vLadis Jungfernfahrt mit Dachzelt, erste Erfahrungen und ein Deutschland-Tourentipp

Zur Erinnerung, da unser Bimo nicht unbedingt für jede Strecke wirklich taugt, hatten wir uns unseren vLadi, einen Lada zugelegt.
Siehe auch den Bericht Bimo bekommt ein Beiboot.
Und, wir möchten wieder einmal Urlaub machen, also so wie früher. Einfach und spartanisch, einfach irgendwo im Nichts stehen bleiben und die Natur wieder hautnah spüren, ohne Rückzugsmöglichkeit in einem Luxushaus auf Rädern.
Geplant ist ein Urlaub für ca. 3 Monate in die baltischen Länder wie Polen, Estland, Lettland und Litauen, dann Finnland, Schweden sowie Norwegen. Dann das Gefühl, wenn man nach Monaten der Entbehrungen wieder nach Hause kommt 🙂
Dann kann man den Luxus wieder so richtig genießen!

Dachzelt Aufbau
Testaufbau des Dachzeltes mit Vorzelt

Skandinavien musste erst einmal warten, denn vLadi wollte 2.000 km eingefahren werden und die Inspektion wollten wir bei einem Lada-Fachmann, Lada-Ems in Dörpen durchführen lassen. 2.000 km sind schon was, aber wir hatten ja schon rund 700 km runter. Eine gute Gelegenheit, alles mal auszutesten und zu schauen, was man so für unterwegs braucht.

Die Tour: Die Elbe entlang, das Wendland, Havelland, Weserbergland bis nach Bourtange (NL)

Die folgende Tour war echt ein Traum, Natur pur! Traumhafte Landschaften und Wildlife mit Rehen, Hirschen, Kranichen, Bibern, Wieseln, Störchen und sogar Lamas…
Von Oldenburg über Hamburg die Elbe entlang, durch das Wend- und Havelland bis nach Magdeburg. Von dort über das Weserbergland bis zur historischen Stadt Bourtange in die Niederlande.
Über kleinste Straßen und sandige Feldwege erreichten wir Artlenburg an der Elbe. Hier konnten wir dann sogleich testen wie es ist, wenn es nur pladdert und pladdert und das pitschnasse Zelt einpacken durften.
Die Entscheidung für ein Vorzelt war goldrichtig, so konnten wir trocken unseren Kaffee kochen.

Artlenburg
Camping Artlenburg

Wir fuhren weiter die Elbe entlang, fuhren durch das Wendland mit den Runddörfern, den Rundlingen…

Erreichten die Havel mit ihrem Naturschutzgebiet. Hier findet man Störche, Biber und überhaupt ist hier ein Lärm von all dem Getier.

Und fuhren auf traumhaft schönen Feldwegen, Chausseen und ebensolchen Landschaften bis Magdeburg.

Chaussee

In Magdeburg liefen am Campingplatz sogar Lamas und Pferde herum…

Vielleicht liegt es an unserem Fahrzeug, das ja auch ein Symbol einer alten Zeit ist, überall wurden wir angesprochen und hatten sehr nette Kontakte zu den Menschen hier im Osten.
Ist schon komisch, 40 Jahre DDR und nach 30 Jahren „Wiedervereinigung“ spürt man immer noch die alte DDR. Die Städte und die Dörfer sind immer noch trotz aller Modernisierungen anders und vor allem die Menschen! Einfach offener, entspannter und freundlicher als im Westen, hier weht noch der alte Geist! Wir fühlten uns wie im Ausland, aber im deutlich positiven Sinne!!

Lada auf der Wiese

Leider mussten wir diese schöne Gegend verlassen und unser Tommie führte uns rund 200 km über viele Feldwege zum einfachen, aber hübschen im Grünen gelegenen Campingplatz Erlengrund in Rehburg-Loccum am Steinhuder Meer.

Von hier aus ging es erst mal durch die Matsche, Tommie kennt keine Gnade…

Matschweg

…über die Wildeshauser Geest und das Emsland…

Magnetbahn Transrapid
Transrapid

…nach Bourtange in den Niederlanden.
Der historische Ort Bourtange ist eine absolute Sehenswürdigkeit!
Der niedliche Ort liegt in einem sternförmig angelegtem Wall mit Wassergraben.
Der nahe hübsche Campingplatz ist auch für Wohnmobilfahrer interessant, da er recht preisgünstig ist und auch über eine Entsorgung verfügt.
Ausgesucht hatten wir den Platz, weil es von aus nach Dörpen nicht weit ist, wo sich einer der besten Lada-Werkstätten für unsere 1. Inspektion befindet.

Fazit und Erfahrungen

Ich wäre nicht ich, hätte ich nicht etliches auf dem Schirm, wie eine kleine Kompressor Kühlbox und eine Aufbaubatterie wie beim Wohnmobil mit Trennrelais.
Das hatten wir aber erst mal fallen gelassen, da wir einen eher geringen Strombedarf haben und wir damals auf unseren Moped-Touren auch mit einer Kühltasche für Butter und Käse hingekommen sind. Die Frage war, ob sich eine Investition von gut 1.000,- Euro lohnt, denn vornehmlich werden wir ja weiterhin in unserem Wohnmobil leben. Wie sich auf der Tour heraus gestellt hatte, wäre das alles eh viel zu schwer geworden und hätte zu viel Platz weg genommen.
Was aber auf jeden Fall sein musste, ein Solar Faltpaneel! Denn Tablets, Phone, Kamera und Laptop wollen auf jeden Fall geladen werden.
Entschieden hatten wir uns für das 120 Wp Faltpaneel von Offgrid (Amazon Werbelink, Infos zu Werbelinks->)
Mit fast 400,- Euronen die teurere Version, dafür mit einen Victron MPPT-Regler ausgestattet wo man die Daten per Bluetooth abrufen kann. Ich habe das Paneel im Winter live erlebt, da müsste man rund 600 Wp auf dem Dach haben, um die gleiche Menge Strom zu erzeugen. Genau da kommt das Paneel auch später zum Einsatz, im Winter im Wohnmobil.
Die Regler kommen sich im Bimo auch nicht ins Gehege und können parallel betrieben werden. Auf unserer Tour zeigte sich eine zusätzliche Batterie war nicht notwendig, unser Strombedarf war immer mehr als gedeckt.

Die Rödelei mit dem Dachzelt hielt sich auch in Grenzen. Der Aufbau dauert rund 2 Minuten, das Verstauen allen Krams und auch des Dachzeltes rund 15 Minuten.
Unschön ist es nur bei Regen, mehr als 3 Regentage könnte ich nicht ertragen…

So, nun noch die anderen Dinge eingepackt wie Kocher, Stühle und den ganzen Camping-Kram. Damit alles ordentlich verpackt ist, alles schön in stapelbaren Kisten. Beim Obi gibt es sehr stabile Kisten in unterschiedlichen Größen die miteinander kombinierbar sind. Einige sind auch im Bimo im Einsatz.

Stapelboxen

Nicht weil wir mit einem Lada unterwegs sind, auch so hätte ich ein wenig Werkzeug, Tape, Kabelbinder, ein paar Ersatzteile und meinen Mannesmann Kompressor (Amazon Werbelink, Infos zur Werbung->>), der sich auf der Nordamerika-Tour mehr als bewährt hat, eingepackt.

Camping in Deutschland, ein Wahnwitz…

Klar, mit Dachzelt und 4×4 hat freies Übernachten in der Natur Priorität. Aber man braucht auch mal ne Dusche oder Toilette und da bietet sich ausnahmsweise ein Campingplatz an.
Ich glaube, die Campingplatzbetreiber haben einen an der Waffel!
Für jeden Pups wollen die Kohle, die Tariflisten sind lang wie eine Rolle Klopapier. Wenn jemand mit einem kleinen Zelt und Fahrrad unterwegs ist, zahlt der mehr als jemand mit einem Wohnmobil und soll dann noch für die Dusche zahlen. Mit all dem Kleinvieh, womit die Campingplatzbetreiber abzocken, kommen Summen zusammen, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Für ein paar Quadratmeter Fläche legt man gemittelt 20, meist um 25 Euro und mehr auf den Tisch und darf dann auch noch fürs Duschen bezahlen. Völlig beknackt…
Warum können die nicht einfach wie in den USA einen Platz vermieten, egal womit man unterwegs ist? Meinetwegen muss man dann für die Dusche zahlen, aber so?
Mir unverständlich, dass die Leute das mitmachen!
Ich bin gerne bereit, für eine Dienstleistung zu zahlen, aber das mache ich nicht mit. Also wurschtelten wir uns so durch und hatten in der Tat einige der netten und günstigeren Campingplätze gefunden, wenn wir uns nicht eh wild in den Wald geschlagen hatten.

Navigation

Mit unserem Bimo navigieren wir mit OsMand oder anderen kostenlosen Navis. Mit unserem Lada möchten wir wie mit einem Motorrad unterwegs sein. Kleine und kleinste möglichst Kurvenreiche Straßen und wenn möglich, ohne Asphalt durch die Wälder. Hierzu hatten wir uns das neue TomTom Rider Motorrad-Navi (Amazon Werbelink, Infos zur Werbung->>) zugelegt. Das Alte kennen wir ja, aber das Neue besticht mit neuen Funktionen wie Bluetooth-Anbindung und damit aktuelle Verkehrslagen, Kartenupdates und Routenplanung per Tablet oder Laptop. Das Neue ist mit all den Features, was man von einem Navi erwartet, erwachsen geworden. Und es führt einen gnadenlos über die kleinsten Straßen mit OffRoad-Einlagen. Vor Allem arbeitet es nun superschnell!

Die erste Erkenntnis, diese geile Tour wäre mit dem Bimobil irgendwie möglich gewesen, aber recht unentspannt und hätte viele Kratzer am Aufbau hinterlassen. Wir fanden laufend die geilsten Übernachtungsplätze die für Bimo tabu gewesen wären. Der Allrad hätte nichts genutzt, ich hätte eine Kettensäge gebraucht. So war das das Fahren mit dem Lada auf diesen Strecken nur entspannt und Fun pur. Es ist unglaublich, welche Straßen und Wege völlig legal, vor allem im Osten durch wunderschönste Natur befahren werden dürfen und was es für geile Übernachtungsplätze gibt!

Feldweg

Es können noch so viele Leute behaupten, sie kämen mit ihrem Wohnmobil überall hin, erst recht jene mit Ihren Allrad Expeditions-Mobilen. Nein, kommen sie nicht, oder sie nehmen Kollateralschäden in Kauf und das war jetzt nur Deutschland.

Die nächsten Reiseberichte sind dann später unter Baltikum/Skandinavien nachzulesen…

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.