Haftpflichtversicherung und Wohnmobil

Haftpflichtversicherung bei Wohnmobilen: Was wird benötigt?

Geld

Foto: M. Scharrer

Gastbeitrag: Autor der Redaktion bekannt.

Eigentlich versuche ich mir unterwegs keine Gedanken darüber zu machen, dass auch mal etwas schief gehen könnte. Natürlich liegt es aber auf der Hand, dass das Risiko von Unfällen steigt, wenn auch viel gefahren wird. Wer viel unterwegs ist, hat zwar automatisch auch eine gewisse Routine im Umgang mit dem großen Gefährt, trotzdem kann es immer wieder zu Schäden kommen. Ich denke da nur einmal an den einen oder anderen engen Campingplatz, wo das Rangieren nicht ungefährlich ist. Auch der Verkehr im Ausland ist doch ein Anderer, als wir ihn hierzulande gewohnt sind: Riskante Überholmanöver, zu schnelles Fahren – ich gebe zu, mich nicht überall wohl zu fühlen. Da ist es umso wichtiger, sich auch in diesen kritischen Situationen auf die Versicherung verlassen zu können. Ansonsten kommt es leicht zu größeren Verzögerungen der Reise.

Zwingend benötigt wird eine Kfz-Haftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung. Sie zahlt immer dann, wenn der Fahrer in der Haftungsverpflichtung ist. Einfacher gesagt: Wird ein Unfall verschuldet und dabei bei einem anderen Verkehrsteilnehmer ein Schaden verursacht, kommt diese Police für die Kosten auf. Der Abschluss ist deshalb verpflichtend, weil dadurch ein Schutz sichergestellt wird. Könnte der Verursacher den Schaden aus eigener Tasche nicht zahlen und hätte keine Versicherung, würde der Geschädigte auf seinen Rechnungen sitzen bleiben. Eine private Haftpflichtversicherung ist im Unterschied hierzu nicht zwingend vorgeschrieben, übernimmt aber eine ähnliche Aufgabe. Der Unterschied: Sie zahlt nicht bei Schäden, die durch das eigene Wohnmobil entstanden sind, sondern kommt für Missgeschicke außerhalb des Straßenverkehrs auf. Wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür laut Gesetz in unbegrenzter Höhe haften. Ohne private Haftpflicht kann also der finanzielle Ruin drohen. Dabei sind die Kosten nicht einmal besonders hoch, wie der Vergleich der besten Policen bei Netzsieger zeigt.

Prinzipiell genügt es, für das Wohnmobil einen Vertrag über eine gewöhnliche Kfz-Haftpflicht abzuschließen. Die Unterschiede liegen weniger in den Leistungen der Versicherung, weil diese gesetzlich vorgeschrieben sind. Immer, wenn der Versicherte einen Schaden verursacht, zahlt die Police. Sollte der Schaden durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sein, beispielsweise durch alkoholisiertes Fahren, kann sie allerdings Regressansprüche an den Versicherten stellen. Im Vergleich zum normalen Pkw unterscheidet sich eher die Tarifgestaltung: Ein Wohnmobil ist meist nur der Zweitwagen, wird weniger und vorsichtiger bewegt und hat eine geringere Höchstgeschwindigkeit. Aus diesem Grund fallen die Prämien meist geringer aus.

Die private Haftpflicht zahlt dagegen für Schäden im Alltag. Wird beim Einkaufen mit dem Einkaufswagen empfindliche Ware beschädigt ist das ein typischer Fall für diese Police. Wer bei seinen Bekannten Kaffee auf den Teppich schüttet, sollte auch die private Haftpflicht um eine Regulierung bitten. Die Versicherung zahlt übrigens auch im Ausland, wodurch ich immer ein etwas sichereres Gefühl habe. Dabei darf der Aufenthalt aber ein Jahr nicht überschreiten. Außerdem dürfen die Schäden natürlich nicht vorsätzlich herbeigeführt worden sein.

Anbieter Deckungssumme bei Sachschäden (Mio. EUR) Schutz im Ausland Dauer und Schutz im Ausland
HDI 50 ja EU unbegrenzt, Rest maximal 5 Jahre
VHV 50 ja EU unbegrenzt, Rest maximal 5 Jahre
WGV 50 ja EU unbegrenzt, Rest maximal 5 Jahre
HUK24 50 ja EU unbegrenzt, Rest maximal 5 Jahre

Tabelle 1: Auszug aus dem Netzsieger Vergleichstest für private Haftpflichtversicherungen

Als Versicherung für das Wohnmobil ist eine Kfz-Haftpflicht zwar ausreichend, aber zumindest eine Teilkasko ist als Ergänzung trotzdem sinnvoll. Sie zahlt immer dann, wenn ein Schaden am Wohnmobil entsteht, der nicht durch den Fahrer selbst verursacht wurde – und auch nicht durch einen anderen Verkehrsteilnehmer, sodass dessen Kfz-Haftpflicht zahlt. Die Teilkasko übernimmt Schäden wie Wildunfälle oder Steinschlag. Außerdem ersetzt sie den Restwert des Wohnmobils, wenn das Fahrzeug einmal geklaut werden sollte. Der Vorteil der Teilkasko besteht in den niedrigen Prämien.

So bleibt am Ende die Feststellung, dass niemand – unabhängig vom Hobby-Wohnmobil – auf eine private Haftpflichtversicherung verzichten sollte. Eine Kfz-Haftpflicht ist sowieso obligatorisch. Weil Leistungen und Deckungssummen gesetzlich festgelegt sind, reicht es, wenn vor allem die Prämienhöhe verglichen wird. Nicht unbedingt notwendig, dafür ratsam, ist die Teilkasko: Bei Wildunfällen, Diebstählen oder Steinschlag wird der Schaden ersetzt.

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