Griechenland-2026-1

Griechenland 2026-Im Transit zur Türkei

Nach rund 5 Monaten hatten wir mit leichter Wehmut Italien auf dem Weg in die Türkei/Georgien verlassen.
Die Landschaften, die zwar morbiden, aber charmanten Dörfer und historischen Altstädte, die herzlichen und hilfsbereiten Menschen und: All die kulinarischen Genüsse!
Was wir jetzt nicht noch alles an Kostbarkeiten gebunkert hatten und unsere Nutzlast wahrscheinlich voll ausgereizt haben😁
All die Leckereien an Pasta, Käse u.s.w. gibt es weder in Griechenland, geschweige in der Türkei.

Vorheriger Reisebericht: Italien 2026 Kalabrien-Apulien

Entdeckungspause für Griechenland

Da wir das Festland-Griechenland nun recht gut kennen, ist es zumindest jetzt kein wirkliches Reiseziel mehr für uns und hatten es deshalb für unsere Verhältnisse recht zügig durchquert.
Im Norden in den Bergen war es noch zu kalt, es lag sogar noch Schnee selbst auf 2.000 m und es war durchweg kahl.
Ein südlicher Schwenker Richtung Peloponnes lohnte sich augenscheinlich für uns auch nicht mehr, da die uns bekannten wunderschönen Plätze offenbar nicht mehr anzufahren sind ohne in die 300€-Lotterie zu geraten😉
Auch wenn es sich nach der neuen Gesetzgebung von Januar 2025 enspannt hat, Plätze wie „Schakalstrand“, „Dinostrand“, „Divari“, „Drepano“ oder der Strand nördlich von Monemvasia sind neben Anderen definitiv raus.
Sich dort hinzustellen, wo sich schon etliche andere Wohnmobile kuscheln oder auf Parkkplätze in den Orten zu stellen ist nicht unsere Welt und auch nicht gewollt.
Und für die wenigen vielleicht noch verbliebenen schönen Plätze lohnt sich für uns die Fahrerei nicht mehr, auch wenn sich die Freistehsituation entspannt hat. Infos zum neuen Gesetz findet ihr im Bericht Freistehen in Griechenland
Griechenland ist deshalb zunächst einmal raus aus der Planung um sich länger aufzuhalten und nur noch Transitland für uns.
Macht aber nichts, wird kennen Griechenland ja mehr als gut und haben in den Wintern viele schöne Orte sogar schon mehrfach besucht. Es ist also kein Verlust…

Deshalb fällt dieser Reisebericht auch recht knapp aus. Wir besuchten noch die wenigen netten Plätze auf der Transitstrecke, die wir bereits vorher schon besucht hatten und ansonsten gibt es nur einiges Neues wie über die interessanten Orte Ionnania oder Nea Anthoúpole zu berichten.
Lest bei Interesse dazu die Reiseberichte unter dem Hashtag Griechenland (s.o.) oder speziell über den Norden Griechenland 2022 Teil I

02.03.2026-Igoumenitsa

Wir sind diese Nacht wieder in Griechenland gelandet. Junge, war das ein Geduldsspiel.
Die Fähre hatte über 3 Stunden Verspätung, mit der Folge, dass wir statt um 23:00 Uhr griechischer Ortszeit, erst um 1:30 in Igoumenitsa gelandet sind. Zumindest hatte der Kapitän mächtig Gas gegeben und rund 1 Stunde aufgeholt.
Hätten wir das geahnt, hätten wir eine Kabine gebucht. Da dies nachträglich nicht mehr möglich war, mussten wir also leiden.
An Bord befinden sich leider nicht so viele Sitzgelegenheiten wo man sich auch mal entspannen könnte und dann dieser unerträgliche Lärm!
Warum müssen manche Menschen bei Unterhaltungen immer so herum schreien?
Warum kann niemand mehr vernünftig telefonieren? Nahezu jeder blökt lautstark aus 30cm Entfernung in sein Handy und das steht dann auf volle Lautstärke, dass natürlich jeder das unnütze Gesabbel ertragen muss.
Und ebenso natürlich wird jeder Empfang einer Nachricht im Sekundentakt mit einem lauten Pling oder dem nervigen Android Plingplangpingplingplang angekündigt.
Von dem ganzen Geplinge und Gedudel der Spiele mal zu Schweigen…
…da war der Türk-Rock-Rapp ja die reinste Nachtmusik.

Grimaldi ist auch immer wieder ein Abenteuer. Diese geballte Muffeligkeit und Inkompetenz der Einweiser-Crew ist schon fast amüsierend sehenswert.
Der Eine winkt unklar unwirsch in die eine Richtung, dafür schreit dann der Andere winkend in die andere Richtung. Niemand scheint einen Plan zu haben oder sich überhaupt für etwas zu interessieren.
Aber Slalom über das Parkdeck ist ja auch ne Art Freizeitbeschäftigung 😁
Völlig gerädert hatten wir uns in Igoumenitsa auf dem Parkplatz am Hafen gestellt, was für eine Ruhe! Also vergleichsweise…
Gerne hätten wir unseren traumhaften Platz am Drepano Strand nördlich angefahren, aber dort gerät man mittlerweile in die 300€-Lotterie, pro Person versteht sich. 

Igoumenitsa Hafenparkplatz

03.03.2026-Ioannina-90km

An Ioannina sind wir zuvor schon mehrfach dran vorbei gefahren, also wurde es Zeit, der Stadt mal einen Besuch abzustatten.
Ioannina liegt im Nordwesten Griechenlands in einem Tal, eingerahmt von den Pindos‑Bergen und am Westufer des Pamvotis‑Sees auf rund 500 m Höhe.
Die historische Koexistenz von Christen, Muslimen und Juden prägt in einem Nebeneinander von christlichen Kirchen und Moscheen aus der osmanischen Zeit bis heute die Architektur.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die ummauerte Burg von Ioannina aus dem 5. Jh., innerhalb derer sich enge Gassen, Moscheen, Museen und alte Wohnhäuser finden.
Vor allem die kunstvolle Aslan-Pascha-Moschee sollte man sich auch unbedingt ansehen.
Auch soll die Perama Tropfsteinhöhle recht interessant sein. Da wir allerdings in den letzten Jahren so etliche und vor allem grandiose Tropfsteinhöhlen besichtigt haben, hatten wir von einem Besuch abgesehen.
Schon auf der kleinen irrwitzigen Stadtrundfahrt zu inserem Nachtplatz konnten wir die Historie der Stadt erkennen.
Das Geschmiere oder die Graffitis sind in einer solchen Stadt eigentlich eher fehl am Platz, aber hier passt es irgendwie.
Wir fühlten uns bis auf das Marode und den Graffitis nahezu wie in Albanien oder manch einem Ort der Türkei, auf jeden Fall nicht wie in Griechenland.
Auch dieses bunte Leben mitten in der Woche in den Restaurants und Bars sowie die sportlichen Aktivitäten auf dem See haben wir so in dieser Form auf Festland-Griechenland noch nicht erlebt.
Sagen wir mal so: Ionnanina ist schon besonders, die Architektur, das Marode und Morbide mit den tausenden Graffitis ist nicht unbedingt ein Ort, den man schön finden könnte, aber dennoch ungemein interessant und einen Besuch wert.

Am Pamvotida See fanden wir unseren Nachtplatz, von wo wir auch unsere Erkundung in die Stadt unternahmen. Dort gibt es übrigens auch einen CP, wer nicht so wie wir unterwegs ist (39.67743° 20.84359°).

Den nur über eine schmale Straße zu erreichenden Platz war wieder einmal eine kleine Herausforderung. Bedingt durch eine Baustelle mussten wir uns ohne Navi, das eh versagt hätte, mit PocketEarth einen Weg durch die Altstadt suchen. Glücklicherweise sind in PocketEarth auch die Einbahnstraßen vermerkt, so dass wir einen Weg durch das Labyrinth der Gassen gefunden hatten. Wobei die Gassen weniger das Problem darstellen, eher die griechische Art zu parken. Aber, hat doch gepasst…

06.03.2026-Nea Anthoúpole-235 km

In zwei Etappen sind wir in dem kleinen Ort Nea Anthoúpole bei Methoni gelandet.
Ein typisch griechischer Ort, ungepflegt und in großen Teilen nicht nur morbid, sondern eher verfallen, also wirklich schon tot.
Hier kann man auch insbesondere die griechische Kultur bewundern, alles was man nicht mehr braucht, einfach stehen und liegen lassen. Dies hat allerdings zumindest einen fotografischen Reiz.
Diesen dem Tod geweihten Häusern versucht jedoch ein vermutlich einheimischer Künstler mit Malereien wirklich sehenswert etwas Leben einzuhauchen.

Bemerkenswert sind die zwei schon richtig gepflegt hervor stechenden Fischrestaurants die sogar gut besucht waren.
Wer mag, kann hier frischen Fisch genießen, wobei sich frisch eher auf Importiert oder aufgetaut beziehen kann, denn die Herkunft des zuvor eingefrorenen Fisches ist auf den Verpackungen in den Mülltonnen ja gut erkennbar😁

07.03.2026-Asproválta-135km

Wir hatten den gar furchtbaren Moloch Thessaloniki im Modus „bloß schnell weg hier“ zügig umfahren und bei Asproválta ein wunderbares Plätzchen in der grünen Natur mit Palmen am Strand gefunden.
Jetzt in der Nebensaison ist es hier völlig ruhig und nur ein paar Einheimische führen ihre Hunde aus. Das dürfte dann im Sommer vermutlich deutlich anders aussehen. Bemerkenswerterweise ist der Strandabschnitt nahezu frei von Müll und ebenso seltsam ist, dass sich auf diesem Abschnitt kein einziges Womo befindet, gut so.
Wobei, einen Kilometer vorher knubbeln sich gleich drei große alternativ anmutende Gefährte auf einem mäßig großen Parkplatz nahe der Wohnhäuser zusammen. Hm…

13.03.2026-Türkei-310km

Die Sehenswürdigkeiten rechts und links der Autobahn haben wir ja bereits besucht und sind wie die ganze weitere Gegend für uns nicht mehr so lohnenswert für einen Stopp. Sie sind ja im Reisebericht Griechenland 2022 I aufgeführt.
Bis auf das grandios schöne Nestos-Delta, das wir unbedingt noch einmal für ein paar Tage intensiver besuchen wollten und natürlich auch haben sind wir zügig weiter nach Alexandroupolis gefahren. Hier haben wir noch einmal unsere Vorräte mit den Dingen aufgefüllt, die wir die nächsten Monate nicht bekommen können und auch um zu waschen.

Alexandroupoli

Vor drei Jahren sind wir hier von Bulgarien kommend bei unserem 1. Griechenlandbesuch aufgeschlagen, letztes Jahr auf der Rücktour aus der Türkei und von mal zu mal empfinden wir die Stadt fürchterlicher.
Nicht nur, dass sie für uns einfach nur unschön ist, also mit netten Worten ausgedrückt, auch die Menschen empfinden wir nur als unangenehm.
Eigentlich völlig ungriechisch mürrisch und rücksichtslos.
Beim Einkauf wird man umgerempelt, es wird geschubst, das ist ja schlimmer als in Deutschland😉

Der im Abseits und mit Sichtschutz gelegene Platz, wo wir schon die letzten Male standen, ist gefühlt der einzige Platz ohne Verbotsschilder wo man in der Stadt unbehelligt Nächtigen kann.
Doch auch hier, die ganz wenigen Menschen die hier vorbei schleichen schauen nur giftig herüber.
Keine Ahnung, woran das liegt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich in dieser unschönen Stadt die nichts zu bieten hat viele Womos nieder lassen.
Sie sollten doch froh sein, dass überhaupt jemand vorbei kommt.

Wenn sogar meine allerliebste Ulrike einen Aggressionsstau bekommt, will das was heißen.
Aber egal, morgen sind wir endlich wieder in der Türkei und darauf freuen wir uns riesig!
Sorry, ich musste auch einfach mal Dampf ablassen😉

Es hieß also, nur schnell weg von hier und auf in die Türkei.
Der nächste Reisebericht also: Türkei 2026 I (in Vorbereitung)

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