Cooper AT3 Discoverer im Schnee

Bimo im Schnee

Cooper im Schnee

Nach den Berichten über die Reifenumrüstung und die ersten Erfahrungen im Matsch mit dem Reifen Cooper AT3 Discoverer hier nun ein Erfahrungsbericht über den Reifen im Schnee.

In den Kommentaren zu den Berichten wird nach den Wintereigenschaften gefragt und ob die M+S-Kennzeichnung ausreichend sei.
Bei dem Reifen handelt es sich um einen Ganzjahresreifen. Der kann im Sommer nie so gut wie ein Sommerreifen und im Winter nie so gut wie ein Winterreifen sein.
Wie ich in den anderen Berichten schon schrieb, konnte ich jetzt nach etlichen tausend Kilometern auf trockener wie nasser Fahrbahn keinen Unterschied zu dem Vanco 4 Season feststellen. Dies wird wohl nur messbar sein…

Aber wie macht sich der Cooper AT3 Discoverer im Schnee und viel wichtiger, ist die M+S-Kennzeichnung ausreichend?

Gesetzliche Regelungen

M+S steht für “Mud and Snow“. Die EU-Verordnung Nr. 661/2009 vom 13. Juli 2009 bezeichnet als „M+S-Reifen“ einen Reifen, dessen Laufflächenprofil, Laufflächenmischung oder Aufbau in erster Linie darauf ausgelegt ist, gegenüber einem Normalreifen bessere Fahr- und Traktionseigenschaften auf Schnee zu erzielen. Grundsätzlich tut man mit einem solchen Reifen dem Gesetz genüge, wonach seit 2005 in DE die Reifen den Witterungsverhältnissen angepasst sein müssen. Ganzjahresreifen müssen die M+S Kennzeichnung besitzen, um als solche zu gelten.
Aber vorsicht, die M+S Kennzeichnung ist nicht geschützt, das Symbol findet man auch gerne auf billigen chinesischen Reifen, die keine Winterreifen sind. Winterreifen erkennt man z.B. an ein besonderes Profil wie größere Profilrillen und Stollen, was ja bei dem Cooper AT3 Discoverer ersichtlich ist und er wird ja als Ganzjahresreifen verkauft.
In einigen EU-Staaten ist die M+S Kennzeichnung zwingend vorgeschrieben.

Zusätzlich gibt es auf Winterreifen und auf einigen Ganzjahresreifen noch die Schneeflocke oder den Berg mit Schneekristall. Diese wird von der amerikanischen Straßenbehörde NHTSA vergeben und kennzeichnet Reifen, welche in einem Test eine gegenüber einem Referenzreifen um mindestens 7 Prozent bessere Traktion auf Schnee und Eis erreichen.

Erfahrungen im Schnee mit dem Cooper AT3 Discoverer

Ich war nun zwei Wochen bei Frost und Schnee mit dem Cooper AT3 Discoverer unterwegs. Teils hoher Schnee von bis zu 20cm, Matsche, Eis, teils wässrig…
Was soll ich sagen, macht kein Spaß 😉
Mal mit Schwung und Gas den Hintern herum schleudern lassen und richtig schliddern, keine Chance! Das Bimo lag wie ein Brett, da hätte ich wohl bis 60 beschleunigen müssen…
Um in die Bereiche vorzudringen, wo man sagen könnte, dass ein richtiger Winterreifen vielleicht besser sei, fehlte mir der Mut. Mal mit 70 über eine festgefahrene Schneedecke zu fahren reichte mir. In jeder Situation, auch bei vereister Fahrbahn war genug Grip vorhanden. Im tiefen oder festgefahrenen Schnee drehte noch nicht mal ein Rad durch.
Bei Bremsversuchen aus ca. 40 km/h stand das Bimo innerhalb weniger Meter. Klar, arbeitete das ABS, aber auf ca. 5 cm Schnee so gut wir gar nicht. Auf vereister Bahn war der Bremsweg natürlich länger, aber immer noch gefühlt kurz. Man muss auch bedenken, dass hier 5 Tonnen schoben!

Bimobil im Schnee

Allrad hat doch was…

Den Allrad hatte ich nie wirklich gebraucht, halt, doch, ein mal, siehe Bild links…
Hier ging es etwas bergauf und da zickte das Bimo beim Anfahren auf dem pampigen Schnee. Hätte mit Schwung wohl auch geklappt, aber ich musste dann auf eine Straße einbiegen, warum soll ich da ein unnötiges Risiko eingehen, wenn ich denn schon einen Allrad habe.

Ich hatte ja gehofft, dass sich der Cooper AT3 Discoverer gut machen würde, aber dass er im Schnee, Matsch und vereister Fahrbahn so gut ist, damit hatte ich dann doch nicht gerechnet.
Ich hatte eigentlich den Erwerb von Schneeketten angedacht, aber die spar ich mir jetzt, ich sehe da keine Notwenigkeit für.

Episode am Rande 🙂
Nun völlig übermütig geworden befuhr ich einen völlig vereisten abschüssigen Parkplatz in einer Kurve. Da flutschte mir das Bimo unter den Hintern weg.
Selbst als es schon stand, also keine Vorwärtsbewegung, rutschte es langsam seitlich den leichten Hang herunter. Schiete, Panik, nichts zu machen, hab ja keinen Anker an Bord…
Gott sei Dank lagen dann Blätter auf dem Eis und das Bimo kam zum stehen. Puh, das hätte deutlich mehr als ne fette Beule geben können!
Also auf richtigem glatten Eis sollte ich doch demnächst vorsichtiger agieren 😉
…aber in solch einer Situation hilft auch der beste Reifen nicht.

Noch was zum Sprinter und dem ASR (Antischlupfregelung) am Rande:
Wie bereits erwähnt, brauchte ich bis auf der einen Ausnahme keinen Allrad. Von unterschiedlichen Untergründen, insbesondere hohen Schnee oder Eis auf der einen Seite, vollen Grip auf Asphalt auf der anderen Seite hatte ich nie etwas bemerkt. Hier wirkte das ASR wie eine Differentialsperre auf der Antriebsachse.

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4 Kommentare

  1. Hallo,
    das hört sich selbst hier in Namibia bei ca. +30°C gut an.
    Dan brauche ich das ja gar nicht erst testen – danke.
    Herzliche Grüße
    detlev

  2. Auf Schlammpisten wären Schneeketten (Gleitschutzketten) und eine Motorwinde schon empfehlenswert. Wenn man denn auf solchen Wegen fährt.

    • Die Ketten sind am Mann 😉
      Winde ist bei dem Fahrzeug keine Option, die würde alles auseinander reißen oder man müsste dermaßen umbauen…

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