Diebstahl-Einbruchsschutz sinnvoll?

Das Thema Diebstahl- und Einbruchsschutz wurde an mich heran getreten, es scheint ja auch für viele Wohnmobil-Fahrer sehr interessant und wichtig zu sein.
Ich werde hier einige Lösungen vorstellen, und natürlich auch meine Meinung zum Thema Diebstahl – Einbruch und Wohnmobil darlegen.

Foto: DigiMik Diebstahlschutz

Bild: DigiMik -M. Scharrer               Diebstahlschutz

Erfahrungen:
Ich bin nun seit nahezu über 50 Jahren mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen unterwegs. Zunächst mit meinen Eltern im Wohnwagen oder Bus, später selber im PKW und Zelt, Motorrad, Wohnmobil, oder als Backpacker. Alle Urlaubszeiten oder Wochenenden zusammengerechnet, waren das bestimmt etliche Jahre. Ich war in Hexenkesseln wie Singapore, New York, LA etc. unterwegs, ebenso in ärmsten Gebieten Asiens, Südafrika oder Namibia.   Nie wurde irgend etwas, geschweige ein Auto gestohlen und dabei habe ich früher meine Fahrzeuge nie abgeschlossen. Selbst heute sehe ich das eher recht locker, schlafe im Sommer auf SP oder CP mit offener Türe und Fenstern, meine liebste U. schimpft dann immer mit mir 😉
Ich stehe auf den Standpunkt, kein Wohnmobil, die in der Regel nichts weiter als “Pappschachteln” sind, stellen ein Hindernis dar. Die Türen, Schlösser und Fenster sind ein Witz für jeden Einbrecher, keine Sicherungsmaßnahme kann einen Einbruch oder Diebstahl letztendlich verhindern. Meine Devise, je weniger Hindernisse, desto besser…

Je größer die Sicherungsmaßnahmen, desto größer die anschließenden Schäden.

Befinden sich im Wohnmobil keine teuren Wertsachen, hält sich der Schaden bei einem Einbruch in Grenzen. Wichtiger finde ich gewisse Verhaltensregeln oder wenn Maßnahmen ergriffen werden, Alarmanlagen.

Die Denkweise der Ganoven

Raubtiere, also die Räuber wollen Beute machen, also gehen sie dort hin, wo Beute zu finden ist. Sie suchen Plätze, wo die Beute Wohnmobil oft und viel anzutreffen ist. Die Beute will schnell erlegt sein und am Besten ohne Mühe und aufzufallen. Manche Beute befindet sich im Abseits oder in einem lauten Schwarm, da kann sich Räuber Zeit lassen und auch mal Lärm machen…

Diebstahl- oder Einbruchsschutz fürs Wohnmobil

Der größte Schutz ist der, sich nicht dort aufzuhalten, bzw. das Wohnmobil abzustellen, wo das Raubtier nach Beute sucht… 🙂
Bei großen Einkaufszentren eine Person im/am Fahrzeug zurück lassen!

Autobahnparkplätze (zwischen LKW), riesengroße Parkplätze bei Einkaufszentren, einsame Plätze in Gegenden mit sozialem Sprengstoff, dunkle Großparkplätze in Großstädten und überhaupt überall dort, wo einem ein komisches Gefühl beschleicht.

Einbruch

Erst mal stellt ein Wohnmobil kein Hindernis für einen Einbrecher dar. Sämtliche Schlösser, auch des Fahrerhauses sind in Sekunden von Profis geknackt, Fenster in Sekunden aufgebrochen.
Das Fahrerhaus kann man mit einer dicken Kette oder Spanngurt zwischen den Armlehnen absichern, für die Eingangstüre des Aufbaus eine Türsicherung, die zugleich auch eine Einstiegshilfe ist anbringen. Die Fenster sind mit einem Kracks offen, hierfür gibt es auch Sicherungen, Google schmeißt hier etliche Treffer raus.
Aber alle diese Maßnahmen stellen keinen wirklichen Schutz dar. Steht das Wohnmobil im Abseits, greift der Räuber zur Brechstange, die Fenster werden halt eingeschlagen, bzw. die Sicherungen halten deren eh nicht stand. Die Sicherungen, die am Aufbau befestigt sind, werden herausgebrochen. Je besser gesichert, desto größer der Schaden.
Hier kann immenser Schaden entstehen und wenn nichts gestohlen wird, zahlt das auch keine Versicherung!
Sind diese Maßnahmen sichtbar, schützen sie bestenfalls vor einen Einbruch auf einem Großparkplatz oder Stellplatz durch Abschreckung.

Nun befinden sich Personen im Wohnmobil und trotz dieser Maßnahmen versucht nun ein Räuber einzudringen. Das verursacht Lärm, man wird wach und dann?
Vielleicht kann man den Räuber vertreiben, oder auch nicht… 😮
Jedenfalls sind schon Schäden entstanden, die in der Regel keine Versicherung zahlt.

Das Raubtier sollte man so behandeln, wie man üblicherweise mit Raubtieren umgeht, vertreiben!

Deshalb halte ich von den ganzen Verbarrikadierungs- bzw. Sicherungsmaßnahmen gar nichts. Soll der Einbrecher doch leicht herein kommen, dann entstehen auch keine Schäden. Bei dem Versuch, in ein Wohnmobil einzudringen, muss Lärm losgehen, aber richtiger Lärm.
Die Schlafenden werden wach, können reagieren und das Raubtier sucht das Weite, weil Lärm nicht zum Jagdverhalten gehört. Irgendwer wird immer aufmerksam und das Raubtier muss damit rechnen, dass ein Jäger, hier Polizei erscheint. Er hat einfach keine Ruhe mehr. Das wirkt immer, egal, wo das Wohnmobil steht, ob bewohnt oder nicht.

Welche Mittel gibt es zur Abschreckung?

Die einfachste und billigste Lösung (in Foren oft beschworen) ist der Hund 🙂
Die Bewohner des Wohnmobils werden wach, birgt aber Risiken. Man weiß ja nicht, wie der Räuber reagiert, der dreht im Extremfall dem Hund den Hals um und schlägt die Bewohner zusammen. Nix gewonnen…
Ok, wer einen Kuvacz sein eigen nennt, da möchte ich nicht Räuber sein 🙂
Besser ist es, mit Alarmsysteme, die darauf reagieren wenn ein Fenster oder Türe geöffnet wird. Hierzu gibt es unterschiedliche Lösungen und Anbieter, gugge unter Google.
Hier wird bei Öffnung einfach ein Kontakt unterbrochen und der Alarm geht los. Die gibt es für wenig Geld für jede Tür oder Fenster einzeln, oder über einen Stromkreis, mit kleinen Kontakten zusammen geschaltet mit nur einer Sirene. Google schmeisst auch Anleitungen für den Selbstbau heraus…

Diebstahlschutz

Profis klauen ein Fahrzeug in Sekunden und eine Wegfahrsperre ist auch kein Hindernis mehr. Die gehen neuerdings sogar so weit, dass sie die Fahrer beim Abschließen beobachten, die Funksignale der Fernbedienung auffangen und eine Kopie des Codes erstellen. Kaum ist der Fahrer aus der Sichtweite, ist das Wohnmobil schon weg…

Zum Schutz kann man für nicht wenig Geld GPS-Sender in Fahrzeuge einbauen, wo man den Aufenthalt seines Fahrzeuges jederzeit ermitteln kann. Eigentlich genial, gäbe es da nicht die GPS-Störsender, die es schon bei Amazon zu kaufen gibt. Klar, dass Profis über solch einen Sender verfügen. Wer seine Touren tracken möchte, dafür sind die GPS-Sender ein nettes und teures Gimmick, als Diebstahlschutz taugen sie m.E. nicht.
Hier hilft einzig die Demontage von Rädern, des Lenkrades oder man bringt einen geheimen Unterbrecher an, der die Stromversorgung des Fahrzeuges lahm legt.
Bei kleinen und beliebten Wohnmobilen hilft das auch nicht wirklich, die werden einfach auf einen Transporter geladen und weg sind sie.
Selbst wenn man den Standort ermitteln kann, bis man den Diebstahl bemerkt hat und die Polizei Maßnahmen ergreifen konnte, ist das Wohnmobil längst gen Osten über die Grenze…

Fazit – ist ein Einbruchs- und Diebstahlschutz sinnvoll?

Gegen Einbruch gibt es kein Mittel, das Beste ist mit Hirn seine Übernachtungs- und Stellplätze wählen, keine Wertgegenstände im Wohnmobil zurück lassen, den Einbrechern keine unnötigen Hindernisse in den Weg legen und statt dessen auf Abschreckung setzen.

Einen einfachen und wirksamen Diebstahlschutz gibt es nicht…

Als sinnvoll sehe ich lediglich die Abschreckungsmaßnahmen. Wer aber meint, sein Wohnmobil verbarrikadieren zu müssen, sich dabei sicherer und wohler fühlt, für den ist es subjektiv betrachtet natürlich sinnvoll.

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4 Kommentare

  1. Danke für den aufschlussreichen Text!
    Wir sind mit einem 25j alten Hymer unterwegs.

    * Ist die Überlegung richtig, dass Diebe an einem so alten Fz. weniger interessiert sind und darin auch weniger wertvolles Diebesgut vermuten?

    * Vor dem Verlassen des Fz. klappen wir immer das vordere Bett runter, was auch das Eindringen über die Fahrertüre und vorderen Fenster verhindert. Ausserdem ziehen wir die Vorhänge, so dass man nicht rein sehen kann und nicht weiss, ob z.B jemand drin schläft. Ist das zweckmässig oder gibt es Nachteile?

    * In einem Forumsbeitrag hat jemand vorgeschlagen, das hintere Schloss mit einem 6’000 Volt Generator abzusichern. (Der Beitrag dort wurde nicht kommentiert.) Meine Idee wäre, mit einem Weidezaungerät das ganze Chassis vor Berührung zu sichern, was sowohl nachts als auch bei Abwesenheit möglich wäre. Kommentare?

    • Wenn ich das manchmal so lese, scheint auch alt nicht abzuschrecken. Grundsätzlich denke ich schon.

      Sichtschutz ist immer gut…

      Dann zieht sich der Dieb halt Handschuhe an 😉
      Wenn der Gummisohlen an den Schuhen hat, gehts auch nicht.
      Sollten Ströme an die Fahrzeugkarosse gelangen, kannst Du Deine Elektronik auf den Müll schmeißen.
      Und sollte irgendwas passieren, hast Du ein Strafverfahren am Hals.

  2. Freiherr von Frey

    Das Bild finde ich sehr gut gewählt!
    Jeder weiß, dass dieses tätowierte Gesocks kriminell ist!

    • Ich hoffe mal, dass das ironisch gemeint ist 😉
      Der abgebildete Mensch ist im richtigen Leben gebildet, beruflich erfolgreich und dazu ein netter lieber Kerl.
      Aber mit ihm klappt es immer, Vorurteile zu bedienen 🙂

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