Lichtstärke

Was bedeutet die Lichtstärke eines Objektives?

Eigentlich ist das ganz einfach, je mehr Licht durch das Objektiv bei geöffneter Blendenöffnung fallen kann, desto Lichtstärker ist das Objektiv.
Na ja, ganz so einfach ist das nicht…

Wieviel Licht tatsächlich auf der Filmebene ankommt, da unterscheiden sich die Objektive ganz gewaltig.
In der Praxis ist es so, dass je größer die Frontlinse, desto Lichtstärker ist ein Objektiv. Allerdings spielt der Linsenaufbau und die Brennweite auch eine große Rolle. Eine Frontlinse von zB. 5cm läßt bei einem 50mm-Objektiv deutlich mehr Licht durch, als ein 200mm-Objektiv. Zum einen sind bei dem Tele-Objektiv aufwändigere Linsensätze notwendig, erst recht bei einem Zoom, zum anderen macht sich hier die Physik bemerkbar, da ja nur ein kleinerer Ausschnitt erfasst wird (siehe Brennweite).

Nun werden auch die Preisunterschiede zu Lichtstarken Objektiven erkennbar: Lichtstarke Objektive benötigen große Frontlinsen, noch mehr, handelt es sich um Teleobjektive. Hier steigen die Preise exponential an. Ein 200mm-Teleobjektiv mit der Lichtstärke 2,8 kann gut 10 mal teurer sein, eines mit 2,0 gut 50 mal mehr als ein Teleobjektiv gleicher Brennweite mit 3,5 – 4,5.

2,8 oder was…
… was heisst das?

Die Zahl gibt das Verhältnis zwischen maximal möglicher Blendenöffnung und der Frontlinse an. Da die Blendenöffnung nie größer als die Frontlinse sein kann, kann die Zahl auch niemals kleiner als 1 sein. Meine uralte Minolta 7000i hatte ein Objektiv mit einer angegebenen Lichtstärke von 1,4 bei 50mm Brennweite, meine alte Balgenkamera mit relativ kleiner Öffnung von 2,8, heute liegen die meisten Objektive bei 3,5, die teureren bei 2,8; 2 …
Allerdings sagt die Lichtstärke nicht unbedingt etwas über die Qualität der Bilder aus. Man stelle sich folgendes Extrembeispiel vor: Eine Frontlinse mit 100mm Durchmesser und eine Blendenöffnung in gleicher Größe. Was soll da wo abgelichtet werden? Es käme zu Verzeichnungen und Unschärfen.

Warum überhaupt ein lichtstarkes Objektiv? Einerseits ist noch ein Fotografieren in der Dämmerung oder schlechten Lichtverhältnissen mit annehmbaren Belichtungszeiten möglich, andererseits ist das Sucherbild in der Regel deutlich heller.

Klar, der Mehrpreis steht oft in keinem Verhältnis zum Nutzen, aber in der Profi-Fotografie, wo jeder Vorteil von Bedeutung ist, ist das eine Art Investition, die sich durch entsprechende Honorare wieder auszahlen kann.
Und, auch der ambitionierte Hobby-Fotograf findet seinen Einsatz, solche Bilder sind nur mit einem lichtstarten Objektiv möglich.

Sternenhimmel

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