Das liebe Geld

Geld

Foto: M. Scharrer – Das liebe Geld

Wie macht ihr das mit dem Geld und Unterhalt, so lautet manche Frage…
Sicher, es ist einfacher, immer mehr zu haben, als auf einmal den Gürtel enger schnallen zu müssen. Wo hier die Schmerzgrenze für den Einzelnen ist, das muss wohl jeder mit sich selbst nach seinen Ansprüchen ausmachen. Nur soviel, es geht auch mit deutlich weniger, ich kann aber auch nur für uns sprechen.

Als kleiner ideenreicher Beamter mit teilweiser Selbständigkeit und meine U. als Angestellte kamen wir bisher sehr gut über die Runden. Beim Einkauf der Lebens- und Genussmittel oder Erfüllung von Wünschen brauchten wir uns keinen Kopf machen. Das geht dann zukünftig nicht mehr. Genauso wenig können wir mal eben 10.000 Euro wie bisher für einen Urlaub, neue Mopeds, Kameras oder anderen technischen Schnickschnack locker machen.
In Zahlen ausgedrückt liegen wir nun ca. 400 Euro über Hartz IV bei zwei Personen, wir haben rund 70% weniger Haushaltseinkommen.

Klingt hart, isses aber nicht wirklich…
Klamotten, Möbel, Statussymbole, Essen gehen und all die Dinge haben uns noch nie wirklich interessiert, geschweige, dass wir hierfür viel Geld ausgegeben hätten. Von daher brauchen wir uns hier nicht wirklich einschränken, weil es nichts einzuschränken gibt.
Die ganze Fliegerei um den Erdball ist vorbei, wir fahren jetzt … 🙂
Technische Gerätschaften, auf die wir nicht verzichten mögen wie Motorrad, Kamera, Videokamera, Drohne, Laptop u.s.w. sind im Vorfeld angeschafft worden und halten noch etliche Jahre.

Was es zu decken gilt, das sind die reinen monatlichen Kosten für Versicherungen, Telefon etc., da ja andere Kosten die man so hatte wegfallen, wie z.B. der PKW oder die Nebenkosten im Steinhaus.
Bei uns stellt sich das so dar, dass wir dafür ca. 600 Euro/Monat benötigen. Darin enthalten sind auch die Rücklagen für den Unterhalt (Inspektionen, Reifen) des Bimobil bei 10.000 km/anno und die Wartung der Motorräder.
Wieviel braucht man fürs reine Essen? Lass das mal so um die 400 Euro/Monat sein. Was dann noch so anfällt wie Stellplatzgebühren und Sprit werden von dem Rest gedeckt.
Selbst bei Stellsplatzgebühren von 10 Euronen, wären das 300,-/Monat. In der Praxis fielen aber bisher nicht mehr als um 150,- Euro/Monat an, da es sehr viele -auch nette- kostenlose Plätze gibt und wir auch mal frei stehen. Für die Wasserversorgung fallen nicht mehr als um 20,- Euro/Monat an.
Hier spielt die Wintertauglichkeit und das auf Autarkie ausgelegte Bimobil seine Vorteile aus: Der 116L-Gastank hält 9 Monate, im Winter drei. Die zwei Füllungen kosten aufgerundet zwischen 80 – 110,- Euro/Jahr. Strom brauchen wir gar keinen, da wir hier 100%ig autark sind. Mit den nun 1.500,- Euronen/Monat kommen wir also gut über die Runden, da bleibt sogar oft was übrig.
In ein paar Jahren folgt die Pension, da gibts sogar mehr, boah, sind wir reich…

Oh Gott, aber wenn mal was passiert 😮
Richtig, aber ich wäre nicht Beamter geworden, wenn ich da nicht ein Sicherungsseil eingebaut hätte 🙂
Zu den bewundernswerten Typen, die wirklich aussteigen und sich in einem alten Wohnmobil mit temporären Arbeiten oder knappem Geld über Wasser halten, gehören wir nicht.

Es kann viel passieren, sei es Krankheit, ein Unfall, hohe Reparaturkosten oder andere Anschaffungen stehen an.

Es sollte immer ein ausreichendes finanzielles Polster vorhanden sein!

Man kann nicht mal eben einen Kredit aufnehmen, dazu ist keine Luft da, bzw. die Banken geben nichts und auch der müsste abgestottert werden. Das ganze Vorhaben mit dem Leben im Wohnmobil kann plötzlich ein jähes Ende haben!
Wer sein Haus verkauft, sollte wenigstens die Hälfte oder zumindest einen kleinen Batzen angespart haben!
Steht kein Polster zur Verfügung, sollte das Monatseinkommen wenigstens so hoch sein, dass Rücklagen gebildet werden können, ich denke, so um 500,- Euro neben den eigentlichen Rücklagen sollten es schon sein.

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