Welche Kamera auf Reisen, reicht auch ein SmartPhone?

Braucht man heutzutage im Zeitalter der SmartPhones immer noch eine Spiegelreflex (DSLR), oder gar als Vollformat-Kamera? Eine hochwertige spiegellose Vollformat Kamera wie aus der Sony A7 Reihe oder die teils auch recht kompakten Kameras, die für den Amateur Bilder in hoher Qualität abliefern?
Die Frage ist berechtigt da die SmartPhones in der Bildqualität enorm aufgeholt haben. Bisher stand ich den SmartPhones als fotografischer Begleiter trotzdem eher skeptisch gegenüber. Gerade, wenn man etwas in das Bild hinein zoomte oder bei schlechten Lichtverhältnissen, wurden bisher die Artefakte und Unschärfen deutlich sichtbar.
Nun brauchte ich wieder einmal ein neues SmartPhone und da entfleuchte mir nach den ersten Bildern schlicht ein Boah, was mich zum Schreiben dieses Artikels animierte.

Fotografieren

Kamera des Apple 12 Pro max SmartPhone

Samsung und Huawei, deren zumindest normale Bilder sind laut einiger Berichte scheinbar noch besser als Apple.
Bei Tageslicht ist auch zum Apple 11 Pro und sogar darunter wie das XS in der Bildqualität kein Unterschied zu erkennen.
Das Apple 12 Pro max verfügt aber über einige zukunftsweisende Features, die sich deutlich von anderen SmartPhones abheben. Zukunftsausgerichtet und halt wegen dem Gedankengang eines Kameraersatzes wenn man mal einfach so unterwegs ist, berichte ich hier deshalb ausschließlich über das Flaggschiff von Apple, wenngleich Vieles auch auf die anderen SmartPhones übertragbar ist.

iPhone12-Kameras

Das Apple 12 Pro max verfügt über 3 Objektive, ein Superweitwinkel ƒ/2.4 Blende mit 120° Sichtfeld, ein Weitwinkel ƒ/1.6 Blende und ein Teleobjektiv: ƒ/2.2 Blende. Alle technische Daten findet ihr bei Apple.
Die Bilder werden nach wie vor auf einem 12 Megapixel-Sensor abgebildet, allerdings ist der Sensor ca. 47% größer als der der anderen Modelle oder die der Konkurrenz, was ein geringes Rauschverhalten bei Nachtaufnahmen oder schlechtem Licht verspricht.
Die Bildstabilisierung OIS ist richtig genial, der bewegliche Sensor selbst versucht das Wackeln des SmartPhones mit 5000 Anpassungen pro Sekunde auszugleichen.

Fotografieren mit dem Apple 12 pro max

Nachtaufnahmen mit dem Apple 12 pro max

Für ein erstes Ausprobieren musste unser Wohnzimmer herhalten, wo ich faul auf der Couch lag und die Bedingungen besonders mies waren. Als Beleuchtung dienten zwei 1W LED, TV sowie eine 25 W Stehlampe und die Bilder sind aus der Hand ohne Auflage oder Stativ geschossen! Sie sind out of the cam, also ohne Bearbeitung!

Diese Bilder wären so weder mit meiner guten und teuren Canon Bridge noch mit meiner sauteuren Vollformat Sony Alpha 7r möglich gewesen.
Hier hätte ich zumindest ein Stativ einsetzen müssen! Aber diese Bilder hier sind im Liegen aus der Hand geschossen!
Ergebnisse, wovon ich vor 10 Jahren schlicht nur geträumt hätte, Science Fiction!
Unter diesen Lichtverhältnissen bei TV und LED-Licht wären mit herkömmlichen Kameras bei ISO 200 und f 2,8 Belichtungszeiten von rund 1 – 3 Sek. notwendig gewesen.
So was kann man ohne Verwackeln nicht aus der Hand schießen! Man müsste bei einer DSLR die ISO bis hoch auf 1000 oder besser 1600 setzen. Nur, dann ginge sehr viel Schärfe verloren und das Bild wäre körnig sowie nach Bearbeitung matschig. Bestenfalls bei einer teuren Vollformat-Kamera würde man nach aufwendiger Bildbearbeitung ein akzeptables Ergebnis erzielen können.
Hier waren es bei ISO 200 nur 1/30 Sekunde! Wie macht Apple das?!
Da ist erst einmal wie oben erwähnt der Bildstabilisator. Zusätzlich wird unbemerkt im Nachtmodus eine Vielzahl von Bildern geschossen. Es wird sogar gewartet, bis man das Phone einigermaßen still hält. Die Bilder werden übereinander gelegt. Hieraus wird dann unter Anwendung von weiteren Filtern das fertige Bild errechnet. Mehr als die 1/30 Sekunde bedarf es dazu nicht….

Weitwinkel

Für Weitwinkelaufnahmen hat das 12 Pro Max ein eigenes Weitwinkelobjektiv. In Räume oder Kirchen ist das wirklich hilfreich und bringt mehr als meine Canon G5X. Weitwinkelaufnahmen verzerren allerdings und die sind bei dem 12 Pro Max auch deutlich erkennbar.
Die lassen sich allerdings mit der App Snapseed oder in der Foto-App ProCamera unmittelbar leicht ausgleichen.

Teleobjektiv

Das 12 Pro Max hat ein optisches Teleobjektiv, welches um den Faktor bis 2,5 optisch heran zoomt, was ich für ein SmartPhone schon gigantisch finde.
Digital kann man sogar bis 15 heran zoomen, dann wird es aber recht pixelig. Bis 5 ist ok, aber besser ist es, wenn man das in der Bearbeitung auf einem großen Display macht.

Porträt-Modus

Der Porträt-Modus der TrueDepth Kamera des 12 Pro Max, übrigens auch der Apple-Modelle darunter ist schlicht der Wahn!
Bei Porträts ist es gewollt, gewünscht und das gibt erst den Eindruck von Tiefe, dass das Model scharf und der Hintergrund unscharf abgebildet wird. Die Bilder wirken dann plastisch und dynamisch.
In der Porträt-Fotografie konnte man dies bisher nur mit teuren Vollformat-Kameras und sauteuren Objektiven erreichen. Bestenfalls noch mit teureren Systemkameras. Niemand wäre bisher auf die Idee gekommen, Porträts mit etwas Anderem als eine Vollformat-Kamera oder zumindest mit lichtstarkem Objektiv zu schießen.
Früher hatten Handys, bzw. SmartPhones durch die kleine Brennweite einfach alles von vorne bis hinten scharf gestellt.
Die Software der neuen Apple-Phones, ist in der Lage, im Porträt-Modus genau das Model zu erkennen und frei zu stellen. Sogar bei weiter entfernten Gänsen funktionierte das!
In der Bearbeitung kann man anschließend über einen Regler mit einer simulierten Blende die Schärfentiefe weiter beeinflussen um noch mehr Dynamik zu erzeugen.

Makro

Obwohl die Brennweite des Apple 12 recht klein ist, kann man kaum näher als ca. 10 cm an das Motiv heran gehen. Echte Makro-Aufnahmen sind so nicht möglich, allenfalls ein CloseUp für Detailaufnahmen.

USB-A
USB-A Anschluss

Apple ProRAW

Für ein SmartPhone schon fast unglaublich, sind ab iOS 14.3 auch RAW-Aufnahmen im Apple 12 pro möglich.
Wer sich für den Unterschied zwischen RAW und JPG interessiert, lese meinen Artikel RAW oder JPG.
Kurz: In einem JPG sind alle Bildinformationen und deren Bearbeitungen komprimiert in dem Bild in einem Block gespeichert. Jedes weitere Speichern nach einer Bearbeitung führt zu einem Qualitätsverlust.
In einem RAW werden die Bildinformationen von Bearbeitungen außerhalb des Bildes gespeichert. Im Bild werden lediglich die Farbinformationen jedes Pixels des Sensors gespeichert. So kann das Bild beliebig verlustfrei bearbeitet werden. Man hat sozusagen die Kontrolle über jedes Pixel welches vom Sensor aufgenommen wurde.
So sollen deutlich bessere Ergebnisse mit höherem Dynamikumfang und Schärfe als mit den kameraeigenen Filtern und Techniken möglich sein.
Die Datenmengen sind mit 24 MB/Bild natürlich deutlich größer und da es sich um reine Rohdaten handelt, müssen die Bilder anschließend mit einem RAW-Konverter bearbeitet/entwickelt werden!
Aber welcher RAW-Konverter?

Photoshop/Lightroom-RAW-Konverter

Hier die Bilder out of the cam:

Die bearbeiteten Bilder:

Nun, das RAW sieht in der Tat etwas dynamischer aus. Wobei, vielleicht hätte ich es beim JPG auch noch etwas besser hin bekommen können.
Dann zoomte ich in das Bild hinein um die Schärfe zu prüfen…

Das RAW ist zwar etwas ausgewogen schärfer, aber auch ein deutliches Rauschen ist erkennbar. Mit dem Sensor, wenn auch größer, kann man die Physik halt nicht so leicht überlisten. Ich saß nochmals gut 10 Minuten an dem Bild, um das Rauschen zu entfernen und gleichzeitig die Schärfe zu erhalten.
Das ist mir nur bedingt so gut gelungen wie es die Elektronik und Filter des SmartPhones mit den überlagerten Bildern kann. Oder hätte noch mal ein paar Minuten opfern müssen…

Snapseed

Das kostenlose Snapseed ist die Bildbearbeitungs-App für Tablets schlechthin. Von Schatten, Kontrast, Belichtung, Gradiationskurven bis hin zu zig Voreinstellungen ist alles vorhanden. Die Bearbeitung geht flotter als auf einem PC!
Seit dem letzten Update beherrscht Snapseed auch RAW-Dateien.
Hier erfüllt sich auch das Versprechen, dass die RAW-Dateien einen höheren Dynamikumfang besitzen und vor allem auch weniger Rauschen.
Wahrscheinlich werden die Daten der kameraeigenen Filter und Berechnungen gleich in das RAW geschrieben, was der Adobe RAW-Konverter scheinbar nicht auslesen kann.

Hier ein Ausschnitt, sehr gut sind das Rauschen und die Artefakte im JPG erkennbar.

Bildbearbeitung

Jedes Bild muss in der Regel bearbeitet werden, sei es gerade gezogen, die Belichtung geändert, oder halt nur (etwas) künstlerisch bearbeitet werden.
Ich war mal als Photoshop-Künstler tätig. Stunden verbrachte ich da vor dem Rechner. Selbst einfache Bearbeitungen dauerten Minuten. Bei Apple sind das Sekunden oder in Echtzeit. Gradiationskurven, HDR, künstlerische Bearbeitungen und vieles mehr, alles erfolgt nahezu in Echtzeit auf dem Tablet oder SmartPhone.

Gänse

Selbst die Standard-Apple Möglichkeiten mit Farbkorrekturen, Belichtung u.s.w. sind dermaßen umfangreich, dass man in der Regel keine weiteren Apps mehr benötigt. Wem das nicht reicht, kann Stunden mit der genialen App Snappseed verbringen.

Auflösung

So toll die SmartPhone-Bilder in der Normalansicht sind, wie steht es mit der Auflösung? Dies ist interessant, möchte man die Bilder bearbeiten oder/und Poster aus diesen Bildern schaffen.
Hier Bilder einer Gesamt-Szene und Ausschnitte davon mit der Vollformat HighEnd-Kamera Sony A7r, Canon G5X (Bridge) mit größerem Sensor und dem Apple 12 Pro max.
Um den Test zu erschweren, unter einer 5W Neon-Leuchte und als Motiv eine Banknote. Die ISO: 100 bei der Sony, 125 bei der Canon und 125 bei dem Apple-Phone.
Hinweis: Die Bilder aus der Sony sind roh (RAW), hier kamen keinerlei Filter oder Weißabgleich zum Einsatz. Bei der Canon und dem Apple-SmartPhone kamen die Geräteeigenen Filter und (Hardware-) Techniken zum Einsatz.

Kamera Normalansicht

Das ist schon erstaunlich, das beste Bild in Bezug auf die Schärfeverteilung ist das aus dem iPhone12!
Bei der Sony passt der Weißabgleich nicht so ganz, aber dafür sind mehr Farbinformationen enthalten.

Bildausschnitt 1

Der Ausschnitt und die auch all die Folgenden stammen aus den obigen Bildern.

Man bedenke, dieser Ausschnitt umfasst vielleicht 1/5 des Vollbildes und immer noch steht das iPhone besser da, in Bezug auf Schärfe besser als sogar die teure Profi-Kamera Sony A7r!

Bildausschnitt 2

Ok, wir müssen noch weiter rein…
Nur Augen, brauen und Mund, ca. 1/15 des Gesamtbildes.

Man muss ins Detail schauen, dann fällt es auf. Das Bild des Apple-Phones ist im Detail etwas verwaschener obwohl es subjektiv klarer aussieht.
Die kleine Canon zeigt, warum ich fast nur noch mit der kleinen Kompakten unterwegs bin.

Bildausschnitt 3

Jetzt gehen wir gaaanz tief hinein, ca. 1/50 Bild, vergrößert auf 1.200 px.

Jetzt erst merkt man einen kleinen Unterschied. Beim iPhone gehen, wenn man genau hin sieht, einige Details verloren.
Mich hat dieser Test ziemlich umgehauen! Meine Sony hatte vor 5 Jahren mal rund 2.800,- Euro gekostet, alleine das Objektiv ca. 1.500,- Euro.

Fazit: Kamera oder Smartphone

Die Technik ist so weit voran geschritten, dass es fast nach Science Fiction klingt. Ich hatte bisher immer behauptet, die Physik lässt sich zwar nicht aushebeln, mit aufwändigen technischen Tricks scheinbar aber doch ein wenig.
Ich meine, ich habe hier eine spiegellose 36MP Vollformat-Kamera mit hochwertigem großem Zeiss-Objektiv und eine teure Kompaktkamera mit einem SmartPhone, mit Millimetergroßen Objektiven verglichen! Äpfel mit Birnen…!

Wer ein Teleskop oder Fernglas sein Eigen nennt, macht Fotos, die mit einer Kamera nicht möglich sind, da die Objektive zu groß sind. Nur mit einem SmartPhone kann man so aus der Hand Bilder durch ein Okular schießen.
Foto: Altes iPhone 6 durch ein Teleskop…

Mond

Bedenken sollte man, dass die teils eindrucksvollen Ergebnisse nur mit ausgefeilter Technik und Berechnungen/Filter an dem heran kommen, was aus einer Vollformat-Kamera schlicht roh heraus kommt!

Das Apple ProRAW ist für die meisten Nutzer vielleicht überflüssig, da jedes Bild bearbeitet werden muss und es einiger Übung bedarf. Die 24 MB großen Dateien wollen ebenso verarbeitet und auf einen PC, Mac oder Laptop übertragen werden, da sie ein SmartPhone oder iPad schnell voll stopfen.
Man benötigt einen RAW-Konverter und der ansonsten für Kameras wirklich Gute von Adobe ist nicht kostenlos und schon gar nicht günstig zu haben. Für die Bearbeitung von AppleRAW ist er in meinen Augen auch untauglich.
Nicht mit ganz so viel Umfang, aber ausreichend ist die RAW-Entwicklung mit der kostenlosen App Snapseed. Hier werden vor Allem die intelligenten Bearbeitungen des iPhones aus dem RAW ausgelesen.
Das verlustfreie Bearbeiten an den aufgenommenen Roh-Pixeln führt zu grandiosen Ergebnissen. Der Aufwand lohnt sich wirklich.

Wer Bilder lediglich für einem Blog, soziale Medien oder ein Fotobuch schaffen möchte, ja selbst der ambitionierte Hobby-Fotograf, da bedarf es m.E. für die meisten Anwendungen keiner sauteuren Kamera mehr! Da reicht heute auch ein gutes SmartPhone, jedenfalls so lange, wie man keine Bildausschnitte erstellt. Erst recht lohnen sich nicht mehr die billigen mittelmäßigen Spiegelreflex-Kameras.
Ich persönlich lasse meine Kameras zukünftig bei meinen Touren und Wanderungen öfters mal zu Hause, das Herumschleppen einer Ausrüstung für normale Bilder macht für mich keinen Sinn mehr. Das SmartPhone bekommt seinen Platz bei den Kameras.

Die Kameras kommen nur noch für bestimmte Aufgaben zum Einsatz:

Wo man immer noch eine hochwertige Kamera benötigt

Composings / Bildbearbeitungen

Bei Composings (Zusammenstellungen aus mehreren Einzelbildern) muss für Freistellungen pixelgenau mit RAW-Dateien gearbeitet werden. Ebenso verlangen die unterschiedlichen Techniken Sauberkeit bis in den Pixelbereich hinein.
Das dafür notwendige Bildmaterial ist weder mit einem SmartPhone oder einer guten Kompaktkamera zu erstellen. Zoomt man tief in die SmartPhone-Bilder hinein, erkennt man die Unschärfen und Artefakte, die in den Bildern ansonsten nicht erkennbar sind.
Auch wer seine Bilder umfangreicher bearbeitet, hier fallen die Unschärfen und Artefakte schnell auf.

Vergrößerungen

Bis zu einer Poster-Größe ist die Auflösung der SmartPhones ok. Aber für alles darüber reicht die Auflösung nicht mehr aus. Insbesondere, wenn Ausschnitte gewählt werden.

Astro-Fotografie

Für diese Art der Astro-Fotografie werden Lichtstarke Weitwinkelobjektive eingesetzt. Solche Aufnahmen sind zumindest mit einem SmartPhone noch nicht möglich.

Makro-Fotografie

Wie am Foto oben sehr gut zu sehen, für die Makro-Fotografie bedarf es besonderer Objektive. Ein solches Foto einer kleinen Kreuzspinne (ca. 5mm) ist mit einem SmartPhone nicht möglich.

Kreuzspinne

Werbung:
Ausnahmsweise erlaube ich mir einen Werbelink auf Amazon, einfach, weil ich wirklich von dem iPhone 12 begeistert bin! Nicht nur wegen der Fotos, sondern auch wegen der anderen Features des iPhones (Features).
Solltet ihr bei Amazon etwas bestellen, worüber ich mich natürlich freuen würde, zahlt Ihr den regulären Preis und ich erhalte eine kleine Provision. Ich sehe das dann als Dankeschön für meine Arbeit und die wird später der Mineralölindustrie zu Gute kommen 😉

Neues Apple iPhone 12 Pro Max (128 GB) – Pazifikblau

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5 Kommentare

  1. Hallo Michael,
    Ja, das ist sehr faszinierend was die Smartphones inzwischen können. Ich habe zwar „nur“ die Nummer zwei von Apple, bin aber immer wieder sehr fasziniert. In den letzten Tagen habe ich, noch bevor ich deinen Artikel gelesen hatte, ebenfalls vergleichende Bilder vom iPhone und meiner erst ein halbes Jahr alten Nikon Z6 gemacht, mit einem ähnlichen Ergebnis wie du es schilderst. Es ist wirklich kaum ein Unterschied festzustellen.
    Ein mir bekannter Fotograf hatte letztens mit seiner Agentur darüber gesprochen, ob er bestimmte Auftragsfotos mit seinem iPhone machen könne, das sei für bestimmte Aufnahmen hilfreich, die Antwort lautete, „grundsätzlich kein Problem, aber nimm mal deine Profiausrüstung mit, das sieht beim Kunden besser aus.“
    Grüße aus Berlin / Brandenburg – bleibt gesund!

    • Moin Detlev,

      das mit der Profiausrüstung ließ mich schmunzeln. Das ist in der Tat so, ohne „schweres Gerät“ wirst du immer noch nicht für voll genommen. Ich erinnere mich, als ich vor ein paar Jahren mit meiner kleinen Sony A7 irgendwo aufschlug 🙂

      Liebe Grüße aus dem grauen Norden und bleibt auch gesund,
      Michael

    • Die Smartphones beherrschen mittlerweile zwar allerlei softwaretechnische Gimmicks aber für ernsthaftes Fotografieren fehlen doch wichtige Basics, vor allem eine verstellbare Blende und ein ausreichend großer Sensor zur Gestaltung des Schärfebereiches. Die high ISO Tauglichkeit ist nicht gegeben (halte mal eine Aufnahme der Z6 mit ISO 3200 gegen eine Smartphone Aufnahme). Die sogenannten Teleobjektive verdienen ihren Namen nicht ( beim iPhone sind das gerade mal 50 mm entsprechend Kleinbild). Der Autofokus ist schlecht steuerbar, die Reaktionsgeschwindigkeit für z.B. Hundefotografie schlicht unbrauchbar.

      Für einen anspruchsvollen Fotografen ist das Smartphone bestenfalls als Notizbuch verwendbar aber für ernsthafte Fotografie?

      • Blende: Stimmt nicht, kannst Du mit der entsprechenden App einstellen, überhaupt kannst Du jede Einstellung wie Zeit, Blende oder ISO manuell vornehmen. Gerade die Schärfetiefen-Spielereien sind hier möglich, die weder mit einer Kompakten noch einer mittelmäßigen DSLR möglich sind. Das regelt schlicht die Elektronik, beim 12er Apple zusätzlich durch zwei Objektive. Der große Sensor ist hier nicht notwendig.

        ISO: Stimmt natürlich, nur, da wo du eine ISO von 3.200 mit einer Kamera benötigst, kommt z.B. das Apple mit ISO 200 aus, weil das Phone rund 100 Bilder schießt und daraus das fertige Bild errechnet.

        Die Phones als reines Notizbuch zu bezeichnen, finde ich etwas zu sehr abwertend. Dass ein Phone professionellen Ansprüchen oder Spezialaufgaben nicht gewachsen sein kann, dürfte unstrittig sein.

        • Die Blende ist bei den iPhones nicht einstellbar da es keine Blendenmechanik gibt. Evtl. gaukeln dir die Apps eine derartige Funktion vor. Daher ist die Schärfentiefe nicht steuerbar. Die zusammengerechneten Bilder enthalten oft starke Unregelmässigkeiten im Schärfeverlauf, daher für mich nur ein Gimmick für Knipsbildchen.

          Das zusammenrechnen aus vielen Bildern zur Erhöhung der Empfindlichkeit hilft bei bewegten Objekten nichts, also nur eingeschränkt nutzbar.

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