Reisebericht Frankreich Vogesen

Die Reisebericht-Serie über unser Überwintern in Frankreich…
Zwei Monate waren wir nun in Deutschland unterwegs, um die Sommermonate sozusagen wegen dem Urlaubsverkehr auszusitzen.
Wie wir nun auf Frankreich für die Überwinterung gekommen sind, wo wir so unterwegs waren und was an kleinen Abenteuern passiert ist, könnt ihr im Vorbericht Von Deutschland nach Frankreich -> nachlesen.
Eine Teiletappe auf dem Weg in den Süden waren die mittleren und südlichen Vogesen.

Vorweg-Tipp für Vielsurfer:
Wer viel an Daten benötigt, in den Zeitungsläden „Press„, Kaufhäusern oder in einem Free-Laden eine Free-SIM am Automaten ziehen. In GoogleMaps sind die Free-Läden schnell zu finden. Die vorgeschlagene Telefonnummer und eine Adresse wählen und mit (ausschließlich) Kreditkarte zahlen. Ist zwar alles in französisch, aber selbsterklärend. Die netten Leute in den Läden helfen auch gerne…
Wer ganz gut in französisch ist, kann die Karte anschließend online frei schalten. Besser, vor allem wenn die SIM in einem Router laufen soll, im Laden frei schalten lassen!
1 Monat mit 100 GB Daten und unbegrenzt Telefonie kosten 19,90 Euro + 10,- Euro für die Karte.
Davon können 25 GB Europaweit im Roaming verwendet werden.
Ein Aufladen empfiehlt sich nicht, da dann ein Abonnement abgeschlossen wird, das nur schriftlich in französisch gekündigt werden kann!! Besser also wieder eine neue Karte kaufen.

Die Vogesen

Bei den Vogesen handelt es sich um ein Mittelgebirge, teils bis um 1.400m hoch im östlichen Teil Frankreichs im Elsass.
Die Vogesen aus unserer subjektiven Sicht, sie hatten wir bereits 2015 mit Bimo und unseren Motorrädern erkundet: Mit Wohnmobil und Motorrädern durch Frankreich->
Die Vogesen sind durchzogen mit einem Wirrwarr an mittleren und kleinen Straßen. Es geht in Serpentinen hoch und runter, ein Paradies für Motorrad-Fahrer!
Die Vogesen sind eher waldig sanft, aber in den Höhenlagen werden sie mit ihren Gebirgswiesen kahler. Das muss man mögen, uns gefällt es weniger, vor allem, da hier auch überall die hässlichen Skigebiete anzutreffen sind. Aber man kann auch herrliche Aussichten bis in die Schweiz, wie z.B. vom ca. 1.400 m hohen Ballon aus genießen.
Wer möchte, kann die ca. 77 km lange Vogesen Hochstraße, die „Route de Cretês“ fahren, die auch am Ballon vorbei führt.

Bergkühe

Sentier de la Roches

Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten, insbesondere der Sentier des Roches am Col de la Schlucht ist ein Erlebnis! Einer der abenteuerlichsten Wanderwege der Vogesen, wenn nicht DER Wanderweg schlechthin entlang der Felswand und dem Abgrund auf schmalem Tritt und über etliche Leitern. Traumhaft schön durch einen Märchenwald mit grandiosen Aussichten. Nur ca. 6 km lang, ist man doch gerne 4 Std. unterwegs, da teils kletternd ca. 400 Höhenmeter zu überwinden sind.

Hierzu ein kleines Video zum Sentier de la Roche, ca. 2:40 min
Damals leider nicht mit einer richtigen Filmkamera gedreht, aber man kann sich den Weg so gut vorstellen.

Ein großer Reiz machen für uns die ursprünglichen Städte, Orte und Dörfer in den Vogesen aus, Gründe, warum wir wieder einmal hierhin fuhren.

22.08.2019 – Munster – 70 km

Wir setzten heute von Emmendingen am Fuße des Schwarzwaldes nach Munster in den mittleren Teil der Vogesen über.
Ist schon irre, man fährt über die Grenze und ist gleich in einer anderen Welt.
Sicherlich sind die Fachwerkhäuser im Schwarzwald schön, aber die Franzosen sind einfach anders gestrickt. Ihre alten Häuser mit den Verzierungen mögen nicht ganz so restauriert sein, aber sie sind mit viel Liebe mit Kleinigkeiten geschmückt und überall sind Blumen und Pflanzen. Sofort kommt ein Urlaubsgefühl auf, was wir in Deutschland kaum haben.
Der hübsche kleine Ort Munster liegt mit 340m nicht ganz so hoch, hat einen tollen Stellplatz mit VE, sogar WC mit kostenlosen Duschen und liegt als Startpunkt für Ausflüge Ideal.

Der Ort ist auch ideal, um den Sentier des la Roches zu laufen, zum Col de la Schlucht sind es nur ein paar Kilometer. U. wollte aber nicht, sie fühlte sich im Moment nicht fit genug. Drum hab ich ihn oben aufgeführt 😉
Wir unternahmen statt dessen auf kleinen Straßen mit vLadi Touren durch die südlichen Vogesen, genossen die Landschaft und besuchten Orte wie z.B. Kaysersberg mit seiner bunten historischen Altstadt oder das nebenan liegende Kienzberg.
In Kaysersberg gibt es auch einen Stellplatz, eher ein enger Parkplatz in Stadtnähe. Da der Ort so hübsch ist, kann man die 10,- Euro ohne VE als Eintritt sehen. Außer diesem Stell-/ Parkplatz gibt es auch keine anderen Parkmöglichkeiten für Wohnmobile.

Ballonfahrt nach Colmar

Heute unternahmen wir eine Ballonfahrt, ne, nicht ganz 😉
Wir machten auf den kleinen Straßen eine Spazierfahrt rund um den „Petit Ballon„. Heute am Samstag war das jedoch nicht wirklich ruhig, alles was zwei Räder hatte war unterwegs und keulten die Berge hoch.
Bergab war das schon etwas unangenehm wenn sie von hinten drückten, mit vLadi sind wir halt nicht so schnell;-)

Kurz bevor es nach Eguisheim runter ging, stoppten wir bei den „Tres Chateau„, einer von drei Burgruinen eines Burgenverbundes. Von oben hat man eine tolle Aussicht auf das Rheintal und dem Schwarzwald.

Eigentlich wollten wir uns den Winzerort Eguisheim anschauen, aber dort war wegen einem Winzerfest die Hölle los und die wollten doch glatt 9,- Euro Eintritt für den Ort!
Wie auf einem Flohmarkt, wo man Eintritt zahlen soll, die spinnen wohl!
So fuhren wir weiter nach Colmar, da muss ich sagen, aber hallo!
Die bunten Fachwerkhäuser mit den Blumen sind einfach eine Wucht.
Nicht so schön fanden wir all die Touri-Läden mit dem billigen Schund, dadurch bekommt die Altstadt etwas von Disneyland.
Auch war bei dem Traumwetter die Hölle los, aber irgendwie hatte das so was.
Wer das Elsass besuchen möchte, der sollte Colmar keinesfalls auslassen!
Ich hatte mal wieder viel zu viel fotografiert, die Bilder hier sind nur eine kleine Auswahl 😉

25.08.2019 – Belfort – 80 km

Während ich die eher langweilige breite, teils dreispurige Landstraße fuhr, machte U. wieder eine Ballonfahrt, fuhr über die „Route de Cretês“ und dem großen Ballon. Heute am Sonntag war das für sie mit all den Radfahrern schon spannend. Ich dagegen genoss es einmal, völlig entspannt ohne Verkehr dahin zu gleiten.
Belfort gehört ebenso zu den Orten, wo wir in den letzten 40 Jahren viele Male dran vorbei gefahren sind, aber nie hinein.
Dabei ist die kleine Altstadt ganz hübsch und völlig untouristisch.

HighLight der Stadt ist die riesige Zitadelle mit dem 20 m langen Löwen, ein Kriegsdenkmal aus dem Krieg 1870/71. Hier sollte man auf der Durchfahrt ruhig einen Besuch einplanen. In der Nähe der Zitadelle befindet sich auch ein kostenloser Wohnmobil-Stellplatz mit VE (GoogleMaps), nicht schön, aber zweckmäßig.

Am nächsten Tag fuhren wir in das französische Jura, ein Gebiet, das zumindest von den ausländischen Touristen nicht so frequentiert ist.

Nächster Reisebericht: Französisches Jura (in Arbeit)

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