Kleine Süd-Deutschland Tour

Zweieinhalb Monate Südwest-Deutschland und die Erkenntnis, das die Idee mit dem Anhänger doch nicht so gut gewesen ist.

Wir eierten nach den letzten Erledigungen so über Hessen, einem Stück Bayern Wochen durch Baden Württemberg. Tagelang standen wir an schönen Plätzen und fuhren nicht mehr als 50 – 70 Kilometer an einem Tag. Wir genossen das schöne Wetter, faulenzten, liefen ein wenig und unternahmen kleine Moped-Touren.

Abendromantik

Abendromantik

Wir hatten aber auch solch ein Glück mit dem Wetter, nahezu nur Sonnenschein. Nur an einem Tag wurden wir von einem Gewitter überrascht, ansonsten schienen die Gewitter Angst vor uns zu haben und zogen an uns vorüber.
Sicherlich ist das kein Vergleich zum grandiosen nordamerikanischen Kontinent, das ist schlicht nicht vergleichbar. Aber Deutschland ist wirklich schön, wir genossen einfach die Ruhe und ungezwungene Langsamkeit des Seins. Wenn man über Monate hinweg rote Steine und Wüste gesehen hat, dann ist das viele Grün eine Wohltat für die Augen.
Dazu die vielen kleinen Orte mit ihrem Fachwerk, die uns eher an Disneyland erinnerten. Kein Wunder, dass in diesen Orten so viele Amerikaner herum liefen 😉
Nur die Weitsicht, die fehlte uns ein wenig…

Rotenburg-Fulda

Rotenburg-Fulda

Interessant, dass wir immer wieder durch Gegenden und Orte gefahren sind, wo wir schon etliche male gewesen oder durchgefahren sind. Kann sich ja auch kein Mensch merken. Nur dieses Mal hatten wir die Zeit, diese richtig zu erkunden.

Da sind so nichtssagende Namen wie Münsingen (großer Stellplatz, kostenlos, sogar mit WiFi!) oder Munderkingen mit seinem einsamen Stellplatz. In Schwäbischen Alb hielten wir uns bestimmt 2 Wochen auf. Hier sollte man Blaubeuren mit dem Blautopf keinesfalls auslassen. Abgefahren sind wir ebenso einige Orte, die ich schon in in dem Bericht Südwest-Deutschland erwähnt hatte.
Schwäbisch Gemünd mit seiner Altstadt ist wieder solch ein Tipp, bisher sind wir dort nur immer vorbei gefahren, Fehler! Dort gibt es auch einen Stadtnahen Stellplatz.

Schwäbisch Gemünd

Schwäbisch Gemünd

Eigentlich wollten wir ja mit den Motorrädern und dem Anhänger nach Portugal, aber  es stellte sich heraus, dass dies mit dem Anhänger keine gute Idee gewesen ist.
Das Befahren der kleinen Straßen ging ja noch, wobei U. dabei nicht wohl war. Meist bin ich sie eh alleine gefahren, weil sie mit dem Motorrad zum nächsten Stellplatz gefahren ist. Aber die Stellplatzsuche gestaltete sich doch recht schwierig, wo wir mit unseren 12m unterkommen konnten. Mal unterwegs eben einkaufen war ebenso nur selten möglich.  Unser Anhänger hat nicht so viel Bodenfreiheit für das, was wir vor haben. Dafür ist der einfach nicht geeignet.
So beschlossen wir, wieder nach Oldenburg zurück zu fahren und den Anhänger und ein Motorrad zu verkaufen. Ich werde dort die Plattform anbringen und dann fahren wir mit nur einem Motorrad wieder los. Zu allem Übel hatte ich mir auch noch eine Krone ausgebissen, die wird dann auch gleich repariert.
Lustig hier, Ulrike meinte bei der Abfahrt: „Spätestens November willst Du wieder zurück…“
Ich hätte nie gedacht, dass mir der Anhänger so früh und überhaupt auf den Keks gehen wird. Dann hätte ich die Plattform und die Kfz-Briefe gleich mitgenommen und wir hätten uns die Rückfahrt nach Oldenburg sparen können. Verkaufen kann man überall!
Portugal kommt dann halt später…

Wir also fuhren wieder nördlich und verweilten mit etlichen Motoradtouren in den Spessart sowie Rhön und tuckerten am Main entlang. Wir hatten allerbestes Wetter, aber die Stellplätze waren seltsamerweise auch in den Orten relativ leer. Überall gibt es kostenlose Stellplätze unmittelbar am Fluss, aber nichts los. So standen wir teils Tage völlig alleine in toller Landschaft mit Ausblick auf den Main. Warum mag denn niemand in diese wunderschöne Gegend? Uns soll es recht sein 🙂

In Fulda standen wir auch ein paar Tage, dort sind wir in der Vergangenheit immer nur vorbei gefahren. Fehler! Fulda hat eine wunderschöne Altstadt, einen Dom, dazu das Schloss mit dem Schlosspark und man kann wunderbar an der Fulda entlang bummeln oder Radtouren unternehmen. Der große stadtnahe Stellplatz, der auch für große Wohnmobile geeignet ist, ist ebenso eine Empfehlung. Nur die Entsorgung, die ist echt ein Witz!

Schlosspark

Schlosspark Fulda

Hier in Fulda lernten wir Holger und Petra  in ihrem Morelo kennen, ein richtig nettes Pärchen, die ebenso ihre Zelte abgebrochen hatten und in ihrem Wohnmobil leben. Wie das denn so ist, gefiel ihm meine Scambler FT so gut, dass er meinte, die wäre was für seinen Sohn. Der hat sie dann in Minden besichtigt und so wurde sie unbürokratisch by the way gleich dort verkauft. Brief, Ummeldung, konnte warten bis wir wieder in die Nähe Oldenburgs kommen 😉
Sowas sollte man beiderseitig eigentlich nicht machen, aber wir hatten solch einen guten Draht zueinander!

Das Wetter hatte sich zur Hölle entwickelt, es wurde unerträglich heiß. So heiß, dass wir auf den Campingplatz am Humboldtsee mit Badesee bei Salzhemmedorf (Niedersachsen) geflüchtet sind und dort drei Tage lang nur gefault und gebadet hatten. Der Campingplatz ist eine unbedingte Empfehlung! Supernette Betreiber, tolle Gegend, sehr großzügig und mit 20 Euro inklusive Duschen sowie WLAN sehr preisgünstig!

Über unserem Lieblings-Stellplatz in Bühren nahe der Weser, wo wir natürlich auch wieder ein paar Tage blieben, tuckerten wir dann mit Zwischenstopp wieder mal über den Platz an der Thülsfelder Talsperre nach Oldenburg zurück. Dort standen wir im Schatten, nur so waren die 35 Grad auszuhalten.
In Bühren durften wir noch ein Jahrhundertereignis erleben, einen Blutmond mit der längsten Mondfinsternis und dazu gesellte sich noch ganz nahe der Mars.

Blutmond

Blutmond

Wir haben uns mittlerweile so an das Leben in unserem Zuhause Bimo gewöhnt, dass wir für die zwei Wochen nicht im Steinhaus wohnen werden und hatten uns auf einen Stellplatz in Wardenburg und Oldenburg gestellt.
Ich musste ja kurz ins Steinhaus, Brief für die Scrambler besorgen und verschicken. Der kurze Besuch hatte mir echt gereicht, gut, dass wir dort nicht einziehen müssen.
By the way wurde nun auch der Anhänger verkauft. Jetzt heißt es warten bis die Krone fertig ist, dann die Plattform mit Moped drauf, ein paar Freunde die auf dem Weg liegen besuchen und dann endlich gen Portugal.

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5 Kommentare

  1. Thomas Emmenthal

    Hallöchen,
    ich kann das nur bestätigen, Deutschland ist wunderschön. Man lässt es einfach zu häufig rechts liegen. Wobei ich dann lieber mit dem Bimobil und dem Fahrrad unterwegs bin. Gerade mit dem Rad kommt man in Ecken, die mit dem Motorrad nicht erreichbar sind. Habe vor ein paar Jahren das Motorradfahren zu Gunste des Radfahrens aufgegeben.
    Eure Bilder sind mal wieder Spitzenklasse, insbesondere das vom Blutmond.
    Viele Grüße und weiter so, Thomas

    • Hi Thomas,
      danke Dir für das Löbchen!
      Stell Dir vor, gerade gestern haben wir uns zwei neue Räder gekauft 🙂
      Die nächsten Tage wird auch das zweite Moped verkauft. Das Bimo ist mit der Bühne und dem Moped zwar nicht überladen, aber damit wirklich an der Grenze und das Feldwege fahren macht damit keinen Spaß. Das Gehampel mit der Befestigung ist auch nicht mehr meine Welt.
      Nach 45 Jahren Motorrad bedeutet es zwar auch wieder einen neuen Lebensabschnitt, aber die Räder werden wohl die bessere Wahl sein.
      Viele Grüße, Michael

      • Thomas Emmenthal

        Hallo Michael, ich bin 30 Jahre fast ausschließlich Motorrad gefahren und beim Verkauf meiner BMW in 2012 kam schon das ein oder andere Tröpfchen. Immerhin hatte ich die 12 Jahre und hatte viel investiert. Aber bei den letzten Ausfahrten war ich schon immer recht unkonzentriert und habe mehr ans Radfahren gedacht. Bereut habe ich den Verkauf bis jetzt nicht. Radfahren, ach mit Gepäck und dann für mehrere Wochen ist einfach herrlich und für mich (bzw. uns) und super entspannend. Man kommt einfach viel besser mit Land und Leuten in Kontakt.
        Viele Grüße, Thomas

  2. Hallo Mikesch,
    Ihr ward am Main, ward Ihr auch in Unterfranken?
    Wunderschöne Gegend (auch schöne Stellplätze) da komme ich nämlich her!

    Eine interessierte Frage:
    Du erzählst immer vom „Steinhaus“ – habt Ihr noch eine Meldeadresse, eine Wohnung, wo Ihr im Notfall hinkönnt, wohin Eure Post geht?

    • Moin Margit,

      Unterfranken hatten wir nur gestreift, da wir auf dem Weg zu Bimobil waren. Die Gegend kennen wir aber sehr gut, da wir mal 2 Jahre in Nürnberg gewohnt hatten. Wirklich tolle Gegend!

      Wir hatten unser Haus mit einem unentgeltlichen lebenslangen Wohnrecht für eine Wohnung verkauft. Kam dann weniger bei raus, aber uns reichte es.
      Man wird ja nicht jünger, da ist es sinnvoll, noch ein Rückzugsgebiet zu haben. Mit 80 möchte ich auch nicht auf Wohnungssuche gehen und einen neuen Hausstand einrichten.
      Das Thema Meldeadresse hat sich so auch erledigt…

      LG vom Mikesch

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