Reisebericht Sachsen

Vorheriger Reisebericht: Oberfranken->

Von Oberfranken kommend besuchten wir Sachsen, dort wurde endlich unsere Staufachklappe nach über 1 1/2 Jahren abgedichtet, wo andere Unternehmen, auch Bimobil dran gescheitert sind.
In Hohenberg an der Eger lernten wir ein nettes Pärchen kennen, wobei er eine Lösung für unsere Staufachklappe hatte, also nix wie hin…
Ansonsten entdeckten wir wieder einmal viel faszinierend Unbekanntes und es war bei uns trotz Ferienzeit relativ ruhig. Und dass wir uns einmal über einen Monat in Sachsen aufhalten würden, hätte ich auch nie gedacht…

08.08.2020 – Elsterberg – 60 km

Wir waren auf dem Weg nach Glauchau zu dem netten Pärchen um unsere Staufachklappe zu reparieren, aber 60 km waren an einem solch heißen Tag mit 36 Grad wirklich genug. Der kostenlose Stellplatz mit VE in Elsterberg ist einfach nur fürchterlich hässlich, aber das Waldbad dort wunderschön, wo wir Stunden verbrachten und uns erfrischten.
Und, die letzte Station zum Entsorgen…

Elsteraue-Stellplatz

09.08.2020 – Glauchau – 40 km

Hier wohnt Andre, der nette Mensch mit der Lösung unseres Staufachproblems.
Toll, wenn man auf Reisen so nette, gastfreundliche und hilfsbereite Menschen kennen lernt. Ein toller Stellplatz, grillen, Bier und nebenbei wurde die Staufachklappe repariert.
Wer sich für das Problem und die Lösung interessiert: Staufach Klappe undicht->

Glauchau-Privatstellplatz

11.08.2020 – Waldenburg – 10 km

Eigentlich sollte es sich ja etwas abkühlen, aber die erfrischenden Gewitter zogen alle an uns vorbei.
Bei Waldenburg fanden wir einen netten Übernachtungsplatz (GoogleMaps) wo wir wenigstens teilweise Schatten hatten.

Abends schlurten wir noch in das Örtchen und besuchten einen Asia-Imbis wo wir köstlich aßen. Das war wie in Asien, da kamen richtig Urlaubsgefühle hoch. Wie sie das mit den Preisen machen? Keine Ahnung, jedenfalls kann man da doch nicht von leben, schon gar nicht in solch einem Kaff. Gäste hatten mich echt blöde angeguckt, als ich ein mehr als großzügiges Trinkgeld für das tolle Mahl gegeben hatte.
Waldenburg ist recht ursprünglich auch hier erinnert die DDR. Recht hübsch ist der Marktplatz, das Schloss und der Grünfelder Park. Den hatten wir nicht richtig besucht, uns war einfach zu warm. Sollte man mit den Bauwerken aber eigentlich unbedingt machen!

12.08.2020 – Wechselburg – 25 km

Mit unserem Übernachtungsplatz hatten wir Pech gehabt. Die kleine Kopfstein-Straße war eine Umleitungsstrecke wo nun der ganze Verkehr, einschließlich 40 Tonner drüber lief. Das war uns zu laut, so schön der Platz auch ist.
In Wechselburg an der Zwickauer Mulde fanden wir aber auch einen netten Platz wo wir wieder alleine Standen. Mit der Leiche, die man hier nach unserer Abreise aus der Mulde gezogen hat, haben wir nichts zu tun, wirklich…

Am gleichen Tag noch gingen wir mit vLadi auf Entdeckungsreise, was es hier auf engem Raum alles zu sehen gibt.

Göhrener Viadukt

Bei dem Göhrener Viadukt handelt es sich um eines der spektakulärsten Brückenbauwerke aus der Frühzeit des Eisenbahnbaus und befindet sich nur 5 km südlich von Wechselburg.
Über 381 m lang mit 12 Öffnungen, früher noch länger mit noch mehr Öffnungen.

Rochlitz

Rochlitz liegt nur rund 10 km nördlich von Wechselburg. Rochlitz ist die einzige Stadt Deutschlands, die durch den Krieg unversehrt geblieben ist.
Sehr schön zu sehen am Marktplatz herum. Ein gewisser morbider Charme ist ebenso geblieben.

Porphyrlehrpfad Rochlitzer Berg

Auf dem Rochlitzer Berg etwas südlich von Rochlitz befand sich früher ein Steinbruch, wo der rote Porphyr abgebaut wurde. Der Natur überlassen, ist dies heute eine Landschaft, wo wahrscheinlich Lara Croft ihre Abenteuer überstanden hat.

14.08.2020 – Mohorn – 60 km

Schon wieder nahte ein Wochenende und immer noch sind Ferien. Hier galt es, einen ruhigen Platz zu finden. Das gestaltete sich recht schwierig. Zwar konnten wir manch netten Übernachtungsplatz finden, ist aber nichts für uns. Die sind eher etwas zum spät ankommen und früh fahren. Nette Stellplätze sind eher rar und zudem sauteuer. Den Vogel schießt ein Parkplatz mit Übernachtungserlaubnis in Freiberg mitten in der Altstadt ab. Die Altstadtbesucher laufen am Fenster vorbei, furchtbar schief und dafür 38,- Euro!

Wohnmobilstelllatz Freiberg

In Mohorn, ca. 15 km südöstlich von Dresden fanden wir beim Wohnmobilstellplatz zur Platane Mohorn einen netten und ruhigen Platz für 5 Wohnmobile (GoogleMaps).
Mit 15 € etwas teurer, dafür ruhig, klein und mit netter Aussicht.
Der Wohnmobil-Stellplatz wird privat betrieben, der Betreiber hat sein Wohnhaus nebenan.
Bei Ankunft wird einem ein kaltes Freiburger als Willkommenstrunk überreicht. Was soll ich sagen, bei Ankunft fühlte ich mich gleich zu Hause!
Der Betreiber fährt ebenfalls ein Wohnmobil, was man an der Entsorgung erkennen kann. Einfach nur vorbildlich, so sollten alle sein.
Gerade Leute wie wir, die mit Schlauch entsorgen, haben ihren eigenen Kanaleinlass.

Hier verblieben wir dann das Wochenende, erkundeten das Umland und reparierten das Schloss unseres Kühlschrankes, siehe auch Bericht. War nicht wirklich toll, als sich der Inhalt des Kühlschrankes in Linkskurven polternd durch das Bimo ergoss….

Silberstadt Freiberg

Die Silberstadt Freiberg, ca. 10 km südlich gelegen besticht durch eine hübsche Altstadt mit den meist schön restaurierten alten Gebäuden.

Porphyrfächer

Eine kleine Sehenswürdigkeit die kaum jemand kennt und nur ca. 2 km entfernt liegt.
Eigentlich nur ein Porphyr-Block, entstanden aus glühender Vulkanasche mit einer besonderen Musterung.

Porphyrfächer

Forstbotanischer Garten Tharandt

Im Forstbotanischen Garten Tharandt findet man vor allem die Baumwelt Nordamerikas vor. Der Garten ist sehr schön angelegt und man hier einige Kilometer hindurch laufen. Vor allem ist alles sehr schön erklärt.

Rabenauer Grund

Durch das märchenhaft enge Tal der Roten Weißeritz führt eine Schmalspurbahn auf der täglich eine alte Dampflok fährt. Angeblich soll das die schönste Bahnstrecke Europas sein. Entlang der Roten Weißeritz führt ebenso ein wunderbarer Radweg durch das Tal.

Tharandt

In dem kleinen romatischen Ort Tharand mit der Feste sollte man auch einen Stopp für einen Bummel einlegen.

17.08.2020 – Meißen – 25 km

Meißen verfügt über zwei nicht gerade schöne und schiefe Wohnmobil-Stellplätze, eigentlich sind das nur überteuerte Parkplätze für 15€. Aber das war uns aber jetzt egal, sie liegen nah an der Elbe, waren zumindest im hinteren Teil recht leer und von hier aus kann man mit nicht so viel Gefälle schöne Radtouren entlang der Elbe unternehmen.

Meißen-Wohnmobilstellplatz

Ein Besuch der Innenstadt stand ebenfalls auf dem Programm.
Das isses wieder, manche Volksgruppen haben scheinbar einfach keinen Blick für das Schöne. Solch eine Stadt in Frankreich, das wäre eine Perle.
Sicherlich, die meisten Häuser der Altstadt sind toll saniert und einfach nur schön, das kann man nicht anders sagen und ein Besuch Meißens lohnt sich wirklich.
Aber warum ist der schöne Markt mit Gastronomie-Podesten zugepflastert? Warum die hässlichen Werbesäulen aufgestellt? Warum darf sich da der Verkehr durch schlängeln? Eine grau gestrichene Albrechtsburg mit aufgemalten Steinen, gehts noch? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Stadtväter keinen Plan haben.

Radtour nach Dresden – 57 km

Der Elberadweg ist einfach nur toll angelegt und führt beidseitig an der Elbe entlang. So bietet sich eine kleine Rundtour durch die Elbauen an, einmal links der Elbe und einmal rechts der Elbe entlang.
In Dresden waren wir schon öfters. Vor dreißig Jahren, wo noch alles trostlos verfallen war und vor sechs Jahren, wo bis dahin eine Perle geschaffen worden ist. Auf der Promenade waren Kleinkramverkäufer, Musiker und es herrschte auf der Promenade und auf den Wiesen ein lockeres Leben fast wie auf Key West.
Und jetzt? Nichts mehr von alledem, überall stehen weiße unschöne Plastezelte mit Trink- und Fressbuden herum. Unschöne Plakate allerorten und der reinste Touri-Rummel. Völlig daneben, ein Riesenrad mitten in der Altstadt! Nicht nur wegen der neuen Brücke hat die Stadt das abgesprochene Weltkulturerbe echt nicht mehr verdient.
Dazu kommen die vielen Baustellen, die die Stadt besonders häßlich erscheinen lassen. Na ja, vielleicht bekommen sie ja wieder den Dreh, wenn die Baustellen und die vielen Kräne mal weg sind.

Noch ein kleines Video zu der Radtour, ca. 3:10 min.

19.08.2020 – Strehla – 25 km

Strehla

Irgendwo bei Strehla, das liegt nördlich von Meißen an der Elbe, hatten wir einen wunderschönen Übernachtungsplatz gefunden. Wie die Tage vorher schon, die Elbe nur 5 m entfernt mit einer traumhaften Aussicht.
Vielleicht war hier deshalb nichts los, weil auf 5 km 10 Hinweisschilder warnend darauf hin wiesen, dass die Straße ohne Wendemöglichkeit gesperrt sei. Aber Versuch macht ja bekanntlich kluch… 🙂
So war das ein Ort der Stille und Erholung.

Strehla-Wohnmobilstellplatz

In Strehla, so scheint mir, ist der Soli nicht angekommen, oder nur getröpfelt. Das Schloss ist völlig verfallen und steht wohl kurz vor dem Zusammenbruch. Jedenfalls wurde gerade die Hauptstraße saniert.

Strehla

Radtour nach Mühlberg/Elbe – 35 km

35 km sind bei 30 Grad auch mehr als genug. Zunächst ging es am Punkt, wo sich 1945 Amerikaner und Russen trafen mit der Fähre zur anderen Seite der Elbe. Der gute und hübsche Radweg führt die Elbe entlang nach Mühlberg. Hier befinden sich einige Seen, die auch zum Baden einladen, was wir natürlich gemacht hatten.
Der Rückweg ist nicht gar so hübsch, aber in den kleinen Orten kam wieder so etwas wie DDR-Feeling auf. Manchmal fragten wir uns, ob manche Häuser wirklich bewohnt sind.

23.08.2020 Großenhain – 30 km

Ulrike ist nach Dresden zum Waschen gefahren. Im Umkreis von > 100 km findet sich ansonsten kein Waschsalon. Am Naturerlebnisbad in Großenhain sind 4, nein, eigentlich sind es nur 3 Stellplätze für Wohnmobile mit VE und Strom eingerichtet (GoogleMaps). Im Preis von 7,-€ ist sogar der Strom enthalten. Eigentlich sollte das nur ein Übernachtungsplatz sein, aber wir hatten wieder solch ein Glück mit dem Platz und unverbaubarem Blick ins Grüne, dass wir einen Tag länger geblieben sind.

Grossenhain ist ein kleiner Ort, der sehr schön restauriert ist. Trotzdem, irgendwie fühlten wir uns wie im Ausland, Estland oder Lettland oder so.
Diese Geschäftsauslagen, die Fassaden und dazwischen die Lost Places. Eine besondere Art von Schönheit.

Jagdschloss Moritzburg

Das Jagdschloss Moritzburg liegt ca. 15 km südöstlich nahe Dresden. Das sieht von außen nur imposant aus. Ebenso der umliegende Park lädt zum Laufen ein. Bei den Kunstwerken muss man den Blick aufs Detail werfen.
Wer auf alte Möbel steht, wird innen bestimmt auch glücklich.
Achtung: Innen darf man nicht fotografieren, auch nicht für sich privat!

Fasanenschlösschen

Nur 2,5 Kilometer entfernt liegt das Fasanenschlösschen. Abgesehen von dem kleinen Gebäude auch hier auf die Details der Kunstwerke achten.

Leuchtturm Moritzburg

Der Leuchtturm Moritzburg lieg gleich neben dem Fasanenschlösschen am See. Was macht hier ein Leuchtturm?
Der und ein kleiner nachgebauter Hafen waren eine Art Bühne wo eine Seeschlacht nachgespielt wurde.

25.08.2020 – Bärwalder See – 90 km

In der Hoffnung, dass es etwas ruhiger werden wird, sind wir in die Lausitzer Seenplatte zum Bärwalder See gefahren. Die Seen haben ihren Ursprung im Braunkohletagebau, wurden renaturiert und werden zunehmend touristisch erschlossen.
Um den Bärwalder See herum führt ein mega schöner Radweg. Überall finden sich Schutzhütten, Toiletten, Grillplätze, Strände und natürlich Parkplätze. Die sind natürlich kostenpflichtig (10€ für ein Wohnmobil/24h), aber wir sahen das eher als Eintritt für die tolle Infrastruktur. Man darf übrigens 24 h parken, ansonsten ist das Campieren, sei es mit PKW, Zelt oder Wohnmobil eigentlich verboten.
Die Wohnmobil-Stellplatzsituation ist hier in der Gegend bescheiden und vor allem recht teuer. Beim einzig netten Stellplatz versuchte der Betreiber jede Lücke auszufüllen, was wir dankend ablehnten. Freistehplätze sind an den Seen verständlicherweise kaum zu finden. Die Eigentümer haben alles abgesperrt.
Ruhiger wurde es natürlich auch nicht, teils sind immer noch Ferien und die Tschechen haben die Lausitz auch entdeckt.
Na jedenfalls hatten wir Glück und fanden noch einen netten leeren Übernachtungsplatz mit toller Aussicht.

Am nächsten Tag war hier die Hölle los. Noch in der Nacht trudelten die Tschechen mit PKW und Wohnmobile ein. Der Sturm Kirsten hatte sich mit 80 km/h Böen angesagt, das ideale Wetter für die Kiter und Surfer.

Bärwalder See-Parkplatz

Ein kleines Video von dem Treiben, ca. 1 min.

26.08.2020 Bautzen – 25 km

Uns wurde das denn doch zuviel Rämmidämmi 😉
Man hatte uns völlig eingekeilt und ich kam nur deshalb raus, weil wir vLadi strategisch günstig geparkt hatten.
Wir sind dann ein paar Kilometer weiter südlich zur Talsperre Bautzen gefahren, wo wir einen netten Parkplatz gefunden hatten. Hier standen wir auch geschützter, der Sturm rüttelte schon ans Bimo.

Wenn man schon einmal hier ist, sollte man auch die Altstadt Bautzens besuchen. Hier hat man sich viel Mühe gegeben, die alten Häuser zu restaurieren. Anders als in etlichen anderen Städten hat man sich auch mehr Mühe mit Kleinigkeiten und Bepflanzungen gegeben. Nur der Verkehr stört ein wenig, aber na ja, die Anwohner wollen ja auch parken.

Ein Besuch im Bautz‘zner Senfshop durfte natürlich auch nicht fehlen. Ich wußte gar nicht, dass sie so viele unterschiedliche Arten Senf herstellen.

28.08.2020 – Sohland an der Spree – 20 km

Ein Wochenende stand wieder vor der Tür und der Parkplatz an der Talsperre füllte sich mit Wohnmobilen und noch mehr PKW. Es wurde uns einfach zu unruhig.
So zogen wir ein paar Kilometer südlich nach Sohland an der Spree um und fanden einen netten Platz für uns alleine um das Wochenende auszusitzen.

Von hier unternahmen wir Spaziergänge, u.A. auch durch den Spreepark, nahe der tschechischen Grenze, wo sich die Spree romantisch durch den Berg gefressen hat. Eine Gegend im Nichts, wieder genau richtig für vLadi.

Sohland an der Spree liegt kurz vor der tschechischen Grenze, also unternahmen wir eine Spazierfahrt mit vLadi in das Böhmische Gebirge.
In Tschechien hat sich mittlerweile viel getan, aber es ist immer noch recht ursprünglich. Die Landschaft ist einfach nur schön und wir überlegten, ob nicht übersiedeln sollten. Aber die Straßen, die uns gefielen, würde Bimo ohne Schrammen nicht überstehen, abgesehen davon, dass die ganze Gegend für Fahrzeuge > 3,5 Tonnen mehr oder weniger gesperrt ist. Die Städte sind komplett dicht.

Böhmerland

Kennt jemand die Böhmerland? Das ist eine Motorradmarke, die von 1925 – 1936 gebaut wurde. Die Böhmerland ist das längste Motorrad der Welt. Sie wurde als 2, 3 und 4-Sitzer gebaut. Sie sieht einfach nur urig schön aus!
Durch Zufall gerieten wir in das alljährliche Böhmerland-Treffen in Schluckenau (Šluknov).

31.08.2020 – Löbau – 25 km

Löbau ist ein kleiner Ort, dessen Innenstadt, insbesondere der Marktplatz recht sehenswert ist. Dazu die Brücknersche Villa und das Haus Schminke aus der Bauhauszeit. Die Architektur des Letztgenannten ist wirklich bemerkenswert, zeitlos modern. Bei 7€ Eintritt kann man aber auch erwarten, dass das Gebäude halbwegs gepflegt wird. Im Moment ist es leider nur dreckig, heruntergekommen und verranzt. Schade…

Denkmalort Obercunnersdorf

Bezeichnend und Wahrzeichen des Ortes sind die reichhaltigen denkmalgeschützen Umgebindehäuser. Den Ehrennamen Denkmalort erhielt Obercunnersdorf von der UNESCO.

König-Friedrich-August-Turm

Der König-Friedrich-August-Turm ist der einzige noch erhaltene gusseiserne Aussichtsturm in Europa und wahrscheinlich der älteste überhaupt.

01.09.2020 – Hohnstein – Sächsische Schweiz – 60 km

Nationalpark Sächsische Schweiz

Hier wollten wir eigentlich gleich hin, aber es war für Tage nur Schmuddel angesagt, da macht das einfach keinen Spaß. Reingelegt, es wurde gar nicht so schmuddelig, es blieb trocken und wurde sogar sonnig. So sind wir wieder 60 km zurück gefahren.
Die Stellplätze sind hier in der Gegend eher unschön, dafür aber schweineteuer. Der an der Bastei-Zufahrtsstraße in Hohnstein (GoogleMaps) kostet 14 Euro nur fürs Stehen. Alles Andere wie Strom und Wasser kommt noch dazu und noch eine Raubritterabgabe von 1,50€/Person/Tag. Richtig teuer wird es für die, die noch die Sanitäranlagen in Anspruch nehmen möchten, schnell ist man bei über 20€. Als Selbstversorger sind die 14€ für uns erträglich, vor allem, da der Stellplatz recht naturnah ist und wir wohl den besten Platz mit unverbaubarem Blick ergattern konnten. Vom Stellplatz aus geht auch gleich ein Shuttle zur Bastei.
Freistehen geht hier übrigens gar nicht, da dies alles Naturschutzgebiet ist.

Bastei

Vor Jahren waren wir schon einmal in der Sächsischen Schweiz, mit Kasten und auch mit Bimo. Jedesmal war uns zuviel Rummel und wir sind wieder geflüchtet. Dieses Mal wollten wir uns aber etwas mehr Zeit lassen.
So nahmen wir gleich den Shuttle und fuhren zur Bastei. Die 3 km könnte man auch laufen oder mit dem Rad fahren, aber wir waren zu faul und der Weg dort hin ist auch nicht so erotisch.
Jetzt, nach den Ferien war der größte Rummel vorbei und ich muss sagen, die Felsformationen und auch die Basteibrücke sind schon klasse! Gut, dass wir nochmals hierhin gefahren sind.

Durch den Uttewalder Grund – Wandderung 11 km

Die Wanderung durch den Uttewalder Grund und durch die Teufelskammer ist was für Kinder und jung gebliebene Menschen. Klettern in Höhlen oder Felsdurchbrüchen, eine schluchtartige Landschaft mit einem Märchenwald, wo Feen und Trolle zu Hause scheinen.
Man startet vom Wohnmobilstellplatz aus und es sind knapp 150 Höhenmeter zu überwinden. An der Infotafel kann man sich über den ausgeschilderten Weg informieren.

Nikolsdorfer Wände mit Labyrinth – Wanderung – 9 km

Die Nikolsdorfer Wände mit dem Labyrinth sind wieder ein großer Spielplatz für jung und alt. Gestartet wird am Parkplatz in Leupoldishain und folgt dem stetig ansteigenden ausgeschilderten Wanderweg durch einen Märchenwald und der Waldbühne. Wer keine Lust zu Laufen hat, startet von Parkplatz in Langenhennersdorf, dann sind es nur ein paar Kilometer.
Im Zickzack geht es kletternd durch enge Felsdurchlässe, Höhlen und Verengungen. Ein Erlebnis!
Hier ein kleines Video dazu, ca. 3:45 min:

Kirnitschtalstraße

Bei Bad Spandau beginnt im Ortskern die Kirnitschtalstraße die durch das malerische Tal der Kirnitsch führt. In der Saison dürfte man auf den wenigen Parkplätzen kaum einen Parkplatz bekommen. Selbst jetzt in der Nebensaison war es eng. Dazu noch die Wohnmobilisten in ihren alten Klapperkisten, die trotz Parkverbots und erst recht Übernachtungsverbots im Nationalpark auf den Parkplätzen mit ausgefahrenen Markisen und Wäscheständern Zigeunerlager eingerichtet hatten, so dass gar kein Parkraum mehr vorhanden war.
Das Tal kann auch romantisch mit der Kirnitschtalbahn befahren werden.
Weitere Sehenswürdigkeit sind der Wasserfall und, was wir dieses Mal erkundet hatten, die Kleinsteinhöhle nach dem Kuhstall das zweitgrößte Felsentor.

06.09.2020 – Görlitz – 90 km

Wenn mir mal jemand erzählt hätte, wir würden uns nach Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands verirren…
Für mich war das immer eine Stadt am Ende der Welt mit DDR-Mief.
Aber weit gefehlt! Görlitz wird als das größte deutsche zusammenhängende Flächendenkmal mit den unterschiedlichsten Baustilen bezeichnet.
Rund 4.000 Baudenkmäler wurden restauriert. Zu Gute kam der Stadt, dass sie im WK2 nahezu unzerstört blieb. Die ganze Stadt ist voller Sehenswürdigkeiten, die alle aufzuzählen, würde die Seite sprengen.
Selbst wenn man die Altstadt verlässt, auch die nahen Stadtteile sind völlig erhalten und fast vollständig restauriert.
Wirklich, Görlitz muss man mal gesehen haben, auch das ganze Flair unterscheidet sich deutlich von den anderen Städten. Mit dem Fotografieren habe ich mich mit Absicht mal zurück gehalten.

Neiße Radtour – 43 km

Im 5 Kilometer entfernten Görlitz sind wir über die Neiße nach Polen geradelt. Zunächst war der Radweg wirklich gut um dann recht abenteuerlich zu werden. Wege die nicht mehr wirklich vorhanden waren oder einfach umgepflügt wurden, eine Ausschilderung gibt es nicht. Es empfiehlt sich unbedingt eine App wie PocketEarth oder Komoot.
Nach rund 6 km Landstraße führt der Weg wunderschön durch Wald an der Neiße entlang zur Kulturinsel Einsiedel mit der geheimen Welt von Turisede. Die Kulturinsel ist ein Freizeitpark mit Spielplätzen, Baumhäusern die man mieten und worin man auch übernachten kann. Die Anlage ist dermaßen toll errichtet, dass man glaubt, sich in einer Fantasiewelt zu befinden. Selbst im nahen Ort Zentendorf sind Vorgärten, Geschäfte und Bushaltestellen in diesem Fantasie-Stil hergerichtet bzw. errichtet worden.
Mitten auf der Neiße befindet sich das Neiße-Cafe, hierüber quert man auch wieder die Neiße.

Auf der polnischen Seite befindet sich im gleichen Stil das Zakątek Turiusa, ebenso mit Cafe, Spielplätzen und Baumhäusern. Keine Ahnung, ob das alles zusammen gehört.
Der Rückweg führt dann nach ein paar Kilometern auf dem Radweg an der Landstraße entlang zum östlichsten Punkt Deutschlands und weiter entlang durch die Neißeauen.

Die Radtour als kleines Video, ca. 3:40 min

Noch einmal Görlitz

Wir sind doch noch einmal nach Görlitz geradelt, zu schön ist die Stadt. Wir hatten uns mehr Zeit gelassen und den Blick eher auf die Details gerichtet.

Übernachtungsplatz

Die Tage verbrachten wir privat alleine auf einer Wiese in Ludwigsdorf mit einem Lost Place eines ehemaligen Kalkwerks und mit Ziegen sowie Eseln.

Nach 4 Tagen verließen wir diesen wunderbaren Ort und fuhren gen Norden nach Brandenburg.

Von daher, der nächste Reisebericht: Brandenburg-> oder Polen (in Vorbereitung)

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