Truck-LKW Navi fürs Wohnmobil

Aktualisierung März 2016:
Das hier gesagte gilt immer noch, nun hat ALK Technologies mit CoPilot für Wohnmobile eine neue Navigation auf den Markt gebracht. Besser wurde es immer noch nicht, lest dazu erfahrung-copilot-navigation

Mit einem grossen Wohnmobil werden auch besondere Anforderungen an die Navigation gestellt, um nicht plötzlich vor einer Brücke oder einem Tunnel in einer Strasse stecken zu bleiben.

Ich gehöre nun auch zu den Eignern eines Wohnmobils, denen mit ihren >5 Tonnen Beschränkungen auferlegt sind. Seien es die Durchfahrtshöhen bei Brücken oder auch die Straßenbreiten. Ein Navi, welches die LKW-Beschränkungen, bzw. Höhen und Breiten bei der Routenplanung gleich mit berücksichtigt, das wäre doch toll.
Von festen Navis bin ich im PKW oder Kastenwagen mittlerweile abgekommen und verwende nur noch mein Android-Tablet oder iPad mit der kostenlosen Software Scout, für meine Bedürfnisse völlig ausreichend und ich liebe das große Display.

Ich habe nun etliche LKW-Navigationsgeräte und auch Software für Android und iPad für LKW ausprobiert und Stunden im Internet recheriert.
Alle, egal ob Navigationsgeräte oder Navi-Software haben ihre Tücken und Macken, darum gehe ich nicht Einzeln auf die Navigationssysteme ein. Diese Einlassung hier soll lediglich ein Denkansatz zur Entscheidungsfindung sein.
Wenn ich > 100 Euro für eine Navigationssoftware oder >350,- Euro für ein Navigationsgerät ausgebe, erwarte ich, dass die Routenführung einwandfrei ist, Hindernisse umfahren werden und ich nicht durch Ortschaften geführt werde.

DisplayNavigationssoftware für Android und iPad kosten so um 120,- bis 260,- Euro. Sygic ist wohl die Bekannteste Software, daneben gibt es noch Truck,TomTom, CoPilot, PTV und einige Andere.
Die Oberflächen sehen teils aus wie auf meinem Medion-PDA von vor 10 Jahren. Da startet teils die Software nach Updates nicht mehr und da wird trotz Ortsumgehung durch Ortschaften geführt. Da können keine Zwischenziele gesetzt werden oder ein teils völlig idiotisches Routing berechnet, mit Pech steht man dann trotzdem vor einer zu niedrigen Brücke. Ebenso geht nicht immer hervor, ob der Preis Kartenupdates beinhaltet. Die Software, die mir am besten gefallen hat, besticht dann wiederum mit völlig überaltertem Kartenmaterial.
Halte ich schon 120,- Euro schlicht für zuviel für eine Navigationssoftware, sollte sie dann auch einwandfrei funktionieren. So ist sie z.Zt., egal welche, für mich schlicht nicht das Geld wert.

Bei den Navigationsgeräten legt man so von ca. 130,- bis 360,- Euro auf den Tisch. Liest man im Netz, egal welche Marke, Macken…
Da wird von der Autobahn auf eine Landstraße geführt um dann nach ein paar Kilometer wieder auf die Autobahn zu führen. Das bei einem der bekanntesten Hersteller von Navigationssystemen. Teils werden Beschränkungen auch hier nicht berücksichtigt und durch enge Ortschaften geführt.
Seltsamerweise arbeiten sie im PKW-Modus völlig korrekt. Nun gut, sie bieten so viele Features wie es von einem modernen Navigationsgerät heute erwartet wird, insbesondere die lebenslangen Kartenupdates, dass sich die Anschaffung durchaus lohnen kann. Nur sollte man sich auf den LKW-Modus nicht allzusehr verlassen und die Strecken überprüfen!

Das Problem beim LKW-Modus scheint zu sein, dass eine Software oder Navigationsgerät nur so gut wie die gespeicherten Informationen sein kann. Hier scheint es noch etliche Lücken zu geben, bzw. die Daten sind schlicht falsch. Vielleicht kann man auch nicht erwarten, dass alle Daten über Brückenhöhen, Gewichtsbeschränkungen u.s.w. europaweit erfasst sind.
Auch kommt es mir so vor, dass das Zusammenspiel zwischen Software und den Daten nicht so richtig rund läuft (ein modifizierter PKW-Modus) und deshalb teils wirre Strecken geroutet werden.

Fazit:
Zur Zeit lohnt sich die Anschaffung einer LKW oder Wohnmobil Navigationssoftware für Android-Tablet oder iPad in keiner Weise. Für mich zu teuer und mit zu vielen Macken behaftet.
Ein Navigationsgerät dann, wenn man auch die weiteren Features eines Gerätes in der Preisklasse nutzen möchte. Becker, Falk und TomTom machten hier auch mich einen guten Eindruck.

Tipps:
Es tut auch ein einfaches Navigationsgerät. Mit einem großen Fahrzeug wählt man halt immer die schnellste Strecke, dann ist man meist auf den großen Straßen unterwegs und hat nicht mit Beschränkungen zu rechnen.

Wer über ein Tablet verfügt, kann meiner Meinung nach auf ein Navigationsgerät gänzlich verzichten. Selbst kostenlose Navigationssoftware steht einem modernen Navigationsgerät in Punkto Features in nichts mehr nach. Unzählige POIs, Zwischenstops, tolle Darstellung, Blitzerwarner und und und…
Bei meinem Samsung Tab habe ich gleich ein Telefon intergriert, kann mp3 abspielen u.s.w. und dazu habe ich noch ein riesiges Display.

Am Besten gefällt mir hier Scout, für mich die beste Routenführung mit Alternativrouten und Darstellung. Die um 2,- Euro für eine Karte kann ich verschmerzen, da sind sogar die Updates mit drin.

Ähnlich ist MapFactor, hier kann man Fahrzeugprofile eingeben, Straßen sperren, Prioritäten von Straßen festlegen und vieles Mehr. MapFactor hat leider einige entscheidene Macken in der Routenführung. Da soll man von der Bundesstr. auf eine Autobahn fahren, sofort drehen und die Bundesstr. weiter fahren. Da werden Straßen nicht richtig zugeordnet und man soll auf einem Radweg weiter fahren. Hier ist die Streckenführung unbedingt zu kontrollieren!

Sehr schön zum Planen ist interaktive OSM Truck QA Map, leider funktioniert das nur online und lässt sich nicht in ein Navi implementieren.

Ich träume immer noch von einem funktionieren LKW-Navi, ich glaube, ich muss da noch ein paar Jahre warten, die Entwicklung geht ja weiter.

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2 Kommentare

  1. Nachdem mein preisgünstige Mio vor ein paar Jahren in Ancona durch eine nur 2m hohe Unterführung fahren wollte und das neuere Garmin im letzten Jahr durch einen Torbogen einer mittelalterlichen Stadtmauer (wobei es dort dann noch besonders schwierig war, wieder die normalgrosse Einfahrtstelle zu finden) hatte ich mich entschlossen, ein neues Becker 6.2 Truck Navigation zu kaufen.

    Auf der kürzlichen Reise zum Schwarzen Meer musste ich leider feststellen, dass das Gerät bei fast allen Zielen vor dem Routing anzeigt, dass keine Infos über eventuelle Beschränkungen vorhanden sind, man also genau so schlecht dran ist wie mit einem billigen Gerät.

    Einmal sollte ein Fluss über einen nur etwa 2m breiten Notsteg überquert werden – ich habe die Strasse als gesperrt markiert und bin umgekehrt!

    Die Navigation kann nicht besser sein als das Kartenmaterial, und dieses ist leider vielfach nur für Autobahnen einigermassen genau.

    Sogar in der Nachbarstadt weiss es nicht, dass eine Eisenbahnunterführung nur 2m50 hoch gebaut ist, und das ist nun beileibe nicht eine unbekannte Prärie…

    Ich sehe deshalb keinen Nutzen und habe das Gerät (auch wegen Software-Fehlern) wieder zurückgeben.

  2. Ich finde, man muss schon immer aufpassen, welches Navi man nun konkret kauft. Denn einige “Truck-Navis” versprechen mehr als sie halten können.Ich finde deinen Tipp mit der schnellsten Route ziemlich cool, sollte für 95% der Fälle voll in Ordnung gehen.
    Wir sind öfters mal mit dem Wohnmobil unterwegs und da hat man eigentlich weniger Probleme..

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