Reisebericht Arizona Süden

Der Reisebericht über die beginnende Rückfahrt und noch einmal Arizonas Süden. Von Bibern in der Wüste, die Kakteenlandschaften der Sonora Wüste mit dem Saguaro National Park und die irren Gesteinsformationen im Chiricahua National Monument.
Eigentlich hätten wir noch einen Monat in Arizona verbringen können, so viele Sehenswürdigkeiten gibt es hier noch zu entdecken. Auch Quartzsite wo die Rentner den Winter im Rummel verbringen wäre uns mal einen Tag wert gewesen, lag aber zu weit ab. Aber nutzt ja nichts, wir müssen ja irgendwann wieder zurück.
Apropos zurück, heute hatten wir den Rücktransport gebucht, laut Plan am 29.04.2018 von Baltimore aus. Baltimore ist zwar umständlicher, aber so haben wir noch ein paar Tage heraus geschunden und 1.700 km durch Schmuddelwetter eingespart.

Vorheriger Bericht: Mexico Baja California

08.02.2018 – Yuma – 302 km

Von San Filipe auf der Baja sind wir die MEX5 hoch Richtung Norden. Die MEX5 führt rund 100 km fast nur geradeaus durch das sandig dünig wüstige Colorado Delta. Mit den Luftspiegelungen sah das schon toll aus, erinnerte an die Sahara.

Colorado Delta

Colorado Delta

Anschließend folgte dann wieder dichte Besiedelung. Ursprünglich interessant, aber bei weitem nicht so verdreckt wie sonst. Vielleicht mag man den Müll nicht auf den Feldern haben 😉

Nördlich des Deltas wird dem Colorado auf amerikanischer wie mexikanischer Seite der letzte Tropfen Wasser für die Landwirtschaft entzogen, kein Tropfen des Colorados erreicht das Meer, das Flussbett war völlig trocken. Hier gedeihen Blumenkohl, Spargel, Zitrusfrüchte und vieles mehr. Überall ist alles grün mit Bäumen, Palmen und sogar Gras.
Der Grenzübertritt gestaltete sich mit einer Wartezeit von einer Stunde in der Schlange aber absolut unkompliziert. Nur eine kurze Beschau wegen Obst und Gemüse wurde durchgeführt, dann waren wir durch.

Ursprüngliches Mexico

Ursprüngliches Mexico

Warteschlangengeschäft

Warteschlangengeschäft

Hier sind es die Mexikaner, die keine Kontrollen durchführen. Warum habe ich das Einreisevisum ausgefüllt, warum das Wohnmobil eingeführt? Eigentlich müsste ich nun parken, zu Fuß wieder zurück laufen und die Abfertigung vornehmen. Aber weißte was? A. lecken…
Wenn die Herren keine Abfertigung durchführen, können sie mich mal. Sollen sie mich doch suchen, weil ich meine Einreisekarte nicht abgegeben habe, sollen sie mich doch in 10 Jahren anschreiben, wo das Wohnmobil geblieben ist. Nach Mexico komme ich garantiert nie wieder zurück.

Östlich von Yuma befinden sich am Fortuna Pond (32.723507, -114.450946), einem kleinen See mit viel grün, traumhaft schöne Dispersed Campsites. Wir waren gerade richtig angekommen, um unser Bier bei einem Traumsonnenuntergang zu genießen.

Fortuna Pond Stellplatz

Fortuna Pond Stellplatz

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Plötzlich ein Geplatsche, da kam was auf uns zugeschwommen. Was ist das denn? Ein richtig großer Biber!!
Biber in der Wüste, ok Oase, aber wie verrückt ist das denn?

Abendstimmung mit Biber

Abendstimmung mit Biber

Das ist das, was wir an den USA so lieben, überall diese Kleinode wo man sich frei hinstellen und die Natur genießen kann.

Abendlicht

Abendlicht

09.02.2018 – Pinal Country Park – 253 km

Zunächst mal war Einkaufen beim Walmart angesagt, wir hatten ja rein gar nichts mehr. Die Preise sind hier etwas höher, aber der Dollar steht zum Euro im Moment recht mies da, also nicht der Rede wert 🙂
Dann sind wir über die I8 Richtung Osten, eine Alternative mit Nebenstraßen gibt es nicht.

Das Orgelpfeifen National Monument hatten wir ausfallen lassen, weil das wieder ein größerer Umweg, vor allem zeitlich gewesen wäre und wir in den letzten Tagen ausreichend Orgelpfeifen gesehen hatten.
Da hatte ich mir einen Dispersed Platz ausgesucht, was macht mein Navi? Da soll ich irgendwo einfach von der Interstate runter in den Acker. Geht natürlich nicht und da mir 30 km Umweg zurück zu viel waren, sind wir auf den Pinal Country Park gelandet. Das ist ein Campground ohne alles für kleine Kohle (10 Dollar) inmitten von Orgelpfeifen Kakteen.
So etwas müsste es in Europa mal geben! Die Sites sind ausgestattet mit überdachten Grillplätzen und mindestens 1.000 qm groß. Der Abstand zur nächsten Site beträgt mindestens 300m! Das ist wie Freistehen!
Auch hier ist man umgeben von Orgelpfeifen Kakteen und wieder einmal ein Sonnenuntergang vom Feinsten…

Himmelsglühen mit Kakteen

Himmelsglühen mit Kakteen

Pinal Stellplatz

Pinal Stellplatz

Pinal Zufahrt

Pinal Zufahrt

Sonnenuntergang mit Orgelpfeifen

Sonnenuntergang mit Orgelpfeifen

Nach dem Einkauf heute Morgen gab es heute Abend frische grüne Bohnen in Butter, Kartoffelgratin und ein Kilo Schweinefilet, sanft bei niedriger Temperatur im Kessel gegart. Alles im Freien bei gutem Rotwein beim Sonnenuntergang zubereitet. Thats life! 🙂

10.02.2018 – Gilbert Ray Campground, Tucson – 158 km

Der Gilbert Ray Campground liegt westlich von Tucson. Er ist mit 20 Dollar teurer als gewöhnlich, liegt aber inmitten einer grandiosen Kaktuslandschaft in der Sonora-Wüste und ist mit richtigen Toiletten sowie und wer braucht, Stromanschluss ausgestattet. Er ist ebenso eine nette Basis für die vielen Sehenswürdigkeiten rund um Tucson.

Gilbert Ray Aussicht

Gilbert Ray Campground Aussicht

In der Dämmerung

In der Dämmerung

Kaktus Skelett

Kaktus Skelett

Auch dies lieben wir an den USA so, die Campgrounds mit den vielen Trails, die gleich bei den Campgrounds beginnen. Dies war auf der Baja so nicht möglich und endlich nicht mehr im Dreck stehen 😉
Am kühler werdenden Spätnachmittag sind wir auch gleich einige Kilometer in den Sonnenuntergang hinein gelaufen. Die Kakteen und der im Hintergrund brennende Himmel, einfach umwerfend, alle paar Minuten wurde die Landschaft in anderes Licht getaucht!

Brennender Himmel

Brennender Himmel

Sonnenuntergang Sonora

Sonnenuntergang in der Sonora

Zum Schluss noch ein HighLight, Ulrike hatte ihre erste Eule in freier Wildbahn, sitzend auf einem Kaktus, gesehen!
Wie immer, die falsche Kamera dabei;-)

Eule auf Kaktus

Eule auf Kaktus

11.02.2018 – Arizona-Sonora-Desert-Museum – 37 km

Das Arizona-Sonora-Desert-Museum ist eigentlich eine Mischung aus Zoo, botanischer Garten und Museum. Der Eintritt ist mit 20 Dollar/Person nicht ganz billig, aber lohnenswert. Die Flora und Fauna der Sonora-Wüste wird einem im wahrsten Sinne des Wortes nahe gebracht. Insbesondere die Tierwelt ist ansonsten in freier Wildbahn so kaum oder nur selten anzutreffen. Die Tiere auf den Fotos sind nicht ausgestopft 😉
Die Vögel flogen sogar frei herum…

Habicht

Habicht

Kobra

Kobra

Kolibri

Kolibri

Mexicanischer Wolf

Mexicanischer Wolf

Mineralien

Mineralien

Tarantel

Tarantel

Wüstenfuchs

Wüstenfuchs

Von dort aus sind wir noch in den Saguaro National Park und den Loop auf der sandigen Piste durch die Berge gefahren. Bei der Sus Picnic Area hatten wir erst mal Siesta gehalten und sind am Ende des Loops den Signal Hill hinauf zu den Petroglyphen gelaufen.

Saguaro Loop Road

Saguaro Loop Road

12.02.2018 – Dry Lake, Willcox – 191 km

Da es in Tucson eine Mercedes-Vertretung gibt, sind wir erst mal dort hin und hatten unsere Klimaanlage reparieren lassen. Wie sich das so gehört, ein freundlicher Empfang und ich hätte nie daran gedacht, dass man uns unmittelbar weiter hilft.
Mercedestypisch alles schnieke, in der Werkstatt hätte man vom Boden essen können und die Wartezeit wurde uns mit den unterschiedlichsten Kaffees und echt leckerem Kuchen versüßt. Klar, Service kostet, der Name auch und so fiel die Rechnung nicht gerade günstig aus, wobei der größte Batzen mit ca. 200,- Euro für 2 Stunden Arbeit auf die Arbeit fiel. Ganz schön happig, erst recht für amerikanische Verhältnisse.
Egal, Klima wieder heile und wie der Teufel das so will, gingen die Temperaturen bis auf 20 Grad in den Keller. Gen Osten soll das eher noch kühler werden…
…ach ja, der Schaden: Verlust des Kältemittels, was eigentlich nicht sein kann/darf. Ist aber schon mehreren passiert.

Mercedes Tucson

Mercedes Tucson

Anschließend sind wir an dem Pima-Museum vorbei gefahren, wo die Army über 4.000 Flugzeuge eingemottet hat. Das sah schon gewaltig aus! Hinein gegangen sind wir nicht, da es schon recht spät geworden war.

Ausrangiert

Ausrangiert

Von Tucson aus sind wir dann zu der nächst erreichbaren Dispersed Site (32.141904, -109.756635) am Dry Lake bei Willcox gefahren. Direkt am Hwy. ist der Platz nicht wirklich schön, aber für eine Nacht ok. Jedenfalls besser als die absolut hässlichen und bestimmt teueren RV-Parks, an denen wir vorbei gefahren sind.

13.02.2018 – Chiricahua National Monument, Bonita Canyon Campground – 44 km

Beim Chiricahua National Monument handelt es sich um ein Gebiet im Coronado Forest, welches vor ca. 27 Mill. Jahren von Vulkane mit einer rund 600m dicken Schlacke- und Staubschicht zugedeckt wurde. Die Erosion führte dann zu den skurrilsten Gesteinsformationen, erinnert etwas an den Bryce Canyon, nur in grün.

Die Hinfahrt war auch recht interessant, wieder eine ganz andere Landschaft die an Namibia erinnerte, fehlten nur die Antilopen.

Prärie

Prärie

Auf dem Bonita Canyon Campground hatten wir wieder einmal Glück gehabt und konnten einen Platz ergattern, Nebensaison oder so gibt es in den USA wahrlich nicht. Hier blieben wir dann auch gleich zwei Nächte.
Ganz heiß auf laufen, liefen wir noch die Massai Nature und Echo Canyon Trails durch diese atembraubende Landschaft.

Wackelstein

Wackelstein

Gleichgewicht

Gleichgewicht

Chiricahua Aussicht

Chiricahua Aussicht

Chiricahua

Chiricahua

In der Wildnis sind wir auch wieder angekommen, überall Warnungen vor Bären und Berglöwen (Cougars). Es gibt wieder Bärensichere Abfallbehälter und Lebensmittelcontainer. An den Bäumen befinden sich Bewegungsmelder mit Kameras. Ganz geheuer ist mir hier im Dunkeln auch nicht, nicht weit vom Bimo weg ist deutlich der Markierungsgeruch einer Katze zu riechen. Nur, denen hier möchte ich nicht begegnen 😉
Muss wohl wieder mein Pfefferspray mitnehmen…

14.02.2018 – Upper Rhyolite Canyon Trail

Letzte Nacht hörten wir ein Geräusch am Bimo. Zunächst dachte ich wieder an ein Stachelschwein, da es aber nur kurz war, hatte ich mich nicht weiter drum gekümmert.
Heute morgen sah ich es, eine Miezekatze hat ne Markierung am Reifen hinterlassen. Puh, wie das muffelte…
Beim Visitor Center erzählte man uns dann, dass letzte Nacht ein Cougar auf dem Campground gesichtet wurde.
Wer es nicht weiß, im Gegensatz zu anderen Wildkatzen haben Cougars (etwas kleiner als eine Löwin) keine Scheu vor Menschen. Kinder erst recht und je nach dem wie man sich verhält, stehen wir auch auf dem Speiseplan. Die Vorfälle sind zwar selten, aber dokumentiert. Im Dunkeln bekommt mich jetzt niemand mehr aus dem Wohnmobil… 😉

Hier im Park gibt es einen Shuttle-Service, der einen kostenlos zum Massai bzw. Echo Point bringt. Vom Echo Point kann man mit den Mushroom Rock, Heart of Rocks Loop, Sarah Deming Trails und dann den Rhyolite Canyon Trail die rund 12 km zurück zum Campground laufen.
Mushrooms Rock und Heart of Rocks Trail führen durch den schönsten Teil des Chiricahua, dem Herzstück der Formationen mit Duck of the Rock, Punch and Judy und den Wackelsteinen hindurch.

Balanced Rock

Balanced Rock

Duck on the Rock

Duck on the Rock

Kissing Rocks

Kissing Rocks

Punch and Judy

Punch and Judy

Rain Walk

Rain Walk

Wächterin

Wächterin

Dummerweise hatten wir heute echtes Pech gehabt, der ganze Tag war nach 2 Monaten wieder mal Regen. Aber wir sind ja nicht aus Zucker 🙂

15.02.2018 – Las Cruces (New Mexico) – 380 km

Die ganze Nacht hatte das gepladdert und es wurde immer schlimmer. Ok, ein guter Tag zum Fahren um etwas Strecke zu machen. Im Chiricahua sah das mit den Wolken noch ganz nett aus, aber dann folgten hunderte Kilometer durch flaches langweiliges wüstiges Nichts im Regen.

Chiricahua in Wolken

Chiricahua in Wolken

So hatten wir uns in Las Crudes beim Walmart niedergelassen, bei dem Wetter war das auch egal und ich konnte diesen Reisebericht einstellen. Morgen geht es dann zu den White Sands…
Auch mit Arizona war es das denn, weiter geht es dann noch einmal in den Süden New Mexicos.

Das Video zum Reisebericht, ca. 12:00 min

Gefahrene km: 36.563
Gelaufene km:    1.500

Nächster Reisebericht: New Mexico

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