Reisebericht Spanien Süden Andalusien II

Eigentlich dachte ich ja, Andalusien in einem Reisebericht zu verpacken, aber fehl gedacht…
Andalusien ist so abwechslungsreich und hat landschaftlich, kulturell und mit den vielen Altstädten so viel zu bieten, dass wir länger in Andalusien verweilten, als ursprünglich gedacht.
Leider wegen unserem Termin im April nicht lange genug, ich denke, wir müssen hier noch einmal hin. Zu Vieles gibt es zu sehen!
Im zweiten Teil des Spanien / Andalusien Reiseberichts widme ich mich u.A. den Berglandschaften und Wüsten, die sehr an den Südwesten der USA erinnern, wie den Naturpark mit den skurrilen Felsformationen El Torcal, des Cabo de Gata, der Desierto Tabernas und pittoreske Orte wie Guadix.
Wenn ihr etwas über Malaga, Granada oder Cordoba wissen wollt, darüber haben Andere bestimmt etwas geschrieben. Wir hatten die Orte ausfallen lassen. Zum Einen waren wir hier schon einmal, zum Anderen ist uns das heutzutage viel zu viel Rummel.
Hier gönnte ich mir auch einen jahrealten Traum, den abenteuerlichen anmutenden “Klettersteig” Caminito del Rey zu laufen, was ich auch in einem Video festgehalten habe!

Vorheriger Reisebericht: Spanien Andalusien I

Wer sich für Spanien insgesamt interessiert, unter dem Hashtag Spanien in der Suche sind alle Spanien-Reiseberichte zu finden.

11.02.2019 – Andales / Caminito del Rey – 55 km

Nordöstlich von Ronda, unserem vorherigen Ziel liegt inmitten von schroffem, aber auch grünen Bergen Andales. Am Stausee Guadalhorce ließen wir uns für zwei Nächte auf dem Campingplatz Parque Ardales nieder (GoogleMaps). Der Campingplatz ist sehr schön zwischen Felsen und Wald angelegt. Die Wege sind teils schon abenteuerlich eng, steil und die Standplätze klein. Für Wohnmobile > 7,50 m und langem Überhang ist der Platz nicht unbedingt geeignet, hier und da wird es sonst bestimmt am Heck ratschen. Auch mit unserer Höhe von 3,45 m ist das eher das letzte der Gefühle. Wenn man einen halbwegs ebenen Stellplatz mit Platz möchte, stehen vielleicht 6 Plätze zur Verfügung.
Der Parque Ardales ist ein hervorragender Standort, um den nahen Caminito del Rey zu erkunden, besser, zu laufen.

Caminito del Rey

In den zwei Talsperren wird das Winterwasser zur Nutzung der Wasserkraft in Wasserkraftwerken genutzt. Das Gelände ist äußerst unwegsam, so beschloss man, einen Weg zu bauen, der die beiden Talsperren verbindet um Baumaterial zu transportieren und die Anlage zu unterhalten. Der Caminito del Rey (Königsweg) wurde 1905 fertig gestellt.
Das war ein teils bis 200 m steil abfallender, am Fels befestigter Pfad aus Planken und Beton. Früher nutzen die Kinder den Weg sogar als Schulweg, Frauen für ihre Einkäufe und die Männer als Arbeitsweg. Der Caminito del Rey war früher sogar einmal beleuchtet.
Im Laufe der Jahrzehnte verfiel der Caminito del Rey immer mehr und wurde zu einem Klettersteig für Abenteurer. Nach etlichen Todesfällen wurde der Caminito del Rey 2001 geschlossen. 2015 wurde er nach Restaurierungsarbeiten wieder eröffnet.

Caminito del Rey-Zugang

Heute ist der rund 7,5 km lange, davon das Kernstück mit ca. 3 km des Caminito del Rey nicht mehr gar so abenteuerlich, der Weg ist entsprechend gesichert. Allerdings sollte man schon etwas schwindelfrei sein, denn der Weg führt teils an der Felswand entlang, die unterhalb des Weges ca. 100 m in die Tiefe fällt. Ebenso sorgt die Hängebrücke und ein Glasboden für Nervenkitzel.
Die Anzahl der Wanderer ist mit 600/Tag begrenzt, Eintrittskarten können nur online und dies sollte zeitig erfolgen, gebucht werden. Alle Infos und Preise auf der offiziellen Website caminitodelrey.info ->.

Wandern auf dem Caminito del Rey

Da wir vor ein paar Wochen die letzten beiden Karten und die für 10:00 Uhr ergattern konnten, mussten wir früh aufstehen. Das uns, wo wir sonst vor 10:00 Uhr nicht aus dem Bett kommen…
Heute kann man nur noch in eine Richtung vom Nordeingang her laufen, das ist auch weniger anstrengend, da es tendenziell nur bergab geht.
Rund 1,5 km nördlich vom Campingplatz geht es zunächst durch einen 200 m langen Tunnel (Bild oben) und dann folgt ein ca. 1,5 km langer Aufstieg durch eine grandiose Bergwelt zum Nordeingang, wo die Eintrittskarten kontrolliert und man mit Helm ausgerüstet wird. Wer nicht auf dem Campingplatz ist und so anreist, am Kiosk gibt es einen Parkplatz und man läuft von dort los. Entweder durch den Tunnel, ist ca. 1,5 km näher oder über die Berge, was natürlich auch ein Erlebnis ist.
Danach beginnt das kleine Abenteuer…

Caminito del Rey

Ein paar hundert Meter hinter dem Einlass beginnt die erste Schlucht, sozusagen zum Eingewöhnen.

Danach folgen ca. 1,5 km über einen leicht zu laufenden Wanderweg. Hier bieten sich tolle Ausblicke auf das Bergmassiv, Schluchten und Überreste von damals.

Dann folgt der letzte etwas über einen Kilometer durch die zweite Schlucht. Hier musste ich meine liebe U., die etwas, oder auch mehr unter Höhenangst leidet, vor allem über die Hängebrücke ans Händchen nehmen.
Der Bohlenweg wird hier schmaler und ist auch höher angebracht. Man sieht den alten Caminito del Rey und auch die Konstruktion viel näher und deutlicher. Zwar ist der Glasboden nicht mehr ganz durchsichtig, aber hat schon was, wenn man darauf tritt. Muss man ja nicht…
Die Hängebrücke ist schmal und schwingt auch ein wenig wenn man forsch darüber läuft. Durch die Gitter kann man hindurch sehen und das Geländer, eher ein Seil mit Gitter ist hüfthoch.
Hat man dies geschafft, folgen noch zwei steile Treppen in der Steilwand, die auch nicht jedermanns Sache sind. Aber dann läuft man schon zum Ausgang und 1,5 km weiter lässt man sich mit dem Shuttle zurück bringen.

Mein Fazit:
Also der Caminito del Rey lässt sich gut und einfach laufen und hat auch keine gefährlichen Passagen. Die Wanderung über den Caminito del Rey ist für mich einfach ein MUSS, wenn man in der Gegend ist. Wir brauchten für die 3 km-Strecke rund zwei Stunden, einfach, weil es viel zu schön ist, da einfach hindurch zu hetzen!
Die Landschaft mit den Bergen und Schluchten ist einfach gigantisch!!
Die Blicke auf den in der Felswand montierten Bohlenweg sind abenteuerlich, aber ungefährlich.
Ein wirkliches Abenteuer ist die Wanderung nicht mehr, das Abenteuer spielt sich dann mehr im Kopf ab.
Aber wie ich oben schon schrieb, unter großer Höhenangst sollte man nicht leiden, sonst kann man die Panoramen nicht wirklich genießen.

Neben über 100 Fotos habe ich noch ein kleines Video (5:50 min) erstellt. Die interessantesten Passagen befinden sich am Schluss, hier kann ein Höhenangst geplagter Mensch abschätzen, ob er den Caminito del Rey laufen möchte oder nicht…

13.02.2019 – El Torcal – 46 km

Zunächst fuhren wir die kleine Straße nach El Chorro zurück. Die Straße sollte man unbedingt gefahren sein, sie schlängelt sich durch das traumhaft schöne Gebirge. Man kann auch noch einmal die Wand vom Caminito del Rey bewundern. Gott sei Dank kam uns kein Shuttle-Bus entgegen.
Video: Ca. 1.30 min

Von El Chorro aus ging es dann noch schmaler in die traumhaft schöne Bergwelt hinauf.

In Valle de Abdalaijs, kurz vor der großen A343 nach Antequera, steckten wird dann fest. Der Ort sah schon eng aus, aber es bestand lediglich eine Gewichtsbeschränkung ab 9 Tonnen. Im Ort dann eine Höhenbegrenzung von 2,60 m. Da ging kein Wenden, nichts, rechts und links hatte ich eh nur gut 15 cm. Also 200 m zurück und zwar rückwärts durch die Gasse!
Hinter uns stauten sich die Fahrzeuge. Als U. jenen mit Händen und Füßen zu verstehen gab, dass dicht ist, fuhren sie ebenfalls zurück. Wenn das in Deutschland passiert wäre! Aber die Spanier sind in einem solchen Fall so was von relaxt. Ein Spanier geleitete uns dann mit seinem PKW durch den Ort. Da wäre ich niemals lang gefahren, aber es passte. Eine Gefällpassage konnte ich nur mit Untersetzung im ersten Gang fahren. Das war bestimmt ein Winkel von 45 Grad, zentimetergenau an den geparkten Fahrzeugen vorbei. Raus aus dem Ort erst durch einen Bach und wieder solch eine Steigung. Da musste das Bimo richtig werkeln. Ok, hat ja geklappt und danke lieber Spanier! Ne, so was muss ich nicht haben.
Video ca. 0:55 sek, leider hat U. die Rückwärtsfahrt nicht festgehalten.

Danach ging es fast breit zu nennen über das hohe Gebirge weiter. Die Aussicht auf Antequera mit der Festung war gigantisch und eigentlich wollten wir hier auch bleiben. Aber der Stellplatz ist so was von hässlich, laut und schief. Hier scheinen auch einige in ihren vergammelten Wohnwagen zu hausen, während draußen der Generator ratterte. Ne, nichts für uns…
Wir sind dann weiter zum Eingang des Naturschutzgebietes El Torcal gefahren. Wo die Zufahrtsstraße zum Naturschutzgebiet ab geht, befindet sich ein Parkplatz wo man auch übernachten kann. Im Naturschutzgebiet geht das natürlich nicht. Das ist ein Platz wie wir ihn mögen, eine Aussicht auf die Berge, traumhaft. Nur ein büschen frisch ist es hier, der Parkplatz liegt immerhin auf ca. 1.100 m.

14.02.2019 – El Torcal

Die Karst-Formationen des El Torcal haben ihren Ursprung in den Sedimenten eines früheren Meeres. Der Boden wurde durch die Kollision mit Afrika hochgedrückt und erodiert seither munter in spezieller Art und Weise vor sich hin. Diese außergewöhnlichen Formationen, die ein wenig an die USA erinnern, gehören zu den außergewöhnlichsten Landschaften Spaniens.

Von unserem Parkplatz aus unternahmen wir eine rund 11km Wanderung durch das Naturschutzgebiet El Torcal.
Man kann auch vom Parkplatz des Visitor Centers aus in das Kerngebiet starten, dann sind es maximal 4 km. Wir entschieden und für die lange Tour mit dem Aufstieg mit ca. 300 Höhenmetern, um die Bergwelt und die Panoramen zu genießen. Wir sahen und bewegten uns in Schafherden und wilde Bergrehe, keine Ahnung wie ich sie sonst nennen soll, kamen uns unscheu ganz nahe. Diese Wanderung war wieder ein unvergessliches Erlebnis!

Die Tour könnt ihr euch auch auf GoogleMaps -> ansehen. Dank DSGVO keine Einbettung, es gelten Googles Datenschutzbestimmungen.

15.02.2019 – Ventas de Zafarraya – 80 km

Immer noch Nebel, aber laut Wetterbericht sollte es östlicher sonniger und wärmer sein. Wir fuhren also östlich weiter durch die oben neblig graue Bergwelt. 700 m runter, an einem Stausee vorbei, immer noch grau und schlängelten uns wieder 700 m hoch. Auf der Passhöhe sahen wir nur ca. 5 km entfernt den Schnee liegen.

Entfernter Schnee
Entfernter Schnee

Stopp! Auf der Passhöhe (1.200m) befindet sich ein toller und hübscher Parkplatz zwischen den Felsen, also blieben wir hier stehen. Wir sind heute auch genug gefahren und in den Schnee wollten wir nicht, kann ja eh nur Matsche sein. Abends wurden wir dann richtig eingenebelt und kalt bis frostig wurde es auch. Was sagte der Wetterbericht? Wir hätten Sonne und 18 Grad, soviel zum Wetterbericht…

Zafarraya-Stellplatz

16.02.2019 Franceso Abellàn – 119 km

Angeblich sollte es laut Wetterbericht östlich wieder sonnig und warm sein, also fuhren wir wieder eine größere Strecke. Da ein großes Stück Autobahn dabei war, war es recht entspannt. Nur 20 km weiter stoppten wir aber erst einmal in dem kleinen Ort Alhama de Granada. Der kleine Ort liegt am Rande eines kleines Canyons wo sich der Rio Alhama in dem Sandstein eingegraben hat. Nicht besucht hatten wir die heißen Quellen nahe des Flusses im Canyon, wo man in einem kleinen Becken baden kann. Ich bin ja wasserscheu…

Das auf dem Weg liegende Granada hatten wir ausfallen lassen. Wir waren vor langer Zeit schon einmal hier und außerdem hatten wir gerade genug von Städte und deren Verkehr.
Dass auch eine Autobahn oder breite Landstraße schön sein kann, hätte ich nicht gedacht. Die Straße führte durch tolle Berglandschaften und wir hatten immer einen Blick auf die Sierra Nevada.

Francesco Abellàn ist ein Stausee und liegt abseits von Städten oder Orten, der nächste Ort ist 15 km entfernt Guadix.
Hier lässt sich wunderbar mit Blick auf die Sierra Nevada, dem Stausee und Aussicht auf das Hinterland mit dem roten ausgewaschenen Sandstein in der Natur stehen (GoogleMaps). Das Wetter hatte in der Tat sein Versprechen gehalten, sonnig bei 18 Grad.

17.02.2019 – Radtour nach Guadix – 36 km

Bei diesem herrlichen Frühlingswetter holten wir wieder die Fahrräder vom Träger, Ziel war Guadix. Der recht beschwerliche Weg mit zwei Mal 200 m Höhenunterschied führt durch eine grandiose Bergwelt von erodierendem Sandstein. Wieder einmal klein Amerika!

Guadix liegt auf einer Hochebene, umrahmt von bunten erodierenden Sandstein-Abruchkanten . Der Ort an sich hat nicht viel zu bieten und ist eher unschön. Bis auf die Kathedrale, die Burg und einige wenige Häuser in der Altstadt verfallen viele historische Gebäude, schade…

Jedoch im westlichen Teil von Guadix befindet sich ein Stadtteil wo die Menschen schon vor 700 Jahren Höhlen in den weichen Tuff- und Sandstein gebuddelt hatten um darin zu wohnen, das sogenannte Höhlenviertel.
Meistens sind noch kleine oder auch größere Gebäude vor den Eingängen gebaut.
Der Vorteil dieser Bebauung ist eine gleichbleibende Temperatur, Sommer wie Winter von 20 Grad. Die Kamine von Öfen oder Herde werden durch den Fels geführt. Wenn man durch den Stadtteil läuft, kommt man sich vor wie bei den Hobbits. Eine völlig skurrile Welt, wie aus einem Märchenbuch.

18.02.2019 – Wüste bei Tabernas – 110 km

Wieder fuhren wir fast nur Autobahn, da es Richtung Almeria keine sinnvolle Alternative gibt, noch nicht einmal Schotterpisten. Die bergige, halbwüstenartige Landschaft ist eigentlich faszinierend, wenn, ja wenn dort nicht tausende Windräder stehen würden. Dazu beginnt hier das Plastik, riesige Gewächshäuser aus Plastik-Folie.
Um den kleinen Ort Tabernas herum befindet sich wieder eine ganz besondere und eindrucksvolle Landschaft, eine richtige Wüste, die Desierto Tabernas. Die Amerikaner würden sagen: Badlands
Eine erodierende Landschaft mit kaum oder wenig Bewuchs. Wir fühlten uns, als hätte man uns heute zurück in die USA gebeamt.

Kein Wunder, dass hier in den vergangenen Jahrzehnten zig Filme wie Western und Science Fiction gedreht wurden. In der Wüste verteilt stehen immer noch Relikte als Lost Places herum. Leider sind die nur zu Fuß mit langen Märschen durch die Wüste zu erreichen. Die Pisten sind meist durch Barrieren abgesperrt.
Wer das Wild West-Feeling mal kosten möchte, hier gibt es den Themenpark direkt an der Autobahn gelegen, voll der touristische Halligalli, etwas weiter das Fort Bravo und deutlich kleiner das Western Dorf Western Leone. Western Orte kennen wir ja in echt genug, aber weit über 20,- Euro/Person für eigentlich nichts, bzw. Bretterbuden gestellte Shows dürfte nur etwas für eingefleischte Fans sein.

Wir hatten uns dann abseits der Bahn in die Wüste geschlagen und genossen einen tollen Sonnenuntergang.

19.02.2019 – Das Tor zur Wüste – 8 km

Zu Fuß erkundeten wir heute die Badlands von Tabernas und suchten einige Ruinen von Drehorten auf. Diese einsam gelegenen und von Besuchern meist nicht aufgesuchten Orte, versprühten einen viel größeren Reiz als das z.B. Fort Bravo.

Wie wir denn heute erfahren durften, hatten wir einen Drehort für den “Schuh des Manitu” entdeckt, dazu kam dann die grandiose Landschaft der Badlands.

Schon lustig, wie das Leben so spielt. Arne, ein Leser unserer Facebook-Fanpage hatte mich angeschrieben, nachdem er die Bilder von Tabernas Wüste gesehen hatte, wir mögen ihn doch mal besuchen kommen. Er renoviert gerade sein frisch erworbenes Haus und möchte in der Nähe von Tabernas einen Stellplatz eröffnen (GoogleMaps), den er das “Tor zur Wüste” nennt. Stimmt, von seinem Platz aus gelangt man durch ein Aquädukt ohne Wege gleich in die Wüste und kann Kilometer weit laufen. Im Moment herrscht bei ihm eher das Chaos und mehr als ein Platz besteht nicht. Also genau das Richtige für uns.
Alleine die rumpelige und teils steile Zufahrt wird die meisten Wohnmobil-Fahrer eher abschrecken obwohl der Platz auch mit normaler Weißware zu erreichen ist. Nur sollte der Überhang nicht all zu lang und das Wohnmobil nicht länger als 7,5 m sein.
An der Zufahrt wird sich auch zukünftig nichts ändern, nur der Stellplatz wird irgendwann mal hübscher werden.
Arne ist ein ungemein herzlicher Mensch, wir hatten viel Spaß und es endete mal wieder recht feucht.
Wer ihn besuchen möchte, unbedingt die nördliche Zufahrt nehmen auch wenn man ein ? im Kopf haben sollte und keinesfalls seinem Navi folgen! Die südliche Zufahrt neben der Hauptstraße von ca. 3 km ist schon sehr humpelig und für die meisten Wohnmobile wirklich nicht geeignet.

20.02.2019 – Cabo de Gato – 35 km

Wir kamen heute durch lauter Quatscherei kaum von Arne weg. Es ist immer schön, auf Reisen netten Menschen zu begegnen. Wir sind dann weiter zum Cabo de Gato, ein Naturschutzgebiet mit felsiger Landschaft östlich von Almeria. Wir genossen bei der Abfahrt ein letztes Mal die Badlands.

Badlands

Die flache halbwüstige Landschaft vor dem Cabo de Gato mit all den Yuccas ist ebenso interessant, also eigentlich. Wenn nicht die häßliche Bebauung und all das Plastik wäre.

Kurz bevor der Naturpark beginnt, hatten wir uns an der Straße ans Meer gestellt. Zu den Tetris-Campern an einem Platz davor wollten wir uns nicht hinzugesellen. So standen wir mit einer Seite zum Meer, zur Anderen die Salinen mit den Flamingos.

21.02.2019 – Agua Amarga – 65 km

Der westliche Teil des Cabo de Gata ist zwar nett, vor allem, da es recht unbebaut ist, aber für uns auch nicht wirklich beeindruckend. Da die Zufahrt zum Leuchturm, bzw. Punta Negra eine Sackgasse ist, sind wir nicht weiter durch gefahren.
Wir hatten statt dessen beschlossen, einen Stellplatz mit Waschmaschine anzufahren, da sich unsere Wäsche wieder türmte. Ziel war ein neu angelegter Stellplatz südwestlich von Los Albariciques, ca. 15 km entfernt.
Die Fahrt führte durch den hässlichsten Teil Spaniens wo wir bisher durch gefahren sind. Wir dachten schon, wir seien in Ägypten. Bruchbuden, überall nur Müll und wieder Müll, dazu alles zugebaut mit Plastik.

Der Stellplatz liegt an einer Hauptstraße und umgeben von Plastik wie auf dem Bild oben. Ne danke, für so was auch noch Geld bezahlen? Also sind wir weiter Richtung Osten zum Meer. Vor Los Escullos hielten wir am Strand weil der Blick auf die Küste einfach nur toll ist. Hier gibt es eine Besonderheit, die “Weiße Düne“. Jedenfalls war das mal eine, die heute versteinert ist und skurril munter vor sich hin erodiert.

Eine Piste führt weiter in den Naturpark hinein, allerdings für Wohnmobile verboten. Nun gut, wenigstens beim nächsten Parkplatz ein wenig gucken, da man den Cabo de Gato eigentlich nur erlaufen kann. Die wenigen Wege sind alle verboten zu befahren. Hier standen auch gleich zwei vergammelte Neo-Hippie Kisten, deren Eigner das Übernachtungs- bzw. Einfahrtverbot nicht interessierte.
Im Ort befindet sich ebenso ein Parkplatz am Meer, dort standen auch etliche Wohnmobile. Auch hier ist das Übernachten ausdrücklich verboten. Fast wären wir trotzdem stehen geblieben, die Aussicht war einfach zu verlockend. Aber wir fühlten uns auf dem schrägen Platz zwischen den “Alternativen” und den Grauwasserpfützen einfach nicht wohl.
Ich mag nicht den ersten Stein werfen, stehe ja auch nicht immer erlaubterweise in der Landschaft. Aber wenn das Übernachten an sich denn schon toleriert wird, sollte man sich wenigstens entsprechend verhalten, kein Zigeunerlager aufschlagen und schon gar nicht seine Gülle auf dem Platz hinterlassen. Da mögen wir uns denn nicht hinzugesellen…
So sind wir weiter Richtung Norden über die Berge zu unserem neuen Ziel Agua Amarga gefahren.
Hoch und runter ging es über die teils sehr interessanten Berge.

In Agua Amarga gibt es für 12,- Euro auch einen neuen Stellplatz, mit Waschmaschine, Trockner, WiFi und sauberen Sanitäranlagen (GoogleMaps). Der liegt wirklich nett und bietet ausreichend Platz für jeden. Hier legten wir denn unseren heutigen Putz-und Waschtag ein.
Episode am Rande: Wir wurden gleich von einem Leser unseres Blogs begrüßt, der sich vor knapp 2 Jahren unser Bimobil in Oldenburg angeschaut hatte. Wieder einmal kleine Welt…
Im frühen Abendlicht spazierten wir durch den kleinen gemütlichen Ort. Ganz klein, aber wirklich fein!

22.02.2019 – Alte Mine und weiße Felsen

Heute war ja Putz- und Waschtag…
Wie das so ist, wenn Frauen förmlich dem Putzwahn verfallen. U. schickte mich dann mit einem “Los, geh laufen…” weg, sie konnte wohl meine fragenden Blicke nicht mehr ertragen.
Nördlich von Agua Amarga geht es steil den Berg hoch, von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick über die Bucht. Hier befinden sich ebenso Ruinen einer alten Mine.

Von hier aus konnte man sehr schön die skurrilen Felsen auf der gegenüber liegenden Seite der Bucht sehen. Ich also wieder den Berg hinunter und dort hin. Als ich die weißen Felsen erreicht hatte, entdeckte ich alte Wohnhöhlen, wer weiß, wer hier einmal gelebt hat.
Bei den weißen Felsen dürfte es sich wohl auch hier um eine ehemalige Düne handeln, ich denke, die ganze Gegend hier war mal eine Dünenlandschaft die versteinert ist.
Als ich nach Stunden wieder zum Bimo zurück kam, war U. immer noch nicht fertig. Gut, noch die Wäsche zusammenlegen, das Bad wischen und fertig für heute.

In der klaren Nacht wollte ich noch einmal frische Luft schnappen und es offenbarte sich ein Sternenhimmel, einfach toll.
Nun ja, der Mond war aufgegangen, entfernte Laternen und die Milchstraße ist in dieser Jahreszeit auch nicht so toll. Trotzdem, vielleicht kann man so trotzdem einen Eindruck gewinnen.

Stellplatz Sternenhimmel
Sternenhimmel am Stellplatz

24.02.2019 – Cala de Enmedio

Wir kleben immer noch in Agua Amarga fest, es ist einfach zu nett und man kann hier zu gut entspannen.
Heute liefen wir südlich über den Berg zu der kleinen Bucht Cala de Enmedio, die nur zu Fuß oder per Quad zu erreichen ist. Dieser Küstenstreifen ist von weißen erodierendem Sandstein geprägt, die ganzen Berge sind eigentlich nur Dünen, was auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Eine phantastische Landschaft.
Hier endet fast unser Besuch des Cabo de Gata. Abschließend sei zu dem Nationalpark zu sagen: Toll, auch wegen der Menschenleere, aber im südlichen Teil nicht unbedingt überwältigend. Um die wirklichen Schönheiten zu entdecken, muss man ein wenig laufen, bzw. auf Entdeckungsreise gehen, vor allem der nördliche Teil des relativ großen Nationalparks ist der Interessantere.

25.02.2019 – Huércal-Overa – 80 km

Wir fuhren die letzten ca. 30 km des Nationalparks Cabo de Gata weiter Richtung Norden. Wir dachten ja bisher, wir hätten jetzt das Meiste vom Nationalpark gesehen. Aber die Natur setzte noch einen drauf…
Die Berglandschaft ist einfach nur der Wahn und mit der Passstraße wirkte sie auf uns einfach nur faszinierend.

Wir fanden auch etliche wunderschöne Plätze am Meer zum verweilen. Wenn wir nicht gerade 4 Tage Urlaub gemacht, uns langsam gelangweilt hätten und wir nicht langsam wieder gen Deutschland fahren müssten, wären wir hier glatt ein paar Tage geblieben. Wir waren schon verwundert, dass in dieser tollen Landschaft gar nicht so viele Wohnmobile anzutreffen waren. Wir verdaddelten und genossen einfach diesen schönen Tag.

Mit dem netten Ferienort Mujacar Playa, auch mit sehr schönen davor gelegenen Stellplätzen, endete dann die Schönheit der Gegend.

Wir wollten eigentlich noch nach Mazarron zu den Erosionen und ein Bekannter hat uns die Koordinaten für einen wirklich tollen einsamen Übernachtungsplatz am Meer genannt, weil der nur mit 4×4 erreichbar ist. Als wir aber dann die beginnende Hässlichkeit an Bebauung und Plastik sahen, sind wir zügig zur Autobahn hoch und nach Huércal-Overa gefahren, da es dort in Autobahnnähe einen Stellplatz oder was immer das sein soll gibt. Nicht schön, aber zweckmäßig und verkehrsgünstig gelegen, sogar mit VE.
Mazarron nicht zu besuchen, war für uns kein Verlust, die Erosionen sind die Gleichen wie die, die wir nun schon die ganzen Tage über gesehen hatten, nur die bei Mazzaron haben halt Bekanntheit erhalten.
Zu dem tollen Stellplatz am Meer geht es zunächst durch hässliche Bebauung und viel Plastik. Für uns zu viel aufwändige zu durchfahrende Hässlichkeit für das büschen Schönheit.

Morgen verlassen wir Andalusien und werden wieder ins Inland fahren.

Nächster Reisebericht: Spanien, Region mal sehen, in Bearbeitung…

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Ein Kommentar

  1. Sehr gute, eindrucksvolle Fotos mit informativen Text!
    Chapeau

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