Ontario

Vorheriger Bericht New Brunswick-Quebec

16.05.2017 – Fitzroy Harbor bei Ottawa – 403 km

Eine Landschaft wie in der Eifel, nur platter und völlig zersiedelt.
Die RushHour in Ottawa war zwar grauselig, hatte aber was. Ebenso der Verkehr und die Straßenführungen in Montreal. Wie gesagt, nicht unsere Welt nur weg. Der Fitzroy Harbor Park hatte wie erwartet zu, so haben wir uns auf einen einsamen Parkplatz im Nichts gestellt und die neugierig vorbei gekommene Polizei hat uns nicht verjagt.

17.05.2017 – Madawaska – Bark Lake – 173 km

Ich wollte dem Thermometer im Auto zunächst nicht glauben, von einem Tag auf den Anderen 26 Grad bei strahlendem Sonnenschein!
Nicht weit von hier waren es die Tage noch 5 Grad.

Amish

Amish

Endlich wurde wieder englisch gesprochen und der Verkehr hatte ebenso ein Ende. Über sanfte Hügel mit viel Wald und hunderte von Seen führte es uns zum Bark Lake bei Madawaska.

Flutreste

Flutreste

Hier ist ein kostenloser Stellplatz direkt am See. Zwar gibt es Reglementierungen, aber das interessiert hier keine Sau. Der Platz wird von Einheimischen einfach in Beschlag genommen, die dort das ganze Jahr über ihre Schrottkisten nebst Müll abstellen.
Trotzdem hatten wir noch ein nettes Plätzchen gefunden und bei dem schönen Wetter einen faulen Tag eingelegt. Gut, nicht ganz faul, das Wetter hatten wir denn auch für einen Waschtag genutzt und U. hat wieder Brot gebacken.

Bark Lake

Bark Lake

18.05.2017 – Algonquin Provinzial Park – 177 km

Endlich ist Kanada so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Ursprünglich wilde Landschaften, hier im Park sind Bären, Wölfe und Elche zu finden. U. hatte einen Elch im Gebüsch entdeckt und die Wölfe konnte man nur hören, egal, einfach eine tolle Landschaft.
Hier hatten wir auch genächtigt und eine 6km Wanderung auf einem kleinen Trail unternommen. Das ging hoch und runter und bei den Temperaturen ging das ganz schön auf die Kondition. Gott sei Dank hatten wir Nachmittags ein heftiges Gewitter und es kühlte sich merklich ab.

Algonquin Provinzial Park

Algonquin Provinzial Park

Algonquin Provinzial Park

Algonquin Provinzial Park

19. und 20.05.2017 – Killbear Provincial Park – 176 km

Das Wetter ist schon bekloppt, gestern noch 28 Grad, heute Morgen knapp 3 Grad und auch über Tag stieg das Thermometer nicht über 10 Grad. Dafür aber strahlend blauer Himmel mit einer Luftfeuchte von 25%!

Killbear Provincial Park

Killbear Provincial Park

Im Killbear Provincial Park beschlossen wir einfach, zwei Tage zu bleiben und die Landschaft sowie das Wetter auszunutzen.
Seeseitig erinnerte das an die Schären in Schweden, umrahmt von Mischwald und Mooren.

Killbear Provincial Park

Killbear Provincial Park

Hier sind wir Kilometer weit über die Steine gekraxelt. Trails gibt es nur wenige, der Park ist eher zum Relaxen. Kann sein, dass der Park von den Kanadiern gerne als Party-Platz genutz wird, jedenfalls herrscht hier am Victorias-Day und 10 Tage danach strengstens Alkoholverbot!
Alkohol darf noch nicht einmal in den Fahrzeugen mitgeführt werden und für den Nichtbesitz von Sprit muss extra unterschrieben werden! Aber wer will das schon kontrollieren 😉

Brake for Snakes

Brake for Snakes

21.05.2017 – Sudbury – 177 km

Der Tag begann mit Regen und nochmals Regen…
Der Umweg zu dem Favon Five National Marine Park hätte sich bei dem Wetter kaum gelohnt, auch in Anbetracht dessen, dass die Kanadier Ferien haben und die ganzen Parks belegten. Die Chance, noch einen Platz zu ergattern stellten sich da recht schwierig dar. Plätze zum Freistehen sind so gut wie gar keine mehr vorhanden. Entweder handelt es sich um Privatgrund oder es ist Wildnis wo man nicht herein kommt.

French River

French River

Trotz des Pladders, oder gerade deswegen erschien uns die Landschaft schlicht grandios. Meiner U. entfleuchte mehrmals ein Oh…
Moore mit abgestorbenen Bäumen und gleichzeitig neues Wachstum, Fels- und Flußlandschaften mit Schluchten, es war einfach wahnsinnig.
Leider gibt es kaum eine Gelegenheit, dies zu erkunden, es sei denn von den vielen Lodges aus.
Am French River mit dem Recollet Falls bot sich dann doch noch die Gelegenheit zu einem kleinen 3km-Walk durch diese tolle Landschaft. Für uns hatte es sogar kurz mal aufgehört zu Regnen 🙂

French River

French River

Genächtigt hatten wir dann beim Walmart in Sudbury. Hier konnten wir denn mal unsere elektronische Post erledigen und Reiseberichte einstellen. Mit einem 12m-Wohnmobil und laufendem Generator nicht gerade her Hit, aber wir wollten nun auch mal Internet 😉

Briefkästen

Briefkästen

Wanapitai River

Wanapitai River

22.05.2017 – Sault Ste. Marie (USA) – 316 km

Einreise in die USA

Und wieder pladderte es den ganzen Tag…
Wir beschlossen daher, uns auf den Weg in die USA zu machen. Zunächst wieder diese herrliche Landschaft, die dann aber etwas abflachte. Kann auch an diesem Sch… Wetter gelegen haben.

Die Anfahrt über die Brücke zur Grenze war schon spannend, Fragen gingen durch den Kopf, ob das denn alles so klappen wird.
Die Zöllner waren sehr freundlich, hatten uns einige Fragen bezüglich verbotener Lebensmittel wie Obst, Fleisch oder auch Firewood gestellt und während wir zur Immigration gingen, schauten sie sich unser Fahrzeug an. Gefilzt hatten sie zwar nicht wirklich, aber wir mussten alle Klappen öffnen und das Fahrzeug offen lassen. Als wir wieder zurück kamen, war alles Palletti.

Saul Ste-Marie

Saul Ste-Marie

Heute war ein Festtag!!!

Die beiden Immigration-Officer waren ebenso nett und freundlich und wir hielten einen Small-Talk bezüglich unseres Vorhabens.
U. mit ihrem Charme fragte dann nach einem Visum für ein Jahr.
Also eigentlich bekommt man nur ein halbes Jahr, U. hat erst zwei Berichte gelesen, wo das auf Anhieb mit einem Jahr geklappt hat. Sicherlich hätte man auch mit den Zeiten jonglieren können, aber mit einem Jahr ist man viel freier in seiner Planung. Von Problemen, dass 2. halbe Jahr zu bekommen, hatte ich ebenso gelesen.

US-Border

US-Border

U.hatte die ganzen Touren und Stationen mit Karten und Infos in einer Mappe zusammengefasst. Das war schon sehr hilfreich.
Die beiden Immigration-Officer diskutierten über die Machbarkeit und kamen zu dem Schluss, dass dies in einem halben Jahr nicht machbar ist. Auch war ihnen bekannt, dass es bei der Wiedereinreise aus Kanada von Alaska kommend Schwierigkeiten geben könnte. So waren sie sich einig und befragten dann die Chefin (Supervisor) für die Erlaubnis, denn nur die, bzw. der Supervisor hat die Befugnis, die Genehmigung für ein Jahresvisum zu geben.

So war heute unser Glückstag!!!
Sicherlich, wir konnten mit unserem detaillierten Planungsbuch mit den Zwischenstationen (sollte man eh haben, ohne ist das Visa eh nicht zu bekommen) unsere Reise glaubhaft plausibel darstellen, aber sie hätten es nicht gemusst und hätten uns einfach abwimmeln können. Denn die Officer mussten ja überzeugt sein, warum sollten sie sich wegen uns mit ihrem Chef auseinandersetzen? Für zwei Touris?
Glück, an solch nette und hilfsbereite Officer geraten zu sein!
Dann wird der Grenzübergang wohl auch eine Rolle gespielt haben. Der wird von Leuten wie uns kaum genutzt, die Meisten fahren anders. Ich denke, wenn im Monat mehr als ein paar Leute mit dem Begehr aufschlagen, ist damit auch vorbei.

USA Jahres-Visum

USA Jahres-Visum

Abends standen wir wieder an einem Walmart, war halt praktisch, da wir erst mal eingekauft hatten.
Wieder ein Video, ca. 12min

Und: Hier wieder Ulrikes andere Sichtweise der Dinge...

Nächster Bericht: Mittlere USA mit Badlands, Rushmore etc., folgt demnächst bei Gelegenheit…

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Ein Kommentar

  1. Herzlichen Glückwunsch, freut uns für Euch, dass das mit dem ganzen Jahr geklappt hat.
    Herzliche Grüße – heute aus Schwetzingen
    detlev

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