2016 – Letzter Urlaub Deutschland-Tschechien-Polen

Letzter Urlaub? Ja, das ist definitiv unser letzter Urlaub in unserem Leben 🙂
Urlaub macht man im Arbeitsleben, nach diesem Urlaub haben wir noch ein paar Monate Hamsterrad, danach beginnt das Nomadenleben, von daher niiiie mehr Urlaub 🙂

Vier Wochen lang Deutschland, Tschechien und Polen, obwohl eigentlich Frankreich geplant war mit dem Motorrad unsicher zu machen. Mit Frankreich wurde es nichts, warum steht unten.
Allerdings gab es vorher noch so einiges zu erledigen was wir mit diesem Urlaub verknüpft hatten, wie das Interview für das Visa für unsere USA-Tour im nächsten Jahr oder der Termin bei Bimobil für einige Optimierungen. So wurde die Zeit recht knapp und wir entschlossen uns, einfach in Deutschland zu bleiben und in einem Land in unserer Nähe zu fahren um die Schönheiten mit Motorrad und Wandern zu genießen. Wir hatten auch keine Lust auf diese Hetzerei mit einem “am Ziel ankommen“.

Hier eine kleine Galerie mit noch mehr Bilder, hier findet ihr auch die unten aufgeführten Bilder in groß.

Deutschland, Tschechien und Polen – ein Urlaub mit Motorrad und Wandern

Also Anhänger mit den Motorrädern dran und erst mal nach Frankfurt zum amerikanischen Konsulat für unser Visa. Zwischenstation wieder mal in Werne, liegt auf dem Weg und ist wirklich nett. Am nächsten Tag bei schönem Wetter auf die Bahn. Zu schön, um im Wohnmobil zu sitzen, also unterwegs meine liebe U. mit ihrer Ducati raus geschmissen und ich alleine weiter.
Ein wenig neidisch war ich da schon, sie durfte die tolle Landschaft des Sauerlandes genießen, während ich mich auf der Bahn langweilte.

Gelandet sind wir auf dem City Camping Frankfurt. Die Rezensionen sind nicht gerade nett, gerade in Bezug auf Höflichkeit. Für das Personal muss ich eindeutig widersprechen. Der Chef ist halt gewöhnungsbedürftig, ein Harley Fahrer, der auf ruppig herzliche Art Klartext redet. Damit kommt halt nicht jeder klar. Er wollte mir Strom und Duschmarken verkaufen, ich sag, ich bin autark. Da lacht der mich doch glatt aus…

City Camping Frankfurt

City Camping Frankfurt

Als ich ihm erklärte, dass ich für ne Woche mit Sch… nichts zu tun haben möchte, ne vernünftige Dusche und Porzellanschüssel brauche und über Energie schon gar nicht nachdenken möchte  wurde er neugierig. Am Bimo hatten wir dann gefachsimpelt, da er ein Womo mit diesen Vorgaben sucht 🙂
Mittlerweile ist U. eingetroffen und wir hatten bei schönem Wetter noch ne Spritztour durch Frankfurts City gemacht. Das Leben in der Stadt und vor allem am Main bei diesem Wetter hatte schon was.

Aschaffenburg

Ziel ist Oberpframmern bei München bei Bimobil, da soll bei der Heizung nachgerüstet werden. Hierfür hatten wir nun 3 Tage Zeit für die Anreise.
Richtig weit sind wir nicht gekommen, glatt 50 Kilometer 😉
So sind wir wieder mal auf dem teuren 3,- Euro Platz in Aschaffenburg gelandet. Wenns trocken ist, dann staubts, jetzt hats geregnet und nun ist er voller Matsche. Wieder hatte ich einen Platz direkt am Main ergattert, toll, die Aussicht. Blöd war nur, dass die Pappeln gerade samten, der ganze Platz sah aus, als hätte es geschneit und die ganzen Samen waren im Wohnmobil.
Die Wolken rissen auf und wir hatten plötzlich das schönste Wetter. So unternahmen wir noch einen Spaziergang durch die Altstadt. Ich glaube, Aschaffenburg wird gar nicht so als Ziel erkannt, ist aber wirklich mal einen Stopp wert.

Wasserratte

Wasserratte

Stellplatz Aschaffenburg

Stellplatz Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Aschaffenburg

Klamotten

Klamotten

Hilpoltstein am Roth-See

Das ist in etwas so die Hälfte zwischen Aschaffenburg und Oberpframmern. Hier ist ein sehr schöner Stellplatz unmittelbar am Main-Donau-Kanal, günstig, aber ohne VE. Wir hatten so gerade noch eine freie Stelle erwischt. Einige schienen schon länger zu stehen, wie machen die das mit dem Strom und der Entsorgung? Vielleicht standen deshalb so viele Wohnmobile bestimmter Marken dort.

Rings um uns herum knallte es, der Südwesten war abgesoffen, an einigen Orten waren 40 cm Hagel herunter gekommen. Ob der scheinenden Sonne waren wir mutig und hatten leicht bekleidet mit Jeans noch eine Tour mit unseren Ducs ins Altmühltal unternommen. Als es doch bedrohlich grau wurde, sind wir schnell zurück, aber oh Wunder, bis auf zwei Tropfen blieben wir und auch unser Stellplatz trocken.

Altmühltal

Altmühltal

Am nächsten Tag hatten wir noch etwas die Sonne genossen und sind die 12 km um den Roth-See gelaufen. Mensch, war das schwül, wir sind fast weg geschmolzen.

Oberframmern

Erst mal duschen und entsorgen, dann sind wir weiter zu Bimobil nach Oberframmern. Hier hatten wir richtig Glück gehabt, die Unwetter sind wieder mal an uns vorüber gezogen.
Im Südwesten herrschte das blanke Chaos mit Überschwemmungen, Berge von Hagelkörnern und leider auch 4 Toten.
Genächtigt hatten wir auf dem Firmengelände von Bimobil. Morgens bekamen wir dann gleich unsere Heizungs-Sperre für den Alkoven eingebaut.

Bimobil

Bimobil

Nun stellte sich die Frage, wohin? Überall Pladder und noch mehr Pladder, egal wohin man schaut. Also entschieden wir zunächst optimistisch, dass Frankreich weiterhin auf dem Plan steht. Selbst wenn das Wetter mal nicht so prall sein sollte, dort kann man auch so noch sehr viel unternehmen. Aber ganz langsam und erst mal das Alpenvorland erkunden. Hier sind wir meist nur durch oder hatten mit dem Motorrad die Kurven gekratzt.

Schongau

Eigentlich wollten wir nach Garmisch und von dort aus Wanderungen oder Motorradtouren unternehmen. Schon aus der Ferne konnten wir sehen, wie der Himmel dort alle Schleusen geöffnet hatte. So blieben wir den Alpen fern und sind in Schongau auf einem eher mäßig hässlichen Stellplatz gelandet. Zumindest war es hier trocken und wir konnten noch einen Bummel durch die Altstadt machen.

Bad Tölz

Völlig ratlos ob des Wohins sind wir wieder ein Stück gen Osten gefahren und in Bad Tölz gelandet. Beim Stellplatz hatten wir ja so was von Glück, ganz am Ende mit unverbaubarer Aussicht und regentechnisch war hier ein Loch, sprich trocken.

Bad Tölz

Bad Tölz

 

Zunächst hatten wir einen Bummel durch den touristischen, aber doch netten Ort gemacht, dann Frühstück und Mittagsschlaf, denn eigentlich hätte es regnen sollen.
Als wir aufwachten, immer noch kein Regen und die Sonne schien wässrig durch die Wolken. Wir also ganz mutig die Motorräder vom Anhänger geholt und eine Tour über Lengries über die Mautstraße von Vorderriss aus am Walchensee vorbei über die geile Kurvenstraße nach Kochel und von dort zurück gemacht. Auf der Maustraße hat es uns zugepladdert, hier hatten wir kurz überlegt, ob wir zurück fahren sollten. Aber sind wir aus Zucker? Neeee!

Vorderriss

Vorderriss

Vorderriss

Vorderriss

Also weiter, die weitere Strecke ist einfach zu schön! Der Pladder war in seiner Heftigkeit auch nur kurz und wir waren bei Ankunft sogar fast wieder trocken. Abends waren wir im Brauhaus essen, ein unbedingter Tipp!

Hier trafen wir dann unsere Entscheidung, nix mehr Frankreich, weiter Richtung Osten, Bayerischer Wald, nach Tschechien, von dort über Polen wieder nach Deutschland, weiter über das Elb-Sandsteingebirge, Böhmerwald, den südlichen Teil Polens und wieder zurück. Die Aussicht auf besseres, zumindest trockenes Wetter ist hier am Besten, dachten wir. Hintergrund: Ein Tief hat sich über Süddeutschland festgefressen, die Regenwolken drehen sich hier weitläufig um das Tief herum. Egal wohin, in ganz Mitteleuropa pladdert es und ein Ende ist nicht absehbar. Aus dem Alpenland jagt eine Katastrophenmeldung die Andere. Die Bilder waren erschreckend.  Die Eifel ist abgesoffen, überall Überschwemmungen. Lediglich im Norden Europas scheint die Sonne, aber von hier aus in der kurzen Zeit nach Schweden oder Norwegen? 😉
Nicht machbar, also den Weg des geringsten Regens… 🙂

Landau a.d. Isar

Der Platz ist nur etwas zum Nächtigen, aber ein Spaziergang zu dem Wachsenden Felsen an der Isar entlang lohnt sich. Der fast 40m lange und 5m hohe Wachsende Felsen ist eine in Europa einmalige Erscheinung. An einem Rinnsal bildete sich über Jahrhunderte Tuffstein und der Felsen wächst immer weiter.

Wachsender Felsen

Wachsender Felsen

Cham

Nette kleine Altstadt, der Stellplatz ebenso, hier wird nach Personen abgerechnet, wahrscheinlich wegen der grandiosen sanitären Anlagen. Eigentlich wollten wir nach Tschechien, aber das hat wieder mal dermaßen gepladdert, da hatten wir keine Lust mehr und sind so in Cham hängen geblieben. Im dem Gepladder hatten wir die Gelegenheit für einen Einkauf genutzt um ein paar sinnvolle wie -lose Dinge einzukaufen.
Oh Wunder, ab Spätnachmittags schien sogar die Sonne und konnten unser Weizen in jener selben in unseren Liegestühlen genießen.

Stellplatz Cham

Stellplatz Cham

Husani bei Böhmisch Leipa – Tschechien

…das liegt im Böhmer Wald, bzw. Böhmischen Mittelgebirge.

Husani

Husani

Zunächst sind wir wieder im Pladder aufgestanden, auch unterwegs, bis Mittags nichts als Pladder. Bei Furth im Wald sind wir dann nach Tschechien, über Pilsen dann nach Husani, einem Dorf mit sage und schreibe drei Campingplätzen, also was man so Campingplatz nennt. Dazu unten mehr…
Mit unserem Panzer kamen wir eigentlich nirgends unter, aber mit gutem Willen sind wir auf dem Kemp Milcani unter gekommen und dazu mit einem Blick auf den See, nahezu der beste Platz, den wir je hatten. Hier kam auch wieder der Allrad zum Einsatz, weniger der Allrad, als die damit verbundene Untersetzung. Die tiefe Wiese bremste ganz schön!

Kemp Milsani

Kemp Milcani

Beeindruckend, was in den 25 Jahren seit Grenzöffnung passiert ist. Die meisten Straßen sehen besser aus als in Deutschland. Die ganze Infrastruktur ist nahezu modern geworden. Trotzdem hat das Land mit seinen alten Schlössern,Burgen und Kirchen noch seine Ursprünglichkeit behalten. Überhaupt, die alten Häuser, gerade in den Dörfern und kleinen Städten.

Ein paar Tipps für Wohnmobilfahrer:

Wir hielten uns ja nicht Wochen auf und auch nur im westlichen und nördlichen Teil, trotzdem kann man da schon so einiges sagen.
Wie geschrieben, die Straßen sind meist richtig gut! Die Tschechen haben aber einen Fahrstil drauf, Junge, Junge. Mir unverständlich, wie man dem Schicksal laufend solche Angebote machen kann, aufpassen und äußerst defensive Fahrweise ist angesagt. Überholt wird oft mit 50%iger Überlebenschance für den Gegenverkehr und Überholenden.
Geschwindigkeitsübertretungen sind richtig teuer, mir ebenso unverständlich, wie die Tschechen jene übertreten. 40 Tonner knallen mit 100 über die Landstraße, erlaubt ist allgemein nur 80.

Stellplätze gibt es so gut wie keine, die Wenigen die es gibt, sind meist Parkplätze, wo das Übernachten geduldet wird, selbstverständlich ohne VE.
Angesagt sind die relativ oft anzutreffenden Campingplätze (Kemp), preislich liegen sie in Höhe eines Stellplatzes in Deutschland.
Hier muss man auch die Geschichte sehen, damals wurde in Hütten der Urlaub verbracht oder gezeltet. Für Wohnmobile sind viele Campingplätze einfach zu klein und eng, einfach nur eine kleine Wiese. Ebenso die Zufahrten, hier wird oft viel Bodenfreiheit verlangt. Wohnmobile > 8m dürften es recht schwer haben und sollte es mal länger nass gewesen sein, sind die Fronttriebler auch nicht die erste Wahl 😉
Eine VE wie bei uns in Deutschland ist auch nicht immer, bzw. gar nicht gegeben. Strom gibt es teils oder auf besseren Campingplätzen, Wasser muss oft mit der Gießkanne geholt werden. Entweder man nutzt die sanitären Einrichtungen, oder die Cassetten-Liebhaber können sie in der Toilette entsorgen.
Ich mag die oft sehr schönen Campingplätze, wie gesagt, die kosten fast nichts.

Um die Schönheiten des Landes zu sehen, muss man sich bewegen, man benötigt einen Roller oder überhaupt ein zusätzliches Fahrzeug. Ebenso muss man bereit sein, auch mal ein paar Kilometer zu laufen, viele Sehenswürdigkeiten in der Natur oder den Städten und Dörfern sind nur mit Wandern zu erkunden.
Wer einfach nur durch das Land fährt und sich Abend um 20:00 Uhr in sein Wohnmobil verbarrikadiert sieht nichts.
Vielleicht sind deshalb so wenige Wohnmobile anzutreffen, schade eigentlich, Tschechien ist einfach grandios!

Die Tage des Motorrades im Böhmischen Mittel- und Riesengebirge

Während in Deutschland immer noch eine Katastrophe die andere jagt, hatte sich das Wetter hier etwas beruhigt, obwohl das Nachmittagsgewitter immer dazu gehörte. Nein, wir hatten auch 2 Tage ohne… 🙂

Das waren richtig geile Tage! Die verwunschene Wälder und die ursprünglichen Dörfer. Die Bäume schienen Nachts weg zu laufen und nur Tagsüber eingefasst in bizarren Steinformationen zu sein.
Gerade die Gesteinsformationen sind schlicht der Hammer! Zu empfehlen hier die Gegend um Prachov und Adrspach.

Gesteinsformationen

Gesteinsformationen

Faszinierend die malerischen Dörfer und Städte, hier findet sich so viel Kultur.
Häuser kurz vor dem Zerfall aus 1900 wat weiß ich und doch bewohnt. Kunstvolle Industriegebäude aus Bismarcks Zeiten die bei uns vor dem Abriss stehen würden und doch noch in Betrieb sind.
Das waren Motorrad-Touren vom Feinsten!

DSC06440

Dorf im Böhmischen Wald

Horni Adrspach

Wir sind noch einmal ein Stück weiter östlich nach Horni Adrspach mit den gewaltigen Gesteinsformationen. Sie erinnern mich ein wenig an den Bryce Canon in den USA, nur extrem kleiner.

Also die Fahrt nach, besser zum Teplicke Skaly war wieder so ein Ding…
In Tschechien besteht Mautpflicht, bis 3,5 T mit Vignette, darüber mit einem elektronischen System. Da wir eh keine Mautstraßen fahren wollten, hatten wir uns auch keine Box zugelegt. Zuvor hatten wir uns auf der offiziellen Seite informiert, welche Straßen mautpflichtig sind und welche nicht.
Reingefallen, die D 33 von Jaromer nach Nachod ist mautpflichtig!!!
Dazu gibt es auch keine Ausweichmöglichkeit, so sind wir für gut 15 km zu Mautprellern geworden. Gut, dass nicht kontrolliert wurde, denn als Mautpreller ist man mit gut 800,- Euro Strafe dabei.
Als eine unverschämtheit empfinde ich, dass man sich noch nicht einmal auf die offiziellen Stellen verlassen kann!!
Ich hatte mir extra eine Karte herunter geladen…

Am nächsten Tag sind wir dann die 8km im Teplicke Skaly (Wekelsdorfer Felsen) gelaufen. 4 km weiter gibt es noch den Adrspach Skaly, touristisch völlig überlaufen. Hier sieht man die Felsformationen eher übersichtlich, während man im Teplicke Skaly durch eine Schlucht und eine Klamm (Sibirien) läuft. In dieser Klamm kann sich noch bis im Sommer hin Schnee halten. U. ist da ganz schnell durch, ihr war zu kalt und empfand die enge Schlucht mit den teils 40m hohen verbogenen Felswänden als zu bedrohlich.
Die Felsformationen erinnern in der Tat an den Bryce Canon in den USA, nur nicht in rot und natürlich nur als Mini-Ausgabe 😉
Die Wanderung war schlicht einzigartig, vergleichbares habe ich in Europa noch nicht gesehen!
Quaderförmige Sansteine, Felsnadeln und dazu wild mit Kiefern, Birken, Moosen u nd Farnen bewachsen. Der Gang durch die Schluchten ist schon fast faszinierend bedrohlich.
Diese Wanderung sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen. Mehr Bilder findet Ihr in der Galerie, einfach beeindruckend!

Teplicke Skaly

Teplicke Skaly

Teplicke Skaly

Teplicke Skaly

Der Wetterbericht ließ auch wieder nichts Gutes erahnen, was ist das nur für ein Sommer?
So brachen wir Tschechien ab, Ziel Norden, wo das Wetter besser ist, wenn man dem Wetterbericht glauben schenken darf.

Polen – Zarow mit Swiebodzicen(Freiburg) und Breslau

Die Berge waren schon wolkenverhangen, später sollte es hier nur pladdern, also auf nach Polen. In Broumov (Braunau) hatten wir erst mal beim LIDL unsere letzten Kronen unter gebracht und dann führte eine neue Straße durch die Berge.

Gelandet sind wir in Zarow an einem See, da hier laut Scout und PocketEarth ein Campingplatz sein sollte. Nun, was man hier so Campingplatz nennt 🙂

Zarow

Camping Zarow

Wir nannten früher so etwas offener Badesee zum Feten, zu erreichen über einen Humpelpfad, wo ich wieder über die Bodenfreiheit des Bimos froh war.
Kein Sanitär, nichts…
Die umgerechnet 6,- Euro waren garantiert mit Ausländerzuschlag, die Taucher und Angler hatten garantiert nicht so viel gezahlt. Egal, wir waren die Einzigen die auch campten und hatten Abends den See fast für uns alleine. Das war wieder so ein Platz, herrlich, wie man ihn in Deutschland garantiert nicht mehr vorfinden wird und garantiert nicht so menschenleer.

Nachmittags hatten wir noch einmal die Ducs raus geholt und sind leicht bekleidet ins nahe Swiegodzicen gefahren. Blöd beim herausfahren, da meinte ein Hund, das Revier verteidigen zu müssen. Mann, sind die schnell, bei ca. 40 km/h hat der mich doch glatt am Fuss erwischt und eine 5 in den Stiefel gebissen. Na ja, Knochen sind heile geblieben und und nach ein paar Hundert Metern hatte ich ihn abgehängt. Wäre ich stehen gelieben, wäre nichts passiert, ich Dämel…

Swiegodzicen

Swiegodzicen

Swiegodzicen

Swiegodzicen

Die Städte und Orte erinnern mit den alten Gebäuden eher an ein Freiluftmuseum.
Mittlerweile sind die meisten historischen und alten Gebäude restauriert, dazwischen noch einige kurz vor dem Zerfall. Das ergibt eine ganz eigenartige Stimmung, als wenn trotz des modernen Lebens die Zeit still stehen würde.
Hier findet man auch eine der drei im Fachwerkstil errichteten Friedenskirchen vor. Wunderhübsch und mal eine Kirche, die nicht bedrohlich wirkt.

Grabstätte

Grabstätte

Friedenskirche

Friedenskirche

In einem Supermarkt hatten wir uns zwei 220 gr. schwere Rindersteaks zu dem unglaublichen Preis von ca. 1,- Euro/Stck. gegönnt und uns später auf den Grill gehauen.

Breslau

Schön die Wettergrenze zu sehen, wir in der Sonne und die 50 km entfernten Berge in den Wolken. Ein wunderschöner Tag, die Ducs gesattelt und auf nach Breslau.

Natürlich nicht auf direktem Wege, sondern durch den Slezanski Park, ein bewaldeter Hubsel, der aus der Landschaft herausragt und durch dem eine kleine Straße führt.
Dachte ich bisher, dass Breslau eine mittelgroße Provinzhaupstadt sei, war ich von der Größe überrascht.
Herein kamen wir durch ein riesiges Industriegebiet wo jeder angesiedelt ist, der Rang und Namen hat. Alleine die Umschlagstation von DHL hat Ausmaße, unglaublich.
Es folgten dann die Einkaufszentren von LIDL, Media Markt, Saturn, Carrefour und die Einheimischen in so etwas von riesig, da würden sogar die Amerikaner staunen. Quasi eine Mega Mal…

Breslau

Breslau

Model gefunden

Model gefunden

Von der Innenstadt waren wir ebenso überrascht, wurde Breslau doch im 2. Weltkrieg nahezu zerstört. Sämtliche historische Gebäude wurden fast vollständig restauriert und wieder aufgebaut.
Dadurch, dass einige historische Gebäude dem Zahn der Zeit überlassen wurden, hat die Stadt einen ganz eigenen Flair und ursprünglichkeit erhalten.
Es war Sonntag und die Geschäfte hatten offen, da war ein Trubel in der Stadt. Gaukler, Märkte, es herrschte Leben pur.
Gut, dass wir mit den Motorrädern unterwegs waren, mit dem Auto wäre es die Hölle gewesen.

Trockenobst

Trockenobst

Breslau

Breslau

Abends näherten sich die ersten Gewitterwolken und wir nutzen die laue Nacht mit einem Lagerfeuer an “unserem” See.

Slawa

Im Grau sind wir aufgewacht und es ging gen Norden nach Slawa auf einem großen Campingplatz, einem Kaff nördlich der Oder.
Zu dieser Zeit ist ja nichts los, also dachten wir, was solls. Wir mussten ja auch langsam wieder unseren Frischwassertank auffüllen.
Ist zwar nur ein Kaff, aber außerhalb des ursprünglichen Ortskerns sind wieder jede Menge unschön Einkaufsläden und Gewerbe angesiedelt.

See bei Slawa

See bei Slawa

Da das Wetter herumzickt, entschlossen wir uns, ab morgen wieder Richtung Deutschland oder zumindest Norden zu fahren. Ein Grund ist auch die Gegend, die teils recht zersiedelt ist und wo sich unschön Gewerbe breit gemacht hat. Insgesamt spricht uns dieser Teil auch nicht wirklich an.

Die Landschaft wurde langsam wieder hübscher, das Wetter besser, so sind wir in…

Tyczyno bei Mostki

…hängen geblieben. Kennt ihr nicht? Kein Wunder, liegt in der Nähe der 29 bei Frankfurt /Oder am Arsch der Welt in der wunderschönen Pampa.

Wir sind wieder auf so einem Camping-Platz gelandet, der eigentlich nur aus einer matschigen Wiese besteht. Alleine die Zufahrt hatte mal wieder was, da hätte schon gar kein Fahrrad entgegen kommen dürfen. Aber wieder mal wunderschön an einem See gelegen.

Tyczyno

Tyczyno

Schon wieder ein Gewitter und was tun? Dinge, die man selbst zu Hause nicht auf die Reihe bekommt, nämlich einen Erdbeerkuchen backen 🙂
Zuvor hatten wir ein Kilo Erdbeeren für 1,50 Euro erstanden.

Nachmittags hatten wir dann doch noch mal bei Gewitter einen Spaziergang durch den unheimlichen Märchenwald um dem See gewagt, traumhaft…

Waldspaziergang

Waldspaziergang

See beiTyczyno

See bei Tyczyno

Lebus

Weils auf dem Weg lag, führte der Weg durch das immer noch abgrundhässliche Frankfurt/Oder. Solch ein Chaos, eine kilometerlange Schlange zum Grenzübergang. Stand vor der Zufahrt noch 12 T, war die Brücke über 3,5 T gänzlich gesperrt. Na toll, nachdem wir eine Stunde im Stau gestanden hatten. Aber weißte was, A. lecken, ich lass mich doch nicht verarschen…

Das Kaff Lebus liegt ca. 10 km nördlich von Frankfurt/Oder. Als Ziel ausgesucht hatten wir den Ort nur, weil er als Tagesetappe reichte, hier der Regen ein Ende hatte und solch ein nettes Bild im CamperContact war.
Kostenloser Stellsplatz ohne VE am Anglerheim unmittelbar an der Oder. Tagsüber standen einige PKW auf dem Platz, Abends und Nachts hatten wir die Oder und die Auen für uns alleine.

Faszinierend die Landschaft, einerseits die Oder-Auen, andererseits der ca. 500m lange und ca. 200m breite Höhenrücken mit Abruchkante, der mit einem fast urwaldähnlichen Wald bewachsen ist. Die Spaziergänge an der Oder und der Abruchkante entlang waren einfach nur geil. Das Lagerfeuer Abends im Schein der Dämmerung erinerten fast an Namibia oder Südafrika.
Da das Wetter am nächsten Tag wieder schön war, holten wir die Ducs raus und fuhren in den Spreewald mit der einzigartigen Landschaft.

Oder-Auen

Oder-Auen

Angesagt war das Tief Karin mit Unmengen an Wasser und Sturm.
Die Unwetter sind wieder im Süden hängen geblieben, aber in der Nacht ging es wieder mit unsäglichem Gepladder los.
Morgen sollten denn ein paar Kilometer gemacht und das Gepladder unterfahren werden…

Oder

Oder

Leider war die Zeit wieder viel zu kurz, aber so viel sei gesagt, nach unserer USA-Tour werden wird Polen, Tschechien, Slowenien etc. ausgiebig erkunden, das ist einfach zu toll und wer weiß wie lange es noch dauert, dass auch hier die Wohnmobilfahrer und Touristen einfallen. In den 2 Wochen sind uns vllt. 6 Wohnmobile begegnet, davon 2 Deutsche. Keine Ahnung, warum hier niemand hin will, aber das wird bestimmt nicht so bleiben.

Magdeburg

Wir durchtauchten das endlose Gepladder, was in Magdeburg endlich aufhörte. Auf dem riesigen Stellplatz kuschelten sich die Wohnmobile. Keiner ist nach hinten durch gefahren, aber wir 😉
So hatten wir fast einen ganzen Stellplatz für uns mit unverbaubarer Aussicht auf die Elbe.

Stellplatz Magdeburg

Stellplatz Magdeburg

 

Stellplatz Magdeburg

Stellplatz Magdeburg

Zuerst hatten wir das Schiffshebewerk besichtigt und ein Schiff beim Absenken beobachtet, dann die Promenade bebummelt und im Hundertwasserhaus gewesen. Das sind auch schon die HighLights von Magdeburg. Magdeburg wurde nahezu vollständig zerstört, da kann man keine tolle Altstadt erwarten. Magdeburg hat sich aber gemausert und wenn man genau hinsieht, haben sie überall kleine Kunstwerke versteckt, insbesondere die Promenade lädt mit dem vielen Grün zu einem Bummel ein.

Hundertwasser-Haus

Hundertwasser-Haus

Hundertwasser-Haus

Hundertwasser-Haus

Schiffshebewerk

Schiffshebewerk

Am Folgetag wollten wir eigentlich Braunschweig besuchen, bevor die nächsten Gewitter Einzug erhalten. Leider bekamen wir keinen Platz, in Salzgitter auch nicht, so sind wir stumpf nach Hause gefahren. Einfach nur so blöd rumstehen wollten wir auch nicht…
Wir waren auch schlicht genervt, Wochen kein Wohnmobil gesehen, allein auf den schönsten Plätzen, ne, wir hatten nun keine Lust jetzt wie die Sardinen zu stehen 😉

Egal, war wieder ein toller Urlaub, unser Letzter und wir freuen uns darauf, endlich Zeit ohne Ende zu haben.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

4 Kommentare

  1. Hallo Ihr zwei,
    eine schöne Tour durch Tschechien und Polen. Ich habe es mit Interesse gelesen, da wir auch gerade durch Polen Reisen. Entsorgen ist wirklich nicht so einfach, selbst wenn man mal einen Campingplatz ansteuert. Ich habe keine Kassette und bin auf einen Gulli angewiesen. Aber bis auf VE Situation ist Polen ein wahres Wohnmobil-Paradies. Ich stand noch nirgends schöner.
    Grüße Andre

    • Moin Andre, ich weiß, Du bist noch unterwegs 🙂
      Da wir zumindest die besseren Sanitäreinrichtungen genutzt hatten, hielt unser Festtank gut 12 Tage. Zumindest bei den großen CP wäre eine Entsorgung iwie möglich gewesen.
      Viel Spaß noch und stimmt, nirgends standen wir schöner!
      Michael

  2. Hallo Michael,
    ein schöner Bericht.Solch Regenodyssee haben wir auch hinter uns, aber wir haben nach 12 Tagen genervt abgebrochen.
    VG Maria

    • Moin Maria,
      Ihr seid Regenmagneten, hier war noch das beste Wetter 😉
      Die letzten Wochen waren aber auch schlimm. Da seid Ihr ja fast bei uns vorbei gekommen 😉
      Abbrechen gibt es bei uns nicht, ist ein schöner Ehetest, wobei, nervig ist es schon. Also das Wetter…
      LG Michael

Kommentar verfassen