Utah II Escalante

… Staircase Escalante National Monument mit Hole in the Rock und Burr Trail Road

Vorheriger Bericht: Utah I

16.10.2017 – Hole in the Rock Road mit Devils Garden / Escalante National Monument – 107 km

Kalt wars letzte Nacht, wir hatten dicke Eiszapfen von der Truma am Wohnmobil 🙂

Eis am Kamin

Eis am Kamin

In Escalante wollten wir einen 4×4 Mieten, leider ging der Letzte vor uns weg.
So sind wir mit unserem Bimo kurz hinter Escalante in die 90 km lange Hole in the Rock Road eingebogen, eine elendig steinige und humpelige Waschbrettpiste die bei Regen für jedes! Fahrzeug unpassierbar ist. Für Wohnmobile ist die Piste definitiv nicht geeignet, aber die ca. 30 km bis zum Devils Garden sind leidlich mit Qualen befahrbar. Ein kleiner Jeep wäre einfach das beste Fahrzeug, das Waschbrett und die großen Steine sind die Hölle.

Harris Wash Road

Harris Wash Road

Hole in the Rock Road

Hole in the Rock Road

Der Devils Garden ist eine Ansammlung von skurrilen bunten monsterhaften Sandsteinformationen, alleine dafür hat sich die Qual gelohnt!!

Sleeping Monster

Sleeping Monster

Devils Garden

Devils Garden

Dahinter wird die Piste noch schlimmer und die letzten 7 Meilen sind nur mit richtigem 4×4 befahrbar. Darum wollten wir ja einen mieten… 🙁

Wir sind dann ca. 2,5 km zurück und in den Weg zum Harris Wash eingebogen. Seltsam, der war ja richtig komfortabel, nur ein paar Auswaschungen trübten das Fahren 🙂
Hier hatten wir uns in dieser traumhaften an Namibia erinnernden Landschaft ein Plätzchen zum übernachten gesucht. Die entsprechende Permit gibt es kostenlos im Visitor Center in Escalante.

Ohne jegliches Störlicht war der Sternenhimmel wieder so was von grandios, dass ich noch mal los musste.

Devils Garden Nightsky

Devils Garden Nightsky

17.10.2017 – Zebra Slot und Tunnel Slot Canyon – 10 km

Vom Parkplatz aus unternahmen wir eine 10km-Wanderung zu dem Zebra Slot und Tunnel Slot Canyon. Der Trail führte durch eine atemberaubende Landschaft, die an den Zion erinnerte.

Zebra Slot Trail

Zebra Slot Trail

Dass der Zebra Slot unter Wasser stand, hatten wir im Visitor Center erfahren, so reichte uns ein Blick hinein. Von dort hatten wir einen Berg erklommen und einen Blick von oben erhascht. Das Wasser fließt in Potholes terrassenförmig nach unten. Der erste Pothole ist durchbrochen und das meiste Wasser fließt hier durch durch den Canyon, wenn denn welches fließt.

Zebra Slot Canyon

Zebra Slot Canyon

Mit “PocketEarth” navigierten wir anschließend zum Tunnel Slot Canyon. Eine Auszeichnung der Trails gibt es nicht, die muss man oft selber finden. Der Zugang war recht abenteuerlich, zunächst glaubten wir gar nicht daran, dass dies der richtige Weg sei.

Moqui

Moqui

Der Canyon wurde enger und enger, gut, dass ich etliche Kilo abgenommen hatte. Was war, wir standen vor ein Hindernis, einem kleinen See. Entweder durch oder zurück, was natürlich keine Option war.
Also Schuhe aus und durch. Wir dachten, dass wars, aber denkste. Wie der Name schon sagt, es wurde nun richtig eng, wieder Schuhe und dieses Mal auch die Hose aus. Bis zum Bauchnabel reichte das eiskalte Wasser in dem dunklen Slot.
Egal, etwas Abenteuer muss sein 🙂

Tunnel Slot Canyon

Tunnel Slot Canyon

Die Wanderung war insgesamt so etwas von genial!

18.10.2017 – Big Horn Canyon – 7 km

Dieser rund 9km lange Trail findet in Reiseführern oder Reiseberichten kaum Erwähnung. Sicherlich muss man ein wenig laufen, aber man wird mit einem Feuerwerk an Farben, großartigen Sandsteinformationen und Strukturen belohnt.
Wir haben ja schon einiges gesehen, kennen auch die anderen Parks, aber solch eine Farbenpracht haben wir noch nicht gesehen. Der Wahn!
Eine Auszeichnung des Trails gibt es nicht, einfach den Fußspuren und dem Pfad folgen. PocketEarth mit topografischem Overlay ist hier hilfreich.
Tipp: Im Canyon zunächst über die Hügel laufen, erst so erschließt sich einem die Gewaltigkeit in Gänze. Dann durch den engen Slot zurück. Leute ab 120kg Lebendgewicht dürften hier allerdings ob der Enge ein Problem haben 😉

Strukturen

Strukturen

Big Horn upper Trail

Big Horn upper Trail

Big Horn Slot

Big Horn Slot

Big Horn Canyon

Big Horn Canyon

Anschließend sind wir zurück nahe der Einfahrt zur Hole in the Rock Rd. gefahren. Dort befindet sich ein riesiges sehr schönes Gelände wo man frei stehen kann (Allrad empfehlenswert).
So sind wir bei Bedarf auch schnell wieder auf Asphalt, da ich dem Wetter nicht traute.

19.10.2017 – Calf Creek Campground – 47 km

An den Calf Creek Campground und dem anschließendem Escalante Canyon sind wir vor 5 Jahren vorbei gefahren. Als Normalurlauber hatten wir damals leider keine Zeit. Aber jetzt…!

Calf Creek Campground

Calf Creek Campground

Zufahrt Campground

Zufahrt Campground

Alleine der Abstieg in den Canyon bietet ein solch unglaublich schönes farbiges Panorama mit den Gesteinsformationen! Für das Foto unten braucht man eine Großleinwand, um all die Details darzustellen.

Mit Glück, die Amerikaner hatten wieder ein langes Wochenende, konnten wir im traumhaft schönen Calf Creek Campground eine Site ergattern.

Von hier unternahmen wir eine ca. 10km lange Wanderung zum Calf Creek Upper Fall. Was soll ich wiederholt sagen, was muss eigentlich noch kommen, um solch eine Landschaft mit dieser Farbenpracht zu toppen?
Da fährt man 50 km weiter und schon wieder ein HighLight!

Der Wasserfall hatte für mich durch die Einrahmung mit dem bunten Sandstein was Besonderes.

Escalante Canyon

Escalante Canyon

Calf Creek Trail

Calf Creek Trail

Calf Creek Panorama

Calf Creek Panorama

Calf Creek Canyon

Calf Creek Canyon

20.10.2017 – Escalante Natural Bridge Trail – 54 km

Wir blieben noch eine weitere Nacht im Calf Creek, nur ein paar Kilometer vom Campground entfernt beginnt der rund 8 km lange Escalante River Trail zur Natural Bridge.
Die Landschaft ist mit dem Grün und dem gelben Herbstlaub inmitten des Sandsteins wieder ganz anders.
Man hätte uns auch sagen können, dass wir den Fluss vier mal durchwaten müssen 😉

Natural Bridge Trail

Natural Bridge Trail

Escalante River

Escalante River

Anschließend sind wir noch einmal nach Escalante, denn für die nächsten 300 km, sprich Tage, ist das die letzte Möglichkeit noch einmal einzukaufen und zu dumpen.

21.10.2017 – Burr Trail Road – 81 km

Wir sind den Hwy. 12 weiter Richtung Norden nach Boulder. Der Hwy. führt über einen Berggrat von 2.000m Höhe. Von hier hat man ein Panorama über die Canyons wie kaum anderswo in den USA!

In Boulder stellt sich die Frage: Relativ zügig über den 3.000 m hohen unspektakulären Pass zum Capitol Reef oder auf die Burr Trail Road. Klar, dass wir die Burr Trail Road genommen hatten, obwohl in den Prospekten und im Visitor-Center für Wohnmobile davon abgeraten wird.

Hwy12

Hwy12

Boulder

Boulder

Richtig ist, Wohnmobile über 7,5m sollten wegen der Kehren die Straße nicht durch fahren. Bei Regen ist 4×4 Vorraussetzung, wenn man denn überhaupt da lang fahren sollte.
Die Burr Trail Road ist von Boulder aus aber ca. 50 km allerbestens asphaltiert und von tief liegen Sportwagen befahrbar. Die darauf folgende breite Schotterpiste, zumindest bei uns, bei allerbestem Zustand, nur hier und da ein wenig Wellblech sowie etwas humpelig.
Mit 12 % richtig steil auf 3km ist der Serpentinen-Abstieg in das Valley des Capitol Reef, eben ab hier sollte manch einer umkehren.
Bis zum Long Canyon und ggf. bis zu den Serpentinen sollte man sich die Burr Trail Road keinesfalls entgehen lassen, es würde einem viel entgehen! Wir mussten das Gesehene erst mal verdauen!

Long Canyon

Long Canyon

Die Burr Trail Road führt zunächst durch eine wundervolle Landschaft mit Bäumen, gerade jetzt im Herbst und Felsformationen.
Uns blieb wieder einmal einfach die Spucke weg, als wir den Long Canyon erreichten. Eine tolle Straßenführung führt durch einen gewaltigen roten Sandstein-Canyon.

Muley Twist Canyon

Muley Twist Canyon

Wir sind zunächst bis zum Abstieg gefahren, wo sich wiederum ein gewaltiges Panorama mit Blick auf Berge, Canyons und auf die Serpentinen eröffnete.
Hier kann man doch nicht einfach weiter fahren! Richtig, wir unternahmen noch eine kleine Wanderung durch den nahen Muley Twist Canyon, fuhren anschließend ein paar Kilometer zurück und schlugen uns mit Bimo in die Büsche.

Capitol Valley Overlook

Capitol Valley Overlook

Erkenntnis: Unser Böschungswinkel ist besser als gedacht und gut, dass wir den Allrad mit Untersetzung für einen solchen Trip haben. Zuviel wäre uns sonst entgangen. Aber auch, dass solche Wohnmobile zu groß und zu schwer sind, das war schon ein Akt.

Zum Abschluss: Im Staircase Escalante National Monument könnte man Monate verbringen, selbst dann hätte man nicht alle Sehenswürdigkeiten gesehen. Das Escalante National Monument vereint die speziellen Besonderheiten der anderen Parks auf rund 7.500 Quadratkilometer. Alleine rechts und links an der Hole in the Rock Road könnte man locker einen Monat verbringen ohne alle Sehenswürdigkeiten gesehen zu haben. Und es gibt noch mehrere dieser Scenic Backways wie die Burr Trail Road und Cottonwood Road!
Es gibt keinerlei Infrastruktur, hier erlebt man echte Wildnis und das soll auch so bleiben.
Das Escalante National Monument muss man erlaufen, es gibt unzählige Trails. Das beste Fahrzeug ist ein Allrad wie ein Jeep (hochbeinig und relativ leicht) oder ATV und dann hier und da eine Nacht in der Wildnis verbringen.
Selbst mit einem schweren Expeditionsmobil möchte ich hier teils nicht lang fahren, nicht wegen dem Durchkommen, selbst mit Bimo ist etliches möglich, einfach, weil man nur durchgerüttelt wird, das Fahren eine Tortur ist und solche Wohnmobile einfach für viele Wege zu groß sind.
Und immer schön auf das Wetter achten! Bei und nach Regen sind die Backways mit KEINEM Fahrzeug befahrbar. Hängt mit dem Modder zusammen, der sich in das Profil festbeißt und eine Schicht um den Reifen bildet, der Grip geht dann gegen null (Lehmfalle).

Der Clip mit allen Bildern bis hierher, ca. 14:45 min

Gefahrene km: 25.326
Gelaufene km: 832

Nächster Bericht: Utah III Capitol Reef, Goblin, Canyonlands…

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

2 Kommentare

  1. Eure Reiseberichte lese ich regelmässig mit sehr viel Interesse und auch etwas Neid 😉
    Herzlichen Dank, auch für die vielen tollen Fotos!

    Weiterhin gute Reise wünscht
    H.Trickler

Kommentar verfassen