Reisebericht Brandenburg

Vorheriger Reisebericht: Sachsen->

Nachdem wir uns über einen Monat in Sachsen aufgehalten hatten, zogen wir langsam nördlich in das Bundesland Brandenburg.
Bei Brandenburg denken viele ja gleich an Potsdam, nein, bis auf den Spreewald hielten wir uns von den Touristen-Spots fern. So bekamen wir nur wenige Wohnmobile zu Gesicht und fanden etliche schöne Plätze wo wir oft ganz alleine standen.

Wohnmobil Stellplätze

Die meisten Wohnmobil-Stellplätze sind teuer, wenn nicht sogar überteuert. Sie werden oft privat betrieben oder befinden sich auf Marinas, meist dann noch nicht einmal mit einer vernünftiger Entsorgung. Eine Infrastruktur wie im Westen Deutschlands oder gar Frankreich findet man hier nicht vor.
Wirklich schöne Plätze sind selten, aber dann wirklich toll. Wer GoogleMaps verwendet, der findet viele schöne Freistehplätze, optimal, wer mit einem Kastenwagen unterwegs ist.

Ver- und Entsorgung

Plätze zum Entsorgen sind rar, selbst Grauwasser ist oft schwierig zu entsorgen oder es wird ein Schlauch benötigt.
Wohnmobile mit Fäkaltanks sollten ihre Entsorgung gut planen.

Radwege

Der Oder/Neiße Radweg ist toll, teilweise gibt es sehr gut ausgebaute Radwege. Nur sind das OneWay-Wege, für richtige Rundtouren gibt es so gut wie kein Radnetz. Radfahren ist wie in Sachsen etc. nur blöd. Kopfstein-Rappelwege oder auf Landstraßen, das macht schlicht keinen Spaß. Auch die Radwege in den Städten verdienen oft den Namen nicht.

10.09.2020 – Zelz – 100 km

In Ermangelung netter Übernachtungsplätze sind wir richtig viel gefahren und nahe dem brandenburgischen Mini-Dorf Zelz an der Neiße gelandet. Hier fanden wir unmittelbar an der Neiße einen netten Übernachtungsplatz, einen Ort der Ruhe.
Von hier aus unternahmen wir auch eine kleine Radtour und eine Spazierfahrt nach Polen.

Neiße-Radtour Lugknitz/Bad Muskau – 33 km

Wir fuhren vom Übernachtungsplatz aus über die Brücke nach Polen und folgten der Neiße Richtung Süden auf wieder mal typisch polnischen Feldwegen. Wir durchfuhren den Fürst Pückler Park auf der polnischen Seite und…

…da uns die Strecke doch zu kurz war, fuhren wir noch einen Bogen durch Lugknitz zum geologischen Pfad durch das nun renaturierte ehemalige Braunkohleabbaugebiet Babina. Den hatten wir nur Zufall in PocketEarth entdeckt. Das war schon spannend, hiermit hatten wir nun gar nicht gerechnet. Die Absackungen hatten sich mit Eisen- und Kaliumhaltigen sehr saurem Wasser gefüllt. Dies führt zu intensiven Verfärbungen des Wassers der Seen. Einige Seen mit den abgestorbenen Bäumen oder die Erosionen sehen surrealistisch toll aus.

Bei Bad Muskau fuhren wir durch den deutschen Teil des Fürst Pückler Parks mit dem Märchenschloss Schloss Muskau wieder zurück nach Zelz.

Kleine Polen-Rundreise mit vLadi – 65 km

Forst

Forst liegt ca. 10 km nördlich, hier führt auch eine Brücke über die Neiße. Der Ort wurde im 2. Weltkrieg vollständig zerstört, darum war er für uns auch nicht von Interesse. Allerdings waren wir völlig überrascht, einige schön restaurierte alte Häuser vorzufinden.

Sprengchemie Forst-Scheuno

Die Sprengchemie Forst-Scheuno war eine in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1938 südöstlich der Stadt Forst (Lausitz) errichtete Sprengstofffabrik.
Das Gelände ist mit 3 x 1,3 km riesig. Die Bunker die teils 5 Etagen in die Erde ragen sind verfallen und wurden teilweise gesprengt. Ein Netz von kleinen Wegen führt durch das Gelände.
Nachdem vor zwei Jahren zwei Studenten in einem Bunker bei einer Explosion gestorben sind, ist das Betreten eigentlich verboten. Verbotsschilder oder dergl. findet man aber nirgends.
Für viele teils tiefsandige Wege empfiehlt sich ein kleiner 4×4. Der Hauptweg ist betoniert und kann auch mit dem Fahrrad befahren werden. Ich glaube, es geht sogar ein Radweg hier hindurch. Das sieht schon surrealistisch irre aus. Auf keinen Fall sollte man die Wege verlassen, da sich auf dem Gelände viele überwachsene tiefe Löcher, Brunnen und auch noch Munition befindet.

Ruiny Pałacu Brühla Brodach – Schloß Pförten

Zurück fuhren wir über das Nest Brody mit dem Schloß Pförten.
Dies wird seit 3 Jahren restauriert und man kann erkennen, wie toll das mal aussehen wird. Im Moment ist es eher eine Ruine.

Ruiny Palacu Brühla Brodach

Ehemalige Tagebaugebiete

Um Cottbus herum befinden sich viele ehemalige Braunkohle Tagebaustätten. Heute rekultiviert als Naturschutzgebiete, Badeseen und durchzogen mit tollen Radwegen. Da wir die hier gebotenen unschönen Wohnmobil-Stellplätze schlicht nicht mögen, suchten wir über GoogleMaps unsere Übernachtungsplätze. Schön, dass die hier (hoffentlich noch lange) nicht in dieser blöden P4N-App aufgeführt sind, so standen wir recht einsam und ruhig an hübschen Flecken wie hier an einem See…

…und unternahmen Radtouren oder gingen baden, da gerade wieder der Hochsommer ausgebrochen war. So nebenbei: In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele und unterschiedliche Pilze gesehen. Ich dachte immer, die bräuchten Feuchtigkeit…

17.09.2020 Lübben – 70 km

Lübben liegt für Unternehmungen mitten drin im Spreewald, nördlich vom noch touristischeren Lübbenau. Lübben sollte die Basis für kleine Radtouren und Spaziergänge sein. Lübben auch deshalb, weil sich hier ein kostenloser Stellplatz befindet, der halbwegs ok ist. Nicht, dass wir uns keinen Stellplatz leisten könnten, aber für die wenig schönen Plätze 15,- bis 20,- Euro hinzulegen, dafür sind wir in der Tat zu geizig.
Da es keine Ent- oder Versorgung gibt, sahen wir denn mitten in der Woche die Chance, einen Platz an diesem Touristen-Spot zu ergattern. Richtig, wir hatten wieder Dusel, während sich die Wohnmobile in einem Bereich kuschelten, fanden wir einen leeren Platz mit traumhafter Aussicht. Wahrscheinlich, weil der Bereich nur für PKW ist, wobei sich hier so weit vom Zentrum entfernt kein PKW hin stellt. Scheint auch toleriert zu sein, denn Abends war auch dieser Platz gerammelt voll mit Wohnmobilen. Gut, dass wir die nicht sehen konnten…

Wie schon erwähnt, gehört Lübben zu den touristischen Zielen des Spreewaldes. Von hier aus gehen Radwege in den Spreewald, kann Kanus mieten oder unternimmt Fahrten mit den Flachbooten durch die Kanäle.
Der Ort ist wirklich nett gemacht, das eher dezent touristische versprüht ein angenehmes Flair und der Park mit dem Wasserspielplatz ist ein HigLight für jung und jung gebliebene Menschen. Dämme bauen, Wasserräder zum Laufen bringen, baggern, einfach nur ein Spaß der zudem toll anzuschauen ist.
Wir erkundeten mit einem 6 km Spaziergang zunächst einmal unsere Umgebung.

Spreewald Radtour nach Schlepzig – 38 km

Eine Radtour unternahmen wir in den nördlichen Spreewald von Lübben auf dem Gurkenradweg an den Teichen vorbei und durch den Spreewald nach Schlepzig.
Ein kleines Video dazu, ca. 1:40 min:

Radtour durch den Spreewald nach Lübbenau – 41 km

Diese Radtour Richtung Süden führt durch den inneren Oberspreewald und ist eigentlich hübscher als die Nordtour da man mehr von den Kanälen und wilden Nebenarmen der Spree sieht.
Sie führt an der Spree vorbei nach Lübbenau. Hier war am heutigen Samstag bei dem schönen Wetter schlicht die Hölle los. Weiter ging es nach Leipa und dann über einen teils recht holprigen Weg zurück nach Lübben.
Das Video zur Tour, ca. 2:06 min:

Mit dem Kanu durch den Spreewald

In die Tiefen des Spreewaldes kann man nur mit einem Boot vordringen. Hier gibt es weder Wege und schon gar keine Straßen, was die Gegend bei trübem Wetter auch recht gespenstisch erscheinen lässt. Ich glaube, die Krimi-Serie “Mord im Spreewald” bezieht zum großen Teil hieraus ihren Reiz. Wer hier eine Tour plant, sollte bei den vielen Nebenarmen unbedingt eine Karte dabei haben.
Auch hierzu ein kleines Video, ca. 7:40 min:

20.09.2020 – Lebus – 80 km

Wir hatten nun genug von dem Trubel und entfleuchten jenem. Beim Campingplatz konnte ich gegen einen Obolus entsorgen und Wasser tanken, Ulrike fuhr währenddessen nach Frankfurt O. zum Waschen. Waschsalons sind hier ja rar und die Sonntage bieten sich an, dann ist es recht ruhig.
Ich fuhr dann zu unserem Übernachtungsplatz an der Oder wo wir vor ein paar Jahren schon einmal idyllisch standen. Am A. der Welt mit wunderbarem Blick auf die Oder, sogar mit einer Feuerstelle!
Ouh Mann, irgendwelche Deppen haben den Übernachtungsplatz bei Google und auch bei P4N eingegeben. Warum kann man nicht einfach genießen und schweigen, wenn man solch einen Platz findet? So wird auch dieser Parkplatz wahrscheinlich bald der Vergangenheit angehören 🙁
Jahre ist es her, dass ich einmal vor 7 Uhr aufgestanden bin, heute juckte es allerdings in den Fingern. Wabernde Nebelschwaden über der Oder im Sonnenaufgang…

Spazierfahrt nach Polen

Unmittelbar hinter der Grenze bei Kostrzyn in Polen befindet sich bei der Mündung der Warta das Naturschutzgebiet Ptasim Szlakiem. Im südlichen Teil ein Feuchtgebiet, ansonsten weites Weideland mit frei herum laufenden Rindern und Pferden. Vogelliebhaber kommen hier bestimmt auch auf ihre Kosten.
Bemerkenswert, wie viele tolle Übernachtungsplätze wir auf unserer kleinen Spazierfahrt gefunden hatten. Oft Biwakplätze mit Bänken und Feuerstelle.

22.09.2020 – Falkenhagen – 20 km

Na ja, die Etappe ist auch nicht so riesig, aber wir wollten unseren Übernachtungsplatz verlassen, da wir dachten, es kommt nicht so gut, tagelang eigentlich nicht wirklich erlaubt irgendwo zu stehen.
Falkenhagen liegt westlich am Schwarzen See und hat einen netten kleinen mit 6 Euro immens teuren und ruhigen Wohnmobil-Stellplatz ohne Ver- oder Entsorgung, aber doch mit Strom wer will.

Stellplatz Falkenhagen

In nur 200 m Entfernung befindet sich eine tolle Badestelle mit Steg, der in das glasklare Wasser hinein führt. Einen Spaziergang um den See durch den Märchenwald sollte man sich nicht entgehen lassen.

Zur Erkundung unternahmen wir eine Spazierfahrt zur nahen Märkischen Schweiz. Sanfte Hügel, Wälder, Seen und urige Orte haben ihren Reiz, aber das Radwegenetz ist wie fast überall hier im Osten bis auf Ausnahmen schlicht nur mies und so hatten wir die Märkische Schweiz als Reiseziel gestrichen. Überall finden sich mehr als tolle Übernachtungsplätze, das juckte schon in den Fingern, aber was sollen wir dort machen? Einfach nur herum stehen ist auch nichts für uns.

Märkische Schweiz-Erkundungsfahrt

24.09.2020 – Küstrin-Kietz – 30 km

Nachdem wir die Märkische Schweiz abgehakt hatten, sind wir wieder nach Küstein-Kietz zurück an die Oder gefahren.
Auf dem Fischereihof Schneider fanden wir eine nette Bleibe und entsorgen mussten wir ja auch bald wieder. Der Platz auf der Wiese kostet 8,- Euro, Strom 3,- Euro, Sanitäreinrichtungen ebenso 3,- Euro/Person und Kassetten-Entleerung 2,50 Euro.
Mit dem Entsorgen wurde es jedoch wieder einmal nichts. Sie haben nur ein hoch gelegenes Rohr für Kassetten, aber keinen Bodeneinlass, nicht mal für Grauwasser. Gut, wir hatten ja noch für ein paar Tage Luft…
Aber für die schöne Landschaft hatte sich der Umweg doch wieder gelohnt.

25.09.2020 Schiffshebewerk Niederfinow – 60 km

Das Schiffshebewerk Niederfinow befindet sich nordöstlich von Berlin. Vor rund 4 Jahren waren wir schon einmal hier, aber da war das eine einzige Baustelle. Heute ist die alte Anlage renoviert und man kann sogar mit Ausflugsschiffen eine Schleusenfahrt unternehmen. Nebenan wird für hunderte Millionen ein neues Schiffshebewerk gebaut, für wen auch immer, denn die Frachter dürfen wegen ihrer Schrauben nicht mehr in den Kanal. So wird für viel Geld ein sehr interessantes, aber nutzloses Baudenkmal geschaffen.

Am Oder-Havel Kanal finden sich viele Übernachtungsplätze. Da das Wetter aber auf grau und nass umgeschaltet hatte, entschlossen wir uns, am Schiffshebewerk stehen zu bleiben.

Schiffshebewerk Niederfinow Übernachtungsplatz

27.09.2020 – Templin – 60 km

Templin hatten wir uns nur aus einem Grund ausgesucht, wir mussten nach 7 Tagen wieder Ver- und Entsorgen. Der Stellplatz in Templin hat für Schlauchentsorger wie uns eine optimale Entsorgung, ansonsten könnt ihr meine Bewertung zu dem Stellplatz bei Google lesen…
Da wir nun einmal in Templin mit der einzigen durchgängigen Stadtmauer Deutschlands waren, schlurten wir auch durch den Ort. Doch, er ist schon nett.

Die kommenden Tage für Ausflüge verbrachten wir im El Dorado Templin, einer Western Stadt mit Aufführungen und was der Western-Fan so begehrt.
Mit dem Wohnmobil kann man hier für 5,- Euro wunderbar auf einer Wiese stehen, bei Bedarf bekommt man gegen wenig Geld sogar Strom. Jetzt in der Nachsaison ist die Westernstadt nur am Wochenende geöffnet und man steht auf der Wiese alleine nur unter Pferden.

Biosphärenreservat Schorfheide Chorin

Das Wetter war wieder wunderbar sonnig geworden und so erkundeten wir das UNESCO Welterbe Biosphärenreservat Schorfheide Chorin. In den ausgedehnten Wäldern jagten früher die Fürsten und zuletzt Walter Ulbricht. Ganze Teile sind heute für Menschen nicht zugänglich und die wenigen Straßen die hindurchführen sind holprige Kopfsteinpflaster-Straßen oder sandige und mit Schlaglöchern übersäte Pisten. Die Natur entschädigt einen aber für die Humpelei. Es führen sogar Radwege hindurch, aber diese Sandwege verdienen den Namen nicht. Mit einem Wohnmobil möchte man hier auch nicht durch fahren. Ein Kasten würde natürlich gehen und da ist die Versuchung groß, sich an/auf einen der tollen möglichen Übernachtungsplätze nieder zu lassen. Aber Vorsicht, dies ist hier alles Naturschutzgebiet und die Übernachtungsgebühren könnten dreistellig sein 🙂
Solch eine tolle Natur und was ist? Hab ich doch meine Kamera vergessen und musste die Bilder heute mit dem iPhone machen 🙁

Wir sind noch ein Stück weiter ins Havelland. Nur teils konnten wir einen Blick auf die schöne Landschaft erhaschen. Hier bleibt einem nichts anderes übrig, als sich ein Hausboot zu mieten. Die Kosten liegen bei 650,- Euro + für 5 Tage, eigentlich netto eher 3 Tage. Ein Boot für 350,- Euro für ein Wochenende hätten wir noch ergattern können, aber das war uns dann doch zuviel, zumal das netto auch nur 2 Tage gewesen wären.
Einen Führerschein benötigt man nicht, man bekommt für rund 110,- Euro eine Einweisung. Tja, unsere Führerscheine hatten wir auch nicht dabei…

Havel Brücke Zehdenick
Havelbrücke in Zehdenick

Templiner See Rundweg – 10 km

Wer die Zeit hat, kann ruhig einmal gemütlich die 10 km um den Templin See laufen.
Läuft man entgegen den Uhrzeiger, kommt man zum Schluss an einen Garten vorbei wo ein nett verrückter Mensch ein Schienennetz mit unterschiedlichen wahrscheinlich selbst gebauten Eisenbahnen aufgebaut hat. Die Stromspende hatten wir doch für seine Mühen gerne in den Briefkasten geworfen.
Hierzu ein kleines Video, ca. 2 min:

Vier Tage verbrachten wir nun auf dem netten Stellplatz unter Pferden und es wurde Zeit, weiter zu ziehen.
Die Frage war nur, gen Westen oder Norden. Nun, Ulrike wollte noch einmal an die Ostsee und dass wir das letzte Mal dort waren, ist ja auch schon ne Weile her.
Ich stehe Mecklenburg-Vorpommern eigentlich eher skeptisch gegenüber, ok, vielleicht ändere ich ja meine Meinung wieder.

Der nächste Reisebericht also: Mecklenburg Vorpommern->

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8 Kommentare

  1. Hallo Michael,
    wir waren gerade 14 Tage in McPom. So lang man die Küste meidet und die großen Seen (Müritz) geht es so eben. Einzige Ausnahme Greifswald, hier kann man “noch” am Hafenkanal in der Stadt frei stehen. Aber das Bauschild steht schon, in dem nächsten Jahr wird auch noch die letzte freie Fläche verschwinden. Wir sind jetzt 40 Jahre mit dem Camper unterwegs, so ein Haufen von Wohnmobilen, wie an der Ostsee, haben wir noch nie gesehen, nirgendwo und zu keinem Zeitpunkt.
    Ein Beispiel, 2014 waren wir so um den 20. September im Ostseebad Barth. Die Saison war vorüber, die Hotels meistens schon zu und am einzigen Stellplatz, war außer uns noch ein Camper. Dieses Jahr am 9. Oktober gab es schon 3 Stellplätze mit ca. 60 Campern und im Ort war Hochsaison. So sah es überall aus und dann die Preise! Ich könnte noch lange erzählen von 2014 und heute. Wir hatten jedenfalls die Schnauze voll und sind wieder zu Hause. Das ist nicht unsere Welt.
    Wenn ich in der Campingbranche beschäftigt wäre, dann würde ich jeden Tag, in der Kirche 3 Kerzen anzünden, damit uns Corona noch lange erhalten bleibt.
    Habe deinen begeisterten Bericht über Görlitz gelesen. Für uns sieht das heute eher aus wie Disnayland, wenn man wie wir, vor 10 Jahren dort war, da hatte es noch morbiden Charme, ohne Touris und einen Stellplatz für 5 Euro mitten in der Stadt gab es damals auch noch. So ändern sich die Zeiten.
    Viel Spaß weiterhin und liebe Grüße
    Jochen

    • Moin Jochen,

      ja Mensch Jochen, da hätten wir uns ja treffen können, genau dann waren wir in der Nähe! Auf einem netten Platz direkt am Wasser nur 5 Kilometer weiter nahe Fuhlendorf. Schade…

      Wir bewegen uns gerade aus MeckPomm heraus, wir haben die Nase auch voll. Ulrike wollte unbedingt noch einmal an die Ostsee. Die Hölle war das 🙂
      Geht man etwas ins Inland, wird es aber besser, Bericht folgt die Tage.

      Mit Görlitz ist das wahrscheinlich für dich in etwa so, wie wir jetzt Dresden erlebt haben, ähnlich 😉

      Wir bewegen uns jetzt Richtung Niedersachsen, der Lada muss in die Inspektion und dann überlegen wir mal, was wir weiter machen.
      In Brandenburg und MeckPomm drehen sie langsam durch. Uns würden sie mittlerweile seit gestern teils nicht mehr auf einen Stellplatz lassen. OL ist Risikogebiet, dass wir dort seit 6 Monaten nicht mehr waren, interessiert ja keinen, haben ja ein OL-Kennzeichen 🙂

      Liebe Grüße,
      Michael

  2. Mensch Michael,
    das ist ja ein Ding und da wollte ich euch vor der Ostsee warnen. Früher habe ich auf die Landkarte geschaut und nach Erfahrung und Instinkt meine Stellplätze gesucht und auch gefunden. Dann kamen Google, OsmAnd, und diverse Führer. Anfangs waren sie eine willkommene Hilfe aber mit der Zeit wurden sie eine Plage, zu viel Nieten und weiße Ware. Seit 2 Jahren halten wir es zunehmend wie früher und tun gut daran. So haben wir auf unseren jetzigen Trip in Magdeburg, Greifswald und Stralsund super Plätze gefunden, die in keinem Führer standen. Direkt an der Küste klappt das natürlich nicht.

    Wir sind am Samstag dann von Stralsund nach Barth gefahren und standen da umsonst auf einem Parkplatz direkt am Hafen. Sonntag morgens sind wir dann weiter und auch in Fuhlendorf vorbei gekommen, aber wir wollten weiter nach Ribnitz. Haben da auch einen Parkplatz am Hafen gefunden, „unverbaubare Hanglage“. Ein kurzer Gang zur Parkuhr und dann der Hammer, 20 Euro pro Tag und die Nacht von 8 bis 8 Uhr noch mal 13 Euro und dann ab 8 erneut stundenweise blechen. Nicht mit uns. Wir beschlossen dann weiter nach Wismar zu fahren, da kannten wir ein schönes Plätzchen direkt an der Uni. 2014 standen wir da mutterseel alleine. Da ahnst sicher wie es jetzt weiter geht. Die eine Hälfte des großen Parkplatzes war jetzt komplett gesperrt für Womos und auf der anderen Hälfte war die Übernachtung ab 18 Uhr verboten. Aber wir haben noch ein schönes Plätzchen am Rand gefunden. Aus lauter Frust habe ich einen kompletten Sport Tag eingeschoben, Moto GP, Formel 1, und Endspiel French Open. Nach dem Abendessen haben wir noch die Wettervorhersage angeschaut und da hatten wir den Kaffee endgültig auf. Wir sind dann aufgebrochen und noch bis Wildeshausen, hinter Bremen, gefahren und am Montag den Rest. Fazit, die deutsche Ostseeküste ist wohl auf ewig, ist ja nicht mehr so lange, für uns gestorben. Jetzt warten wir auf den Corona Impfstoff.

    Liebe Grüße
    Jochen

    • Moin Jochen,
      den Platz in Ribnitz hatten wir gesehen und nur den Kopf geschüttelt. Bis Wismar sind wir gar nicht erst gekommen und gleich abgedreht. Ich wäre eh nicht zur Ostsee gefahren, aber Ulrike… 😉
      Jetzt stehen wir alleine an der Elbe und überhaupt ist es fast leer. Blöderweise ist das Wetter fürchterlich. Wir fahren jetzt auch zurück.

      Tja, mit der Fülle werden wir halt leben müssen, wird nicht weniger. Und ebenso mit den damit verbundenen Beschränkungen.
      Corona ist auch son Ding und wir sind froh, so alt zu sein und alles gesehen zu haben was wir wollten.
      Glaub mir, das Normal wie früher wird es so schnell nicht wieder geben, auch wenn es irgendwann einen Impfstoff geben sollte.

      Liebe Grüße,
      Michael

  3. Hallo,
    Euren Stellplatz-Erfahrungen kann ich grundsätzlich nur zustimmen. Häufig sind die offiziellen Stellplätze mager ausgestattet, aber dafür üppig im Preis. Aber wie Du schon sehr richtig schreibt, Michael, man findet immer noch freie Plätze auf denen man selbst ungestört ist und auch andere nicht stört.
    Wir haben in diesem Jahr erstmals Brandenburg mit Hilfe von „Landvergnügen“ bereist (ca. 800 km rund um Berlin). Jeden 2. oder 3. Reisetag haben wir auf einem ausgewählten Hof oder einer ähnlichen Einrichtung übernachtet. Jeweils im Hofladen eingekauft und dann ging es wieder weiter. Hat Spaß gemacht – zumal wir auch viele Informationen zu den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieben bekamen.
    Übrigens, wenn man gern Fahrrad fährt, ist die “Fläming-Skate” eine tolle Adresse um ausgiebige Rundtouren aus besonders feinem Asphalt zu zu machen.
    http://www.flaeming-skate.de/de/strecken.php
    Auch an diesen div. Rundkursen findet man freie Stellplätze.
    Viele Grüße aus Berlin / Brandenburg
    detlev

    • Moin Detlev,

      mit dem Landvergnügen sind wir noch nicht so sicher ob das was für uns ist. Muss man sich da nicht anmelden? Ist es nicht so, dass man nur eine Nacht stehen darf?

      Danke für den Tipp mit der Skate-Bahn! Das hätten wir vorher wissen sollen! Hätte nicht gedacht, dass man da auch mit dem Rad fahren darf. Skaten ist nämlich nicht (mehr) so mein Ding 😉
      Beim nächsten Mal…

      Viele Grüße von der Weser,
      Michael

  4. Moin Michael,
    bei Landvergnügen meldet man sich an, bezahlt 34,-€ und bekommt dann einen umfassenden Katalog mit „Einrichtungen“ (Landwirte, Gastwirte und vieles andere) die im Katalog aufgeführt sind. Ebenso eine Freischaltung der App. Die erste Nacht ist, sozusagen vertraglich vereinbart, kostenlos, alles weitere in Absprache mit dem Gastgeber. Da es in der Regel nur 1 bis 2 Stellplätze gibt, braucht man auch keine Sorge vor Kuschelcamping zu haben😜.

    • Moin Detlev,

      ich dachte bisher, die Übernachtungen wären grundsätzlich kostenlos, man erwartet lediglich einen Einkauf im Hofladen.
      Sind denn alle Infos auch in der App? Einen Katalog zuschicken lassen wird bei uns ja schwierig.
      Mal schauen, warten wir mal ab, wie sich das so entwickelt. Eigentlich möchten wir nächstes Jahr wieder aus Deutschland raus.

      Viele Grüße,
      Michael

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