Reisebericht Spanien Kastilien-La Mancha

Dieser Reisebericht behandelt kurz die Region Murcia, von dort in die Provinz Kastilien-La Mancha.
Mit der Küste und dem nahen Umland hatten wir abgeschlossen. Wie ich schon zuvor geschrieben hatte: „Niet für koche…
Eigentlich wollten wir mit einem Abstecher Valencia besuchen, denn der trocken gelegte Fluss, in dem sich auf rund 10 km nun Parks, Kunstwerke, Sportanlagen etc. inmitten von Grün befinden, hatte uns schon neugierig gemacht.
Aber die Gegend nach dem Nationalpark Cabo de Gato wurde so hässlich, verbaut mit Industrie, dreckig und Plastik, dass wir nur noch weg, keine große Stadt und schon gar keine Küste mehr sehen wollten.
In einem groben Streifen von ca. 120 km zur Küste fuhren wir im Zickzack durch die Berge, an Stauseen vorbei Richtung Norden und besichtigten kleine Dörfer und bewunderten die Naturschönheiten.

Vorheriger Reisebericht: Spanien Andalusien II

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26.02.2019 – Embalse do Alfonso – 144 km

Unsere letzte Übernachtung in Andalusien war in Huércal-Overa, um von dort schnell auf die Autobahn Richtung Norden zu kommen. Eine weise Entscheidung…
Eigentlich könnte die Landschaft mit den Bergen richtig schön sein, aber alles ist zugebaut mit Industrieanlagen und Plastik. Die Orte sehen in unseren Augen nur furchtbar aus.
Bei Alhama de Murcia, so nach 30 km, sind wir von der Autobahn ab und wollten in die Badlands der Sierra de la Muela, den Barrancos de Gebas. Sie umgeben den Stausee Embalse de la Rambla de Algeriras.
Eine eindrucksvolle Mondlandschaft erodierenden weißbunten Gesteins. Leider gibt es nur eine Zufahrt: Von Alhama de Murcia auf der RM-515 Richtung Norden, nach ca. 10 km hinter dem Dorf Gebas rechts ab.
Dann geht es auf einem schmalen Weg der in eine kleine Piste übergeht, ca. 3,5 km zu einem kleinen Parkplatz. Unser Problem war, dass für diesen Weg unser Bimobil einfach zu groß ist und es war nicht sichergestellt, dass wir am Ende auch drehen können.
Wanderwege gibt es in diesem Gebiet so gut wie keine, so haben wir diese tolle Sehenswürdigkeit leider ausgelassen und nur aus der Ferne betrachtet.

Barrancos de Gebas

Für uns war es schon eine Erholung, überhaupt von der Autobahn abgefahren zu sein. Die Straße war klein, schmal, schlängelig und führte durch tolle Berglandschaften. Und vor allem, null Verkehr!

Ein Leser unserer Fanpage auf Facebook hatte mir Tage vorher einen Tipp gegeben, nur den Namen eines Stausees, den Embalse do Alfonso und die Koordinaten wo man stehen könne.
Auf keinem unserer Navis war ein Weg verzeichnet, nur bei GoogleMaps war ein Pfad erkennbar. Ich war ja skeptisch und bin die Holperpiste erst einmal abgelaufen, aber war ganz ok. Nur die Zufahrt geht über eine steile, steinige und mit Auswaschungen versehene Rampe. Ich mal kurz anhalten, ging nicht, das Bimo rutschte einfach runter. Mal schaun, wie wir da wieder hoch kommen, aber wir haben ja Allrad…
Was fanden wir vor? Eine traumhafte Landschaft und einen ebensolchen zum Verbleiben mitten im Nichts und Nirgends. Kein Mensch weit und breit und die nächsten Ortschaften zig Kilometer entfernt. Vielen lieben Dank Manfred!

Hier hatten wir denn auch gleich einen Tag dran gehängt und genossen einfach das Leben. Abends holten wir nach langer Zeit wieder den Grill raus.
Verständlicherweise werden ich diesen Platz hier nicht öffentlich machen, zu schnell ist dann ein schöner Platz „verbrannt“.

Spieße

28.02.2019 – Chinchilla de Monte-Aragon – 130 km

Wir humpelten den Weg zurück zum Asphalt und hier galt es nun, das kleine Stück Steigung mit dem lockeren Gebrösel zu überwinden. Ist das Bimo vorgestern dort nur herunter gerutscht, hatte ich ja Bedenken.
Aber halb so wild, Allrad und Untersetzung rein, ASP aus und mit ein wenig Schwung ging es ganz gut. Aber irgend eines der vier Räder drehte immer mal durch, aber in Bewegung arbeitet das 4ETS ganz gut. Ohne Allrad hätte ich noch schneller sein müssen, sonst wäre ich da nicht hoch gekommen.
Wieder einmal wurde mein Eindruck bestätigt, diese Kisten sind einfach viel zu schwer und taugen OffRoad insbesondere bei Gefälle nur bedingt. Man muss schon den Allrad rein schmeißen, wo Andere mit ihren PKW oder Kastenwagen einfach locker lang fahren. Egal, geschafft…
Ein kleines Video, ca. 12 Sek.
Das Knirschen und der viele Staub liegt an den durchdrehenden Rädern.

Weiter ging es rund 100 km über eher langweilige Landschaft. Mit den sanften Bergen eigentlich nicht unschön, aber die ganze Agro-Industrie versaut das ganz Bild. Zumindest ohne Plastik, da hier fast ausschließlich Obstanbau betrieben wird.

Chinschilla-Stellplatz
Chinschilla Stellplatz

Chinchilla ist ein kleiner Bergort in der Nähe von Albacete mit einem netten Stellplatz mit Entsorgung. Die kleine Altstadt mit der Burg lädt zu einem Bummel ein. Vieles ist wie so oft verfallen, wäre das Geld da um einige historische Gebäude zu sanieren, könnte der Ort richtig schnieke sein.

01.03.2019 – Cuenca – 160 km

In Albacete hatten wir zunächst einmal entsorgt. Albacete ist eine Stadt, in der wir keine Minute länger als notwendig bleiben mochten, mal abgesehen von ihrer Hässlichkeit.
Noch nie hatte ich beim Entsorgen alle Türen und Klappen abgeschlossen, ich konnte ja nicht sehen, was hinter meinem Rücken geschieht, U. war einkaufen. Seltsame Vögel mir unbekannter Nationalität, jedenfalls keine Spanier, schlichen auf dem Stellplatz herum. Einer versuchte mich in ein Gespräch zu verwickeln, während die anderen Gestalten um das Wohnmobil schlichen. Nur weg hier…
Anschließend fuhren wir rund 100 km über eine platte unschöne Einöde, voll mit Gewerbebetrieben und Agrar-Industrie. Zumindest fehlte hier das Plastik, wenigstens etwas.
Die Orte, durch die wir gefahren sind übertrafen sich in ihrer „Schönheit“, dies hier sind noch die schönsten Bilder.

Danach wurde die Landschaft mit den sanften Bergen und teilweise viel Wald wieder ganz nett.

Als wir in Cuenza hinein fuhren, dachte ich, was sollen wir hier. Keinen Fuß hätte ich in die unschöne Stadt gesetzt.
Am Rio Júcar, der durch eine enge Schlucht fließt, befindet sich ein wunderschöner Parkplatz in der Schlucht, wo man hervorragend nächtigen kann (GoogleMaps). Die wunderschöne Altstadt droben auf dem Berg ist nur ca. 1,5 km entfernt.
Ich hätte nie gedacht, hier solch ein Kleinod vorzufinden, die Altstadt von Cuenza ist einfach nur schön. Von hier oben genießt man traumhafte Ausblicke.

Eigentlich wollten wir gar nicht so viel laufen, aber wir waren so begeistert, dass wir noch rund 5 km durch die Schlucht des Rio Júcar gelaufen sind. Auch dies ist ein unbedingter Tipp!
Von hier aus gibt es viele Möglichkeiten zu wandern und auch Fahrradtouren zu unternehmen.

02.03.2019 – Nacimiento del Rio Tajo – 85 km

Wir hatten noch überlegt, einen Tag zu bleiben und eine Fahrradtour zu unternehmen. Aber hier in der Schlucht ist es recht dunkel, die Sonne ist um 16:00 Uhr schon weg. So beschlossen wir, doch weiter zu unserem nächsten Ziel Teruel zu fahren.
Allerdings sind uns rund 170 km zuviel, die letzten beiden Tage mit solch einer Etappenlänge reichte uns erst einmal, deshalb hatten wir uns mit der Nacimiento del Rio Tajo ein Ziel auf halber Strecke ausgeguckt.
Zunächst stoppten wir ca. 15 km nördlich von Cuenza bei der Ciudad Encantada, dies bedeutet so viel wie „verzauberte Stadt“ und ist eine Kalklandschaft in einem großen Kiefernwald.
Und da ist es wieder, solch ein Schmuckstück von Natur, einfach grandios!

Die Streckenführung hierhin und auch weiter ist traumhaft. Die kleine Straße schlängelt sich in halber Höhe durch die Schlucht des Jucar und geht dann hoch bis auf 1.600 m wo noch die letzten Schneereste lagen.



Nacimiento del Rio Tajo bedeutet soviel wie „Quelle des Rio Tajo„, die hat auch einen Namen, Fuente de Garcia.
Der Nacimiento del Rio Tajo befindet sich eigentlich schon in Aragonien, wenn auch nur ein paar hundert Meter, aber ich kann ja schlecht einen Tag splitten…
Eigentlich nichts Besonderes , eine Quelle tröpfelt so dahin, kaum zu glauben, dass dieser Rinnsal, der im Moment im Boden versickert bis nach Lissabon geht.
Das Beste ist noch das Denkmal von wem auch immer, das direkt an der Quelle steht. Wahrscheinlich der Wächter der Quelle.
Auf jeden Fall kann man hier wunderbar in absoluter Ruhe und traumhafter Landschaft stehen. Auf Grund der Höhe wurde es nach Sonnenuntergang schnell frisch.



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