Erfahrungen Nokian Rotiiva AT

Grundsätzliches

Das ist kein Werbebericht, ihr findet keine Links zu irgendwelchen “Empfehlungen” 😉
Egal ob Ganzjahresreifen oder Allterrain-Reifen, alle diese Reifenarten und auch Fabrikate stellen einen Kompromiss je nach Einsatzzweck dar, kein Reifen kann alles gut.
Wer nur auf Asphalt unterwegs ist, dann stellen Sommer- bzw. Winterreifen immer noch die beste Bereifung dar.
Ein Kompromiss sind hier die Ganzjahresreifen, die zwar gut, sogar in leichter Pampe, aber in den Einzelbereichen nie wirklich richtig gut sein können.
Da wir mit unseren Wohnmobilen aber keine Rennen fahren, halte ich die Unterschiede eher für marginal und kann man vernachlässigen, außer man ist vielleicht im dicken Schnee oder Eis unterwegs. Wobei ich hier eh immer Ketten aufziehen würde…

Nokian Rotiiva AT

Egal…
Wer öfters mal den Asphalt verlässt, hier meine ich nicht unbedingt OffRoad, sondern Feldwege, Schotterpisten oder andere schlechte Straßen, oder mal über die pampige Wiese fährt, dem empfehle ich Allterrain-Reifen.
Auf Schotterpisten geben normale Straßenreifen unweigerlich irgendwann den Geist auf.
Wie der Name Allterrain schon sagt, sind sie für jedes Terrain, Gelände wie für Asphalt, einige auch für Schnee konzipiert.
Allterrain-Reifen zeichnen sich durch ein gröberes und dickeres Profil aus, haben eine höhere Traglast und sind deutlich robuster.

Für mich stellt sich die Frage eines Allterrain-Reifens nicht, etwas Anderes kommt auf Grund meiner Erfahrungen auf Grund deren Robustheit nicht mehr auf die Felgen.
Die Frage die sich eher stellt, welcher Reifen, bzw. Hersteller?

Ich war ja bisher absolut zufrieden mit meinem Cooper AT3 (Bericht dazu), aber der ist in Europa wegen fehlendem Label nicht mehr käuflich zu erwerben.
Abgesehen davon, dass ich immer noch nichts vom BF Googdrich KO3 halte, da ich ein Wohnmobil mit dieser Bereifung bei einem Sicherheitstrainig erleben durfte (Nässeverhalten), gibt es ihn nicht für den 5 Tonnen Sprinter.
Bleibt noch Hancook, über dem ich gar nichts weiß und nur ein paar, nicht immer gute Berichte gelesen hatte.
Ich verließ mich dann auf dem OffRoad-Profi ORC der mir den Nokian Rotiiva AT empfahl und das auch begründen konnte.

Nokian Rotiiva AT 215/85/16

  • Der Nokian Rotiiva AT ist beim Spritverbrauch in der Klasse “E”, bei der Nässehaftung in der Klasse “C” gelabelt. Das Rollgeräusch soll bei 75db liegen.
  • Die Karkasse besteht aus einer Aramid/Fiber Kontruktion die besonders Widerstandsfähig gegen Beschädigungen sein soll.
  • Das Profil eines neuen Reifens hat 12mm Profiltiefe.
  • Die Traglast beträgt 112/115, also bis ca. 1.300 kg!
  • Die Reifen sind mit Schneeflocke im Berg-Zeichen gekennzeichnet, ab 01.01.2018 Pflicht. Die Prüfung hierfür unterliegt noch strengeren Anforderungen als nur mit Schneeflocke.
  • Verschleißanzeige

Erfahrungen mit dem Nokian Rotiiva AT

Ich habe nun rund 8.000 Kilometer unter unterschiedlichsten Bedingungen mit den Reifen zurückgelegt.

Trockene Straße

Hier spüre ich in Bezug auf Grip keinen Unterschied zu den Vanco Ganzjahresreifen, die ich auch einmal drauf hatte, noch zu den Cooper. Bei meiner Fahrweise dürfte der auch zu Sommerreifen nur messbar sein wenn man in die Grenzbereiche geht.
In diese Grenzbereiche wird man mit einem 5 Tonnen Wohnmobil kaum vordringen und man hat mit nahezu jedem Reifen ausreichend Grip.

Nasse Straße

Wie schon erwähnt, bin ich mit dem Bimobil eh nicht schnell unterwegs. Auf nasser Straße war auch in Kurven immer Grip vorhanden. Kein Untersteuern oder Übersteuern in Kurven und eine starke Bremsprobe mit 80 km/h verlief ebenso zufriedenstellend ohne dass bei der starken Verzögerung überhaupt das ABS reagieren musste.
Die Labelung mit einem “C” für diese Art Reifen stellt ja schon ein positives Zeichen dar. Durchfahrten durch recht tiefe und lange Pfützen mit ca. 80 km/h verursachten auch kein Aufschwimmen der Reifen.

Schotter

Mir fehlt da der eindeutige Vergleich, es gibt auch zu viele Arten von Schotterstrecken, von feinem Schotter bis hin zu grobem Schotter oder Lehm mit Steinen…
Auf Grund des gröberen Profils ist der Grip jedenfalls größer als bei den glatten Straßenreifen. Jedenfalls war das Befahren immer easy, spurtreu und die Räder drehten auch nicht durch. Erst recht auf festen lehmigen oder leicht Sandigen Pisten war das wie auf Asphalt fahren.
Angeblich sollen kleine Steine aus dem Profil herausgearbeitet werden. Das ist mal wieder nur ein Werbeversprechen, oft genug musste ich größere Steinchen aus dem Profil heraus pulen.

Sand

Von Sand halte ich mich grundsätzlich fern, da das Bimobil mit den schmalen Reifen und hohem Gewicht vorne dazu nicht taugt. Ebenso streikt da auch gerne das 4ETS vom Sprinter, siehe Bericht.
Eine Aussage kann ich also diesbezüglich nicht machen. Das nicht zu grobe Profil stellt an sich einen Vorteil dar, aber wichtiger sind da wirklich breite Reifen und ein verminderter Luftdruck.

Matsch, nasse Wiese

Für richtig tiefe Matsche, erst recht, wenn es lehmig wird, sind andere grobstolligere Reifen die bessere Wahl.
Aber weiche Waldböden oder nasse Wiesen stellen kein Problem dar wo man mit normalen Straßenreifen wahrscheinlich stecken bleiben würde. Jedenfalls hat mich eine tiefe nasse Wiese oder ein weicher pampiger Weg bis jetzt nicht interessiert, da bin ich einfach durch, auch ohne Allrad. Bei solchem Untergrund setzt sich das Profil nur bedingt zu und man hat ausreichend Grip.

Schnee/Eis

Nokian Rotiiva AT

Nokian Rotiiva AT

Folgt…
Bis jetzt hatte ich noch keine Gelegenheit zum Ausprobieren, ich werden diesen Absatz dann später mal vervollständigen.
Die Schneeflocke im Berg-Symbol bekommt man nicht ohne das Bestehen strengerer Prüfungen. Beschaut man sich das Profil mit den feinen Lamellen genau, lässt das schon gute Schnee-Eigenschaften erkennen.

Geräuschentwicklung

Ab ca. 80 km/h macht sich ein leises Singen bemerkbar. Das ist aber zumindest für mich weder störend noch aufdringlich. Zum Vergleich: Der Vanco war nur einen Tick leiser, das leichte Singen fehlte. Als vergleich: Ab 90 ist der Motor lauter…

Sonstiges

  • Die Reifen sind absolut spurtreu, egal auf welchem Untergrund, es kommt kein schwammiges Gefühl auf.
  • Bei Allterrain-Reifen besteht, sagt auch Mercedes, ein erhöhtes Risiko der Bildung von einem Sägezahn-Profil an den Seiten der Vorderräder. Meine Cooper mussten auf Grund dessen schon nach ca. 30.000 km getauscht werden.
    Bei dem Nokian Rotiiva AT scheint dies zumindest nicht so ausgeprägt zu sein, zumindest konnte ich bis jetzt noch keinen Sägezahn feststellen.
  • Der für diesen Reifen recht hohe Lasttragindex scheint in der Tat ursächlich durch die verstärkten Flanken begründet zu liegen. Der Reifen kann mit deutlich weniger Druck gefahren werden. Dies kommt durch die Eigendämpfung des Reifens dem Fahrkomfort deutlich zu Gute.
  • Ich denke, der hohe Lasttragindex lässt auf eine deutlich höhere Robustheit schließen.
    Für mich ist das auch dann immer wichtig, wenn nur ein Zwillingsrad im Gelände oder auf einer Piste das ganze Gewicht aufnehmen muss, weil ein Rad in der Luft hängt.
  • Der Spritverbrauch ist in der nicht so günstigen Klasse “E” gelabelt, aber ich habe z.B. zum besser gelabelten Vanco keinen Unterschied feststellen können. Bei einem so schweren Alkoven-Wohnmobil spielen ganz andere Faktoren eine große Rolle. Bei den gefahrenen Geschwindigkeiten dürften sich die Reifen da eher marginal auswirken.

Fazit

Für mich ist der Nokian Rotiiva AT der beste Kompromiss zwischen Straßentauglichkeit, Robustheit, Matsch, Schnee und Schotter.
Spezialisten sind in Einzelbereichen wahrscheinlich besser, dafür überwiegen dann wieder die Nachteile in anderen Bereichen die dann wiederum für mich nicht tolerabel sind.
Das Profil erinnert eher an einen groben Ganzjahresreifen, denn an einen Reifen, mit dem es über Schotter und durch den Matsch geht. Hieraus resultieren wohl auch die guten Straßen-Eigenschaften und vor allem im Schnee. Deutlich sind im Profil die Feinen für Winterreifen typischen Lamellen zu erkennen.
Mit dem Nokian Rotiiva AT kommt man überall durch, wenn denn bauartbedingt nicht immer spitzenklasse, aber immer gut und immer besser als mit einem normalen Reifen. Auf Schotter oder richtigen “rough roads” robust, ohne dass man Angst vor einem Platten haben muss, auf der Straße hat man immer ein sicheres Gefühl.

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11 Kommentare

  1. Danke, für den Erfahrungsbericht. Unsere Cooper haben jetzt >40.000 km runter. Im Laufe des nächsten Jahres werden dann wohl Nokian fällig.
    Grüße aus Berlin / Brandenburg
    Detlev

  2. Hallo Michael,

    nein, bei den Cooper habe ich bisher keine Sägezahnbildung beobachtet.
    Anders bei den Contis, die uns die ersten 29.000 km durch die Gegend trugen.

    Grüße nach Portugal aus Berlin / Brandenburg

    detlev

  3. Wie lange kann ich einen AT COOPER mit Sägezahn Ausbildung fahren. Wie alt mein Reifen ist kann ich nicht sagen. Was kann ich machen um diese zu unterbinden. Bin ein absolutes Greenhorn und freue mich auf die Reise die ich im Sommer nach den USA aufnehmen werde,.
    Danke für alle TIPPS.

    • Moin Bruno,

      theoretisch bis zur Mindestprofiltiefe. Allerdings wird er so ab 80 stetig lauter und es machen sich leichte Vibrationen am Lenkrad bemerkbar.
      Ich habe meine Vorderräder bei ca. 28.000 mit noch 4mm an der tiefsten Stelle an der Seite runter geschmissen, da die Geräusche doch unangenehm wurden. Der Rest hatte immer noch um 7 mm und es wären noch ein paar Tausend Kilometer möglich gewesen.
      Die Ursachen hast du ja bestimmt gelesen. Nicht zu forsch in enge Kurven und andere Stoßdämpfer gegen das Wanken, das merkt man bei Seitenwind gewaltig. Man muss nicht mehr so stark gegenlenken.
      Meine Rotiiva zeigen nach nun 9.000 km noch kein Sägezahn, allerdings kamen zeitgleich die neuen Stoßdämpfer rein.
      LG aus Portugal,
      Mikesch

  4. Moin,
    Michael, kann Mich Dir nur anschließen.
    Vielleicht könnte es helfen, sollte die Gräusche zu störend sein, wenn man diagonal tauscht?
    Grüße
    detlev

    • Stimmt Detlev…
      Allerdings sollte man hinten keine aufwändige Ventilverlängerung und vorne auch nochmdas Serienventil drauf haben. Sonst wird es aufwändig und teuer.
      Für mich lohnt sich das nicht, 2 neue Reifen würden das Doppelte kosten, hätte aber wieder Neue.
      LG vom Mikesch

  5. Hast Recht, das muss man abwägen.
    Ich habe bei unserem LBX alles auf 60 mm Ventiele umgerüstet und nutze einen sogenannten „Tankstellen-Stecker“. Kennst du sicherlich vom Befüllen von Motorradreifen, damit brauche ich keine Ventilvdrlängerungen mehr, die bei mir des Öfteren zu Druckverlust führten.
    Grüße von von der A3 auf dem Weg nach Berlin / Brandenburg
    detlev

    • Den habe ich als Redundanz auch 🙂
      Ventilverlängerungen sollten drucklos sein, sonst kann man schnell die A-Karte haben, meisten dort, wo es denn gar nicht passt 😉

  6. Mit wie viel Luftdruck fährst du bitte vorne und hinten?

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