Reisebericht Provenzalische Voralpen

Also eigentlich befanden wir uns immer noch in den Provence-Alpes Cote d‘Azur, aber da dieses große Gebiet für einen Reisebericht zu viel war, habe ich unterteilt.
In den vorigen Reisebericht Provence Alpes/Seealpen
…und hier in den Provenzalischen Voralpen, wobei wir uns zumeist an der Küste des Mittelmeeres aufhielten und nur kleine Ausflüge ins Landesinnere unternahmen.

Weitere Frankreich-Reiseberichte findet Ihr unter Frankreich->

03.10.2019 – Taradeau

Wir beginnen unseren Reiseericht in Taradeau, zwischen den Seealpen und den provenzalischen Seealpen gelegen. Auf der Fahrt hierhin bemerkten wir schon, dass sich die Landschaft merklich geändert hatte. Es duftete anders und die Berge wurden flacher.
Niedergelassen hatten wir uns auf einen netten Campingplatz (GoogleMaps). Ausgestattet mit gutem WiFi, Pool und Whirlpools, Waschmaschine und guten sowie sehr sauberen sanitären Einrichtungen war er mit rund 14,- Euro auch recht günstig. Sogar eine vernünftige Entsorgung gibt es hier.
Weil uns der Campingplatz so gut gefiel, hatten wir hier gleich ein paar Tage Urlaub gemacht.

Camping-Taradeau

Eine Spazierfahrt zum Mittelmeer

Seit Wochen schon dieses traumhafte Wetter, so beschlossen wir eine kleine Runde zum Mittelmeer nahe St. Tropez zu fahren.
Nur ein paar Kilometer von Taradeau entfernt befinden sich die Cascades de L`Aille (GoogleMaps). Kaskaden ist vielleicht zuviel gesagt, aber die die Aille fließt hier durch Spalten und über das ausgewaschene Gestein.

Nebenan findet sich ein Lost Place, keine Ahnung, was das mal gewesen ist.

Dieses Gestein ist hier bezeichnend und zusammen mit den Kiefern eine besondere Landschaftsform die in dem Park Plaine des Maures geschützt ist.

Plaine des Maures

Am Mittelmeer dann der übliche Rummel dem wir am Beach Marina Cogolin nur kurz bestaunten. Aber nach Monaten wieder mal ein richtiges Meer!

Wir sind dann über den kleinen und engen niedlichen Ort Ramatuelle (GoogleMaps) wieder zurück nach Taradeau.

07.10.2019 – Giens/Hyères – 70 km

Ulrike wollte bei dem traumhaften Sommerwetter unbedingt zum Meer, ein paar Tage am Meer entspannen und die Gegend um Hyères wollten wir immer schon mal erkunden.
In Giens, ca. 10 km südlich von Hyrères sind wir auf den Campingplatz La Tour Fondue. Teurer als der in Taradeau und ohne Pool, dafür für die Verhältnisse hier mit 19,- Euro aber immer noch relativ günstig und für solch einen Touri-Campingplatz relativ nett angelegt, sowie direkt am Meer.

Warum abermals ein Campingplatz? Ich hatte wieder mal eine Krone verloren die repariert werden musste und da wollten wir Stadtnah stehen.
Freistehen ist hier nicht möglich, auch haben sämtliche Parkplätze hier Höhenbeschränkungen von 2 oder 1,90 m und etliche Straßen sind für Wohnmobile gesperrt.
Einige Stellen, wo man vielleicht stehen könnte, möchte ich aber unser Wohnmobil nicht den ganzen Tag alleine stehen lassen. Bevor ich aber auf einen hässlich teuren kostenpflichtigen oder noch hässlicheren kostenlosen Stellplatz gehe, zahle ich lieber etwas für einen Campingplatz wo ich halbwegs nett stehe und traumhafte Sonnenuntergänge genießen kann.

Die Gegend hat schon was, die Gerüche, das milde Klima. Bei Giens befindet sich ein ewig langer Strand und Salinen wo man Flamingos beobachten kann.

Die Küste mit den Felsen und dem Bewuchs mit Schirmakazien, traumhaft schön. Bei diesem Wetter weiß man, woher die Cote d’Azur ihren Namen hat.

Die Orte sind natürlich sehr touristisch und es ist proppenvoll, aber dazwischen findet man Naturschutzgebiete, die nur zu Fuß erreichbar sind. Leider ist es so, dass man an die Küste bis auf ganz wenige Badestellen nicht heran kommt, alles Privatbesitz.

Hyères

Eigentlich ist es um Hyères herum ziemlich unschön zersiedelt. Wenn man aber schon hier ist, sollte man die alte historische Altstadt von Hyères besuchen. Vor allem den Berg hinauf in den mit den engen Gassen ganz alten und ursprünglichen Teil der Altstadt. Besuchen sollte man die Stadt aber keinesfalls mit Wohnmobil, schon mit PKW ist es recht schwierig, einen Parkplatz zu erhaschen.

11.10.2019 – Port Saint Louis du Rhone/Camargue – 170 km

Für uns eine Monstertour, aber was will man machen. Wenn man an der Küste bleiben möchte gibt es bis hinter Marseille keinen netten Stellplatz, von frei Stehen ganz zu schweigen. Wir wollten jetzt aber auch unbedingt von hier weg. In Deutschland sind Herbstferien, entsprechend voll ist es geworden und die ganzen schreienden Kinder werden langsam nervig.
Auf der Fahrt genoss ich noch einmal die Felsige Landschaft.

Port Saint Louis du Rhone liegt nicht weit westlich von Marseille an der Rhone in der Camargue. Obwohl aus den Bergen komplett heraus, gehört das Gebiet immer noch zu den Voralpen. Südlich vom Ort befindet sich der Plage Napoleon. Da sich der Parkplatz und Strand im Naturschutzgebiet der Camargue befindet, ist hier das Übernachten untersagt, ein großes Hinweisschild weist da auch ausdrücklich drauf hin.

Plage Napoleon-Verbot

Aber irgendwie scheint es niemanden zu interessieren und scheinbar wird das Nächtigen zu dieser Jahreszeit toleriert, jedenfalls fuhr die Gendarmerie ohne Moppern mehrfach vorbei.
So wagten wir es und stellten uns einfach für ein paar Tage auf den Strand.
Tipp: Wenn aus südlicher Richtung auffrischt, kann der Strand insbesondere bei Neu- oder Vollmond überflutet werden. Das Wetter sollte man deshalb immer im Blick haben!

Uns passierte es, Vollmond und starker Südwind, das Bild zeigt unseren Platz wo wir vorher, siehe Bilder oben, standen…

Plage Napoleon-Flut

Wir sind dann ein Stück umgezogen eigentlich noch geiler, weil, den Sonnenuntergang hätten wir sonst so nicht gesehen…

Die flache Sumpflandschaft mit den überall anzutreffenden Flamingos ist einfach nur toll.
Vor einem halben Jahr waren wir ja schon einmal hier und unternahmen westlich von hier von Saintes Maries de la Mer  aus eine abenteuerliche 55 km Radtour, nachzulesen im Reisebericht Frankreich von Süd nach Nord->
Das Naturschutzgebiet darf auch auf einigen wenigen Sandpisten mit PKW befahren werden, was wir dieses Mal ausgenutzt hatten.

Unwetter waren für die kommende Nacht angesagt und der starke Wind sollte sich in Richtung Sturm entwickeln. Vorsichtshalber hatte ich Bimo nochmals umgesetzt. Gott sei Dank, denn am nächsten Morgen war der ganze Strand überschwemmt. Nicht, dass man nicht mehr raus gekommen wäre, aber das Salz!

Überfluteter Strand

Da wir keine Lust auf Sturm mit der Gefahr, dass wir mit Bimo baden gehen könnten, verließen wir die provenzialischen Voralpen und das Mittelmeer weiter westlich ins Inland.

Nächster Reisebericht: Frankreich Okzitanien I

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