Brot backen im Wohnmobil

Noch ein paar Wochen, dann geht es endlich los auf unsere Nordamerika-Tour. Schon lange quälte uns die Vorstellung, u.U. ein Jahr lang auf unser geliebtes Brot verzichten zu müssen.
Ein Jahr lang diese Toasts, wo man eine Scheibe Brot zu einer kleinen Kugel zusammenknorpseln kann? 😮
Sicherlich mag ich das auch mal, aber doch nicht jeden Tag! Klar, wir Deutschen sind da verwöhnt, nicht umsonst sind wir das Brot-Land schlechthin. In keinem Land der Erde gibt es so viele Brotsorten. So wurde das Brot backen, also so richtig, ohne Backmischung, in unsere ToDo-Liste mit aufgenommen. Backmischungen wird es auf dem nordamerikanischen Kontinent auch nicht geben, unser Brot ist für die Menschen dort eine andere Welt.

Meine liebste U. hatte zunächst die unterschiedlichsten Brotsorten ausprobiert. Ansetzen von Sauerteig, tagelanges Stehen und Gehen des Teiges, wiederholtes Kneten und/oder Falten des Teiges. Variationen mit Kümmel, Roggenbrote, Ciabatta…
Klar, da kommen tolle Brote bei raus, nur, dieser Aufwand auf Reisen? Wenn wir Tage irgendwo stehen, ist vielleicht auch einmal so ein aufwändiges Brot drin, aber bestimmt nicht jeden Tag, das kostet einfach zuviel Zeit.

no knead bread – Brot Rezept für das Wohnmobil

Jenaer Schüessel

Jenaer Schüessel

Eine einfachere Lösung für das Wohnmobil und das Reisen musste her. Ihr benötigt zunächst einmal einen Backofen im Wohnmobil, klar. Dazu eine hitzebeständige Glasschüssel, auch bekannt unter “Jenaer Glasschüssel“. Die Schüssel hat mehrere Funktionen: Die Backöfen in den Wohnmobilen haben weder Unter- noch Oberhitze, die Hitze kommt von der Seite. Die Schüssel dient der gleichmäßigen Verteilung der Hitze, drehen sollte man die Schüssel aber trotzdem ab und zu. Der Deckel verhindert, dass das Brot austrocknet und die Kruste steinhart wird. Die Kruste wird so knusprig, ohne dass man sich aber die Zähne daran ausbeißt 😉
Die “Jenaer Glasschüssel” hat zudem den Vorteil, dass sie in die üblichen Wohnmobil-Backöfen passt!
Wer keinen Backofen hat, der geniale CADAC Safari Chef tuts wahrscheinlich auch, hier kann man auch auf die Schüssel verzichten, da der Raum relativ klein ist. Hier sollte man aber ein kleines Metallgefäß mit Wasser mit rein stellen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, wegen der Kruste. Erfahrungen habe ich allerdings beim CADAC mit Brot noch nicht, kommt aber noch. Die Brötchen klappten allerdings bisher einwandfrei!

Hier ein Rezept für ein Brot, dass schnell und einfach im Wohnmobil zu backen ist. Auch für das Leben im Steinhaus ein Tipp 🙂

no knead bread  – Das Brot ohne Kneten

No knead bread – das heißt so viel, dass man den Teig nicht kneten muss. Das Rezept stammt ursprünglich von der Lahey, Sullivan Street Bakery, welches schon seit 2006 durch das Netz geistert.
Mittlerweile gibt es so viele Abwandlungen für das Rezept, müsst ihr mal Googln. Ihr könnt mal mit den Mehlsorten mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen spielen, die Zutaten verändern, viele Rezepte gibt es auch beim Chefkoch.

Brot backen im Wohnmobil

no-knead-bread im Wohnmobil

Ich muss sagen, dass mir diese einfachste Form sogar am besten schmeckte. Noch lauwarm und nur mit Butter, mir entfleuchte nur ein Boahhhh

Das Rezept

Ob Trockenhefe oder frische Hefe, ist eigentlich wurscht. Trockenhefe hat auf Reisen aber den Vorteil, dass sie viele Monate haltbar ist.
Das reguläre 405er Mehl ist überall zu haben, wenn möglich, zu dem hochwertigerem 550er greifen.
Auch mal die Mehlsorten, also mit Roggenmehl mischen…
Das Rezept legt ca. 2% Salz zum Mehl zu Grunde, was dem allgemeinen Geschmack entspricht, auch hier mal experimentieren, da das Salz für den individuellen Geschmack von entscheidender Bedeutung ist.
Muss nicht, aber wir fügen noch 2 Esslöffel Olivenöl zu dem Teig. Das Brot wird aromatischer und fluffiger.
Tipp: Lasst den Teig an Stelle bei Zimmertemperatur im Kühlschrank gehen, so erhaltet ihr einen Ciabatta oder Pizza-Teig!

400 gr. Mehl
1/4 TL Trockenhefe
8gr = ca. 1,5 TL Salz
320 ml kaltes Wasser

Das Mehl mit der Hefe und dem Salz in eine Schüssel geben und mit einem Löffel, Kochlöffel oder per Hand vermischen. Anschließend das Wasser dazu geben und mit dem Löffel verrühren bis keine oder kaum Mehlklumpen mehr im Teig sind. Besondere Sorgfalt muss man hier nicht an den Tag legen.
Die Schüssel abdecken, wir verwenden ein sauberes Geschirrtuch und ca. 12 Stunden bei Zimmertemperatur (200) stehen lassen.
Den Teig mit einem Teigspachtel auf eine gut gemehlte Unterlage kippen und liegen lassen. Jetzt muss der Teig noch einmal ca. 1-2 Stunden gehen.
Die Grösse sollte sich nun deutlich vergrößert haben. Wenn ihr mit einem bemehlten Finger vorsichtig in das Brot drückt, sollte sich die Delle langsam wieder zurückformen, wenn nicht ist der Teig zu lange gegangen…
Den Backofen auf volle Hitze vorheizen, dabei die feuerfeste Glasform mit aufheizen.
Wenn die Betriebstemperatur erreicht ist, den Teig noch einmal leicht mit Mehl bestäuben und in die Schüssel geben, den Deckel darauf setzen und ca. 30 min. backen.
Um eine schöne Kruste zu erhalten, den Deckel abnehmen und ca. 15 – 20 min. weiter backen. Hier muss man beim ersten Versuch etwas experimentieren, da die Backöfen unterschiedlich sind.
Anschließend das Brot auf einem Rost abkühlen lassen, zur Butter greifen und nur noch genießen!

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4 Kommentare

  1. Moin,
    das hört sich sehr gut an, werden wir demnächst auch mal ausprobieren. Frisches, warmes, knuspriges Brot mit “guter Butter” – höchstes Lob eines Berliners: kann man essen!
    Grüße aus Berlin / Brandenburg

  2. Wir sprechen gerade über Eure Brotback-Tests. Habt Ihr auch mal (leichte) Silikonbackformen ausprobiert? Jena Glas gefällt uns auch gut, aber ist doch ziemlich schwer…
    Grüße aus Berlin / Brandenburg

    • Hi Detlev,
      Silikonformen haben wir auch. Die taugen aber nicht zum Brot backen. Die Schüssel ist schon ein Kompromiss, am Besten wäre ein fetter Gusstopf oder richtiger Backofen.
      Klar wiegt das alles, aber die 1,5 kg werden wir noch packen 😉
      Liebe Grüße, Mikesch

      • Im Umluftherd haben wir zu Hause mit einer Silikonform ganz gute Erfahrungen. Kann aber gut sein, dass das im Womobackofen ganz anders ist, weil die Hitze eben nur sehr einseitig von hinten kommt, wie Du schon beschrieben hast.
        Herzliche Grüße
        detlev

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