Bimo bekommt ein 4×4-Beiboot

Um es vorweg zu sagen, unser Bimobil ist für uns immer noch das beste Wohnmobil für unsere Art zu leben! Weg geben? Undenkbar!
Unser Bimobil HD 420 ist für uns der beste Kompromiss, Wohnkomfort und eine gewisse Geländegängigkeit unter einen Hut zu bekommen.
Aber es geht doch nicht alles…

Aber…
Zu groß und zu schwer für OffRoad und kleine Dörfer und Wege, selbst ein Expeditionsmobil würde uns nicht glücklich machen, das taugt für weite Flächen, aber nicht für Dörfer und kleinste Wege. Damit bleibt man nicht in der Pampe stecken, aber in den Dörfern und Wege in den Bergen.
Ein kleines Mobil wie ein 4×4 Kasten oder zumindest kleines und leichtes Expeditions-Mobil ist gut für ein paar Monate, aber darin können wir nicht auf Dauer leben!
Fahrräder oder Motorräder sind ebenso kein Ersatz für ein vollwertiges Fahrzeug.

Auf unserer Nordamerika-Reise hatten wir kleine Probleme, den Custer Nationalpark konnten wir nicht befahren, da das Bimobil einfach zu hoch war und wir nicht durch die Tunnel kamen. Im Death Valley fehlte es für einige Strecken an Geländegängigkeit oder es war zu groß und mussten einige traumhafte Pisten auslassen.
Einige Pisten hinterließen Schrammen auf der Außenhaut, weil das Bimobil einfach zu breit und hoch war.

Zufahrt Kingsley Plantation
Zufahrt Kingsley Plantation

Zurück in Europa umrundeten wir die iberische Halbinsel (Reiseberichte). Zunächst waren wir mit Anhänger und unseren Motorrädern für die kleinen Straßen unterwegs, das gestaltete sich aber mit Anhänger als unpraktisch. Schon in Süddeutschland hatte ich die Nase voll.
Also nur mit dem Bimo und Fahrrädern weiter…
Zwei Mal hatte ich die Erlebnisse, Rückwärts aus engen Dörfern heraus fahren zu müssen, nein danke, dass muss ich nicht dauernd haben.

Bimobil in Dorfgassen
Bimobil in Dorfgassen

Wir sind natürlich in Portugal, Spanien und Frankreich kleine Straßen gefahren.

Pinturas Rupestres-Bergstraße

Aber ehrlich?
Es ist nervig, man muss sich konzentrieren und kann die Landschaft nicht wirklich genießen.
Aber auch hier, die grandiose Straße an der Ardeche entlang oder der George du Tarn sind wegen der Höhe nicht befahrbar.
Mit dem Fahrrad macht das wegen dem Verkehr auch kein Spaß.
Die teils humpeligen Strecken in Nordamerika, wo wir auch mal den Allrad brauchten, das macht Spaß, aber nicht auf lange Strecken.
Vielleicht werde ich auch einfach zu alt…

Ligne-Schlucht

Ich/wir dachten auch mal über ein Downsizing nach, ein kleineres Bimobil, richtig geländegängig. Aber auch die sind zu hoch und: Ich will einfach nicht auf meinen/unseren Komfort mit richtiger Dusche, Zuladung, Backofen und all dem Pipapo verzichten! Wir leben schließlich in unserem Wohnmobil!

Der abenteuerliche Shafer-Trail bei Moab in einem geliehenen Jeep, die kleinen Straßen in Portugal im kleinen Leihwagen, die ich mit einem Wohnmobil nie gefahren wäre.
Hier genoss ich das entspannte Fahren auch über Holperstrecken, schmale OffRoad Bergstraßen mit Abgründen. Hier fiel mir das erste Mal die Entspanntheit auf solchen Strecken auf. Man konnte einfach irgendwo lang fahren, wo man mit dem Bimobil schon den Allrad bräuchte, siehe auch Bericht Allrad an Steigungen. Ein kleiner 4×4, das wäre es…

  • Man ist auf kleinsten Straßen entspannt unterwegs und kann auch ohne Angstschweiß die Gegend OffRoad erkunden.
  • Man findet überall Parkmöglichkeiten auf Wanderparkplätzen.
  • Man kann schnell mal irgendwo hin fahren um etwas zu unternehmen.
  • Ein Wild-Camping ist einfacher und unauffälliger, vor allem überall dort, wo man mit einem dicken Wohnmobil, selbst mit 4×4 nicht hin kommt.

Also entschlossen wir uns, uns zusätzlich zum Wohnmobil ein kleines 4×4 Fahrzeug zuzulegen, womit wir das realisieren können, was mit dem Bimobil nicht möglich oder einfach entspannter ist.
Ein kleines Fahrzeug für Tagestouren, zum Einkaufen und auch für einige Tage oder sogar für Wochen mit Dachzelt in der Pampa.

Unser 4×4 Zweitfahrzeug

Es sollte kein Jeep, Landi oder MB G sein, das lässt unsere Haushaltskasse nicht zu.
Leider ist der Markt hier dann recht begrenzt. Was für uns ausreichend wäre, ist vollgestopft mit Elektronik und sind lediglich Spielzeug Allrader ohne Sperren, indiskutabel.
Der neue Suzuki Jimny wäre was, ne geile Kiste, sogar mit Sperren. Könnten wir gerade noch so eben mit viel Bauchschmerzen bezahlen, aber eine Lieferzeit von mehr als 18 Monaten zu überhöhten Preisen? Auch indiskutabel…
Der alte Jimny hat auch nur nen Spielzeug-Allrad und außerdem ist die erlaubte Dachlast von 45 kg zu wenig. Außer fahren kann man damit nichts.
Selbst ein Fiat Panda Allrad hätte gereicht, aber der hat den m.E. beschisss…n Motor, den Fiat je gebaut hat, den kennen wir von unserem 500er.
Die guten alten Suzukis wie 413, Samurai etc. sind uns zu alt und kosten gebraucht selbst als Uraltkisten ein Vermögen.
So sind wir back to the roots...

Lada Urban

Lada Urban

Ein Russe?
Nun ja, das ist ein Oldtimer, wird heute noch fast so gebaut wie vor 40 Jahren.
Die einzige Elektronik die vorhanden ist, ist heute leider ein Motorsteuergerät und neuerdings ABS. Aber ansonsten ist da nichts weiter. Beim Lada Urban gibt es elektrische Fensterheber und unglaublich, elektrisch verstellbare Außenspiegel sowie eine Sitzheizung, ansonsten ist alles mechanisch.
Beim Lada Taiga fehlt auch dies alles.
Ein Auto ohne Firlefanz, aber mit richtiger Sperre, ein echter Allrader, sprich 4×4, ein robustes OffRoad Arbeitstier.
Man hört das Singen der Zahnräder, überall knarzt etwas, es riecht sogar alt, kurz, das Auto ist nichts für höhere Geschwindigkeiten.
Nun ja, bei unseren Etappen von nicht mehr als 100 km auf kleinen Straßen ist das alles wurscht.
Die kleine Landstraße, dafür ist er gedacht und im Gelände lebt er richtig auf, da macht ihm so schnell keiner was vor.
Jedenfalls wird das unser neuer Begleiter, um dort hin zu kommen, wo wir mit dem Bimobil nicht hin kommen, oder wir die Umgebung einfacher und entspannter erkunden können.
Auch längere Reisen sind mit dem Lada angedacht, in Gegenden, wofür das Bimobil nicht taugt, Urlaub halt…

Bescheuert finde ich, dass man einen PKW nicht einfach an das Wohnmobil wie in den USA anhängen kann…

Ob diese Form des Reisens für uns etwas auf Dauer ist, wird sich zeigen, verkaufen kann man immer.
Es ist einfach eine Idee und wenn man eine Idee hat, sollte man die durchziehen, ausprobieren und nicht auf was auch immer warten. Später trauert man nur den Gelegenheiten nach…
Ich befürchte eh, dass wir in ca. 10 Jahren nicht mehr so so frei durch die Lande fahren können, der Verbrenner stirbt oder es wird ihm das Leben schwer gemacht.

Heute haben wir nach einer verliebten Probefahrt unterschrieben, er wird noch etwas gepimpt, bekommt einen erst mal leidlichen Unterbodenschutz und in zwei Wochen können wir in abholen…

Update:

Einen ersten Fahrbericht findet ihr hier: Fahrbericht Lada Urban->
Hier den Erfahrungs- und Wartungsbericht->

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9 Kommentare

  1. Günter Friedrich Büsing

    Na,da bin aber gespannt! Empfehlung: Für jede vorhandene Schraube unbedingt ein Werkzeug einpacken. Overall und Rollbrett kann man immer gebrauchen. Respekt!!!
    Viele Grüsse Günter Büsing / OL, zZt. Teneriffa zur Überwinterung

    • Moin Günter,
      Werkzeug ist ja immer in der Nähe 😉
      Ich denke und hoffe mal, dass es so schlimm nicht wird. Seit 2015 hat sich ja einiges geändert.
      LG nach Teneriffa!

  2. Hallo
    ich habe 10 Jahre einen Lada Niva gefahren. War ein Super Geländewagen. War super zufrieden und den kann jeder Dorfschmied ohne elektronische Helferlein reparieren. Wenn Geländewagen dann wieder nur einen Lada.
    Gute Entscheidung.
    PW

  3. Stefan und Birgit

    Viel Spaß mit dem neuen „Beiboot“ und nachträglich noch alles Gute.

    S + B (LB355/Öttingen)

  4. Wie willst du den Lada mitnehmen, mit Anhänger?

    • Moin,
      wie ich oben schon schrieb, Anhänger schränkt zu sehr ein, man ist zu unfrei. Wir fahren getrennt…
      Da die Etappen nur ausnahmsweise mal 100 km erreichen, meist sind es um 70 km oder weniger, macht uns das auch nichts aus.
      LG Mikesch

  5. Netter Bericht – schön zu lesen. Ich werde heute auch meinen Lada Urban abholen. Auch wir werden darauf ein Dachzelt montieren.
    Aber Lada und „eine richtige Sperre“? Wurde euer Auto diesbezüglich aufgerüstet? Der Lada hat üblicherweise KEINE Sperre in den Achsen.

    • Nicht für die Achsen, aber im Verteilergetriebe zwischen den Achsen. Also Sperre vorne/hinten…
      Diese Sperre ist IMHO wichtiger als eine Sperre auf der/die Achse(n). Nur in ganz wenigen Situationen (Trial) kann es damit vorkommen, dass ein Rad durchdreht, vorne und hinten müsste gleichzeitig ein Rad in der Luft hängen. Darum ist der Lada im Gelände ja auch so gut.
      Achssperren sind das I-Tüpfelchen, aber nur dann, wenn gleichzeitig auch die Mittelsperre drin ist, also drei Sperren. Achssperren alleine nutzen bei einem 4×4 nicht viel…
      Das sind dann aber Bereiche, wo ich wohl nie vordringen werde 🙂

      Viel Spaß mit dem Kleinen!

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