Oregon USA

Vorheriger Bericht: Olympic National Park, Washington

16.09.2017 – Nahalem River – 169 km

Astoria war dann die erste Stadt in Oregon. Astoria und nachfolgend Seaside waren so heruntergekommen häßlich, dass sie fast schon wieder was hatten. Erst danach hatten die Städtchen mit den alten Häusern einen gewissen Flair.

Astoria Megler Bridge

Astoria Megler Bridge

Die Küste mit den Felsen ist schon toll, heran kommt man an die Beaches aber meist nur in den State Parks, dazwischen ist alles verbaut und zersiedelt.
Im Ecola State Park (5 Dollar Eintritt) hatten wir einen kleinen Trail abgelaufen, der auf halber Strecke gesperrt war. Toll, dass man das erst bei Trailbeginn erfährt.
Den Nord-Beach hatten wir uns erspart, zum Parkplatz war eine kilometerlange Warteschlange.
Klar, Wochenende und es war die Hölle los.

Ecola State Park

Ecola State Park

So sind wir auf der Suche nach einem Campground weiter Richtung Süden gefahren, aber es war alles dicht.

In Nehalem hatten wir uns dann weiter im Inland am gleichnamigen tollen Fluss an einer Piste nieder gelassen.

Mal schaun, wie sich das weiter entwickelt, ob es ruhiger wird, ob die Küste weiter im Süden weniger verbaut ist. Jetzt im Moment würden wir am liebsten abhauen, dieser obere Abschnitt Oregons Küste ist nicht unsere Welt.

17.09.2017 – Beverly Beach State Park – 154 km

Heute am Sonntag ist es entspannter, die Wochenendler fahren nach Hause.
Wir sind in den Whalen Island State Park und dort eine Runde über die Halbinsel gelaufen. Eine Mischung aus Regenwald, Rhododendren, Ginster und anderen Büschen umrahmt vom Pazific und Grasland. Völlig fremd und mystisch.
Info: Der dort befindliche Campground hat geschlossen und es sieht nicht so aus, als wenn der noch mal öffnet.

Mittlerweile fing es an zu schütten, leicht aber stetig und alles grau…

Wir sind zunächst die tolle Cape Lookout Road weiter, die man auch nicht auslassen sollte, Richtung Süden. Die Küste wird an sich auch immer interessanter.
In Pacific City (Mekka der Surfer) wollten wir uns die große Düne mit der Brandung ansehen, aber dort war voll der Rummel und wir hätten gar keinen Parkplatz bekommen.

Den Hwy 101 weiter runter hielten wir an einigen Outlooks und hier konnte man die Schönheit der Küste erahnen. Wir hatten sogar das Glück, Wale ganz nah an der Küste betrachten zu dürfen.
Einer sogar ganz nah fotogen, als ob er gewusst hätte, dass ich meine Kamera gerade nicht zur Hand hatte 🙁

Genächtigt hatten wir dann für 30 Dollar im riesigen Beverly Beach State Park, denn hier kann man auch Ent- und Versorgen, was nach 7 Tagen wieder mal fällig war.
Um den Park geht ein kleiner Trail um den Campground durch traumhaft schönen Regenwald.
Den sind wir dann auch im Regen gelaufen um dann gleich die Dusche anzusteuern und anschließend ins warme Bimo. Romantisch…

Campground Trail

Campground Trail

Spencer Creek

Spencer Creek

18.09.2017 – Beachside State RS bei Walport – 99 km

Dieser Tag stand ganz unter dem Motto: Wellen, Wale, Seehunde und die tolle Küste. Wir sind den Hwy ein wenig hoch und wieder runter gefahren. Stopps waren einige Recreation Sites und Parkplätze. So hatten wir uns die Küste vorgestellt, einfach grandios!

Brandung

Brandung

Küste

Küste

Lighthouse

Lighthouse

Robben

Robben

Abends begann dann wieder die Suche nach einem Campground und verdaddelten etliche Kilometer. Nach einigen Misserfolgen sind wir auf der Beachside State Recreation Side gelandet. Der Campground liegt unmittelbar am Meer mit traumhaften Strand.

19.09.2017 – Florence – 70 km

Das Wetter war gestern ja nicht so prall und das hatte auf dem Meer seine Spuren hinterlassen.
Riesige meterhohe Wellen brandeten wie kleine Tsunamis gegen die Küste.
Wir waren zum Cape Perpetua gefahren, hier war das Schauspiel am dramatischsten. Riesige Wellen bildeten einen Schaumteppich wie eine Cream. Fontainen spritzen aus den Felsen…
Alleine dieses dramatische Schauspiel war die Fahrt hierhin wert.

Meeresgeysir

Meeresgeysir

Crema

Crema

Brandung

Brandung

Algenwelle

Algenwelle

Genächtigt hatten wir in der Marina in Florence, auch nicht viel teurer als die staatlichen Campgrounds, dafür aber mit Internet.
Im Dunkeln sehen wir den häßlichen Platz auch nicht 😉

20.09.2017 – Bastendorff Beach bei North Bend – 97 km

Südlich von Florence veränderte sich die Landschaft. Nadelwälder inmitten von hohen Dünen, dazwischen verwunschene Creeks und ewiglange Sandstrände.
Auf der Straße und auf den Recreation Sites wurde es noch ruhiger, sogar leere Campgrounds gab es. Insgesamt sind lange Küstenabschnitte weniger dicht besiedelt.

Am Bastendorff Beach bei dem größtenteils verranzten North Bend hatten wir unser Lager aufgeschlagen. Seltsam, aber hier darf ganz offiziell für eine Nacht genächtigt werden. Einige mit ihren Meth-Küchen nahmen es aber garantiert nicht so genau.

Bastendorff Strand

Bastendorff Strand

21.09.2017 – Roseburg – 177 km

Wir sind noch zum Cape Arago mit den vorgelagerten Felsen und der fantastischen Steilküste, ca. 10 km südlich gelegen.
Auf den nahen Felsen tummelten sich die Seelöwen und veranstalteten einen Höllenlärm. Dem Treiben zuzuschauen war schon toll.

Cape Arago

Cape Arago

Seelöwen

Seelöwen

Von hier schlugen wir auf dem Hwy 42 den Weg Richtung Osten zum Crater Lake ein, den wir unbedingt besuchen wollten. Ab Ende September kann die Straße schon gesperrt sein, schon jetzt sind in den letzten Tagen etliche cm Schnee gefallen. Es sollte wieder wärmer werden, also wollten wir die Chance nutzen.

Eigentlich wollten wir nach 120 km auf der Bear Creek Recreation Site halt machen, aber die existiert nicht mehr.

So sind wir bis Roseburg weiter und hatten bei einem Reifenhändler wo man auch die Cooper bekommt einen Termin für den nächsten Tag gemacht. Die Vorderreifen mussten nun nach gut 26.000 km runter. Abgefahren waren sie noch nicht, aber das Sägezahnprofil an den Seiten ist nun so schlimm geworden, dass es ab 80 km/h einfach nur nervt. Sie sind nun nicht nur laut, sondern man verspürt auch auch Vibrationen im Lenkrad.
Über die Reifen lass ich trotzdem nichts kommen, ich sehe das einfach als Unterhaltskosten an. In der Gesamtheit der Eigenschaften bieten die Reifen immer noch die meisten Vorteile.

Sägezahnprofil

Sägezahnprofil

Übernachtet hatten wir beim Walmart, da sich in der Nähe keine Campgrounds befanden, bzw. die paar entfernten so mies aussahen, dass wir hierfür kein Geld ausgeben wollten. Beim Walmart ist das Übernachten offiziell verboten, aber hier standen schon so viele Obdachlose oder Leute in ihren Meth-Kisten herum, dass wir auch stehen geblieben sind.
Komisch war uns dabei übrigens nicht, die nicht auf der Sonnenseite stehenden Menschen die uns so begegnet sind, waren allesamt sehr freundlich und auch neugierig.

Meth-Küche

Meth-Küche

Ist auch bezeichnend für die ganze Gegend, die Städte sind heruntergekommen, überall Bettler und Obdachlose. Man könnte eine ganze Serie über die heruntergekommenen Kisten und der seltsamen Gestalten drehen.

Abschließend zu Oregons Küste:

Auf Grund vorheriger TV-Berichte war ich der Meinung, die Küste sei relativ dünn besiedelt. Weit gefehlt, die ist dicht verbaut, wo keine Städte sind, in Privatbesitz. Zugang zum Meer hat man nur in den Städten und von State Parks aus. Die Parks verlangen teils Eintritt, teils sind sie kostenlos.
Selbst Mitte September herrschte Rummel ohne Ende. Wer Strandleben, Surfen und den Rummel in den teils auch netten Küstenorten mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

Campen:
Das Freistehen/Übernachten ist nicht nur an der Küste überall untersagt, auch der ansonsten großzügige Walmart untersagt das Übernachten.
Das Übernachten ist nur auf den Campgrounds der State Parks und und auf privaten Plätzen möglich.
In der Saison sollte man reservieren, auch in der Nebensaison ist es voll, selbst die häßlichsten RV-Parks waren voll belegt.
Billig ist das Campen auch nicht, wir mussten uns erst wieder an die Preise gewöhnen. Die State Parks beginnen bei 29 Dollar für einfache Plätze, aber mit Duschen und Dump (keine Wasserversorgung). Auch bei diesen Preisen sollte man darauf achten, ob eine Ent- und Versorgung möglich ist, die ist auch auf privaten Plätzen nicht immer gegeben.

Wir kommen von Kanada und Alaska, sind ein freies Leben ohne Rummel gewohnt. Wenn man sich erst einmal mit jenem abgefunden, teuere Campgrounds anlaufen und sich überhaupt an dieses geregelte Reisen mit Verboten, Parkgebühren und Eintrittsgeldern gewöhnt hat, dann hat die Küste Oregons an etliches Stellen grandioses zu bieten. Für uns war das hier aber erst mal ein Schock, sind dann aber mit einer “Urlaubseinstellung” heran gegangen und hatten die tolle Landschaft und Natur genossen.

22.09.2017 – Hwy 138 Island Campground – 70 km

Pünktlich waren wir bei dem Reifenhändler und ruck zuck hatten wir die neuen Reifen drauf. Mann, war das ein neues Fahrgefühl!!!
Dort wurde uns auch noch einmal das Entstehen der Sägezähne erklärt. Die entstehenden Sägezähne auf der mittleren Lauffläche entstehen durch die Bodenwellen, wenn der Reifen eintaucht. Tja, und Nordamerika ist der Kontinent der Bodenwellen… 😉

Reifenwechsel

Reifenwechsel

Nach einem Stück auf dem Hwy 138 Richtung Crater Lake stoppten wir bei einer Ranger Station. Endlich mal sinnvolle und aktuelle Infos!
Der Hwy 138 ist gerade wieder freigegeben, ansonsten sind wegen der Waldbrände viele Campgrounds und Straßen gesperrt. Auf dem Crater Lake liegt Schnee und konnte wegen Waldbrand mit Umweg nur vom Süden angefahren werden. Gut zu wissen!

Der Hwy führt traumhaft schön am Umpqua River vorbei. Hier gibt es Wasserfälle en mass. Die Trails dort hin führen auf schönen Pfaden durch verwunschene Regenmärchenwälder. Hier sind wir einige Trails gelaufen, der Umpqua National Forest ist zu schön, um hier einfach durch zu fahren.

Susan Creek Fall

Susan Creek Fall

Campground

Campground

23.09.2017 – Crater Lake, Annie Creek Pit am Hwy 62 – 166 km

Fortsetzung von gestern, entlang dem Hwy 138 Richtung Crater Lake. Am Toketee, Watson, Whithorse und Clearwater Fall hatten wir kleine Wanderungen zu den Fällen unternommen. Am Schönsten waren hier die Pfade durch den Märchenwald, die Wasserfälle sind echt hübsch, aber nicht sonderlich beeindruckend.

Am Diamond Lake standen wir dann vor der Entscheidung, wast tun. Sollen wir erst dort übernachten? Aber da es noch früh war und es kälter werden sollte, sind wir zum Crater Lake durch.
Ganz plötzlich hinter einem Hügel sahen wir dann die schneebedeckten Berge.

Entgegen der Aussage in der Ranger Station war die Nord-Zufahrt offen (Brände hatten wir keine bemerkt), aber die Westrim war gesperrt. Nicht wegen der Brände, wahrscheinlich aber eingeschneit.
In der Tat war die Rim in dickem Schnee gepackt, was einfach grandios aussah. Schon wieder die Frage, was kann da noch kommen, um dieses zu toppen?

Wir sind dann die Ost-Rim entlang getuckert und an fast jedem Viewpoint angehalten. Hammer, Hammer, Hammer…
Dieses Blau, das Panorama, einfach gigantisch.

Krater im Krater

Krater im Krater

Crater Lake Panorama

Crater Lake Panorama

Crater Lake

Crater Lake

Südlich vom Crater Lake hatten wir uns auf einder dispersed Site am Annie Creek niedergelassen. Ganz alleine in der Pampa, so wie wir es mögen.

Annie Creek Boondocking

Annie Creek Boondocking

Abends hatten wir denn ein wenig geplant. Die Lavafelder im Norden fallen aus. Das wär ein Umweg von gut 400 km gewesen und heute hatte wir ja einen Vorgeschmack von dem bevorstehenden Winter erhalten.
Wir werden uns nun unmittelbar in Richtung Lava Beds National Monument im Lassen Volcanic National Park in Kalifornien bewegen.

24.09.2017 – Klamath Falls – 50 km

In Klamath Falls hatten wir reichlich eingekauft, da in der nächsten Zeit keine größeren Städte mehr kommen und Waschen war auch mal wieder dran.
Mittags sind wir dann weiter Richtung Süden nach Kalifornien…

Der Clip bis hierher, ca. 10.25 min

Gefahrene km: 22.717
Gelaufene km: 640

Nächster Bericht: Kalifornien der Norden

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