Routenplanung und Navigation über 3,5 Tonnen

Auf unserer Nordamerika-Tour war das alles in Vergessenheit geraten, irgendwelche Beschränkungen in Bezug auf Höhe oder Gewicht. Um so schlimmer fallen mir die Beschränkungen jetzt in Deutschland auf. Auf vielen meiner Strecken ist alles mit über 3,5 Tonnen verboten durchzufahren. Ich entwickel mich langsam zum Anarchisten, zumindest die Gewichtsbeschränkungen interessieren mich nur noch wo ich sie für angebracht halte und fahre meist da lang wo mir nach ist oder mein Navi mich durch führt.

Wohnmobil Beschränkungen

Wohnmobil Beschränkungen

Aber der Weisheit letzter Schluss ist das auch nicht, zumal es ja auch etliche Höhenbeschränkungen gerade auf den kleinen Nebenstraßen gibt.

Wäre es doch toll, gäbe es ein Navi, wo man seine Fahrzeugdaten eingeben kann und dies dann unter Berücksichtigung der Beschränkungen die Route plant. Klar, gibt es doch, kommt bestimmt der Einwand. Sicherlich gibt es die, nur, ob ich da etwas eingebe oder in China der bewusste Sack Reis umfällt, ist nahezu das Gleiche. Mein alter Bericht aus 2015  bezüglich LKW/Wohnmobil-Navis hat scheinbar immer noch seine Gültigkeit.

Die Datenbestände der Beschränkungen sind gefühlt uralt und gerade, wenn man sich mit seinen Wohnmobil im Bereich 3,5 – 7,5 Tonnen bewegt, versagen sie. Ich hatte ja schon einige getestet, vor allem mit den mir bekannten Beschränkungen, aber nicht eines konnte mich überzeugen. Nichts ist schlimmer, als vor einer Brücke zu stehen und zig Kilometer wieder zurück fahren zu müssen. Im Ausland versagen sie dann vollends.

Aber es gibt eine Lösung, nicht wirklich komfortabel, aber zumindest hilfreich und recht verlässlich.

Es handelt sich um das Open Source Projekt OSM Truck QA Map auf Grundlage von Open Street Map. Man kann hier seine Wohnmobil-Abmessungen und Gewicht eingeben sowie bestimmte Layer wie Durchfahrtshöhen aktivieren. Die Strecken oder Punkte werden farblich markiert, bei Blauen bestehen Beschränkungen, die Roten zeigen Beschränkungen nach der eingestellten Vorgabe an. Bei Klick öffnet sich ein PopUp mit den genauen Daten.
Insbesondere für die Steckenplanung im Ausland ist sie sehr nützlich.

Leider funktioniert das nur online und eine Routenberechnung kann ebenso nicht durchgeführt werden. Aber man kann so die Strecke, die das Navi ausgegeben hat, sehr gut überprüfen und eine Alternativroute berechnen lassen. Die Oberfläche ist auch so recht hilfreich, da man sich im Vorfeld über Beschränkungen an der Strecke oder Zielort informieren kann. Wie gesagt, umständlich, aber für mich immer noch die beste und verlässlichste Art für die Routenplanung mit einem schweren Wohnmobil.
Ich gebe zu, auch hier habe ich Fehler entdeckt, allerdings halte ich diese Daten für aktueller, da sie auch von den Nutzern gepflegt werden können.

Ich frage mich, warum können die Daten nicht in ein Navi aufgenommen werden und sinnvolle Strecken errechnet werden? Da leben wir auch im Jahre 2018 wohl immer noch in der Steinzeit 😉

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2 Kommentare

  1. Ich finde die Smartphone-App CoPilot ganz gut. Da kann ich eingeben, wie groß und schwer mein Fahrzeug ist und bekomme auf dieser Basis eine passende Route vorgeschlagen. Allerdings fehlen da auch oft aktuelle Daten. So habe ich es erlebt, dass mich die App immer wieder hartnäckig auf eine wegen einer Baustelle gesperrte Straße leiten wollte. Das war lästig.

    • Moin,
      hierzu habe ich bereits einmal etwas geschrieben, da ich sie ausgiebig getestet hatte. Die Fehlerquote im Vergleich gespeicherter Beschränkungen und der Realität war mir einfach zu groß und für mich daher schlicht untauglich.

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