Reisebericht Spanien Aragonien und Katalonien

Der Reisebericht über den nordöstlichen Teil Spaniens, die Bergwelten Aragoniens und Kataloniens.
Der traumhaft schöne Ort Albarrazin, die Pinturas Rupestres
Die Sehenswürdigkeit Nacimiento del Rio Tajo befindet sich im vorherigen Reisebericht, da ich den Reisetag nicht splitten wollte, sind ja auch nur hundert Meter in Aragonien…

Vorheriger Reisebericht: Spanien Kastilien – La Mancha

Wer sich für Spanien insgesamt interessiert, unter dem Hashtag Spanien oder unten im Bericht sind alle Spanien-Reiseberichte zu finden.

03.03.2019 – Albarrazin – 35 km

Wir hatten diese Nacht so um -4 Grad, mit dem Reif im Gegenlicht der aufgehenden Sonne hatte dies fast etwas mystisches.
Wir hatten auch lange kein Eis mehr am Kamin der Truma. Aber kaum kroch die Sonne höher, wurde es schnell richtig warm.

Die kleine Straße führte weiter durch die faszinierende Bergwelt und kurz vor Albarrazin durch eine Schlucht.

Albarrazin ist ein Dorf aus andalusischer Zeit mit einer mehr als tollen Altstadt. Anders als viele andere spanische Städte, ist diese Stadt nicht weiß, sondern in dem natürlichen Terracotta-Braun der Felsen der Umgebung gehalten.
Mit den Gassen, der alten Stadtmauer und Burg erinnert Albarrazin eher an Disney-World. Albarrazin ist für uns einer der schönsten Orte, die wir auf unserer Rundreise der iberischen Halbinsel besucht haben.
Entschuldigt die vielen Bilder, aber ich konnte nicht anders. Ich habe so viele Bilder gemacht, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte, welche ich veröffentliche.

Ganz spannend ist der Tunnel, der durch den Felsen unter das Dorf hindurch führt. Zuerst dachte ich, passt nicht, aber wenn man schön mittig fährt geht es auch bis 3,5 m. Es darf nur nichts entgegen kommen…

Nach einem Mittagsschlaf und anschließendem Schoko-Eis mit Sahne unternahmen wir noch eine Wanderung durch die Schlucht um den Ort, kletterten dann auf einem Pfad wieder hoch und zurück zum Parkplatz.
Einfach nur toll…

Wir wollten eigentlich auf dem großen Parkplatz in Albarracin übernachten, ja, auch wenn die Schilder darauf hinweisen, dass es nicht erlaubt ist. Es würde nicht stören, einige Wohnmobile die dort standen, sind bestimmt nicht weg gefahren. Im Tourismus-Büro wies man uns aber darauf hin, dass wir besser einen anderen Platz wählen sollten.
Wir sind dann einen Kilometer weiter auf einen Parkplatz im Abseits gefahren, wo man sehr ruhig in netter Umgebung stehen kann (GoogleMaps) und das Übernachten toleriert wird.
Ein offizieller Stellplatz befindet sich nur 500 m weiter auf einen Felsen mit herrlichem Blick auf die Schlucht und Albarracin , aber es sind Ferien und der Stellplatz war mit Kletterern voll belegt.
Die VF-TE-05 weiter hoch befinden sich nur ein paar Kilometer entfernt weitere 2 nette Parkplätze im Gebiet der Pinturas Rupestres.
Das Übernachten ist dort aber verboten und die Guardia Civil schaut dort auch vorbei!

04.03.2019 – Pinturas Rupestres – Alcaniz – 210 km

Wir sind zunächst die 5 km zu den Pinturas Rupestres gefahren.
Die Pinturas Rupestres bestehen aus irren roten Felsformationen in einem Waldgebiet. Wie der Name schon sagt, findet man hier überall Petroglyphen, also Felszeichnungen.
Man kann auch von unserem Stellplatz aus durch eine traumhaft schöne Schlucht hinauf wandern, wir waren heute aber einfach zu faul, denn die Tour beträgt hin und zurück locker 12 km und es sind 200m Höhenunterschied zu überwinden.

Wir sind die kleine Bergstraße, wo unser Bimobil gerade so drauf passte, ca. 35 km weiter nach Teruel gefahren. Die Straße ist einfach nur traumhaft, aber leider keine Parkplätze! Ich bin dann einfach auf der Straße stehen geblieben und habe einige Fotos geschossen.

Anmerkung:
In dieser Bergwelt, die sich von Cuenca bis Teruel hin zieht, könnte man Wochen mit Wandern verbringen!

Südlich von Teruel befindet sich ein Gebiet von farbigen erodierenden Limestone, ca. 100 Millionen Jahre alter Sandstein. Das ist ein kleines Stückchen Utah in Spanien, das sieht einfach nur irreal phantastisch aus.
Anschließend wollten wir nach einer Wanderung in diesem Gebiet in Teruel über Nacht bleiben.
Aber was war? Keine Parkplätze, keine Zufahrten und alles Privatbesitz.
Der einzige Weg in ein Stückchen dieses traumhaften Gebietes hinein, war zu schmal für unser Bimobil. So blieben uns nur die Ausblicke aus der Ferne, schade, schade…

Da es jetzt noch viel zu früh war, überlegten wir, wohin? In Teruel bleiben?
Never! Die Stadt und auch der dortige Stellplatz laden nicht gerade zum Verweilen ein.
Wir standen vor der Entscheidung: Weiter Richtung Norden, nach Huesca, denn es gibt dort noch einiges zu besichtigen, oder nordöstlich, die Richtung, die wir ja eh mal einschlagen müssen.
In Anbetracht des aufkommenden kühlen, sogar mit Schnee, Wetters, entschlossen wir uns für Nordost, nach Alcaniz, wo es auch einen Stellplatz mit VE gibt.
Die Fahrt führte zunächst ca. 30 km über eine langweilige, verbaute und schmuddelige Hochebene, bevor es dann wieder bergig wurde.
Unbesiedelt und eine traumhafte Bergwelt! Wir waren immer auf der Suche, hier einen Platz zum Übernachten zu finden, aber nichts, kein Weg abseits der Straße.

Landschaft an der N211

Das waren rund 70 km durch eine Traumlandschaft mit den unterschiedlichsten Berg-, Gebirgs- und Gesteinsformationen, sogar mit gelb, blau, grün und rot, dazu alles zusammen geschichtet war dabei.
So etwas hatten wir bisher nur in dem Escalante National-Park oder wo kein Touri in der Regel hin kommt in den USA gesehen!
Ohne Bilder kann man sich den Natur-Wahn gar nicht vorstellen…
Dazu einige pittoreske Bergdörfer und Lost-Places, eine wunderbare Strecke!
Und wieder, keine Gelegenheit, mal anzuhalten um ein paar Fotos zu schießen oder gar abzubiegen, nichts, nadda…
…die mit dem iPhone heraus geschossenen Bilder sind leider nichts geworden.
Ich kann ja auf der N-232, eine Hauptverbindungsstraße, wo die LKW lang donnern nicht einfach stehen bleiben!

Der Stellplatz in Alcaniz (GoogleMaps) hat eine hervorragende VE. Nicht unbedingt ruhig, aber für eine Nacht und zur Stadtbesichtigung völlig ok.
Man achte auf die Verkehrsführung, man muss einmal um den Block!

05.03.2019 – Embalse de Mequinenza – 45 km

Die N211 führt durch eine traumhaft schöne Wild West Landschaft. Gelblich braune, oft runde Felsen und Hügel bestimmen das Landschaftsbild. Dazwischen Grün und immer mal wieder ein Lost Place. Schade schade, auch hier keine Möglichkeit, einmal anzuhalten.
Ulrikes iPhone-Bilder können das leider nur bedingt oder gar nicht wiedergeben.

Nach ca. 40 km erreicht man den Stausee Embalse de Mequinenza, durch den der Ebro fließt, ein Paradies für Angler. Über GoogleMaps hatten wir uns zuvor einen traumhaft schönen Platz ausgesucht.
Von hier aus kann ein wenig laufen und diese tolle Landschaft und Aussichten genießen.
Hinweis: Die wenigen Zufahrten sind für Wohnmobile gesperrt und das Campen ist überall verboten. Deshalb gebe ich hierzu keine Koordinaten bekannt. Ich denke, jetzt zu dieser Zeit ist das Nächtigen ok, im Sommer dürfte hier verständlicherweise die Hölle los sein und die Guardia Civil das Camp-Verbot durchsetzen.

Was für ein herrlicher Tag, Abends gönnten wir uns dann noch jeder ein je 350 gr. Steak

Steak

06.03.2019 – Cervera – 150 km

Nach ca. 30 km gelangt man über eine Brücke an das Ende des Stausees. Hier befinden sich übrigens viele nette Plätze am Ebro. Dann geht es stetig bergab in eine Ebene in deren Mitte die große Stadt Lleida liegt. Diese Ebene ist wieder typisch, trostlos und passend zum heutigen grauen Wetter. Nur die beginnende Obstblüte bringt einige Farbtupfer.

Cervera hatten wir uns ausgesucht, weil es hier in Autobahnnähe einen netten Stellplatz mit VE gibt.
Mittlerweile befinden wir uns in Katalonien und da sind die Orte noch trostloser als sonst schon.
Cervera hat drei Sehenswürdigkeiten, eine Kirche, das alte Universitätsgebäude und ein altes Fabrikgebäude. Da wir uns wenigstens ein Mal am Tag bewegen möchten, sind wir durch den Ort gelaufen. In die Fabrik kommt man nicht hinein und aus dem alten Universitätsgebäude hat mich eine Putzfrau unwirsch heraus geworfen. Aber das sah schon interessant aus.

Cervera selbst ist so etwas von herunter gekommen, bei diesem Grauwetter wirkt es wahrscheinlich noch trostloser. Wobei, betrachtet man diese Hässlichkeit unter einem anderen Blickwinkel, ist Cervera durchaus eine Sehenswürdigkeit. Vergammelte und verranzte Häuser, muffelige und genau so „eigenwillig“ aussehende Menschen und überall Video-Überwachung. Fahnen, Schleifen und Graffitis zeugen von dem Unabhängigkeitswillen der Katalanen.
Was ich mich bei der Vielzahl der Überwachungskameras frage, sind die Menschen hier wirklich so kriminell? Überall blinkt es von den Kameras und alleine an einer Hausfront hatte ich 12 Kameras gezählt. Das ist ja noch schlimmer als sonst in Spanien, wobei, betrachte ich mir den Ort mit den hier wandelnden Menschen, wundert es mich nicht.

07.03.2019 – Monistrol de Montserrat – 65 km

Eigentlich hätten wir gestern auch die paar Kilometer weiter fahren können. Aber na gut, dann hätten wir diese tolle Stadt Cervera nicht gesehen…
Monistrol de Montserrat liegt ca. 30 km westlich von Barcelona und ist der Startpunkt zur Besichtigung des Klosters Montserrat.
Aus ca. 15 km Entfernung konnte man schon die tolle Bergwelt erahnen.

Nördlich vom Ort befindet sich die Station für die Zahnradbahn hoch zum Kloster, auf dem großen Parkplatz darf man auch kostenlos nächtigen.
Die Zahnradbahn kostet zwar 11,- Euro/Person, ist aber bestimmt die bessere Wahl, da das Kloster Montserrat ca. 600 m höher liegt. Außerdem ist solch eine Bahnfahrt durch die Berge mal etwas Anderes und entspannter, als sich mit einem dicken Wohnmobil dort hoch zu quälen und auf Parkplatzsuche gehen zu müssen.
Wie wir später gesehen hatten, kann man aber zumindest gut runter laufen, der Weg führt teils imposant am Fels entlang.
Das Kloster Montserrat liegt inmitten einer imposant eigenwilligen Bergwelt und man genießt eine grandiose Aussicht.
Von hier aus führen etliche Wanderwege unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade in die Bergwelt und zu den Eremitagen.
200 Höhenmeter waren U. zuviel, so bin ich denn ein Stück alleine ein paar Kilometer zu einer Ruine gelaufen.

Das Kloster Montserrat ist riesig, hier leben sogar noch rund 80 Menschen.
Klar, dass bei einer solchen Sehenswürdigkeit großer Rummel herrscht, aber im Moment war es noch recht erträglich. In der Saison möchte ich hier nicht hin.
Um 13:00 Uhr lauschten wir dem berühmten Knabenchor. Eigentlich mag ich keine Kirchenmusik, schon gar keine Knabenchöre, aber die Jungs waren echt gut!
Sehr lustig anzuschauen war die Handy-Seuche, überall nur hochgehaltene Handys, das sah in einer Kirche schon etwas seltsam aus.

Nachdem der Knabenchor gesungen hatte, wurde die Kirche abgedunkelt und versprühte so ihren eigenen Reiz.

Hier ein paar Außenansichten:

Religion ist für etwas unverständliches, kann ich einfach nicht nachvollziehen, was in den Köpfen vorgeht.
Warum hunderte Menschen Schlange stehen, um eine schwarz angemalte Holzfigur anzuquatschen, verstehe ich einfach nicht.
Warum ebenso viele Leute für 3 Euro ne Kerze kaufen und in ein Regal stellen, ebenso wenig. Aber gut, dies sieht wenigstens noch gut aus.

Die Kunstwerke, die überall verteilt sind, sei es als Büsten, Ornamente und und und, hat mich schon überwältigt. Erstaunt war ich über die vielen nicht christlichen Kunstwerke oder aber christlich, jedoch sehr modern.

In der Kirche hingen überall Leuchter, jeder anders, bestimmt um die 40 Stück und jeder völlig anders. Ich konnte mich an ihnen gar nicht satt sehen, am Liebsten hätte ich alle fotografiert, besser, gleich eingepackt…

Wenn ihr meint, ich hätte jetzt viele Bilder gemacht, also, so 300 hätte ich mehr machen können.
Ein Kunstwerk fand ich ganz lustig, die optische Täuschung ist mir zwar bekannt, hatte ich aber noch nicht so gesehen. Egal wo man sich befindet, die Figur schaut einen immer an. Die Figur ist oben im Ganzen zu sehen.

Vor unserem Besuch des Klosters war ich ja eher skeptisch, aber ich muss sagen, das hat sich wirklich gelohnt!

08.03.2019 – Vilassar de Mar – 64 km

Vilassar de Mar liegt ca. 25 km nördlich von Barcelona in verbauter Gegend, liegt am Meer und hat einen neuen Stellplatz mit WiFi, Waschmaschine und überhaupt alles was man so braucht (GoogleMaps). Man steht eingezäunt, abgesperrt und Video-Überwacht in feiner Tetris Manier. Also so richtig, was wir gar nicht mögen. Jetzt ging es allerdings, es standen nur 5 Wohnmobile auf dem Platz und es ist wirklich ruhig hier.
Die Wäsche musste mal wieder gewaschen werden und wir wollen uns Barcelona ansehen. Barcelona ist wohl in der Tat ein heißes Pflaster und da möchte ich mit dem Wohnmobil nicht hin, geschweige über Nacht bleiben oder parken. Langsam werde ich in Spanien selber zum Sicherheitsmensch und da ist es mir lieber, das Bimobil steht eingesperrt auf einem Platz wenn wir den ganzen Tag unterwegs sind.
Nicht weit entfernt befinden sich Einkaufsmöglichkeiten wie z.B. ein LIDL und ALDI und das Meer ist auch nah.
Ganz wichtig, in nur 700 m entfernt der Bahnhof. Für 3,50 Euro/Person/eine Fahrt kommt man ohne umsteigen in ca. 1/2 Stunde direkt zu den Sehenswürdigkeiten.

Waschtag
Waschtag

09.03.2019 – Barcelona

In Barcelona war ich zuletzt vor 40 Jahren und damals hatte mir die Stadt so richtig gefallen. Die Altstadt hatte mich damals echt geflasht.
Wir wollten nun wissen, wie es heute ist und es ist denn die letzte Stadt in Spanien, die wir besuchten.
Sie ist gewachsen, ein oft unschöner und schmuddeliger Moloch mit all den zusammen gewachsenen Orten.
Aber die Altstadt ist immer noch phantastisch schön, überall findet man Spuren des Architekten Gaudi, kunstvolle Fassaden oder versteckte Kunstwerke an den Simsen.
Ich hätte tausende Bilder schießen können und ich musste mich schwer zurück halten. 250 sind es trotzdem geworden, so ist selbst die abgespeckte Galerie im Reisebericht doch etwas größer geworden.

In den alten Gassen fühlt man sich in der Zeit zurück versetzt, es ist im Abseits des Trubels sogar recht ruhig. Es finden sich Restaurants und ganz versteckt viele Kunstwerke.

13 Kilometer sind wir durch die Stadt gelaufen und haben nur einen klitzekleinen Bruchteil gesehen. Bei dem Rummel haben wir die Sehenswürdigkeiten noch nicht mal von innen gesehen. Aber unser kleiner Geist hätte das eh nicht alles erfassen können.
Die 1870 mit dem Bau angefangene Kirche Sagrada Familia mit den zig skurrilen Türmen müsste man eigentlich einen ganzen Tag mit einer Drohne umfliegen um all die Kunstwerke zu sehen und das Bauwerk auf sich wirken zu lassen.
Allerdings dürfte unser Geist all die Kunstwerke und Feinheiten gar nicht erfassen können. Hier hat sich künstlerischer Wahn in Stein manifestiert. 2026 soll sie fertig sein, vllt. müssen dann noch mal wieder kommen…

Neben den Bauten, die Gaudi geschaffen hat, sollte man auch den Markt nicht auslassen. Eingefasst in einer kunstvollen Stahl-Konstruktion wird hier von Fleisch, Fisch und Milchprodukte alles angeboten. Vor allem hochwertige Produkte, zumindest dem Preis nach. Das 400gr. Stück leckeren Schinken für 275,- Euro war uns dann doch zu viel…
Die Leckereien kann man auch gleich vor Ort (ver-)köstigen.

Nach Stunden des Laufens waren wir froh, wieder dem Trubel und den Eindrücken entfliehen zu können.

Barcelona-U-Bahn

11.03.2019 – La Jonquera – 135 km

Die nächsten rund 30 km entlang der Küste sind furchtbar. Völlig hässlich verbaut und viel Verkehr. Die paar Euro für die Autobahn schonen die Nerven.
Danach lockert die Bebauung auf und es wird entspannter. Hinter Figueras wird die Landschaft wieder richtig schön, es wird bergiger und es beginnen die Ausläufer der Pyrenäen.
Wer sich den Abstecher gönnen mag und das als Tipp, ab Torremolinos Richtung Norden beginnt der schönste Teil der Costa Brava die man auf einer kurvigen kleinen Straße an den Felsen und durch Kiefern mit Blick auf das Meer mit seinen Buchten entlang fahren kann.
Es folgt Dalis kleiner gemütlich hübscher Residenzort Cadaques und das Cap de Creus. Bei Portbou mit dem irren Bahnhof dann nach Frankreich.
Einige Infos und Bilder findet ihr im Reisebericht Frankreich mit Motorrad->, ab Tag 20.
In dieser tollen Gegend und dem Teil der Pyrenäen haben wir in einigen Jahren schon Wochen verbracht. Nun ja, wir müssen ja leider nach Deutschland…

Nicht weit südwestlich von La Jonquera liegt ein Stausee, hier hatten wir uns über GoogleMaps einen Übernachtungsplatz ausgesucht. Menschenleer im Abseits und nur Natur um einen herum.

Das war es denn auch mit Spanien, das nächste Etappenziel war dann Frankreich, wohin auch der nächste Reisebericht führt:

Frankreich, von Süd nach Nord -> (In Bearbeitung)

Auf unserer Tour begegneten uns die unterschiedlichsten Menschen, für mich einfach faszinierend.
Auf Hinweis habe ich die Bilder aus den Galerien heraus genommen und sind lediglich für Freunde, Bekannte und den treuesten Lesen unseres Blog sichtbar.
Wer sich von jenen für diese Eindrücke interessiert: Sendet mir eine Mail an info ät bimo-on-tour.de, dann bekommt ihr das Passwort.
Leute die ich nicht kenne oder mit denen ich sonst nicht in Kontakt stand, brauchen es nicht versuchen, die Mails werden auch nicht beantwortet.
Sorry, bedankt euch bei der EU…
Der Link zur Seite: People->

Schlussbemerkung und Fazit zu Spanien

Wir waren nun gut 2 1/2 Monate in Spanien, von Galizien im Nordwesten, den Süden mit Andalusien und Teile des Inlands parallel zur Mittelmeerküste unterwegs.
Diese Zeit war viel zu kurz, um das Land mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten, sei es Natur oder kulturell, kennen zu lernen, dazu braucht man mindestens ein Jahr!

Der Nordwesten ist in einem Streifen zur Küste recht aufgeräumt und eigentlich recht nichtssagend. Der Reiz besteht in der wilden Küste und seinen traumhaften Stränden.
Der Wohnmobil-Fahrer findet hier Ruhe und viele einsame Plätze vor. Das weitere Hinterland mit den Bergen ist wilder und ursprünglicher, hier sollte man aber eher im Sommer hin, da es im Winter weiß und frisch werden kann.

Das Festland, vor allem im Süden bis in den Norden hinziehend erinnert in vielen Teilen mit seinen Wüsten, Gebirgszügen, Felsformationen und Sandstein-Erosionen an die USA, nur in klein halt.

Das Erkunden der Schönheiten gestaltet sich leider teils schwierig. Die Spanier haben es einfach nicht drauf, vielleicht sehen sie ihre Naturschönheiten auch nicht wirklich.
Gerade dort, wo die Natur in Ekstase verfallen ist, gibt es kaum Parkplätze oder Wanderwege. Überhaupt sind Parkplätze an den Straßen Mangelware, mal eben für ein Foto anhalten ist seltenst möglich.
Sind Wanderwege vorhanden, ist die Auszeichnung oft schlecht, wenn es irgendwo Erklärungen zu Sehenswürdigkeiten gibt, sei es für die Natur oder kulturell, alles in spanisch, seltenst in englisch. Da müssen die Spanier noch viel lernen, sollen mal in die USA reisen, wie sie es machen!
Das klein Utah bei Teruel z.B. ist schlicht der Wahn, aber es gibt keine Möglichkeit, diese Sehenswürdigkeit zu erkunden! Wären die Spanier schlau, böten sich sich hier viele Möglichkeiten an, Devisen zu erwirtschaften…
Wie gesagt, vielleicht fehlt ihnen auch das Auge oder Gespür. Viele Orte könnten richtige Schmuckstücke sein, wenn sie ihre alten Häuser zumindest mit Blumen oder Schmuck verzieren würden.

Diese Einlassung ist natürlich völlig subjektiv!
Wie in jedem großen Land, finden sich in Spanien die unterschiedlichsten Volksgruppen.
Im Norden waren die Menschen richtig freundlich und offen. Ab Andalusien wurden sie eher muffelig. Dazu laut ohne Ende, vor allem die Frauen. Egal, ob in der Stadt oder auf Wanderwegen in der Natur, ein endlos lautes Gequake und das alle gleichzeitig. Wenn man wenigstens in der Natur mal die Klappe halten könnte.
Bei Barcelona begegnete mir an einer Tankstelle eine richtig freundliche und offene Kassiererin, dass ich mich förmlich erschrocken hatte.

Die Infrastruktur ist im Gegensatz zu Frankreich oder Portugal im Inland eher bescheiden, richtige Supermärkte sind selten und auch die Möglichkeiten für eine Ent- und Versorgung wollen geplant sein.
Allerdings sind die Spanier in Bezug auf freiem Stehen recht tolerant und es bieten sich viele Möglichkeiten, jedenfalls im Inland.

Die Mittelmeerküste und Teile des nahen Inlands, vor allem ab Höhe Murcia bis hinter Barcelona ist Geschmacksache. Zigtausende Überwinterer können sich ja nicht irren. Tetris-Stehen, wildes (Tetris-)Stehen auf verbotenen Plätzen. Dazu verbaute Städte, Müll, Industrie und endlos Plastik, gerade im nahen Inland in den Ebenen…
…all das ist nicht unsere Welt, Wärme ist nicht alles, aber wer es mag…

Ich habe mir noch nie irgendwo Gedanken über Sicherheit gemacht. Aber Spanien ist schon recht auffällig. Die meisten Negativberichte habe ich über Spanien gelesen. Aufgebrochene Wohnmobile beim Einkaufen und selbst auf bewachten Stellplätzen.
Dazu Überfälle auf Touristen am hellichten Tag. Das kann immer und überall passieren, aber gefühlt scheint das in Spanien gehäuft vorzukommen.
Nachdenklich stimmen mich die allseits vergitterten Fenster, überall sind Video-Kameras angebracht und auf vielen Plätzen und Sehenswürdigkeiten läuft Security herum. Eine Policia-Streife ist mir sogar mal auf einem Wanderweg begegnet.
Am Kloster Montserrat, eher in Monistrol kam die Security zu uns und geleitete unser Wohnmobil zu einer Videokamera zum Nächtigen, außerhalb des Bereiches sei es nicht sicher.
Ist Spanien wirklich so kriminell und gefährlich? Wir haben zumindest keine negativen Erfahrungen gemacht, es stimmt uns nur nachdenklich…

Auch wenn wir einiges nicht so schön fanden, insgesamt sind wir fasziniert von diesem Land weil es viele wunderbare Ecken gibt. Wir kommen bestimmt wieder, aber dann mit mehr Zeit und um das Inland besser zu erkunden.

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4 Kommentare

  1. Elisabeth Städele

    Hallo Michael,

    Danke für die Spanienberichte. Es scheint, dass es euch hier in Spanien gut gefallen hat. Schade nur, dass dein Fazit bezüglich der Sicherheit auf Hörensagen“ und einem „Gefühl“ beruht und, zum Glück natürlich, nicht auf Eigenerfahrung. In Spanien gelten, wie übrigens auch auf der ganzen Welt, so auch in den USA 😉, beim Reisen die üblichen Sicherheitsvorkehrungen. Großstädte sind nun mal problematisch, Autobahnraststätten nicht zum Übernachten geeignet, uswusf..
    Und noch ein Tipp am Rande: ich würde darüber nachdenken, ob die von dir fotografierten Menschen mit der öffentlichen Zurschaustellung (ohne ihr Einverständnis) in einem Blogg einverstanden sind.
    Guß Elisabeth

    • Moin Elisabeth,

      danke Dir für Deinen Kommentar und die Anregungen.
      Sicherlich ist der Punkt Sicherheit rein subjektiv. Es beschränkt sich ja auch nicht nur auf die Großstädte. Dieses „komische“ Gefühl hatte ich bisher noch nie auf der Welt, egal wo.
      Sei es die Hexenkessel in Asien, New York oder San Franzisco. Es rührt halt daher, dass die Einheimischen das selber thematisieren. Überall die Video-Überwachung, sei es auf öffentlichem oder privaten Grund, die Stellplätze und dass Einheimische oder Menschen die hier leben die Sicherheit oft in Gesprächen erwähnen. Das ist ähnlich wie in Kapstadt, das in der Tat ein heißes Pflaster ist. Das habe ich bisher halt so noch nicht erlebt.
      So stellt sich mir einfach die Frage, wieso?

      Die Menschen werde ich in Tat besser heraus nehmen, oder überarbeiten. Finde ich eigentlich schade…
      Das sind fremde Menschen, auch für die Leser hier, niemand wird die abgebildeten Personen dem lebendigen Menschen zuordnen können. Selbst Bekannte oder Freunde jener werden meinen Blog kaum aufsuchen, es sind einfach nur Gesichter.
      Nach der deutschen Rechtsprechung ist die Darstellung in dieser Form sogar erlaubt, weil sie als Street-Photography das Leben darstellen soll. Leider hat die EU diese Form der Fotografie, anders als auf anderen Kontinenten, kaputt gemacht.

      Nochmals danke und viele Grüße aus Frankreich,
      Michael

  2. Hallo Michael,
    mal ein paar Worte zu Sicherheit in Städten, wir haben in unzähligen Städten oftmals schon mehrere Tage übernachtet und auch von unseren Stützpunkten Stadtbesichtungen unternommen. So auch in Barcelona. Wir hatten immer ein gutes Bauchgefühl, ähnlich wie irgendwo in der Pampa. Ein paar Regeln dazu. Wir steuern als erstes das Zentrum an,(außer bei Großstädten), wobei wir schnell erkennen ob hier was oder nicht, dann fahren wir vom Zentrum weg, suchen dann immer urbane Plätze mit viel Publikumsverkehr, nicht Touristenverkehr, auf. Das sind meist Nebenzentren an der Peripherie der City, mit Geschäften, Handwerksbetrieben und Wohnungen, in die sich ein Tourist eher weniger verirrt. Nach spätestens einem Tag kennt einen hier jeder, man fällt, hoffentlich positiv, auf, wie ein bunter Hund. Die Leute grüßen uns und wir grüßen zurück. Man trifft sich beim Bäcker oder morgens im Cafe. Oft kommt man ins Gespräch. Nie hatten wir Bedenken unser Fahrzeug alleine zu lassen. Es ist das gleich Bauchgefühl, dass du auch hast wenn du irgendwo stehst, nur dass wir es auch auf Grund unserer langen Erfahrungen auch in den Städten haben. Allerdings haben wir einen großen Vorteil, wir passen in jede Parkbucht und sind auf den ersten Blick nicht unbedingt als Camper erkennbar.
    Viel Spaß in Frankreich, dahin kommen wir im April.
    Liebe Grüße Jochen

    • Moin Jochen,
      in den Städten halten wir uns so wie Du mal zum Parken auf, aber nicht zum Übernachten, diesen „Flair“ mögen wir nicht so gerne. Oder nur in Ausnahmefällen…
      Euer Auto hat aber ein riesen Vorteil, wie Du schreibst, fällt nicht so auf. Mit unserer dicken Kiste ist das ein anderer Schnack, die überthront einfach alles und auch wenn sie altertümlich aussieht, riecht nach Geld 😉
      Eigentlich ist das eh kein Thema gewesen, wenn das Bauchgefühl passte, haben wir uns nie einen Kopf darum gemacht. Nur Spanien ist gefühlt etwas Anderes, ich schreibe bewusst gefühlt…
      Entfernte Bekannte hat es nun auch in Spanien erwischt, einfach so beim Einkaufen bei einem Supermarkt in einem dämlichen Ort.

      Ist ja echt schade, wäre toll gewesen, wenn wir uns entgegen gefahren wären. Anfang April werden wir Höhe oder südlich Vogesen sein, um dann Richtung München zu fahren.
      Vielleicht kommen wir mal so vorbei, wenn es wieder gen Süden geht. Wir denken über ein Zweit-Fahrzeug nach, mit dem wir mal Tage durch die richtige Pampa fahren können, das Bimo erweist sich einfach als viel zu groß.

      Liebe Grüße aus der Nähe von Arles,
      Michael

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