Reisebericht Spanien-Andalusien

Unseren weißen Fleck Portugal hatten wir nun abgeschlossen, nach gut 6 Monaten Anreise verbrachten wir rund 47 Tage in Portugal.
Über Spanien, beginnend mit Andalusien, traten wir unsere Rückreise nach Deutschland an, da wir leider im April einen Termin bei Bimobil einhalten müssen.

Vorheriger Reisebericht: Portugal, der Süden ->

Wer sich für Spanien insgesamt interessiert, unter dem Hashtag Spanien sind alle Spanien-Reiseberichte zu finden.

Andalusien im Süden Spaniens, zeichnen Naturparks, Wüsten, wilde Gebirge und Landschaften sowie Kulturstätten, insbesondere aus der Zeit der Mauren aus. Die an sich tolle Küste im Süden werde ich nicht behandeln, die fand ich schon vor 40 Jahren wegen ihrer Zerstörung durch Betonbauten nicht so toll, jetzt fällt sie bei mir in den Bereich, frei nach Wolfgang Niedecken von BAB: „Niet für Koche…“. Als Wohnmobil-Fahrer ist jene für mich der Horror. Dicht an dicht drängen sich auf den Stellplätzen die Wohnmobile der Überwinterer. Wildcamper belegen Parkplätze und die Natur, aber hier scheinen die Spanier langsam verständlicherweise durchzugreifen.
Ich kenne zwar einige Plätze, aber insgesamt ist das nicht unsere Welt.
Nun, Abertausende finden das Leben hier und in dieser Form ja ganz toll, das sei ihnen gegönnt, aber für mich hat das etwas wie mit dem Spruch von den Fliegen: „Millionen Fliegen können sich nicht irren…

Küstenstellplatz
Üblicher Stellplatz

Deshalb querten wir Spanien mehr oder weniger über das Inland. Die Ostküste bis hoch nördlich von Barcelona ist übrigens noch schlimmer, für Menschen unseres Schlages so eine Art der touristischen Vorhölle. Die wenigen sehenswerten Naturschönheiten, Orte und freie Stellplätze können das für uns nicht aufwiegen. Auch diese Küste ist mir aus früheren Jahren bekannt. Das Plastik der Plantagen breitet sich mittlerweile selbst in Naturschutzgebiete aus, eine Bettenburg neben der Anderen und die tausende Wohnmobile brauche ich wohl nicht erwähnen. Aber ich sage immer, gut, dass viele es hier so toll finden, sonst gäbe es anderswo auch keinen Platz mehr.
Ok, bleiben wir in Andalusien…
Nicht nur wegen der vielen Sehenswürdigkeiten, auch wegen der Wärme verweilten wir ein paar Wochen in Andalusien. Zunächst mehr in Meernähe und als es dann insgesamt wärmer wurde, ab Tarifa dann ins Inland.

29.01.2019 – Valverde de Camino – 110 km

Zunächst sind wir die rund 20 km nach Pozo del Camino, das liegt direkt hinter der portugiesischen Grenze bei Isla Cristina, etwas zurückgelegen an großen Salzwiesen, bzw. Marschland und Salinen. Früher muss das Meer mal bis hierhin gereicht haben. Hier wollten wir die Flamingos beobachten und auch bleiben, aber die Zeit passte nicht, niemand zu Hause.
Da die Gegend und auch der Stellplatz so etwas von hässlich waren, sind wir weiter nach Valverde de Camino nördlich ins Inland gefahren. War das eine entspannte Fahrt, kaum Verkehr, keine Wohnmobile, kaum Bebauung, ging es hügelig und leicht bewaldet nach Valverde de Camino. Hier gibt es auch einen kleinen kostenlosen Stellplatz mit VE (GoogleMaps). Bis auf ein paar Dolmen und Ruinen hat der Ort nichts zu bieten. Der Stellplatz sollte die Basis für den folgenden Tag sein, den Minas de Riotinto.

30.01.2019 – Minas de Riotinto – 28 km

Die Minas de Riotinto mit dem gleichnamigen Ort liegen bei Nerva am Rio Tinto (GoogleMaps). Hier wurde bis 2001 Eisenerz und Kupfer abgebaut. Durch das Erzhaltige Gestein und auch durch Umweltsünden bietet sich hier ein eindrucksvolles Farbenspiel des Rio Tinto.

Rio Tinto
Minas de Riotinto-Lok

Ein Mal am Tag fährt eine uralte Diesellok, Sonntags eine Dampflok langsam rumpelnd durch das Minenglände, mit der auch wir gefahren sind. Infos und Buchung unter Riotinto Mining.
Eigentlich fährt die Bahn nur am Wochenende, seltsamerweise bei uns auch am Mittwoch.
Leider ist ein Durchlaufen durch die Mine auf eigene Faust ist nicht möglich, man ist auf die Bahn angewiesen.
Die 11,- Euro/Person war das aber allemal wert, hatte in der nostalgischen Bahn auch Spaß gemacht.

Mit den Farben hat der Schindluder, den man mit der Natur getrieben hat, auch wieder eine faszinierend schöne Seite. Leider wurde das Wetter recht grau und die Farben kamen nicht so richtig zur Geltung.
Anschließend sind wir wieder zu unserem Stellplatz nach Valverde de Camino zurück gefahren.

31.01.2019 – El Rocío / Matalascanas – 89 km

Die Fahrt ging wieder Richtung Süden zum Meer. Nicht, weil wir wieder unbedingt zum Meer wollten, sondern, weil ein paar Kilometer vorher liegt der besondere und eigenwillige Ort El Rocío. El Rocío (GoogleMaps) ist quadratisch praktisch angelegt und verfügt über keine asphaltierten Straßen, sondern nur über sandige Pisten. 4×4 und Pferdefuhrwerke sind hier deshalb weit verbreitet. Der flach bebaute Ort ist zum Teil nicht bewohnt, erst zu Pfingsten, wenn die Bruderschaften wieder aufschlagen kehrt hier Leben ein.
Der Ort erinnert ein wenig an ein Western-Dorf oder Mexico.
Da es gestern gut geregnet hatte, genau das Richtige für unser Bimobil, hi hi…

Nach dem Besuch von El Rocío stoppten wir noch im inländischen Teil des Nationalpark Donana. Bohlenwege führen durch eine Heidelandschaft mit Pinien und Moore wo viele Wildvögel, Wildscheine und auch Luchse leben. Das erinnerte auch ein wenig an Südafrika oder Namibia, nur die Büffel fehlten. Leider war das Wetter mittlerweile nicht mehr so dolle.
Anschließend hatten wir uns denn im nahen Matalscanas nieder gelassen (GoogleMaps). Weiter unten am Playa Del Coto in Matalscanas (GoogleMaps) könnte man sich auch niederlassen, der Platz ist aber nicht so schön. Nur das Meer ist dort nah, was uns bei dem eingesetzten Schmuddel auch nichts mehr nutzte.

Die letzte Nacht hatte es nur geschüttet und gestürmt, aber ab 10:00 Uhr schien wieder den ganzen Tag die Sonne. Spontan beschlossen wir, noch einen Tag zu bleiben.
Ein Küstenstreifen ist ebenso Teil des Donana Nationalparks. Eingezäunt, ist der Park nur über einen Einlass und nur zum Teil begehbar. Hier ist die Landschaft durch hohe Dünen geprägt, die wir ein klein wenig erliefen und über den leeren Strand zurück sind.

02.02.2019 – La Dehesa De Abajo – 97 km

La Dehesa De Abajo

Karten sollte man lesen können…
Von hier aus wollten wir eigentlich Richtung Cadiz, das nur 40 km Luftlinie entfernt liegt. Aber der Donana Nationalpark ist so groß es führt kein Weg hindurch. Man muss bis Sevilla zurück fahren und dann sind es weit über 200 km bis Cadiz. So große Strecken wollen wir nicht fahren, nicht, wenn es nicht unbedingt sein muss.
So legten wir in der Reserva Natural Concertada Dehesa de Abajo , einem Vogelschutzgebiet, welches noch zu dem Donana gehört, einen Zwischenstopp ein. Dies ist ein Feuchtgebiet mit einem See auf einem sandig hügeligen Gebiet mit wilden Oliven und Pinien. Teilweise erinnert die Landschaft an Namibia. Hier leben viele Vögel, neben seltenen Entenarten, Kranichen auch Störche und Flamingos angesiedelt haben, die man von Beobachtungsstationen aus beobachten kann.

Dieses vom Touristenstrom abgeschnittene Gebiet war bestimmt einmal ein Meeresgrund, da es sehr sandig ist und teils aus Sandstein besteht. Nur durch Zufall entdeckten wir am Rand eine Abruchkannte, die im Miniformat an den Bryce-Canyon erinntert. Die Entstehung ist ähnlich, da die Kante zum Flachland hin abfällt und erodiert.

Hier befindet sich neben einer Information auch ein Restaurant, dahinter ein Parkplatz, wo man für 5,- Euro ohne VE sehr schön in der Natur übernachten kann (GoogleMaps).

La Dehesa De Abajo-Stellplatz

Bei den vielen Tieren und der Landschaft habe ich wieder einmal ein kleines Video erstellt, so bekommt man eine viel bessere Vorstellung, ca. 04:15 min.

03.02.2019 – El Puerte de Santa Maria – 140 km

Weil wir in der Nähe waren und eh daran vorbei mussten, wollten wir uns Sevilla anschauen. Im Vorfeld waren wir durch Reiseführer und GoogleEarth richtig neugierig und gespannt. Ausgeguckt hatten wir einen sogar netten und zentrumsnahen Stellplatz. Was war? Geschlossen…
Der nächste nahe Stellplatz, ca. 400 m entfernt, auch dicht. Die anderen Plätze liegen weiter entfernt, waren aber nicht nach unserem Geschmack, schon gar nicht für 15 – 20 Euro.
Zentrumsnah ist ein großer sandiger Platz, der als Parkraum genutzt wird, wo auch einige Wohnmobile standen. Nur, in der letzten Zeit hatte ich so viele negative Berichte von Überfällen und Aufbrüchen, auch aus Sevilla gelesen, dass ich unser Bimobil dort nicht den ganzen Tag alleine mit den teuren E-Bikes hinten drauf stehen lassen wollte. Das war uns das Risiko nicht wert, unser Wohnmobil ist schließlich unser Zuhause und so einiges von Wert schleppen wir ja mit.
Schade eigentlich, wenn diese an sich tolle Stadt, was wir schon bei der Einfahrt gesehen hatten, keine Wohnmobile mag, dann eben nicht.

Wir sind dann schließlich weiter nach El Puerte de Santa Maria nahe Cadiz auf einen zentrumsnahen bewachten Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit gefahren. Es gibt außerdem noch einen schönen kostenlosen Parkplatz am Strand, aber auch hier wollten wir das Bimo für die Besichtigung von Cadiz nicht den ganzen Tag alleine lassen. So einen Platz nahezu auf dem Strand fanden wir dann dafür nicht so toll.

Puerte de Santa Maria-Stellplatz
Puerte de Santa Maria-Stellplatz

Von unserem Stellplatz aus erkundeten wir noch die nahe Innenstadt und wandelten über die Promenade und ich muss sagen, klein, aber irgendwie ursprünglich hübsch.

04.02.2019 – Cádiz

Auf das auf einer Landzunge gelegene geschichtsträchtige Cadiz waren wir ebenso neugierig. Die kleine Altstadt ist vollgepfropft mit Sehenswürdigkeiten. Eigentlich könnte man sich hier Tage aufhalten.
Festungsanlagen, die Catedral de la Santa Cruz de Cádiz, der Markt, Museen, Kneipen, die engen urigen Gassen und und und…
…ein Besuch ist absolut lohnenswert!

Cadiz

Stellplätze gibt es in Cadiz auch, aber die gefielen uns nicht, deshalb sind wir El Puerte de Santa Maria angefahren. Von hier geht nicht weit vom Stellplatz entfernt für 3,- Euro/Person eine Fähre rüber nach Cadiz. Das hat was von Sonntagsausflug.

Katamaran nach Cadiz
Katamaran nach Cadiz

Wir umrundeten die Altstadt, liefen kreuz und quer durch die Gassen…

Mit Fotos hatte ich mich dieses Mal zurück gehalten, Hunderte hätte ich machen können. Ich dachte mir, den Eindruck kann man besser in einem Video festhalten.
Hier das Video zu unserem Ausflug, ca. 04:10 min.

05.02.2019 – Roche – 44 km

Südlich von Cadiz wird es langsam mit künstlichen Ferienorten verbaut, die im Moment eher Geisterorten gleichen. Dazwischen finden sich dann einige Zugänge zum Meer, die als Parkplatz dienen. Das Übernachten ist eigentlich nicht erlaubt, aber was solls…

Roche-Stellplatz

Bei einem solchen bei Roche hatten wir uns niedergelassen. Wir wollten noch einmal das Meer und den ewig langen Strand genießen. Ab Tarifa geht es ins Inland und wer weiß, wann wir wieder ein Meer sehen.
Der Strand ist wirklich ewig lang und der erodierende Sandstein bildet wieder tolle Formen.

06.02.2019 – Tarifa – 82 km

Über die weißen Dörfer wie z.B. Conil de la Frontera fuhren wir die Küste entlang bis nach Tarifa.
In Zahora stoppten wir beim berühmten Cabo Trafalgar, ein kleiner Vorsprung am Strand mit tollen Felsformationen wo die Engländer einst die spanische Flotte versenkt hatten.

Ein wenig irritierend waren all die kaputten Flüchtlings-Schlauchboote, die hier überall herum liegen.

Flüchtlings-Schlauchboot

Eigentlich wollten wir in Zahara de los Atunes bleiben, aber auf dem angeblichen Stellplatz ist das Übernachten für Wohnmobile ausgeschildert verboten und die nahe Bebauung sah auch nicht wirklich einladend aus.
So sind wir noch 35 km weiter bis kurz vor Tarifa an den Strand gefahren. Das Übernachten wird hier ebenso wenig erlaubt sein, aber es wird augenscheinlich geduldet. Entsprechend voll von Wohnmobilen und den Bussen der Kiter war es hier. Allerdings war es trotz der rund 40 Wohnmobile recht entspannt. Seeseitig hat man einen tollen Blick über die Dünen und auf das Meer bis nach Marokko. Hier blieben wir denn auch gleich 2 Tage…

Zur einer Seite das Meer, zur Anderen ein mit Stacheldraht abgesperrtes bewaldetes Naturschutzgebiet. Ca. 20 Busse stehen hier und klar, eine Toilette haben die nicht. Morgens zogen sie denn mit ihren Klopapier-Rollen in den Wald. Wenn sie wenigstens einen Spaten dabei hätten, oder eine Beutel, wo sie wie bei Hunden ihren Mist einpacken und in den großen Mülltonnen entsorgen würden. Aber nein, der Wald wird vollgesch…n und überall liegt Toilettenpapier herum das kaum verwittert. Ist ein Rechenexempel: 20 Vans mit 2 Personen, jeder einen Haufen täglich mit Papier und das das ganze Jahr über auf ein kleines Naturschutzgebiet verstreut. Kein Wunder, dass die Freischeißer langsam vertrieben werden und damit die normalen Wohnmobilisten ebenso darunter zu leiden haben. Warum nur muss man die Toleranz eines Landes auf eine solche Probe stellen und die Gastfreundschaft missbrauchen?

Toilettenpfad
Toilettenpfad ins Naturschutzgebiet

Den Tag verfaulten wir bei dem schönen Wetter einfach. Irgendwo war eine Kuhherde ausgebüchst. Das war schon lustig anzuschauen, wie die sehr relaxten Kühe zwischen den Wohnmobilen hindurch und über die Dünen liefen.

08.02.2019 – Castellar Nuevo de la Frontera – 55 km

In Tarifa legten wir einen Stopp ein und bummelten durch die kleine niedliche Altstadt. Hat im Sommer, wenn etwas los ist, mit den Bars und Cafes bestimmt ein nettes Flair.
Das Drumherum ist halt Stadt…

Die Strecke bis nach Algeciras führte mit tollem Panorama nach Marokko über frühlingsgrüne Berge. Algeciras ist eine riesige Industrie- und Hafenstadt mit mächtig Verkehr und Staus. Einen Abstecher nach Gibraltar hatten wir uns erspart, uns reichte schon dieses Getümmel am Rande. Nur wegen einem Felsen, billigen Sprit und ein paar Affen, von denen wir schon genug gesehen haben, war uns das einen Besuch nicht wert.

Ca. 15 km nördlich von Algeciras liegt der kleine Ort Castellar Nuevo de la Frontera. Wir dachten schon, der Verkehr und die hässliche Bebauung hört gar nicht mehr auf, aber ganz plötzlich konnten wir wieder zumindest Landschaft sehen. Im Ort gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit VE, weswegen wir ihn uns als Nachtlager ausgesucht hatten. Eigentlich darf man hier nur 72 Stunden stehen, aber manch einer scheint ihn als Domizil auserkoren zu haben.

Castellar Nuevo-Stellplatz

Castellar Nuevo de la Frontera ist ein 1960 erbauter reiner Wohnort, nichts weiter, nur ein kleiner Supermarkt, eine Post und ein paar Bars gibt es hier. Aber er ist richtig gepflegt, sauber und irgendwie nett. Nur die wie ich meine hässlichste Kirche Spaniens (60er halt) fällt etwas aus dem Rahmen.

09.02.2019 – Benarrabà – 44 km

Die Fahrt führte über eine teils enge und kurvenreiche Straße bis hoch auf fast 800m Höhe weiter Richtung Norden nach Benarrabà.
Auf der Höhenstraße hatte man oft schöne Ausblicke bis zum weit entfernten Meer oder auf weiße Bergdörfer. Man merkte, der Frühling kommt, die Berge grün, die ersten Bäume schlagen aus und überall blüht es.

Im, besser vor dem abgelegenen Bergdorf Benarrabà gibt es einen kleinen Stellplatz mit VE und Strom für fünf Wohnmobile mit einer toller Aussicht (GoogleMaps). Jeder Stellplatz hat seine eigene VE mit Strom, fast wie bei den Amerikanern.
Aber nur, wenn man die Einrichtung auch nutzt, kostet der Platz 10,- Euro/Nacht, zwei Tage 15,- Euro. Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet, also zumindest ein paar Euro wären für den netten Platz angemessen.
Der Stellplatz liegt zwar direkt an der “Hauptstraße”, aber hierhin verirrt sich eh niemand und ist eine Sackgasse, ist also nur für die Anwohner.

Benarrabà ist ein kleines uriges Bergdorf, es gibt lediglich ein Cafe und ein Restaurant. Es soll Wohnmobilfahrer gegeben haben, die mit ihrem Wohnmobil durch das Dorf wollten. Keine gute Idee, bei den engen kleinen Gassen die zumeist auch noch mit PKW zu geparkt sind, dürfte das übel enden.

Und natürlich ein Friedhof…
Diese spanischen, oder überhaupt auf der iberischen Halbinsel, Friedhöfe faszinieren mich immer wieder. Ich glaube, die Angehörigen sind fast täglich auf dem Friedhof, all die Blumen wollen gepflegt werden.

10.02.2019 – Ronda – 35 km

Ronda ist einer der “Muss” Sehenswürdigkeit Andalusiens, sagt man…
Ich war hier zuletzt vor 40 Jahren, da war Ronda noch wirklich ein kleines einsames und ursprüngliches Nest. Eigentlich wollte ich meine Erinnerung behalten, aber da Ronda sozusagen auf dem Weg lag, was solls, legten wir einen Stopp ein. Von Benarraba kletterten wir die Berge noch höher, fast auf 1.100 m und vorbei an kleinen weißen Bergdörfern. Wenn man Wochen am Meer verbracht hat, kommen einem die Berge viel imposanter vor, vor allem, da es hier hochgebirgiger wird.

Ronda liegt auf einem Felsplateau in ca. 720 m Höhe. Der ältere Teil der Stadt wird durch eine ca. 120 m hohe Brücke, der Puente Nuevo abgeteilt, die alleine schon eine Sehenswürdigkeit ist.
Die Stadt ist gewachsen und außerhalb des Zentrums nicht wirklich schön. Heute werden ganze Busladungen von Touris von der Küste heran gekarrt, entsprechend touristisch mit viel Rummel ist die Altstadt.
Aber komischerweise nur an der “neuen Brücke” und diesem Teil der Altstadt. Im älteren Teil jenseits der Brücke sahen wir kaum Touristen. Auch der Park Jardines de Cuenca, von wo man halbhoch eine tolle Aussicht auf die Puente Nuevo und die Schlucht hat, waren zumindest heute kaum Touristen.
Wenn man sich die Mühe macht, die kleinen ursprünglichen Gassen abseits zu erkunden, lohnt sich Ronda auf jeden Fall, nicht nur wegen der Steilwand und der Brücke, gerade auch die Details an den alten Häusern.

Nun, ganz so schlimm mit den Touristen war es heute nicht und davon waren die Meisten offensichtlich Chinesen. Hier konnte ich nicht anders, als ein paar Bilder zu machen.

Hier schließe ich den 1. Teil des Andalusien-Reiseberichts ab.
Morgen geht es zunächst weiter zum Caminito del Rey, wo wir die Schluchten auf zwar restaurierten, aber immer noch abenteuerlichen Klettersteigen erkunden werden.

Nächster Reisebericht: Andalusien 2. Teil ->

Werbung/Anzeige
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

3 Kommentare

  1. Hallo Michael
    So schön die Gegend ist, die ihr in den letzten Wochen bereist ab, je mehr schrecken uns deine Berichte ab. Das war eh nicht auf unserem Radar. Jetzt ist es wohl endgültig gecancelt. Von Spanien bleiben uns wohl nur noch die Pyrenäen. Da wird sich mangels, vergleichbarer Infrastruktur und naturgegebener schlechter Verkehrsverbindungen, so schnell wenig ändern. Es gibt keine Straße längs der Pyrenäen, sondern nur Stichstraßen, d.h. um 20km Luftlinie weiter zu kommen, muss man viele km aus dem Tal rausfahren und in das nächste wieder hinein. Auch das Wetter ist da ein Lotteriespiel. Es gibt wenig das trostloser ist, als Dauerregen in den Bergen, aber bei schönem Wetter ist es der Hammer. Was bleibt noch in Westeuropa? In Frankreich kennen wir noch etliche schöne Gebiete in denen man, außerhalb der Saison ziemlich alleine ist. In Großbritannien ist Wales und Schottland immer noch eine Reise wert. Nach dem Brexit werden wir wieder rüber machen. Für Irland gilt wohl das Gleiche wie für den Süden der Iberischen Halbinsel, man kommt 30Jahre zu spät wie wir vor 3 Jahren feststellen konnten. Unsere Erfahrung ist. Wettergarantie und schöne Landschaft in Verbindung mit einem Gewässer verträgt sich nicht mit unserer Art zu reisen, leider.
    Liebe Grüße Jochen

    • Moin Jochen,
      Wetter, Landschaft, gibt es, in den USA 🙂
      Wir sind jetzt nördlich der Sierra Nevada, hier ist es recht entspannt und die Landschaften sind schlicht großartig. Bericht folgt ja bald 😉
      Aber grundsätzlich stimmt es schon, wenigstens 20 Jahre zu spät.
      Die Pyrenäen kennen wir ja auch, leider passte das jetzt mit der Jahreszeit nicht.
      Vor dem Problem mit dem Wohin stehen wir auch. Wir werden dieses Jahr mal die Ostsee umrunden, mal sehen, wie es heute so in den baltischen Staaten, Finnland, Norwegen und Schweden so ist.
      Liebe Grüße,
      Michael

  2. Dr. Gerhard Steinort

    Ein sehr gelungener, anregender und informativer Reisebericht, vielen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.