AdBlue im Winter

Klar, natürlich wollte ich für unser neues Wohnmobil den 3L Sechsender haben, der ist einfach ein Gedicht und natürlich gleich auf moderne Technik mit Euro 6 setzen. Die Reglementierungen in Europa werden nicht weniger. Über zukünftige Reiseziele oder die Besonderheiten der Technik hatte ich mir schon aus Unkenntnis heraus keine Gedanken gemacht.
Ich sah das auch recht locker, da AdBlue schon seit vielen Jahren in LKW und Reisebussen zum Einsatz kommt und hier sogar eine Kraftstoffeinsparung zu verzeichnen ist, warum auch immer…
Ebenso ist AdBlue fast nahezu überall zu erhalten und der Verbrauch ist minimal, also warum nicht…

AdBlue im Winter

AdBlue im Winter

AdBlue wird zur Einhaltung der Euro 6 Norm zur Verminderung der Stickoxide benötigt. Das ist Harnstoff, also eigentlich Pipi und wird in den Abgasstrang eingespritzt. Genaue Infos bei Wikipedia.
Über den Winter hatte ich mir bisher auch keine Gedanken gemacht, erst jetzt, wo wir ein paar richtig kalte Tage bekommen hatten. Da erst stellte ich mir die Frage, was ist eigentlich mit dem AdBlue?

Dank Tante Google und dem Blick in die Betriebsanleitung durfte ich nun erfahren, AdBlue gefriert bei -11 Grad Celsius! Sicher, ist schon kalt, aber wirklich keine Seltenheit in bestimmten Gegenden. Was passiert, wenn das AdBlue gefriert?
Der Motor geht auf Störung, da er glaubt, dass sich kein AdBlue mehr im Tank befindet, bzw. keine Einspritzung statt findet. Was sind die Folgen?
Die Folgen werden im Netz recht unterschiedlich beschrieben, Mercedes sagt da gar nichts zu, jedenfalls habe ich nichts gefunden. Selbst mein 🙂 ler wusste keine Antwort…

Da ist teils auf kommerziellen Truck-Seiten beschrieben, dass die Leistung auf 40% reduziert wird oder für 50km eine Geschwindigkeit mit 20 km/h möglich ist. Das wäre ja ok, bis dahin ist der Motor so warm, dass der AdBlue-Tank und Leitungen auftauen würden.
Mercedes hat auch eine Heizung verbaut die den Tank etc. auftaut, aber dazu muss der Motor erst mal laufen.
In Foren ist zu lesen, dass einige Mercedes (PKW) gar nicht zu starten waren oder nach ein paar Hundert Metern stehen blieben. Das wäre echt übel, da ein Auftauen dann nicht möglich wäre…

Hier frage ich mal in die Runde, ob schon jemand Erfahrungen bei tiefen Temperaturen mit dem Euro 6 Sprinter hat. Kann doch eigentlich nicht sein, dass ein Fahrzeug bei so warmen Temperaturen u.U. den Geist aufgibt oder ich ein Lagerfeuer unters Auto machen muss…

ich möchte wieder ein Euro 3 Auto…. 😉

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

9 Kommentare

  1. Michael,
    ein spannendes Thema – auch ich habe mir dazu bisher keine großen Sorgen gemacht. Wir sind jetzt den dritten Winter mit unserem Sprinter unterwegs.
    Bisher ist mir noch nichts (negativ) aufgefallen, auch keine Warnmeldungen. Allerdings waren in den vergangenen Jahren die Winter ziemlich mild. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob wir da bei starkem Frost mal losfahren wollten.
    In diesem Jahr waren wir über Silvester in der Schweiz, nachts lagen die Temperaturen sicher im zweistelligen Minus-Bereich, auch tagsüber herrschte Dauerfrost. Der Sprinter ist jeweils klaglos angesprungen und gelaufen.
    Die Kältewelle am letzten Wochenende verbrachten wir ebenfalls unterwegs, als wir die Rückreise angetreten haben, herrschten aber schon wieder mildere Temperaturen (um -5°), sodass auch da der Start ohne Schwierigkeiten klappte.
    Bin gespannt, ob von anderer Seite da mal eine Rückmeldung/Erfahrungsbericht kommt.
    Viele Grüße
    Herbert

    • Moin Herbert,
      ich denke, mal ein paar Stunden bei -15 macht nichts, das wird ja nicht schlagartig gefrieren. Wenn die Zündung angemacht wird, setzt ja auch gleich die AdBlue-Heizung ein. Sorgen mache ich mir, wenn ich vielleicht ein paar Tage an einem Platz stehe, und schon am frühen Abend -15 bis -20 Grad sind.
      Sicherlich, die Gegenden mit diesen Verhältnissen sind hier begrenzt und auch sonst kommen solche Wetterlagen bestenfalls mal alle 5 – 6 Jahre vor. Nur, im nächsten Winter dürften wir einige solche Tage haben.
      Da kommen ob einiger Berichte in MB- oder anderer Auto-Foren schon kleine Sorgen hoch 😉
      Ich glaube, ich frage mal bei Mercedes direkt…
      LG Michael

  2. Ich würde mir eine Stellungnahme von Mercedes einholen, nichts anderes. Nur dann kannst Du sicher sein.
    Dem Forengequassel kann man nicht trauen.

  3. Hallo, wir hatten drei Monate nach Übernahme in UK eine Fehlermeldung “AdBlue verunreinigt” (ca. 4.700 km) nachdem wir von Dover bis Southampton viele kleine Nebenstraßen und noch mehr Kreisverkehre gefahren waren.
    Erstmals riefen wir die MB Notrufnummer an. Man nahm unsere Fehlermeldung auf und bat um kurze Wartezeit, man rufe zurück. Nach 10 Minuten kam der Rückruf: wir erhielten Adresse und Koordinaten einer MB Nutzfahrzeug-Werkstatt in ca. 20 km Entfernung.
    Dort angekommen wartete man bereits auf uns. Unsere Fahrzeugdaten lagen bereits ausgedruckt auf dem Tisch. Man schloss unseren Sprinter an einen Computer an. Dieser steuerte nun den Motor, ließ diesen ca. 20 Minuten bei ca. 2000 Umdrehungen laufen. Dann kam die Meldung “Abgasfilter wieder frei”. Man druckte uns die Ergebnisse aus und wir konnten unsere Reise fortsetzen.
    Der Mitarbeiter bemerkte: “to much Roundabout’s” – ich übersetzte für mich: die Abgasfilterreinigung wurde zu oft unterbrochen bzw. nicht zu Ende geführt.
    Unsere MB Niederlassung hier meinte, dass sei wohl ein Computer-Fehler gewesen.
    Danach trat nie wieder eine Fehlermeldung auf. Wir sind jetzt bei ca. 38.000 km.
    Grüße aus Berlin / Brandenburg
    Detlev

    • Schiet Technik…
      Ich fänds gut, wenn es eine Kontrolllampe gäbe, woran man erkennt, dass der DPF gerade brennt. Dann könnte man sich darauf einstellen.
      Oder bei einem gewissen Füllungsgrad auf einen Knopf drücken könnte wenn man weiß, dass man noch einige Kilometer abspult…

  4. Da es in vielen Gegenden bei solchen Problemen keine Hilfe gibt, fahren wir einen 15 Jahre alten unkomplizierten Sprinter Camper. Damit geht man zur Not in jede Autowerkstatt. Haben gerade mit unserem neuerem Mercedes ML Geländewagen erlebt, dass nur Mercedes Fehler auslesen kann! Sowas braucht man unterwegs wirklich nicht, zumal man bei Panne mit Wohnmobil sofort obdachlos ist!

    • Toyota bietet deshalb auf Wunsch in bestimmten Ländern Motoren mit alter Technik (Saugdiesel) an 😉
      Ich wäre ja bereit, auch mehr Steuern zu zahlen, aber die bekommt man hier nicht zugelassen.

  5. Jürgen & Ellen

    Viele kaufen guten alten Gebrauchten oder gleich robusten Oldi . Haben schon ihre Gründe ! Moderne Motoren gehen heutzutage nicht kaputt, nein, meist die blöde Elktronik, oder ein Sensor. Unser ging manchmal einfach aus, furchtbar ! Keine Werkstatt wusste Rat…
    Ich hoffe für euch ihr kriegt keine Probleme drüben👍

Kommentar verfassen