Das Abendland im Wandel

Politik hat auf unserem Blog grundsätzlich nichts verloren, aber nach einigen Monaten Süddeutschland, insbesondere Baden-Württemberg und Südhessen, möchte ich doch einmal ein paar Zeilen wertfrei zu dem Thema „Ausländer“ und Migration bei all den politischen Diskussionen, Meldungen und Nachrichten in der Presse schreiben.
Wir sind schließlich Reisende und entdecken auch unser eigenes Land.

Migration als Chance erkennen…

…denn das „Abendland“ hat sich schon verändert.

Letztes Jahr verbrachten wir schon einige Monate im Schwabenländle, jetzt sind/waren wir wieder für viele Wochen hier. Wir zogen durch die großen Städte und auch urdeutsche Dörfer. Es ist hier einfach auffällig, gerade, wenn man aus dem Norden kommt…
Wenn ich weiter im Text das Wort „Deutsche“ verwende ist mir schon klar, was sind eigentlich Deutsche? Ich meine hiermit Menschen, die schon über Generationen in Deutschland verwurzelt sind, die Grenzen sind da schwammig.

Es waren große Städte wie Fulda, Ulm, Heilbronn und kleine Orte wie Echterdingen, Sigmaringen…
Egal durch welche Stadt oder Dorf man läuft, man fühlt sich fast wie im Ausland. Vom Aussehen her sind im besten Fall 50% Deutsche, bzw. mitteleuropäischen Ursprungs. In der Hauptsache begegnen einem Menschen mit dunklerer Hautfarbe, Frauen mit Kopftüchern, Männer mit Turbanen und dazu ein Stimmenwirrwar unterschiedlicher Sprachen.

In Sigmaringen hatte ich ein Gespräch mit einem netten Italiener der in den 60ern nach Sigmaringen gekommen ist und mittlerweile auch in einem Wohnmobil lebt.
Zigtausende ausländische Arbeiter unterschiedlicher Nationalitäten wurden hier angesiedelt die hier eine neue Heimat gefunden hatten. Gefühlt liegt hier der Anteil an der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 70%.
In Echterdingen, inmitten von Fachwerkhäusern hatte ich das Gefühl, dass man die „Deutschen“ ausgerottet hat. Das Stadtbild wurde von Menschen aus dem arabischen Raum bestimmt.

Da gehe ich in einen Edeka-Laden mitten in der Stadt in Fulda, ich brauchte Milch. Beim Betreten des Ladens dachte ich, ich bin in Ägypten! Angeboten wurden fast nur Produkte und das in riesen Gebinden, wie man sie sonst aus dem Orient kennt. Milch? Keine Chance…
Die nette Frau des Ladenbesitzers mit Kopftuch konnte dann noch einen Liter Milch irgendwo auftreiben.

In Baden-Württemberg, egal in welchem Aldi oder Lidl, egal in welcher Stadt, es ist wie im Urlaub, kaum „Deutsche“. In einem Aldi kam ich mir glatt wie ein Ausländer vor, von 50 Kunden vielleicht 5 die so aussahen wie ich 🙂

Keine Ahnung, kann Ulm in der Innenstadt gewesen sein, beim deutschen Bäcker. Hinter dem Tresen eine Verkäuferin mit Kopftuch. Ich wollte wissen, ob ein bestimmtes Brot ein Roggenbrot ist und die Dame verstand mich nicht, keine Chance. Eine andere Kundin mit Kopftuch übersetzte dann und ich bekam mein Roggenbrot.

Schlendert man durch die Gegend, Eltern sprechen ihre Kinder in irgend einer Sprache an, diese antworten in akzentfreiem Deutsch. In den Parks ist Leben, es wird gegrillt und ganze Familien chillen, aber kaum Deutsche.

Rechte und AfD warnen vor einer Überfremdung, dass unsere Kultur und unsere Errungenschaften abhanden kommen, dass wir Fremde im eigenen Land werden.
Das ist eigentlich längst passiert und ist IMHO nicht umkehrbar. Bemüht man mal die Statistiken, leben schon heute 50% der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Durch die weitere Zuwanderung und einer anderen Reproduktionsrate wird der Anteil in 20 Jahren wahrscheinlich bei 70% und mehr liegen.

Ob man das nun toll findet oder nicht, ist so und hat in der Menscheitsgeschichte überall schon immer so statt gefunden. Sicherlich müssen Lösungen gefunden werden, weil Europa wirklich nicht den Rest der Welt aufnehmen kann. Aber das Rad ist nicht zurück zu drehen und wir müssen eine Basis für ein Miteinander schaffen.

Ich hoffe, dass die Zuwanderer, die hier eine neue Heimat gefunden haben  ein wenig unsere Errungenschaften annehmen.
Dass man die, die das Gastrecht mit Füssen treten, zum Teufel jagt!

Die europäischen Germanen müssen sich mit der Zuwanderung arrangieren. Es ist einfach ein Fakt, dass die Ureinwohner des Abendlandes, insbesondere Deutschland, in spätestens 30 oder 50 Jahren deutlich in der Unterzahl sind.
Für beide Seiten ist das eine Chance, ein Modell, wie unterschiedliche Kulturen auf Basis gleicher Grundwerte zusammen leben und erfolgreich sein können.
Hier im Süden Deutschlands scheint das ja iwie zu funktionieren.
Ich hoffe mal, dass die meisten Menschen das kapieren, Ureinwohner und Zuwanderer gleichermaßen.
Dass die Ureinwohner den ewig Gestrigen entgegentreten und zusammen mit dem Zuwanderern auch jene der Zuwanderer in die Schranken verweisen, die bestimmte Werte nicht anerkennen wollen.
Das muss gelingen, sonst gibt es hier, damit meine ich auch ganz Europa, irgendwann einen Bürgerkrieg.

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