeben wurde.

Ebenso besonders ist der Baustil der Häuser, die uns ein wenig an den Süden der USA erinnerten.

Endlich wieder Sonne, Dünen, menschenleerer Strand und Wellen, wie wir das vermisst haben!

Batterie côtière des Arros

Am Strand lugen noch einige Bunkerreste des Atlantikwalls aus dem Sand, einige versinken langsam im Meer und höher gelegen in den Dünen liegen die teils imposanten Reste der Batterie côtière des Arros. Die Bunker sind frei zugänglich, abenteuerlustige Menschen nehmen am Besten eine Taschenlampe mit.

Le mur de l’atlantique / Les Piscines

Bei den Le mur de l’atlantique/Les piscines handelt es sich um ein über hundert Jahre altes Küstenschutzprojekt. Bei Flut brechen sich hier die Wellen und bei Ebbe bilden sich hier große Pools. Bei Ebbe optisch reizvoll und im Sommer laden sie durch das wärmere Wasser zum Baden ein.

Médoc  Rundfahrt – 60 km

Diese Halbinsel wird auch als das Médoc bezeichnet, bekannt für seinen Wein. Wir unternahmen mit vLadi eine kleine Rundreise über den Port de Goulée und über Montalivet wieder zurück nach Soulac.
Interessant die Priele an der Gironde, die Mühle und wieder an den Atlantikstrand mit den Bunkern. Für die Tour ist ein Roller oder PKW von Vorteil, da für Wohnmobile fast überall Parkverbot herrscht. Könnte man auch auf den kleinen Straßen und guten Radwegen auch mit dem Rad abfahren.

Wohnmobilstellplatz

Unmittelbar am Strand befindet sich für rund 5€ (Nachsaison) ein Wohnmobil-Stellplatz, eigentlich nur eine große Sandfläche ohne nichts. Jetzt wo nichts los ist, ist der Platz ganz ok, in der Saison dürfte das Tetris-Parken pur sein. Aber die Nähe zum Wasser mit dem Meerblick reißt es raus. Sicherlich kann man sich jetzt auch auf einen der Parkplätze (ab Nov. sind die Höhenbegrenzungen offen) in Meernähe stellen, was einige auch machen, aber der Meerblick sind mir die 5€ wert.

Soulac-sur-Mer-Wohnmobilstellplatz

22.11.2021 – Plage centrale Hourtin – 45 km

Die kommenden Tage war nicht so schönes Wetter angesagt, dazu kam, dass uns unsere Route ein Stück ins Inland führte. So legten wir am Plage centrale Hourtin einen Zwischenstopp ein, um bei farbenfrohem Wetter noch einmal den Atlantik mit dem menschenleeren Strand zu genießen.
Im Sommer herrscht am Plage centrale Hourtin hochbetrieb. Um die Parkplätze haben sich Restaurants, Surf- und Kiteschulen angesiedelt. Dann braucht man es mit einem Wohnmobil erst gar nicht zu versuchen. Wer es wagt, dort zu übernachten, der Kurs liegt bei 130,- Euro. Jetzt ist hier alles wie ausgestorben und standen die Nacht ganz alleine auf dem Parkplatz.

23.11.2021 – Le Teich – 74 km

Bei Le Teich befindet sich das Naturschutzgebiet Plaines du Teich – Domaine Fleury. 2018 waren wir schon einmal hier und es hatte uns so gut gefallen, dass wir noch einmal hier hin wollten. Ein riesiges Gebiet mit Flußläufen, Seen, Feuchtwiesen und Prielen.
Nahe der ornithologischen Station darf man auch kostenlos über Nacht verbleiben. Man sollte nur früh erscheinen, da die Plätze schnell weg sind. Auch nehmen sozial schwache Dauercamper die Plätze scheinbar dauerhaft in Beschlag. Eigentlich ist nur eine Übernachtung erlaubt…
Das Gebiet ist Rastplatz von Kranichen, Kormoranen und anderes Zuggevögel. Vom Parkplatz aus bieten sich Wanderungen an den Prielen entlang durch die mit hohem Schilf bewachsenen Salzwiesen an. Die mit Bäumen bewachsenen “Inseln” erinnerten irgendwie an Louisiana, es fehlten nur die Alligatoren und das sonstige Wildlife.
(Bilder von unserem Besuch 2018 auf dem Sentier du littoral Le Teich)

Dieses Mal liefen wir rund 7 km den Sentier de découverte und eine ganz andere Landschaft. Sicherlich auch mit Flüssläufen und Teichen, aber auch durch märchenhaften Wald.

Wohin jetzt?

Keine Ahnung…
Wir sind/waren gerade recht unschlüssig, wohin es weiter gehen sollte. Auf jeden Fall die Route Castes, Contes und Capbreton da uns die Plätze gut gefallen hatten. Bilder und Infos hierzu siehe Reisebeicht von 2018 Frankreich->Biscay ab Punkt Le Teich und auch Frankreich im Winter am Atlantik-> mit tollen Wellenbildern und dem Naturschutzgebiet bei Huchet.
Tagesaktuelle Berichte und Bilder findet ihr auch auf unserer Facebook-Fanpage bimoontour->

Danach entscheiden wir spontan, Spanien oder gar Portugal oder wieder ans Mittelmeer. Kommt auch darauf an, was der Wettergott so meint. Also, Reisebericht folgt…

Wer sich für Frankreich allgemein interessiert, da ist ja in all den Monaten so einiges zusammen gekommen. Die Reisebeichte findet ihr auch unter dem Hashtag Frankreich->

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3 Kommentare

  1. Hallo,
    wir sind vor zwei Wochen aus der Normandie zurückgekommen und können uns Eurer Frankreich-Begeisterung nur anschließen.
    Viele Grüße aus Berlin / Brandenburg
    detlev

  2. Moin Michael,
    ja, irgendwo müssen sich unsere Wege gekreuzt haben, leider zum falschen Zeitpunkt.
    Wenn es noch möglich sein sollte, werden auch noch mal nach Süden aufbrechen.
    Lasst es Euch gut gehen und passt auf Euch auf.
    Viele Grüße
    detlev

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