Mittlere USA I

…mit Michigan, Wisconsin, Minnesota bis South Dakota

Vorheriger Bericht Ontario

23.05.2017 – Tahquamenon State Park – 120 km

Michigan

Michigan

Im Nebel entlang der Küste vom oberen See. Die Landschaft ist wie bisher, nur etwas weiger wild. Richtig schön und gespenstisch wurde sie, als sich die Sonne langsam durchsetzte.

Im Nebel

Im Nebel

Lighthouse

Lighthouse

Ganz spontan geblieben sind wir im Tahquamenon State Park wo wir am Tahquamenon River einen kleinen Walk unternommen hatten.
Abends wieder ein romatisches Lagerfeuer wo wir unsere Nachbarn bei einem Plausch kennen gelernt hatten.
Wir durften uns auch mal einen Trailer anschauen, Junge, hier bekommt Platz eine Bedeutung. Der Trailer wog leer 5 Tonnen und das ganze Gespann mit dem 4×4 vorne dran war gut 18 m lang. Genüsslich schlürften wir den ein Leinenberger aus Wisconsin nach deutschem Reinheitsgebot 🙂

Waldsee

Waldsee

Pump

Pump

Ich kann schon verstehen, dass Leute nach Kanada oder die USA auswandern wollen, die Menschen sind einfach anders drauf.
Klar, wir fallen mit deutschem Kennzeichen und unserer Kiste natürlich auf 😉
Lustig ist, dass fast jeder fragt, ob wir das Bimo selber gebaut hätten, klar, so wie das im Gegensatz zu den hier üblichen RV hier aussieht 😉

24.05.2017 – Grand Marais und mit Adrenalin ins Nirgendwo – 143 km

Mal wieder im Grau aufgestanden, aber wir hatten es uns nicht nehmen lassen, uns auch den Upper Fall im Tahquamenon State Park anzuschauen.

Upper-Fall

Upper-Fall

Upper-Fall

Upper-Fall

Danach war das nächste Ziel Grand Marais mit den Dünen und dem Sable Fall. Wir wollten mal nicht wieder den Highway am Superior vorbei fahren, sondern über kleinere Straßen durch das Inland. Das war anfangs eine ganz normale breite asphaltierte Straße, kategoriemäßig durchweg unterhalb eines Highways angesiedelt.
Plötzlich hörte der Asphalt auf und es war eine breite feste sandige Piste worauf man sehr gut fahren konnte. Da es teils kurvig wurde, hatte ich den Allrad eingeschmissen. Nicht dass ich den gebraucht hätte, war einfach angenehmer zu fahren.
Dann wurde es zunehmend enger und nasser mit vielen Kurven und auch Steigungen. Jetzt stellte sich der Allrad als hilfreich dar. Dann die letzten 15km, jetzt bekam ich meine Adrenalinschübe.
Die Straße wurde noch enger, noch steiler und noch nasser. Tiefer pampiger nasser Sand mit tiefen Fahrspuren durch LKW bei teils kurvigen Steigungen.
Man durfte nicht zu schnell werden wegen der Löcher, andererseits aber auch nicht zu langsam werden. Wäre das Bimo ein mal stehen geblieben, wärs das gewesen. Ein Wenden oder Zurück war nicht drin, wir mussten da durch. Mit für das Bimo hoher Drehzahl um 2.600 im Zweiten sind wir da durch. Die Kontrollleuchte signalisierte mir die ganze Zeit, dass das 4ETS voll ausgelastet gewesen ist.
Aber was soll ich sagen, das Bimo hat seine Aufgabe mit Bravour gemeistert. Eben dafür ist der “Baustellen”-Allrad des Sprinters konzipiert.

Modderreifen

Modderreifen

Matschpiste

Matschpiste

Matschpiste

Matschpiste

Ulrike ist ja für das Filmen während der Fahrt zuständig, so hat sie auch hier gefilmt.
Als ich sie fragte, ob sie auch die “schönsten” Passagen gefilmt hätte, meinte sie lappidar: “Nö…”
Ich: “Och nö, warum nicht??
Sie: “Ich konnte mir das nicht ansehen, mir wurde schlecht und hab dauernd weg gesehen, da kann ich das doch nicht noch filmen…”

Ich frage mich bei all den Leuten, die ihre normalen TI/VI verschiffen, wo die lang fahren? Die Straße war ja nicht als Feldweg ausgezeichnet und das Navi hat die als “schnellste” Verbindung vorgeschlagen 🙂
Ohne hochbeinigen Allrad hätte man auf der Strecke schlicht verloren und hätte im Nichts gestanden. Vielleicht wäre alle paar Tage mal jemand vorbei gekommen. Einfach mal so eben zurück wäre auch nicht drin gewesen.
Den Kollegen kann ich nur empfehlen, keine “Roads” zu fahren und immer schön auf den Highways bleiben 😉

Nach den Spaziergängen über die Dünen und dem Wasserfall hatten wir uns ca. 40 km weiter ins Nichts gestellt.
Die Landschaft erinnerte hier etwas an die Lüneburger Heide, nur die vielen “Felsenbirnen” störten da ein wenig 😉

25.05.2017 – Munising Picture Rocks – Oconto – 308 km

Schönes Wetter, so hatten wir uns bei verschiedenen Walks die Picture Rocks angesehen, eine aus Sandstein bestehende Steilküste. Das Hinterland bietet von Dünen, Sandstränden, Mooren, Wasserfällen und Wald einfach alles. Richtig toll sieht es Nachmittags und vom Boot/Kajak aus, wenn das warme Licht die Küste bescheint, aber man kann nicht alles haben.

Picture-Rocks-See

Picture-Rocks-Strand

Picture-Rocks-See

Picture-Rocks-See

Picture Rock

Picture Rock

Kanuten

Kanuten

Wisconsin, neue Zeitzone: GMT – 7

Im Walmart in Marinette, gut 250 km südlich hatten wir dann eingekauft. Vor allen Dingen eine Gasflasche für unseren CADAC. Den Adapter dafür hatten wir uns bei Wynen besorgt. Bei dem Anschluss an den Gasflaschen handelt es sich um den stinknormalen ACME-Anschluss wie er hier beim Autogas verwendet wird. Ich hätte unseren CADAC deshalb auch an unseren Gastank anschließen können, ab er da hatte U. etwas dagegen 😉
Ok, wäre nicht ganz ungefährlich und wir haben nur ein Bimo 😉
Leider mussten wir eine 10kg-Flasche erstehen, zwar gibt es auch Kleine, nur, die sind nirgendwo zu haben.
Wer einen Gastank hat und nicht unbedingt so eine Eierlegende Wollmilchsau wie den CADAC dabei haben muss und dem es nur ums Grillen geht, sollte sich besser hier einen billigen Grill kaufen und die kleinen Kartuschen verwenden. Ist platzsparender und billiger…
Wer mit Gasflaschen unterwegs ist, dem stellt sich das Problem nicht, sinnigerweise kauft der ja eh amerikanische Flaschen und hat den Adapter dabei.

Im Walmart hatte ich bei der Gelegenheit mein Navi aktualisiert, was war, es funzt nicht mehr…
Ich hasse Updates, vor allen Dingen, wenn anschließend nichts mehr läuft. Muss ich nun doch wie früher nach Karte navigieren 😉
Ursache war, dass die Karten neu erstellt wurden und nicht mehr mit dem Navi kompatibel waren, toll…

Apropos Netz, bzw. Internet:
Hatte ich mir doch die tolle Anlage aufs Dach montiert. Klappte das bis vor ein paar Jahren noch problemlos, wird man heute bei den meisten freien WLAN auf eine Eingangsseite geleitet. Das ist das Problem, damit kann der WLAN-Adapter nicht umgehen und man bekommt keine Verbindung und ist die Verbindung ansich noch so gut.
Insgesamt greift auch in den USA die Sitte um, dass die AP immer schwächer und langsamer werden. Die Übertragung größerer Datenmengen ist kaum noch möglich. Es reicht gerade für Mails oder ein wenig Fratzenbuch, zu mehr nicht.
Nur in Kanada waren vernünftige WLAN zu erhaschen, so dass ich auch meine ersten Berichte einstellen konnte. Mal sehen, wie sich das in den USA entwickelt.

Gelandet sind wir in Oconto im City Park, wirklich sehr hübsch am Michigan-See gelegen. Bei 20 Grad gönnten wir uns jeder ein 400gr Angus-Steak. Mussten ja die Flasche nebst Grill ausprobieren 🙂

26.05.2017 – Winona/Mississippi – 420km

Bei einem herrlichen Sommertag ging es gen Westen nach Winona am Mississippi, übrigens der Geburtsort von Winona Ryder 😉
Landschaftlich war das so eine Tour auf Nebenstrecken vom Niederrhein zur Mosel, nur kein Verkehr, nicht verbaut auf endlosen Straßen und freundlicheren Menschen.
Immer wieder beeindruck fand ich die kleinen speziellen Orte, Häuser und teils klpprige Fahrzeuge, die einen daran erinnerten, dass man sich in den USA befand.

Schoolbus

Schoolbus

Winona-Lake

Winona-Lake

Train

Train

Genächtigt hatten wir wieder mal am Walmart, hier konnte ich die wichtigsten Karten für mein Navi herunter laden und siehe da, es funzt wieder.
Abends hatten wir dann einen wunderbaren Walk um den Winona-Lake gemacht, erinnete an die Seen in der Schweiz. So ein traumhaftes Wetter, die Gerüche, die Luft, zum Helden zeugen…

Wieder mal getankt, der Sprit ist hier echt gut. Wo ich in Kanada bei gleicher Fahrweise 18L verbraten hatte, begnügt sich das Bimo hier in den USA trotz 100km/h und teils Bergen mit 14L/100km.

27.05.2017 – Garretson bei Sioux Falls, South Dakota – 430 km

Minnessota

Minnessota

Ich hatte mir die Gegend ja schon vorher über GoogleEarth angesehen. Eine platte Fläche fast so groß wie die Bundesrepublik, wo sich Acker an Acker reiht, dazwischen mal ein Kaff oder kleinere Stadt. Fahren über hunderte Kilometer nur geradeaus über den Interstate. Zwischendurch mussten wir echt einen Mittagsschlaf halten, dauernd sind mir die Augen zugefallen, langweiliger geht nimmer.

Farm

Farm

House

House

Weite

Weite

Der kleine Park Split Rocks wo wir übernachtet hatten mit dem Devils Gulch, wo auch Jesse James durchgezogen ist, ist eine landschaftliche Oase, ein traumhaft angelegter Platz.
Eine kleine enge Schlucht mit kleinem Wasserfall und Stromschnellen.
Morgen ist Memorial-Day, nur mit Glück hatten wir den letzten Platz ergattert.

Split-Rocks

Split-Rocks

Wasserfall Split-Rocks

Wasserfall Split-Rocks

28.05.2017 – Oacoma Missouri – 267 km

Wieder weiter über das langweilige Nichts. Dieses Mal sind wir über Nebenstraßen, teils Schotterpisten, gefahren, um wenigstens etwas Abwechslung zu haben. Und siehe da, wir kamen an einem verwunschenen See mit Pelikanen vorbei! Pelikane? Hier?

Endlos

Endlos

Ebenso hatten wir einen Stopp in Mitchel eingelegt, einem kleinen typisch amerikanischen Städtchen. Interessant hier der “Corn Palace”, eine Begegnungsstädte, deren Fassade aus Maiskolben besteht.

Maisente

Maisente

Maisente

Maisente

Mitchel

Mitchel

Saloon-Mitchel

Saloon-Mitchel

Kurz vorm Missouri ereilte uns ein trockenes Unwetter. Es wurde dunkel und schwarz mit einem Sturm, oh la…
Ich dachte, das Bimo wird von der Straße geweht. Bei Gegenwind kam ich nur im 4. Gang vorwärts, mehr schaffte das Bimo nicht.
Dabei wurden wir dann von Trucks überholt, die wenigstens die erlaubten 120 Sachen drauf gehabt hatten. Ich weiß nun, warum die Ami-Schlitten so viel PS und Hubraum haben, um gegen den Wind und die Steigungen an zu kommen. Meine 190 PS sind echt ein Witz!
Nach einer halben Stunde war wieder alles vorbei und die Sonne lachte wieder.

Südlich von Oacoma fanden wir an der Dude Ranch Road direkt am Missouri einen Übernachtungsplatz, der gerne von Einheimischen genutzt wird. Wegen dem langen Wochenende war der natürlich gut besucht. Nur der Generator störte ein wenig, ansonsten traumhaft.

Bimo-am-Missouri

Bimo-am-Missouri

Hier jenseits des Missouri änderte sich mit grünen Hügeln plötzlich die Landschaft, wir hatten das Gefühl, jetzt nach ca. 5.000 km und Überquerung des halben Kontinents endlich angekommen zu sein…

Bisher hatten wir landschaftlich nicht wirkliche Highlights zu verzeichnen. Sicherlich war es hier und da schlicht Oberhammer, gemessen an der Fahrstrecke hielt es sich aber in Grenzen. Das lag teils am Wetter oder einige grandiose Landschaften wie in Kanada waren einfach nicht zu erkunden, da sie nicht erschlossen waren, noch nicht einmal ein Weg hinein führte. Der Reiz der Tour bestand bisher in erster Linie aus Land und Leute, den Besonderheiten der Städte und dem Leben der Amerikaner u.s.w.

Hier der Clip dazu, ca. 11min:

Nächster Bericht folgt: Mittlere USA II mit Badlands, Custer NP mit Mt. Rushmore, Yellowstone…

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