British Columbia Mitte

Vorheriger Bericht: British Columbia Nordwesten

17.08.2017 – Smithers – 340 km

Grau grau grau und nass…

Eigentlich wollten wir die Fähre Prince Rupert – Port Hardy nehmen. Aber die Internetseite ist so was von grottenschlecht. Hat man es dann mal geschafft, überhaupt das Formular auszufüllen, kann man lediglich eine Buchungsanfrage stellen, mehr nicht. Aber was macht man, wenn man nicht dauernd Internet hat? Anrufen ist eine Möglichkeit, aber 30min in der Warteschleife? Nein danke, dann eben nicht, 900 Euro gespart…
Dieser Teil ist eh nicht der Schönste und das Wetter ist im Moment auch nicht so der Hit.
Reservieren sollte man schon, aber wer weiß denn schon, was in einem Monat oder zwei Wochen ist? Wir jedenfalls nicht…

So sind wir einfach die eher langweilige Strecke weiter, haben uns in Kitwancool die Totems angeschaut, Hazeltown als DIE angebliche Sehenswürdigkeit in British Columbia (na ja…) und den Canyon in Moricetown.

Hazeltown

Hazeltown

Kitwancool

Kitwancool

Moricetow Canyon

Moricetow Canyon

Smithers ist nach Anchorage wieder mal eine richtige Stadt, u.A. mit Safeway, wo wir wieder richtig einkaufen konnten.
Ulrike lief durch den Safeway und rief dauernd guck mal, guck mal…
Das war schon ein Gefühl, Waren im Überfluss zu erschwinglichen Preisen!

Genächtigt hatten wir ausnahmsweise mal auf den Municipal Campground. Erstens gibt es kaum Plätze zum Stehen und außerdem hatten wir dann auch mal Internet. Nach gut 4 Wochen…

18.08.2017 – Sunset Lake – 100km

Unglaublich, mehr PKWs als Wohnmobile auf der Straße 😉
Ein Verkehr war das, dazu Ampeln und die Gegend recht zersiedelt. Landschaftlich hatte das was vom Bergischen am Niederrhein, bloß weg hier. Auf der Straße trafen sich alle möglichen Leute, die wir zuvor schon getroffen hatten, hier müssen ja alle durch, zumindest wer nicht die Fähre genommen hat.

Wir hatten einen Abstecher zum netten Sunset Lake gemacht, gefault und dort genächtigt.

Sunset Lake

Sunset Lake

19.08.2027 – Cobb Lake – 226 km

Den Yellowhead Hwy ging es relativ langweilig wie gehabt weiter östlich Richtung Prince George. Ca. 50 km vor Prince George sind wir nördlich in die geschotterte Finmoore Road zum ca. 6km entfernten wunderschönen Cobb Lake mit Recreation Site abgebogen.
Die Landschaft rechts und links vom Hwy ist wie erwähnt recht langweilig, nett, aber nichts Besonderes.
Schön wird es, wenn man die Sackgassen zu den Seen rechts und links ausprobiert. Meist findet man dort auch kostenlose Recreation Sites.

Cobb Lake

Cobb Lake

20.08.2017 – Chubbs Lake – 158 km

Zunächst hatten wir in Prince George einige Dinge eingekauft. Prince George ist schon eine richtig große Stadt, allerdings bis auf das Eisenbahnmuseum ohne Highlights. Schön sind die Parks, wo wir den Cottonwood Island Park erkundet hatten. Der Park liegt am Nechako River und besteht aus uralten Pappeln.
“Elmar”, ein Künstler hat hier zig großartige kleine Kunstwerke in die teils riesigen Pappeln geschnitzt, eines schöner wie das Andere.

Cottonwood Island Park

Cottonwood Island Park

Kunst im Cottonwood

Kunst im Cottonwood

Rindenkunst

Rindenkunst

Wir sind den Cariboo Hwy weiter Richtung Süden. Langsam machen sich die immer noch vorhandenen Waldbrände im Süden bemerkbar.
Blaue Schwaden ziehen durch die Wälder.

Baumkorallen

Baumkorallen

Ca. 70 km südlich von Prince George sind wir in die Quesnel-Hixon-Road zu dem ca. 8 km entfernten Chubbs Lake gefahren.
Hier hatten wir einen wunderbaren Platz unmittelbar am See im Nichts. Die großartige Landschaft wirkte in dem grauen Wetter mit dem Rauch total gespenstisch.

Chubbs Lake

Chubbs Lake

21.08.2018 – Barkerville – Grouse Creek – 162 km

Zurück auf den Hwy sind wir in Quesnel die ca. 70 km nach Barkerville, einer historischen Goldgräberstadt abgebogen.

Uns war klar, dass wir es bis zum 21. nicht bis nach Vancouver schaffen würden um die totale Sonnenfinsternis zu betrachten. Es gibt Leute, die haben ihre Tour danach ausgerichtet und sind durchs Land gehetzt.
Auch die Teil-Sonnenfinsternis hatte etwas und kam, wie ich finde, bei dem diesigen (Rauch-)Wetter gespenstisch gut zur Geltung. Gut, dass das Wetter so war, sonst hätten wir sie nicht betrachten können, da ich keine Folie dabei hatte und selbst Blende 45 meiner Kamera nicht ausgereicht hätte.

Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis

Ach ja, Barkerville…
Die Stadt ist nahezu vollständig erhalten und restauriert. Man kann in die Häuser herein und man bekommt eine Vorstellung, wie beschwerlich das Leben damals so war.

Barkerville

Barkerville

Dazu gibt es Vorstellungen im Theater, einige Leute laufen authentisch herum und sogar einen Schmied gibt es der seinem Handwerk nachgeht. Sicherlich touristisch aufbereitet, aber grandios gemacht! Ich habe so viele Bilder gemacht, fotografisch hätte ich mich Tage aufhalten können.
Um einen Eindruck zu bekommen, schaut euch das Video an.

Der Sonder-Clip Barkerville, ca. 7:36 min

Wir sind dann von Barkerville rund 14 km die Matthew Valley Road weiter und wollten zur Whiskey Flats Recreation Site. Die war aber wegen der Waldbrände gesperrt. Schade, der See dort ist so was von schön.
Die Piste wären wir auch weiter gefahren, sie führt von hier noch einmal 240 km kreuz und quer an traumhaften Seen und Schluchten vorbei sowie durch die Berge. Nur, hier waren die schlimmsten Waldbrände, die noch immer nicht aus sind. Das Risiko, evtl. eingeschlossen zu werden, denn von hier kommt man nicht mehr weg, war uns dann doch zu groß.

So hatten wir uns am Grouse Creek niedergelassen, nicht so schön, aber man kann ja nicht immer Glück haben.
Dafür hatten wir unser Einkaufen ausgenutzt, es gab türkische Pizza 🙂

22.08.2017 – Lac la Hache – 280 km

Gestern noch knapp 17 Grad, heute bis 33 Grad, beklopptes Wetter…

Gut, dass wir die Matthew Valley Road nicht weiter gefahren sind, wahrscheinlich wären wir am Ende nicht weiter gekommen. Es brennt immer noch…
Wir sind also den Cariboo Hwy weiter Richtung Süden und wollten zum Dugan Lake bei Williams Lake. Die Stadt wurde vor ein paar Wochen in Teilen evakuiert. Die Brände sind hier gelöscht und es sah schon beängstigend aus, wie nah die Feuer an die Häuser gekommen sind.
Auch die Recreation Site am Dugan Lake war gesperrt, hier erfuhren wir, dass sämtliche BC Recreation Sites und Campgrounds gesperrt sind und das wird auch kontrolliert.
So sind wir wohl oder übel am Lac la Hache für 31,- Dollar auf einen privaten Campground gegangen. Nicht schön, aber auf Grund dessen, dass er recht leer war, hatten wir einen netten Blick auf den See und konnten nach langer Zeit mal wieder ohne Mückenplage beim Weine draußen sitzen und die laue Sommernacht genießen.
Auf jeden Fall besser, als sich auf dem unschönen Walmart-Asphalt in Williams Lake grillen zu lassen.

Morgen müssen wir mal überlegen, ob wir unseren Plan, den Umweg zu dem 240 km entfernten Clearwater Valley und über Kamloop Richtung Vancouver zu fahren aufrecht erhalten können. In Kamloop brennt es immer noch und es ist fraglich, ob die Campgrounds auf haben. Selbst wenn sie offen sind, müssen wir erst noch abchecken, wie die Rauchentwicklung ist.

23.08.2017 – Cobbs Lake – 126 km

Am 100Mile House hatten wir uns über die Lage der Waldbrände informiert und hatten 2 Möglichkeiten. Direkt Richtung Vancouver zwischen zwei Bränden und viel Rauch hindurch oder mit gut 300km Umweg zum Clearwater Valley mit dem Fragezeichen, ob die Campgrounds offen haben. Zumindest die meisten Trails sind wohl geschlossen.
Mit Aussicht auf eine tolle Landschaft mit Wasserfällen und vielleicht wieder Bären entschieden uns für das Clearwater Valley, wir haben ja Zeit…

Routenkarte

Routenkarte

Der Hwy 24 Richtung Osten ging stetig bis auf 1.300m bergauf und die Luft wurde bei bestem Wetter zunehmend klarer. Zuvor sah das mit den vertrockneten Wiesen und dem Rauch schon gespenstisch aus.
Am Hwy sind jede Menge Recreation Sites, die seltsamerweise nicht gesperrt waren. Vielleicht dachte man, da fährt eh keiner runter, denn einen kleinen 4×4 sollte man hier schon haben. Unser Bimo wäre für die Meisten einfach zu groß gewesen.
Der am Cobbs Lake war auch mit dem Bimo humpelnd befahrbar und so hatten wir mutterseelenallein einen einfach traumhaften Platz am See im Nichts. Wahrscheinlich das letzte Mal, denn im bevölkerten Teil und erst recht auf Vancouver Island werden wir solche Plätze nicht mehr finden.

Bild: Links Teil der Zufahrt, Rechts oben Abendstimmung mit Rauchfahne am Horizont.

Goose Lake

Goose Lake

24.08.2017 – Clearwater Creek Valley – 108 km

Von Clearwater aus geht es rund 70 km, davon die letzten 25 als recht “interessante” Berg und Tal Lehmpiste zum Clearwater Creek.
Letzte Nacht hatte es geregnet und die Piste war recht “fluffig”.
Heute war ich mal zu Späßen aufgelegt und hatte das Bimo mit Allrad durch die teils engen Kurven mit Steigungen gehetzt, hatte richtig Spaß gemacht 🙂
Die Campgrounds waren offen und wir hatten mal wieder das Glück, den besten Platz am Clearwater Creek Campground mit Sicht auf den Fluss zu ergattern.

Leider waren die meisten Trails gesperrt, nur ein paar kleinere waren möglich. Wir sind dann vom Campground aus wenigstens zum 2km entfernten Stica Fall gelaufen. Nicht berauschend, aber ganz nett, vor allem der Trail dorthin durch den Wald.
Ach ja, auf der Hinfahrt lief uns ein paar Kilometer vorher ein Bär über die Straße 🙂

25.08.2018 – Savona – 258 km

Die Fahrt runter am Clearwater River entlang stand mit kleinen Trails unter dem Motto der springenden Lachse und Wasserfälle.

Crearwater River

Crearwater River

Walks am Clearwater

Walks am Clearwater

Eigentlich wollten wir danach gar nicht so weit fahren, aber bis hinter Kamloop in Savona gibt es keinen einzigen Provincial Park mehr und schon weniger eine Gelegenheit, irgendwo frei zu stehen. Die paar häßlichen RV-Parks zwischendurch sind auch nicht unsere Welt. Liegt vielleicht daran, dass die Strecke außerhalb der Touristen-Routen liegt.

Helmcken Falls

Helmcken Falls

Auf diesem Teilstück des Trans Canada Hwy befinden sich zwei Provincial Parks, nicht unbedingt schön, dafür aber insbesondere durch die Eisenbahn recht laut.

Stica Fall

Stica Fall

Vor Kamloop änderte sich die Landschaft dermaßen, dass wir dachten, wir hätten uns verfahren. Wären irgendwo in Namibia, Albanien oder Südspanien, jedenfalls nicht in Kanada. Verstärkt wurde der Eindruck durch ein Schild mit der Warnung vor Klapperschlangen. In Kanada? 😮
Ok, Kamloop ist der wärmste Ort Kanadas, es wird sogar Wein angebaut, aber so was?

Südeuropa in Kanada

Südeuropa in Kanada

Kahle Felsen, vertrocknetes Gras, nur vereinzelt Bäume und plötzlich wieder 28 Grad. Die Landschaft empfanden wir als völlig fremdartig. Nicht unbedingt schön, aber interessant und einmal etwas ganz Anderes für unsere Augen, die bisher nur grün und blau gesehen hatten.

Abends hatten wir unsere Klappe bis in die Nacht hinein offen. Eine laue Sommernacht und das erste Mal ohne Mücken oder sonstiger Viecher 🙂

Stealhead Provincial Park

Stealhead Provincial Park

26.08.2017 – Cinnamon Recration Site – 147 km

Bei unwirklich strahlend blauem Himmel und 26 Grad sind wir zunächst weiter die 97 durch Namibia, Marokko, what ever Richtung Westen. Wie wir heute erfahren hatten, ist dieses Gebiet das Trockenste in ganz Kanada, eine Art Halbwüste mit einer eigenen Tierwelt wie z.B. Schlangen.
Nördlich von Cache Creek sind wir auf die 99 (Duffey Lake Road) Richtung Vancouver.

Duffey Lake Road

Duffey Lake Road

Wieder veränderte sich die Landschaft, erst Montenegro, dann ?
Es ging mit irrsinnigen Gefällen die bergauf wie -ab nur im 2. zu schaffen waren, kurvenreich auf und ab den Fraser River entlang durch einen traumhaften Canyon.

Frazer River

Frazer River

Genächtigt hatten wir auf der Cinnamon Recration Site am Cayoosh Creek direkt am Fluss. Auf dieser Strecke finden sich Übernachtungsplätze zu Hauf.

Schon jetzt kann ich sagen, gut, dass wir nicht die Fähre genommen hatten, zu viel wäre uns entgangen!

27.08.2017 – Nairn Falls Provicial Park – 85 km

Der HighWay nennt sich hier nun Sea to Sky Highway und ebenso hat sich die Landschaft geändert. Granit-Gebirge, Gletscher, Seen und Wald, traumhaft schön.

Duffey

Duffey

Wir wollten eigentlich zu den Joffre Lakes und zum Gletscher laufen, aber auf dem Parkplatz war kein Platz zu bekommen. Alles rammeldicht, sogar die Straße war zugeparkt. So sind wir nach Pemberton runter und hatten mal wieder Wäsche gewaschen und die Wanderung war für uns gestorben. Der Parkplatz liegt einige hundert Meter höher und ich hatte keine Lust, wieder 10 km im ersten Gang hinunter zu schleichen. Wie schon mal erwähnt, die Kanadier und Amerikaner haben mit Steigungen nichts am Hut. Aber wenn 5 Tonnen bei einem Fahrzeug ohne spürbare Motorbremse bei 15% drücken, macht das kein Spaß mehr.

Es war wieder brüllend heiß und wir hatten keine Lust auf nichts mehr. So sind wir zum Nairn Falls Provincial Park und hatten erst mal Eis geschlürft. Im Anschluss sind wir noch den kurzen Trail zu den Nairn Falls. Der Weg hatte was von Märchenwald und dann die Farben, klasse.

Nairn Falls

Nairn Falls

Stones

Stones

28.08.2017 – Parksville Vancouver Island – 186 km

Wir fuhren den Hwy weiter durch die Bergwelt mit einem Walk zum Brandywine Fall und ganz schnell durch Whistler durch. Diese Schickimicki Skiorte sind einfach nichts für uns.
Nach Brackendale erreichten wir den Fjord und es eröffneten sich traumhafte Ausblicke auf den Fjord und sogar auf Gletscher.
Dieser Hwy ist wirklich so was von grandios, vor allem bei diesem klasse Wetter ohne eine Wolke.
Deshalb wollte wir auch nicht weiter und im grandiosen Porteau Cove Provincial Park unser Lager aufschlagen. Diese Gegend ist einfach zu schön, um hier einfach durch zu fahren.
Aber Pustekuchen, keine Chance auf einen Platz, hier muss man schon mindestens ein halbes Jahr vorbuchen.
Blöde, blöde, schon am Shoshone Fall stapelten sich die Menschen und wir hatten keine Chance.

Wir also notgedrungen weiter, aber bis Vancouver gibt es nur ein paar RV-Parks, die gar nicht unsere Welt sind. Auch sonst gibt es keine Möglichkeit, sich wie sonst irgendwo hinzupflanzen. Wirklich blöde, denn hier könnte man noch Tage verbringen!
So landeten wir bei der Fähre nach Vancouver Island. Wir wollten uns einfach mal informieren, aber da standen wir schon in der Schlange und die Wartezeit von zwei Stunden war für uns ok. Die nutzten wir für einen Walk durch das kleine Horseshoe Bay. Bei dem Wetter war das wie ein Sonntagsausflug.

Horseshoe Bay

Horseshoe Bay

Die Überfahrt nach Nanaimo auf Vancouver Island war bei dem lauen tollen Wetter grandios. Die Panoramen, insbesondere auf die Gebirge und der Sonnenuntergang waren erste Sahne.

Gletscherblick

Gletscherblick

Reflektionen

Reflektionen

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Vancouver

Vancouver

Als wir Nanaimo erreichten, war es mittlerweile dunkel. Als Ziel hatten wir den Rathtrevor Beach Provincial Park bei Parksville auserkoren. Der liegt knapp 25 km nördlich von Nanaimo.
Was wir kaum bedacht hatten, es sind noch Ferien und nächstes Wochenende ist Labour-Day, ein Feiertag. Alle Kanadier nutzten noch mal das schöne Wetter, also auch hier, nichts frei.
Jedoch, die nette Dame schaute in ihre Liste und siehe da, jemand hatte seine Reservierung nicht genutzt und die nutzten wir sogleich für 2 Tage 🙂

Der Clip bis hierher, ca. 8:15 min

Gefahrene km: 20.058
Gelaufene km:       502

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