Reisebericht Oberfranken

Ein Abstecher in das nördliche Bayern, nach Oberfranken mit der Fränkischen Schweiz und das Fichtelgebirge.
Waschen ist auch wieder einmal angesagt und Bamberg ist die nächste Universitätsstadt, denn nur dort gibt es in Deutschland scheinbar Waschsalons.

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22.07.2020 – Baunach – 90 km

Eigentlich wollten wir nicht so viel fahren, aber es war kaum ein netter Übernachtungsplatz auf der Strecke zu finden. Kaum hatten wir die Grenze nach Bayern überschritten, wurde es voll, ein Verkehr war das und dann die 40-Tonner auf den kleinen Landstraßen. Nur nervig war das in dieser Hitze.
In Baunach gibt es einen netten Stellplatz und mit Glück hatten wir noch den vorletzten Platz ergatten können.

Wohnmobil-Stellplatz Baunach

Was machen? Noch einen Tag in dieser brütenden Hitze in dem Chaos? Nö…
Also sind wir Spätnachmittags noch nach Bamberg zum Waschen gefahren. Mit einem Bummel durch Bamberg wurde es wieder nichts, überall Baustellen, Umleitungen und Verkehrschaos. Wir genossen dann lieber ein Alster im nahen Park beim Waschsalon.
Für den nächsten Tag war dann der Plan: Nur weg von hier…

23.07.2020 – Thurnau – 50 km

Kaum waren wir aus dem Einzugsgebiet von Bamberg heraus, wurde es ruhig, wunderschön ruhig.
Kaum Verkehr und eine offene, weite und hügelige Landschaft mit einigen Felsen dazwischen.
Ulrike hatte ihr Navi auf “spannend” gestellt und erfreute sich kleinster Straßen, also eher Wege.

Thurnau ist ein kleines Örtchen, wo die Töpferei eine große Tradition hat. Neben einigen netten Häusern ist das Schloss Thurnau ein Wahrzeichen. Bei einem Spaziergang um den Schlossweiher hat man die beste Aussicht auf das Schloss.
Jetzt bei diesem Bilderbuchwetter war hier in den Restaurants richtig was los und die tollsten Gerüche erfüllten den Ort.

Der Stellplatz mit VE/Strom ist auch recht nett und seine 5 Euro wert. Die 8 Stellflächen sind nur nicht wirklich gerade.

Wohnmobilstellplatz Thurnau

Fahrradtour nach Kulmbach – 41 km

Von Thurnau aus führt ein richtig guter Radweg teils schattig durch eine hübsche Landschaft. An der Mündung vorbei, wo aus aus weißem und rotem Main der Main wird zur Bierstadt Kulmbach. Zunächst geht es nur bergab und man braucht bis Kulmbach kaum treten. Blöde nur, dass man die 200 Höhenmeter später wieder hoch muss.

Kulmbach

Kulmbach hat insgesamt nicht viel zu bieten. Zu groß, zu laut und eher unansehnlich. Wenn man schon einmal hier ist, lohnt sich der Markt, wo sich auf 200 x 200 m viele urige Restaurants befinden und die Häuser wirklich schön sind.
Hier das Video zur Radtour, ca. 2:50 min.:

Lada Spazierfahrt in die Fränkische Schweiz

Die nahe Fränkische Schweiz ist übrigens ein landschaftliches Juwel die wir von unseren Motorradtouren her kennen als wir noch in Nürnberg wohnten. Nur jetzt in dieser Jahreszeit mit den Horden an Wohnmobilen macht das mit Bimo keinen Spaß.
Die meisten Wohnmobil-Stellplätze sind auch nicht so schön, dafür aber teuer. Es gibt kaum Parkplätze und die hübschen Orte von früher wie Pottenstein haben sich mit den neuen Bebauungen nicht gerade zum Vorteil entwickelt. Aber eine Spazierfahrt, die musste wenigstens sein.

Ganz im Norden der Fränkischen Schweiz befindet sich in Sanspareil der gleichnamige Felsengarten. Eingebettet in den natürlichen Felsen wurde dieser Lustgarten im 18. Jahrhundert angelegt. Den sollte man unbedingt besuchen, da er kaum bekannt scheint, ist dieser fast mystische Ort sehr ruhig.

Unterwegs hatte ich dann auch meine zukünftige Endstation entdeckt 😉

Altenhimmel

26.07.2020 – Bischofsgrün – 45 km

Die nächsten Tage sollten heiß werden, so sind wir ein Stück weiter ins Fichtelgebirge nach Bischofsgrün am 1.000 m hohen Ochsenkopf gefahren. Bischofsgrün selbst liegt auf ca. 670 m Höhe und es ist folglich deutlich kühler.
Der nette Wohnmobil-Stellplatz mit VE ist kostenlos, nur Kurtaxe von 1,50 Euro ist zu entrichten.

Bischofsgrün Wohnmobil Stellplatz

Bischofsgrün hat eigentlich nicht viel zu bieten. Wie so oft in vielen fränkischen Orten, die Franken geben sich zwar Mühe, aber irgendwie haben sie nicht den Blick für das Schöne im Detail. Die Kleinigkeiten, die Liebe, wie Hausbesitzer anderorts ihre Häuser herrichten, dies alles fehlt in den Städten. Egal, ob Bamberg, Bayreuth, Nürnberg und und und…
Dabei könnte man aus den Orten wirklich viel mehr machen, das war mir schon in meiner Nürnberger Zeit aufgefallen.
Es gibt einige gemütliche Gasthöfe mit günstiger fränkischer Küche im Ort wo wir uns ein Schäuferle, für mich ein Muss in Franken, gegönnt hatten.

Ochsenkopf Wanderung 11,5 km

Vom Wohnmobil-Stellplatz aus kann man eine wunderbare, teils felsig märchenhafte Rundwanderung über den rund 1.040 m hohen Ochsenkopf hinunter zur Weissmainsquelle, dem Weißmainfelsen und entlang dem Weißen Main zurück nach Bischofsgrün unternehmen.
Da wir keine Lust auf die rund 270 m Höhenunterschied auf 2 km hatten, bemühten wir dekadent die Seilbahn. Startet man von der Talstation der Seilbahn aus, sind es nur 8,5 km.

Hier noch ein kleines Video der Wanderung, ca. 2:45 min:

Spazierfahrt zum Fichtelberg

Die folgenden Punkte kann man auch sportlich über den Ochsenkopf mit dem Fahrrad abfahren, das sind dann rund 20 – 30 km. Einfacher ist es natürlich mit einem Fahrzeug.

Moorbad Fleckl

Das Moorbad Fleckl ist ein mit EU-Geldern sehr schön angelegtes Natur-Moorbad. Ein wenig bräunlich das Wasser, aber sauber und klar. Nebenan befindet sich eine Moorsuhle, soll ja der Gesundheit dienen. Aus Respekt vor den Besuchern habe ich keine Bilder gemacht.

Fichtelsee mit Naturwaldreservat

Nur ein Stück weiter befindet sich der Fichtelsee mit dem Naturwaldreservat. Der Fichtelsee ist gleichzeit ein Erholungsgebiet zum Baden, Tretbootfahren etc.
Biber gibt es hier auch, wie die das bei den vielen Menschen aushalten ist mir schleierhaft.

Felsenlabyrinth Luisenburg

Das Felsenlabyrinth Luisenburg befindet sich ca. 20 km östlich und südlich von Wunsiedel im Fichtelgebirge. Dies ist angeblich das größte Felsenmeer aus Granitblöcken in Europa.
Für 5,- Euro darf man dort auch auf dem schattigen Platz ohne VE mit dem Wohnmobil übernachten.
Als Hinweis ist angebracht, dass der Weg, wobei rund 100 m zu überwinden sind, für Hunde nicht geeignet ist. Dort sollte eher aufgeführt werden, dass der Weg nichts für kleine Kinder und all zu korpulente Menschen ist.
Teils ist ein wenig zu klettern und es geht durch enge Felsdurchbrüche.
Ansonsten ist das Felsenlabyrinth ein wunderschöner Abenteuerspielplatz für kleine und große Kinder.

30.07.2020 – Hohenberg a.d.E. – 42 km

Das Wochenende nahte und dazu sind Ferien, da ist die weiße Flotte noch mehr unterwegs. Es wird zunehmend voller und enger. Wir sind relativ früh losgezogen, um in Hohenberg an der Eger an der Grenze zu Tschechien auf dem Stellplatz (GoogleMaps) noch einen Platz zu bekommen. Als wir Mittags ankamen noch relativ leer, war er um 14:00 Uhr fast voll. Mit Blick auf Tschechien ist der Wohnmobil-Stellplatz mit nur max. 10 Wohnmobilen noch relativ gemütlich. In den 6€ sind WLAN, WC, tolle Entsorgung, Wasser und Strom inbegriffen. Brauchen wir ja alles nicht, für uns war der Platz einfach ein netter Stützpunkt für die nächsten Ausflüge. Ulrike hatte unterwegs nach anderen Übernachtungsplätzen Ausschau gehalten, aber der Hit war da auch nicht dabei.

Warum eine kleine Gemeinde solch einen Wohnmobil-Stellplatz unterhält, erschließt sich mir nicht. Keine Geschäfte und nur zwei Restaurants im Ort, wovon eines nur an drei Tagen geöffnet hat.
Bis auf die Burg, die gerade renoviert wurde, hat der Ort nichts zu bieten.

Radtour entlang der Eger nach Selb – 35 km

Auch wenn das nur 35 km sind, für so ältere Herrschaften wie uns ist das schon etwas. Die ersten 10 km geht es nur bergab, aber der Berg muss ja wieder erklommen werden. Vor Selb ist noch eine Höhe zu überwinden, insgesamt sind das rund 400 Höhenmeter.
Aber das lohnt sich, der geschotterte Radweg entlang der Eger ist einfach nur traumhaft schön. An einigen Ecken erinnerte die Eger an den Yukon in Kanada, in klein natürlich.

Hat man die Passhöhe vor Selb erkraxelt, bietet sich bei dem Schausteinbruch Selb eine Pause an. Hier hat man die Gerätschaften eines alten Steinbruches einfach liegen lassen und bieten heute eine fast mystische Kulisse.

Selb

Selb hat einige Sehenswürdigkeiten, die wie uns ansehen wollten. Wirklich hübsch sind aber nur der Porzellanbrunnen und die Kirche. Das Porzellangässchen erschien uns einfach nur schmuddelig dahingepflastert und der Porzellanturm sieht aus wie tausende Andere auch.

Die Stadt hatte was von 60iger Jahre Zonenrandgebiet, da konnten auch die teils farbig getünchten Häuser nicht drüber hinweg täuschen.
In den Geschäften wurde ein Tand angeboten wo man sich fragte, wer den Kram kaufen soll. Überhaupt, die Fassaden, 60iger und teils so vergammelt.
Überhaupt kam unter dem Bunt viel Gammel zum Vorschein.
Etliche Läden waren aufgegeben, die Stadt hat einen Flair, Zonenrandgebiet halt. Keine Restaurants oder Cafés in der Innenstadt, nur ein unschönes Eiscafé war vorhanden. Selbst Menschen gab es nur vereinzelt. Ne, Selb braucht man wirklich nicht besuchen…

Badetag am Eger Stausee

Diese Hitze, uns unverständlich, wie Menschen sich in solch einem Brutofen sogar noch in die Sonne legen können. Bei uns ging es ja mit 34 Grad noch, in Süddeutschland wurden 38 Grad gemessen. Wir beschlossen, in Tschechien am nahen Eger Stausee einen Badetag einzulegen.
Wieder einmal schön, vLadi dabei gehabt zu haben, die Zufahrt und auch andere Wege wären mit unserem Bimobil kaum möglich gewesen.

03.08.2020 – Hof – 38 km

Wie die Zeit vergeht, wieder mal war Waschen angesagt. In Hof befindet sich der nächst erreichbare Waschsalon.
Niedergelassen hatten wir uns am Untreusee, einem Stausee mit Badegelegenheit, Minigolf, Biergarten, Spazierwegen u.s.w. Freizeitparadies. Da das Wetter umgeschlagen hatte, es waren statt 34 nur noch 16 Grad und grau, standen wir recht ruhig.

Der Waschsalon in Hof war so na ja, ein schmuddeliges Loch mit ein paar Waschmaschinen drin.
Da die Maschinen noch belegt waren, wollten wir uns Hof anschauen. Hier wurde uns wieder einmal drastisch vor Augen geführt, warum wir die Frankenstädte nicht mögen und auch damals mit Freude weg gezogen sind.
So viel Gammel und verranzte Häuser. Dann wieder die Auslagen in den Geschäften und die Geschäfte selbst, die eher an die Ostzone erinnerten.
Einzig der botanische Garten ist wirklich nett hergerichtet.

Nachdem wir die Waschmaschinen gefüttert hatten, überbrückten wir die Wartezeit mit einer Fahrt nach Schwarzenbach an der Saale. Hier haben sich die Stadtväter und Bewohner Mühe gegeben. Wenn schon vorbei kommt, lohnt ein Stopp mit einem kleinen Spaziergang allemal. Hier lebte übrigens Erika Fuchs, die die Mickey Mouse Comics ins Deutsche übersetzt hat.

Apropos Mouse… 😉
Vor zwei Jahren hatten wir ja unseren Anhänger verkauft. Aus diesem netten Menschen wurde ein Leser unseres Blogs. Da er gerade auf dem Weg nach HH war, besuchte er uns mit seinem Dachzelt und wir hatten einen netten Grillabend. Kleine Welt…

Höllental

Schmetterling

Ca. 25 km nordwestlich liegt zwischen Blankenstein und Hölle das enge Höllental, welches von der Selbnitz durchflossen wird.
Eine Besonderheit sind die Kissenlava und das Diabas-Gestein.
Vom Parkplatz in Hölle aus kann man eine märchenhafte 7 km-Wanderung über den Felsenpfad und Röhrensteig zurück unternehmen.
Dabei sind ca. 300 Höhenmeter zu überwinden, bei den heutigen 29 Grad das letzte der Gefühle, obwohl die Wanderung sehr schattig ist.
Das kleine Video dazu, ca. 2 min:

Wie der Teufel so spielt, durch Zufall lernt man die interessantesten Menschen kennen. So hatten wir die Tage jemanden mit seinem Wohnmobil kennen gelernt, der uns aufklärte wie unsere undichte Staufachklappe zu reparieren sei, ich berichtete. Und weiterer Zufall, er wohnt gar nicht so weit entfernt in Glauchau/Sachsen.
Klar, dass der nächste Reisebericht nach Sachsen führt 🙂

Nächster Reisebericht: Sachsen-> (in Vorbereitung)

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