Das Bimobil im Matsch

Geländetest der Zweite, Bestanden 🙂

Zur Wiederholung: Mir ging es darum, den Böschungs- und Rampenwinkel zu erfahren, sowie, wie sich der Allrad des Sprinters im leichten Gelände mit leichter Pampe auch bei Steigungen macht. Klar, das BIMOBIL HD 420 ist kein Geländefahrzeug, aber einfach um mal zu wissen, was machbar ist und was nicht, wenn man vor einer bestimmten Situation gestellt wird. Mein erster Test (Bericht) im Sand im Fürsten Forest ging ja mit Totalversagen des 4ETS  voll in die Hose. Hilfreich war bestenfalls die Erfahrung, Sand zukünftig zu meiden 😉
Ausgesucht hatte ich mir dieses Mal den Mammut Park in Stadtoldendorf (Weserbergland). Das Gelände besteht aus Lehmboden, dadurch, dass es einige Tage zuvor geregnet hatte, war der mehr als schlüpfrig. Nicht tief, aber einige Stellen waren selbst zu Fuß zu glatt um zu begehen.
Überall sind Rillen und Absätze, an einigen Stellen kann man gut den Böschungs- und Rampenwinkel testen. Das Gelände ist eigentlich für ein solches Fahrzeug zu schwierig und untauglich.
Deshalb hatte ich mir auch einen Instruktor gebucht, der mir die möglichen Strecken gezeigt hatte und wir die wichtigen Dinge ausgetestet hatten. Den kann ich auch wirklich empfehlen, denn ohne ihn wäre ich da nie und nimmer lang gefahren, mal abgesehen von den wertvollen Tipps, die ich so erfahren habe.

Bimobil im Matsch

Bimobil im Matsch

Hier die erste Erkenntnis: Das 4ETS des Sprinters arbeitete einwandfrei! Selbst auf den geraden Passagen werkelte das 4ETS!
An einer Stelle hob der Sprinter ein/zwei Beinchen (leider nicht gefilmt). Hab ihn ein wenig schaukeln lassen und selbst aus dem Stand heraus regelte das 4ETS einwandfrei. Das Rad durchdrehende Rad benötigt eine halbe Umdrehung und dann wurde es abgebremst. Sofort setzte der Schub ein.

An einer Steigung von ca. 45 Grad sollte die Traktion getestet werden. Schlüpfrig und schmierig war der Untergrund, zu Fuß kaum zu bewältigen, erschwerend waren hier noch hohe Absätze in Form von herausragenden Steinen zu überwinden. Um den Böschungswinkel zu testen hielt ich auf der Steigung an, was man ja eigentlich gar nicht machen soll. Die 5 Tonnen wurden von der Handbremse und dem eingelegten Gang kaum gehalten, das Bimo ruckte und rutschte wieder nach unten. Aber selbst hier war ein Anfahren möglich und man konnte das Arbeiten des 4ETS sehr schön erfühlen. Leider konnte ich den Hügel nicht ganz erklimmen, da hier der Rampenwinkel des Bimos nicht ausreichte.

Im Video nicht so deutlich zu sehen: Warum Zwillingsreifen für das Gelände u.A. untauglich sind…
An einigen Passagen musste der äußere Zwilling das gesamte Gewicht aufnehmen, der Reifen wurde ganz schön platt. Hier bin ich froh, den Cooper drauf zu haben, der eine deutlich höhere Traglast hat und stabiler ist. Dazu kommt eine deutlich höhere Belastung der Radlager. Auf Dauer würde ich solche Wege nicht mit dem Bimo fahren.

Ein Clip, ca. 4min

Fazit

Wer mal die Pfade verlassen möchte, kann ich die OffRoad-Parks Fürsten Forest und Mammut unbedingt empfehlen, um zu erfahren, was möglich ist und was nicht. Gerade im Fürsten Forest, um die Schwachstelle Sand mit Sprinter Allrad auszukosten 😉

Im Sand scheint das 4ETS zu versagen, aber in der Matsche oder auf glitschigem Untergrund arbeitete es einwandfrei. Hier hatte ich echt manchmal das Gefühl, drei Differentialsperren zu haben.
Keine Ahnung, warum das so ist…

Bucht einen Instruktor, der euch wertvolle Tipps gibt und während der Fahrt die Bodenfreiheit kontrolliert.

Das BIMOBIL HD 420 ist nun mal kein Offroader, aber es ist bemerkenswert, was mit solch einer klobigen und schweren Kiste befahrbar ist. Ich hatte schon ein wenig Bammel vor den Absätzen und Spurrillen, aber zu keiner Zeit wurde es bedenklich. Da wär sogar noch mehr drin gewesen…
Auch schlüpfrige Steigungen stellten kein Problem dar. Auf Grund des ungünstigen Böschungs- und Rampenwinkel des HD 420 muss man nur aufpassen, dass die Steigungen sanft verlaufen.
Auf jeden Fall hat das Bimo den Test bestanden, schlimmere Passagen werde ich bestimmt nicht fahren und für meine Verhältnisse ist der Allrad mehr als ausreichend.

Von dem Reifen Cooper AT3 Discoverer bin ich nun neben dem Straßenverhalten vollends überzeugt! Waren die schon im Sand klasse, auf dem glitschigen Lehm hatten die nun vollends überzeugt!
Ich kann nur empfehlen, den Sprinter umrüsten zu lassen, so lange es überhaupt noch möglich ist, lese bei Interesse Reifenumrüstung Sprinter.

Nachtrag Februar 2017:
Nach meiner Wintertour im Februar 2017 auch hier die Erfahrung: Das 4ETS und auch das ASR arbeiten hervorragend. Ein Rad oder eine Seite auf Asphalt, andere Seite in ca. 30cm hohem Schnee, davon habe ich noch nicht einmal etwas gespürt! Das war, als hätte ich eine Differentialsperre hinten!

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7 Kommentare

  1. Glückwunsch, sieht doch sehr gut aus. Hoffe, Du hast ihn auch wieder sauber bekommen 😀
    Die Bilder vom Off-Road-Training mit Bimobil kennst Du sicherlich, da waren wir mit unserem LBX eine Woche nach Übernahme😏.
    Grüße aus Berlin / Brandenburg
    detlev

  2. Ich hatte vergessen zu erwähnen: Deine Beschreibungen sind klasse, wir lesen sie mit Begeisterung.
    Viele Grüße

  3. Zunächst an der Stelle lautes lachen von mir über Deine tolle Website und über die Schwächen des Bimobil!
    Ich durchlebe hier nahezu alles beschriebene nochmal, ich hatte ein LBX 365 mit genau der gleichen Herangehensweise wie Du. Ich war zu faul für eine Website, das ärgert mich spätestens jetzt, ich könnte einen Link vorweisen wo Du inhaltlich das gleiche lesen könntest als hier.
    Da ich kein Gästebuch fand, schreibe ich hier.
    Der pseudo “Allrad” taugt nichts, der Sprinter hat keine Verschränkung, keinen Böschungswinkel, Zwillingsreifen. Die ganzen Faktoren zusammen ergeben ein miserables Ergebnis. Du wirst dich noch wundern wo Du überall scheiterst. Eine nasse Wiese ist gefährlicher als Du denkst. Ich hatte den Automatik, das war im “schweren” Gelände von Vorteil, wenn der Herr Sprinter nach ewiger fummelei dann endlich den “Allrad” überhaupt zuschaltete! Immer draufhalten, dann bremst das System wenigstens die durchdrehenden Räder ab. Die anderen bekommen dennoch keinen Antrieb, du wirst immer langsamer und Deine Bremsen verschleißen wie Hulle!
    Die nassen Wege Deines Videos sind keine Herausforderung sondern ein Witz, und im tiefen Sand werden die Zwillingsreifen zum Feind. Das hast Du ja in Deinem anderen Film gezeigt.
    Bei meinem Grundriss lief die Dusche in kaum einer Lage gut ab, gestunken hat die Karre auch so wie Du das erlebtest. Ablassen der Tanks dauerte eine Ewigkeit, da die verwendeten, dünnen Schläuchlein offenbar billiger sind wie ein ordentliches 50er HD Rohr. Bad war immer kalt, innen war es laut! Wenn jemand mit Flipflops am Auto vorbeiläuft, glaubt man der läuft durchs Bimobil. Regen ist extrem laut innen zu hören. Jeder Pössl ist leiser.
    Kein einziger Lichtschalter im ganzen Wohnmobil verbaut, im Jahr 2016 musst Du im Dunkeln zu jeder Lampe hinkriechen um dort den Schalter anzufummeln. Umgekehrt genauso. Hin zur Lampe, Ausschalter fummeln, dunkel den Weg suchen.
    Wenig Stauraum….ich hör jetzt auf, mir reichen die Erinnerungen daran. Habe den teueren Karren auch kaum verkaufen können, von wegen Wertstabilität. Meinen neuen Exoten wollte keiner haben. Bis dann doch der berühmte EINE Käufer kam. Gottseidank. Ein teueres Abenteuer für mich, aber all diese Erfahrungen verrät Dir kein Hochglanzprospekt.
    Fazit: Ich mach mich nicht mehr lustig über die von Dir so genannte Welßware, da gibt es Modelle welche in vielen Belangen das Bimobil übertrumpfen……

    • Hui, da ist aber jemand… 🙂
      Der Werksallrad ist für Transporter auf Baustellen und für die Kästen auf Schnee gemacht. Genau da tut er was er soll. Für einen OffRoad-Einsatz ist er nicht gedacht, das ganze (Spielzeug-)Allrad-Konzept und Fahrgestell sprechen dem entgegen. Wie Du schon sagst, alleine das 4ETS, das zu Bremsenverschleiß führt, gefühlt recht träge reagiert und die Zwillingsreifen. Ich wusste das im Vorfeld und habe auch nicht vor, ins Gelände zu gehen. Für mich ist er nur eine Art “Lebensversicherung” auf unbefestigten Wegen wenn es mal pamping wird und dass ich mehr Bodenfreiheit im Gegensatz zu konventionellen Mobilen habe.
      Ich bemängel einzig die Werbeversprechen seitens MB und der Aufbauhersteller allgemein, die ich für überzogen halte und das Verhalten im Sand, das geht IMHO gar nicht.

      Mit den Schläuchen sehe ich relativer. Das Wasser geht bis zu einem Punkt rapp zack raus. Auch ein größerer Durchmesser würde keine Abhilfe schaffen. Hier hätte Bimobil die Tanks lediglich mit ein wenig Gefälle einbauen brauchen und das Problem wäre aus der Welt.
      Den Ablass an sich sehe ich mehr als Trauerspiel, dass ich als Kunde hier für eine Lösung sorgen muss.
      Das mit den Lampen stimmt, meine U. schimpft da immer. Zumindest ein Zentralschalter an der Türe gehört da hin und Schalter auf Wunsch, wers braucht.
      Der Gestank und auch die Beheizung im Bad sind bekannt. Mit einfachen Mitteln wären die Mängel abzustellen und das mit dem Bad wurde auch kostenlos optimiert. Hier folge ich Deiner Kritik, warum nicht gleich so…
      Die Summe der Kleinigkeiten dürften in der Preisklasse nicht auftreten!

      Tja, der Lärm 😉
      Ich mag das Getrappel auf dem Dach, nur Hagel, da hat man das Gefühl, die Welt geht unter. Ist halt so bei Alu-Aufbauten…
      Ansonsten ist es leise, Lärm dringt durch die Fenster ein. Hier steht es einem frei, KTC-Fenster verbauen zu lassen. Mit unseren neuen VAN-Glas Fenstern herrscht nun Ruhe. Ist also nicht der Aufbau…

      Diese Fahrzeuge sind Kompromiss-Wohnmobile, denn auch hier findet man Plaste, Seitz-Fenster und all den nicht gerade HighEnd-Kram, den einen verärgern kann.
      Darauf weist einen keiner hin und unerfahrene Leute, die mit gewissen Ansprüchen an den Kauf heran gehen, sind dann verärgert. Wer HighEnd möchte, muss HighEnd kaufen. Kostet dann halt…

      Das Vorurteil eines hohen Wiederverkaufswertes ist am Stammtisch entstanden. Egal ob Bimobil, Robel, Woelcke und wie sie alle heißen, in den ersten Jahren verlieren sie m.E. sogar noch mehr als Weißware.
      Die Fahrzeuge sind meist individuell gestaltet, alleine die Fahrzeugart entspricht nicht dem allgemeinen Geschmack. Von daher ist die Zielgruppe sehr eingeschränkt. Erst wenn sie älter werden, dann liegen die Preise in der Regel über denen der Weißware.

      Auch wenn ich mich hier und da aufgeregt habe, ist das Jammern auf hohem Niveau. Der Ausbau und die Verarbeitung ist für mich erste Sahne. Mein oft getätigter Spruch, dass ich aufs Wohnmobil fahren verzichtet hätte, gäbe es ausschließlich Weißware, gilt immer noch.

    • Hallo Bayernpilot,

      hättest Du Dich mit Deinen Anforderungen bzw. Ansprüchen vorher richtig schlau gemacht, wärst Du wahrscheinlich garnicht in die Sch… reingeraten!

      Mein BIMOBIL, ein LBX 365 auf 519 und 4×4 Automatik stinkt nicht, das Wasser läuft sehr schnell aus dem Tank ab, Lampen lassen sich an den verschiedensten Stellen einschalten, Bad wird warm, innen ist es nicht zu laut und trotz 2 Fahrrädern im Heckstauraum haben wir genügend Platz für längere Reisen zu zweit.
      Als Geländefahrzeug setze ich es nicht ein, aber es gibt mir eine gewisse Sicherheit auf schlechten Wegen…
      Mein erstes BiMo, ein LB365 habe ich nach 4 Jahren und 45.000 km mit einem Wertverlust von knapp 20.000€ innerhalb von 2 Wochen im Internet verkaufen können.

      Nichts für ungut und jedem das Seine…

      • DERART verfasste Kommentare helfen wem?
        Die Summe aller hier erwähnten “Unzulänglichkeiten” die mein Modell hatte und bis heute (beim nächsten Besitzer) noch hat, sind konzeptioneller Murks von gestern. Mein derzeitiges Fahrzeug spielt in einer komplett anderen Liga, und keines der aufgedeckten Schwächen des damaligen LBX365 ist eingetreten, weil es solche Defizite nicht gibt.

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