Reisebericht Spanien Katalonien III

Überwintern mit dem Wohnmobil im Norden Spaniens und der spontane Entschluss, schnell über die Pyrenäen nach Frankreich über zu wechseln.
Am Ende des Reiseberichts versuche ich einige Frage zu beantworten. Lohnt sich ein Überwintern im Norden Spaniens? Wie sicher ist Spanien mit einem Wohnmobil?
Rund 6 Wochen verbrachten wir wegen meiner Zahnsanierung bereits in Katalonien. Obwohl wir hier ja bereits einige Male waren, hatten wir Katalonien erst jetzt so richtig kennen gelernt. Überall gab es kleine HighLights zu entdecken.

Der vorherige Reisebericht: Spanien Katalonien II ->

Wer sich insgesamt für Spanien mit dem Wohnmobil interessiert, Katalonien ist auch schon mehrfach dabei, findet alle Reiseberichte unter dem Schlagwort Spanien.

24.12.2019 – Santa Pau – 70 km

Die 6 Wochen um Figueres und Roses waren nun echt genug. Da das Wetter die nächsten Tage sonnig und warm werden sollte, entschlossen wir uns zu einem Abstecher ins Inland. Hier kann es auch recht frisch werden, sogar Schnee ist möglich.
Santa Pau liegt östlich von Figueres und südöstlich von Olot im Parc de la Zona Volcanica de la Garrotxa. Vor ca. 100.000 Jahren war das Gebiet vulkanisch aktiv, auf dessen Spuren man hier wandeln kann.
Santa Pau hat eine klitzekleine historische Altstadt. Würden dort nicht all die Autos herum stehen, käme man sich in der Tat hunderte Jahre zurück versetzt vor.

Santa Pau hat auch einen kostenlosen Stellplatz, eigentlich nur eine Wiese (GoogleMaps). Für eine Nacht und um den Ort zu erkunden völlig ok.

Santa Pau-Stellplatz
Santa Pau-Stellplatz

Parc de la Zona Volcanica de la Garrotxa

Wie oben schon erwähnt, liegt hier um Olot das Vulkangebiet Parc de la Zona Volcanica de la Garrotxa.
100.000 Jahre sind eine lange Zeit und eigentlich sieht man nur eine bewaldete hügelige Landschaft. Erst wenn man auf den Wegen zu den Kratern wandelt, erkennt man an den angedeuteten Kratern und einigen Lava-Abrüchen, dass es sich um Vulkane handelt.
Die Gegend ist nett, aber ob sich hierfür extra eine Fahrt lohnt? Ich habe noch nicht einmal ein Foto geschossen…

25.12.2019 – Castellfollit de la Roca

Der kleine Ort Castellfollit de la Roca liegt nur ein paar Kilometer nordöstlich von Olot.
Die Besonderheit des kleinen Ortes besteht darin, dass er auf einem ca. 50m hohen Basalt-Block errichtet worden ist. Der Ort ist an einigen Ecken morbide schön, ansonsten hat er nicht so viel zu bieten. Am nettesten sieht er von der kleinen Brücke vom nahen Parkplatz aus (GoogleMaps). Von hier geht auch ein Weg in die Altstadt. Im Ort selber gibt so gut wie keine Parkplätze.

26.12.2019 – Sant Joan de les Abadesses – 33 km

Nur ein paar Kilometer westlich liegt Sant Joan de les Abadesses. Hier sind wir eigentlich nur hin, weil die mittelalterliche Innenstadt so hübsch sein soll.
Nun ja, dann möchte ich nicht wissen, wie unschöne spanische Städte aussehen 😉
Sehenswert ist ist noch die alte Brücke und das Kloster, aber sonst?
Nichts gegen eine marode Bebauung, aber hier fehlt gänzlich jegliches Flair.
Aber einen netten kostenlosen Stellplatz, sogar mit Entsorgung hat der Ort (GoogleMaps).

27.12.2019 – Les Cabannes (F) – 147 km

Uns, bzw. insbesondere Ulrike reicht es nun von Spanien. Dieses Vergammelte, das Verranzte, das Verlassene, irgendwie wirkt alles deprimierend. Das kann natürlich auch an den Winter liegen.
Es gibt sie ja, die schönen Flecken, seht ihr ja an den Bildern, aber insgesamt nervt uns Spanien langsam, es ist genug und an etlichen Orten fühlen wir uns unwohl.
Jetzt ist das Wetter noch gut und eine gute Gelegenheit, die Pyrenäen zu queren, was wir spontan entschieden hatten.
Anders als von Figueres aus wo es eher flach ist, fuhren wir über zwei Pässe (1.800m) und an Andorra vorbei.
In Les Cabannes angekommen stieg gleich unsere Laune. Die freundlichen Menschen, nichts mehr verrammelt, kein Stacheldraht und kein Gammel mehr…

Ziel ist der Atlantik, klar, wettertechnisch vielleicht eine Schnapsidee, aber wir haben grad Lust auf rauhem Atlantik, Sonnenuntergänge und endlose Strände…

Nächster Reisebericht: Frankreichs Süden am Antlantik-> (in Bearbeitung)

Fazit zu Spanien

Ende 2018 begannen wir eine Umrundung der iberischen Halbinsel, waren Anfang 2019 im Süden Spaniens und jetzt überwinterten wir im Norden Spaniens. Da haben sich einige Eindrücke angesammelt. Natürlich ist mein Fazit rein subjektiver Natur!

Lohnt sich eine Überwinterung im Norden Spaniens?

Ich sage mal jein…
Der Süden ist ein paar bis etliche Grad wärmer, hat mehr landschaftliche/ kulturelle HighLights und die Infrastruktur mit Übernachtungsmöglichkeiten ist besser. Dagegen kann es im Norden nur ein paar Kilometer weiter ins Inland hinein schon empfindlich kalt werden, sogar Schnee ist möglich. Wer Wert auf Campingplätze legt, die Meisten haben im Norden geschlossen und nur ganz Wenige geöffnet. Dafür findet man aber seine Ruhe und vor allem viele Freistehplätze die in der Saison für Wohnmobilfahrer verschlossen sein dürften. Wer Ruhe sucht, da ist der Norden bestimmt eine Alternative.

Spanien an sich…

Für uns war es das überhaupt mit Spanien, es reicht uns erst einmal. Spanien hat viele schöne und vor allem besondere Ecken. Ebenso viele schöne Dörfer. Nur, das Dazwischen! Die Peripherie der Orte ist meist abgrundtief hässlich, nur innendrin findet man dann die Schätze. Im Inland sind die Orte und Dörfer eher deprimierend.
Mit der Landschaft ist es ähnlich, zwischen kleineren tollen Abschnitten liegen oft weite Strecken an Hässlichkeit. Für das spanische östliche Mittelmeer ab Barcelona gibt es für mich nur einen Ausdruck: Hässlich und niet für Koche!
Nun ja, die Wärme zieht hunderttausende hier hin und den Meisten gefällt es hier auf den Tetris-Plätzen an den Beton-Orten sogar. Ist auch gut so, aber wir sind da anders gestrickt.
Alleine Andalusien mit den tollen Landschaften und Orten wäre noch einmal eine Reise wert, dann würden wir Spanien aber zügig queren 😉

Ist Spanien für Wohnmobilfahrer sicher?

Es ist erschreckend, egal wo man ist, alles ist verrammelt und verbarrikadiert. Überall Video-Überwachung…..
Security-Leute, die uns den Tipp gaben, sich unter die Video-Kameras zu stellen und eine Fluchtposition einzunehmen…
Private Stellplätze, die einem Hochsicherheitstrakt ähnelten…
Stellplätze, wo jede Stunde die Polizei vorbei schaut…
So was haben wir bisher in keinem Land der Erde in dieser Form erlebt!
In nur drei Wochen wurden wir zwei Mal beklaut, quasi wo wir fast daneben standen. Dazu an völlig unverfänglichen Orten, wo wir niemals mit so etwas gerechnet hätten. Ohne Touris, in kleinen Orten im Abseits, niemals wär ich auf die Idee gekommen, dass hier etwas geklaut werden würde.

Wir möchten das Land welches wir besuchen durch Wandern oder Ausflüge erkunden. Dann steht unser Wohnmobil den ganzen Tag irgendwo alleine herum. Das kann ich für Spanien wirklich nicht empfehlen. Das mag bestenfalls auf Plätzen abseits der Touristenströme und Ortschaften ok sein, aber sonst…
Für uns, die wir meist frei stehen, oder im Abseits unser Wohnmobil den ganzen Tag abstellen um zu Wandern oder sonst etwas zu unternehmen ist Spanien nichts. Sicherlich kann immer mal etwas passieren, aber in Spanien zumindest entlang der Mittelmeerroute scheint die Wahrscheinlichkeit, dass das Wohnmobil ausgeräumt wird, besonders groß zu sein.
Wer wie wir über Tag unterwegs ist, sollte zumindest an den Spots vielleicht besser wirklich gut bewachte Plätze aufsuchen.

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2 Kommentare

  1. Rainer Scharfenberger

    Hallo Ihr Zwei,
    nach langer Zeit des kommentarlosen Lesens Eurer tollen Berichte müssen wir uns jetzt einfach mal melden. Wir beide sind nach vielen Reisejahren in Land Rover und Toyota seit 2016 in einem tarngefleckten Bimo 366 unterwegs und es ist schon fast unheimlich, dass wir uns noch nicht getroffen haben.
    Die letzten drei Wochen waren wir zufällig auch (mal wieder) bei Euch in der Nähe, vermutlich sogar am selben Tag in Besalu und in Castellfollit.
    Wir sind Kletterer, Mountainbiker und Wanderer und haben das tolle Wetter über Weihnachten/ Neujahr ausgiebig in der Gegend (wie schon öfters) genossen. Allerdings hatten wir bisher Glück (oder Ihr hattet Pech) mit der Klauerei. Echt schade.
    Unser Bimo steht quasi immer abseits in der Pampa wenn wir zum Klettern etc. unterwegs sind. Auch aufm Campingplatz waren wir in Spanien so gut wie noch nie. Erst einmal in unseren viiielen Spanienaufenthalten, in den Mallos de Riglos, konnten wir aus der Kletterroute von oben zusehen wie sich auf dem Dorfplatz einige Jungs am Landy zu schaffen machten. Geklaut war nix, nur das Türschloss war hin…
    Wir hoffen dass Euch zukünftig die Klauerei erspart bleibt.
    Im Sommer gehts für uns ein Jahr (z.T. mit Eueren Tips und auf Eueren Spuren) mit dem Bimo nach Kanada und in die USA.
    Da wir bis dahin noch einige Wochen in Frankreich und Spanien verbringen werden, geben wir die Hoffnung auf ein zufälliges Treffen mit Euch nicht auf. Eine Flasche Riesling ist immer parat.
    Grüße aus der Pfalz und nochmals Danke für die vielen Infos,
    Rainer und Silka

    • Moin Ihr zwei,

      da muss euer Bimo ja wirklich tarngefleckt sein 🙂
      Aber wie das so ist mit den Zufällen, sie kommen unverhofft.

      Wir bewegen uns die Pyrenäen entlang Richtung Westen zum Atlantik. Im Moment befinden wir uns südlich Pau und genießen das schöne Wetter in den Bergen, so lange es noch geht…
      Wenn ihr beim Fratzenbuch seid, dort könnt ihr immer zeitnah sehen, wo wir uns befinden: Bimos Fanpage
      Ab Februar eiern wir irgendwie wieder quer durch Frankreich gen Nordost.
      Also wenn unsere Route irgendwie die Eure schneidet…

      Wegen der Klauerei haben wir uns noch nie Gedanken gemacht, das Bimo stand immer irgendwo herum.
      Spanien scheint nun wirklich speziell zu sein, aber wir hoffen mal, dass es sich wieder normalisiert.

      Freut euch auf jenseits des Teiches, danach habt ihr mit Europa ein Problem, garantiert 😉

      Grüße aus den Pyrenäen,
      Michael

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