Deutschland-Rundtour mit Wohnmobil und Anhänger

Wie ist das so, wenn man alleine mit Wohnmobil, Anhänger und Motorrad unterwegs ist? Es begann mit einem Trip in der Nähe und sollte nahtlos in einen kleinen Deutschland-Urlaub über gehen, auch nicht zu weit.
Aber meistens kommt alles anders als geplant, unverhofft, eher ein wenig unfreiwillig wurde da eine Deutschland-Rundreise draus. So ist dieser Reisebericht auch etwas anders geworden…
Hier ist es so, dass ich vor unserem eigentlichen Urlaub gerade unfreiwillige Freizeit genoss, aber meine Liebste arbeiten musste. Bei dem schönen Wetter zu Hause sitzen? Ne, und der Anhänger mit dem Motorrad musste ja auch mal ausprobiert werden. Wie ist das so, wenn man mit Wohnmobil und Anhänger unterwegs ist, bekommt man immer einen Platz, wie ist das Fahren, welche Probleme können entstehen?

1. – 3. Tag – Strücklingen

Erst einmal in der Nähe bleiben und zunächst wieder mal zu dem Stellplatz in Strücklingen, der ist wirklich absolute Spitze…
Das Abstellen des Anhängers war nun gar kein Problem! Bei wunderbarem Wetter eine kleine Abendrunde gedreht und im Bikers Inn ein dickes fettes Schnitzel (400 gr.) vertilgt.
Das Auf- und Abladen des Motorrades ist bei dem Hänger ein Witz, fast so, als wenn man das Möp in der Garage abstellt 🙂
Abends kam dann meine U. mit Motorrad vorbei. Die war ja so hungrig, aber sorry, ich satt, so musste sie sich mit Plätzchen und Bier begnügen 🙂

Da plötzlich passierte es, der Kühli gab den Geist auf. Mal funktionierte er, dann wieder nicht und die Abstände des Nichtsunktionierens wurden immer länger.

Wie kann so was sein, 3 Monate alt und gerade 30 mal im Einsatz!
So ein Mist und das kurz vor dem Urlaub! Nun gut, dann muss ich wohl wieder nach Hause…

 

Stellplatz Strücklingen
Sater Ems

Am nächsten Tag folgte dann eine kleine Mopedrunde, die wurde dann 300 km lang. U. wollte in Osnabrück zu Polo, eine Gegensprechanlage für unsere Halbschalen kaufen und so führte die Tour kreuz und quer durch den Teutoburger Wald. Aber richtig geil wars und Wetter einfach optimal.

Huntekanal
Huntekananl

Teutoburger Wald

Teutoburger Wald

Sonntags ließen wir es dann ruhig angehen, einfach nur eine kleine Fahrradtour durch die Elsterweger Dose, das ist ein umfassendes Moorgebiet, welches wieder renaturiert wird. Richtig durch kommt man nicht, aber ein Teil ist mit Holzpfaden bewegt. Zurück dann am malerischen Hollener See vorbei, gemütliche 20 km waren das.

Elsterweger Dose
Elsterweger Dose

Elsterweger Dose

Hollener See
Hollener See

U. musste ja Abends nach Hause, während ich das wunderbare Wetter bei unseren Wohnmobilachbarn mit Klönschnack beim Weizen genoss. Ich finde es immer wieder toll, wenn ich Menschen begegne, die mir schon ein paar Jahre voraus sind und in ihrem Wohnmobil leben.

4. Tag

Zu Hause in Oldenburg musste ich ja sehen, dass ich das mit dem Kühli geregelt bekomme, ich also früh auf und wieder nach Oldenburg.

Ist ja ein Garantiefall, auf Anraten von Bimobil sollte ich dann einen Dometic Servicepartner mit der Reparatur beauftragen. Was sich hier Servicepartner schimpft, spottet jeder Beschreibung. 3 Wochen auf einen Termin warten? Und einer hier in Oldenburg wollte erst gar nichts machen, den ganzen Tower ausbauen und einschicken! Dabei ist das ein bekannter Fehler und Reparatur dauert nur Minuten!
Gott sei Dank hatte ich ja Zeit, ich also Bimobil angerufen und gesagt, ich bin in 2 Tagen da, tut was, macht was, nächste Woche muss das laufen!
Aber ist doch ein Unding, 800km fahren, nur weil diese Servicepartner das hier nicht gebacken bekommen!
Aber ich werde schon das Unangenehme mit dem Angenehmen verbinden, einen kleinen 12 V-Kühli habe ich auch noch in Reserve.

Ich also Spätnachmittags in brüllender Hitze los. Stopp war auf einer Raststätte bei Hildesheim. Das hätte ich filmen sollen…
LKW, die 9 PKW-Parkplätze belegten oder sich so quer auf die LKW-Parkplätze gestellt hatten, dass wenigstens 2 futsch waren.
PKW-Fahrer, die LKW-Parkplätze blockierten, da kam richtig Spaß auf 🙂
Ich dann im Stuhl mit Weizen in der Hand dem Treiben zugesehen. In dieser lauen Sommernacht war das besser als Kino!

5. Tag – Greding

Um 6:00 Uhr war ich dann schon auf der Piste, es sollte knapp 480 km bis Greding im Altmühltal gehen.
Zum ersten mal fühlte ich mal, wie das so ist, als LKW-Fahrer. Mit meinem Gespann darf ich ja auch nicht schneller als 80 km/h.

Gegen 14:00 Uhr war ich dann auf dem Stellplatz Greding angekommen. Ein einfacher Kies-Platz, der zu einem Hotel gehört und völlig leer!
War ich richtig? Doch, ich war…
Eine Stunde später fielen sie dann in Horden ein, der Platz dient wohl so als Zwischenstation, verständlich, ist gleich neben der Autobahn gelegen und für eine Nacht zu empfehlen. Länger möchte ich da auch nicht stehen…
Bei Promobil als SP ausgeschrieben, sah ich aber kein WoMo, Karavanen an Wohnwagen füllten den Platz. Mit 12 Euronen ist das für den Betreiber wohl eine Gelddruckmaschine 😉
Aber richtig flottes WLAN gibt es dort für lau 🙂

Stellplatz Greding
Stellplatz Grreding

Stellplatz Greding

Nachdem ich denn erst mal etwas gefuttert hatte, holte ich mal eben die Duc vom Hänger und dann ab in die Berge und ins Altmühltal.
Gleich vom SP aus beginnt der “Col de Greding“, also ich nenne ihn so, hab ihn damals mal so getauft. Nur ein paar Kilometer, aber Kurven vom Feinsten!
Boah, Mensch, die kleine Scrambler mit ihren 75 PS ist ja so was von geil! Klar, mit meiner ehemaligen 1200 GS hats auch Spaß gemacht, aber mit der Duc ist das noch mal ganz was Anderes!
Das Navi führte mich dann 6 km über eine Schotterpiste. Son Mist, ging nicht zu umfahren, das war voll die Wallachei! Nicht, dass das kein Spaß gemacht hat, aber das Möp war grad frisch geputzt und sah anschließend aus wie Sau.

Dorf im Altmühltal
Ort im Altmühltal

Schotterpiste, aber geile Landschaft
Schotterpiste bei Greding
Vom Altmühltal bin ich immer wieder begeistert, vor allem auch mal rechts und links davon. Kleine Orte, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und eine grandiose Landschaft.
Jetzt im August ist das Gras gelbbraun verfärbt, das Grün der Bäume bildet da einen herrlichen Kontrast.
120 km sind es so auf die Schnelle geworden. Angekommen fühlte ich mich wie eine schwitzig staubige Sau. Keine Ahnung was das ist, so was wie ich halt 😉
Die Duschen waren natürlich voll belegt, 3 sind für 200 Leute wahrlich nicht viel. Aber gut, ich habe ja meine Komfort-Dusche dabei 🙂

In der lauen Nacht schmeckte das Weizen nun besonders gut. Relativ kaputt, gings für mich ungewöhnlich früh schon um 23:00 Uhr ins Bett.

6. Tag – Oberpframmern, Schonstett

Früh um 6:00 auf um die restlichen 60 km nach Oberpframmern bei München zu Bimobil abzureißen. Hätte auch nicht gedacht, hier wieder so schnell aufzuschlagen.
Bimobil hatte schon alles Nötige mit meiner Vorarbeit in die Wege geleitet und mich zu einem Dometic-Servicepartner verwiesen. Das Ersatzteil war auch schon bestellt, musste nur noch kommen.
Nachdem Bimobil erst mal seine eigene Arbeit kontrolliert hatte, wäre ja auch peinlich gewesen, bin ich dann zu dem Dometic-Servicepartner AHK in Baldham, nur wenige km entfernt.
Hier wurden dann meine Daten aufgenommen und nun hieß es auf das Ersatzteil warten. Sehr nette Leute, hier hätte ich sogar mit meinem Panzergespann die Tage stehen dürfen!
Wäre ansonsten auch doof, da es weit und breit keinen SP gibt und das Wenige, was da ist, schweineteuer, dafür aber ohne Komfort ist.

Wie der Zufall so will, hatte ich Monate zuvor mit Flo übers Wohnmobil im Internet einen netten Menschen kennen gelernt, mit dem sich ein reger Mailverkehr entwickelt hatte.
Irgendwie heiß geworden, hat er sich als Allrad-Liebhaber MANi zugelegt, ne geile Kiste!

MANi
MANi

Wie die Zufälle oft so sind, wohnt er hier nur 30 km entfernt! Da er viel Platz auf einer großen Wiese hat, konnte ich dort stehen. Auf die Begegnung in “Echt” hatte ich mich nun richtig gefreut und Abends floss beim Gillen das Weizen!
Bei der Fahrt zum ihm habe ich quasi meinen Führerschein Klasse 2 gemacht 😉
Ich fand das schon abenteuerlich, mit meinem Panzergespann über die kleinen Straßen des Alpenvorlandes zu fahren und wenn einem da 20 Tonner entgegen kamen…
Aber die Fahrt war traumhaft, diese Landschaft und dabei dieses tolle Wetter.
MANi war in echt ja noch imposanter als auf den Bildern, Mensch, was für eine Kiste, ein Männertraum!
Den Tag hatten wir dann mit Quatschen, Grillen, Bier und Wein ausklingen lassen, das war mal so richtig nett!

Appropos heiß: Ist das eine Hitze hier! Der kleine Kühli rattert und rattert und saugt die Batterie alle.
Gut, durch die Fahrerei wird die wieder geladen, ansonsten tun 160 Wp Solarpaneele auch ihren Dienst. Würde aber nicht reichen und im Nachhinein bin ich froh über meinen Entschluss, auf keinen Fall einen Kompressorkülschrank verbaut zu haben.
Das Autarke geht einfach vor und bisher hat der Kühli auch bei 30 Grad mehr als gut gekühlt und gefrostet!

7. Tag – Baldham-Dorf, Lenggries

Ich wieder los zu der Firma AHK in Baldham, da war ja echt die Hölle los. Muss an der Kompetenz des Unternehmens liegen.
Um 9:30 kam auch gleich der GLS-Bote und MEIN Teil, sprich die Platine, war dabei. Um 10:15 war das mal eben eingebaut, dauerte knapp 10 Minuten!
Hurra, der Kühli funktioniert wieder!
Ich hatte eher gedacht, Tage hier verweilen zu müssen, ne, nun konnte ich Urlaub machen!
Über die Komiker bei uns werde ich mich bei Dometic beschweren, das geht ja gar nicht! Mit solchen “Servicepartnern” versaut sich Dometic nur seinen Ruf!

Wie gesagt, Stellplätze sind hier eher rar und die Wenigen sind nicht mein Fall, diplomatisch ausgedrückt 😉
Über die Promobil-App fand ich dann einen Platz in Lenggries, besser gesagt gut 15 km südlich davon an der Talsperre des Sylvenstein-Sees.
Völlig am A. der Welt in einem Wald gelegen, bei diesem hitzigen Wetter ein Segen!
Eigentlich nur ein Parkplatz, wo auch ein Bereich für ca. 20 Wohnmobile ausgewiesen ist, ohne Strom oder Entsorgung. Aber hier macht jeder was er will 🙂
Da wird sich kreuz und quer in den Wald gepflanzt. Nett, dass sich hier etliche Wohnmobilfahrer mit Anhänger und Motorrad finden.
Ich hatte dann auch ein wundervolles Plätzchen erwischt, konnte auch sonst niemand belegen, denn ohne Allrad mit Untersetzung wär da kein hinkommen gewesen 🙂
Endlich durfte ich den mal nutzen, wofür hab ich denn das teure Geld für ein Allrad-Wohnmobil ausgegeben?

Stellplatz Lengries am am Sylvenstein-See
Stellplatz Lengries am Syvenstein-See

Da es ja noch relativ früh war, bot sich eine ausgiebige Tour mit der Scrambler an.
Die ging von Garmisch an den Plansee vorbei nach Füssen, dann durch das Alpenvorland auf kleinsten Wegen im ZickZack zurück, rund 250 km.
Hach, war das geil! Ich als Nordlicht endlich Kurven fahren dürfen, dann das Licht, das Wetter!
Drei mal geriet ich in einen Vietrieb, aber die Kühe sind ja so was von relaxt, konnte mich mit meinem Möp einfah so durch sie hindurch bewegen. Eine meinte sogar, mich knutschen zu müssen 🙂
Wieso nur hab ich meine ActionCam nicht mitgenommen?!
Was für ein geiler Tag! Eigentlich, denn wie ich mit erschrecken feststellen musste, hatte ich mein Handy verloren, die Serie reißt einfach nicht ab… 🙁

Plansee, Österreich
Plansee Öterreich

Schloß Neuschwanstein
Schloß Neuschwaanstein

8. Tag – Memmingen

Das mit dem Handy ließ mir keine Ruhe, da kann ein Fremder viel Schindluder mit treiben! Da ich eh Richtung Westen wollte, bin ich die 90 km zur Wieskirche und dort geparkt.
Auf Grund der letzten gemachten Bilder konnte ich die Stelle eingrenzen. Dort also geparkt, die Duc aus dem Hänger und die Stecke noch mal abgefahren, insbesondere die 2 Stellen abgesucht.
Wahrscheinlich hatte ich das einfach so in die Jacke gesteckt und es hat sich verselbständigt. Es könnte auf 90 km also überall liegen.
Eigentlich hatte ich große Hoffnungen, so konnte ich die geile Tour nur bedingt genießen. Sonst habe ich auch immer GPS an, diesmal nicht, so konnte mir auch Google nicht helfen…

Also gut dann über Füssen Richtung Norden. Weit wollte ich nicht, aber glaubt jemand, dass es hier Stellplätze gibt? Kein Vergleich zu anderen Teilen der Bundesrepuplik. Also mich sieht das Alpenvorland zum Bereisen nicht wieder, das ist eher was für Leute, die sich auskennen um frei zu stehen.
Gerade auf einem Platz aufgeschlagen, der wieder mal dicht war. Rangieren mit Hänger auf engem Raum um da wieder weg zu kommen und das bei 35 Grad.
Wollte ich nach einem anderen Platz schauen, Internet weg! Warum? Meine U. hat in der Heimat meine Sim sperren lassen, angeblich wäre nur die meines Handys gesperrt, Pustekuchen, die Partnerkarte für mein Tablet war auch gesperrt!
Gott sei Dank hatte ich die Promobil-App noch auf, so bin ich dann im Memmingen auf einem städtischen Stellplatz gelandet.

Der Platz ist recht eng, aber wie durch ein Wunder war da ein Doppelplatz frei, oder die Stadt hat vergessen, dort noch eine Linie zu ziehen.
Recht günstig am Stadtzentrum gelegen und an einer Seite von einem Park umrahmt. Wer sich für Memmingen interessiert, sicherlich ein Tipp und günstig ist er auch.

Für mich bleibt der Platz in dauerhafter Erinnerung, so viel bekloppte Wohnmobilfahrer auf einen Haufen hab ich noch nie erlebt!
Ich parkte zunächst gegenüber, um erst mal den Platz zu inspizieren, ob ich mit meinem Panzer überhaupt Platz habe. So viele skeptische, teils gefühlt neidische Blicke hab ich noch nie erlebt. Höflich wie ich bin, grüßte ich bei Blickkontakt und die Heimsel schauen weg.
Das war ein ziemliches Gefrackel, den Anhänger halbwegs zu Positionieren, dann abhängen und per Hand das Feintuning der Tonne Anhänger vorzunehmen. Anschließend dann das Bimo auf engem Raum einparken.
Die in der Nähe saßen in ihren Sesseln und glotzten amüsiert, die weiter weg erhoben sich mit ihrem Bier. Bin ich solch eine Sensation, haben die sonst nicht in ihrem Leben?
Ich hätte erwartet, dass zumindest einer wenigstens den Aufpasser beim Rangieren mit dem Anhänger spielt, denn so ist das reine Gefühlssache. Da ich das aber halbwegs gut auf die Reihe bekommen hatte, wurden die Blicke eher noch komischer…

Stellplatz Memmingen mit eigener Terasse
Stellplatz Memmingen

Ich dann die Duc raus und hatte auch keine Hemmungen, jenen meine Lebensfeude mal richtig hören zu lassen 🙂
Dann in die Stadt und mir ne neue Sim besorgt, denn ohne Internet geht ja gar nicht, wie soll ich denn den Rest der Tour planen…
…dazu ein 400gr Steak, welches ich mir Abend auf den Grill gehauen habe, brauchte ich einfach 🙂

400 Gramm Steak
400 Gramm Steak

War ja nur ein Gasgrill, aber der Duft des Steaks mit der Knofi-Butter zog über den Platz, ha ha, wenn Neid schreien könnte, das wär ein Lärm…

9. Tag – Memmingen

Hier geblieben, nicht weil Memmingen so schön wäre, wollte einfach mal Ruhe. Lang pennen, bis die Hitze einen aus dem Bett wirft .
Ich werd halt alt, Möp runter, wieder drauf, die Gurkerei, dabei diese blöde Hitze und den Ärger mit dem Handy. 35 Grad sind einfach zu viel für mich, im Bimo waren es um 21:00 Uhr immer noch 30 Grad, draußen 28 und kein Lüftchen ging. Um 2 wurde es erträglich und ich ins Bett, um 8 wieder raus, weil die Hitze wieder zuschlug und im Bimo war alles auf und ich hab wahrlich genug Öffnungsmöglichkeiten.

Nein, heute bin ich faul, liege nur im Schatten, plane meine weitere Tour, schreibe dieses Bericht weiter, genieße mein Weizen und lass mich den ganzen Tag mit Rock beschallen. Man muss auch mal faul sein…
Abends wieder den Grill ausgepackt, heute sind vier dicke fette Hamburger angesagt!!

10. Tag – Aschaffenburg

Heute wollte ich mal ein Stück schaffen, um meiner U. entgegen zu kommen, die in 3 Tagen zu mir stößt. Außerdem ist die Gegend hier eh nicht so prall. Keine Infrastruktur für Wohnmobile und es escheint mir alles so verbaut.
Um Aschaffenburg ist mit dem Odenwald und Spessart eine wunderschöne Landschaft und es gibt wieder eine Infrastruktur für Wohnmobile wie ich das gewohnt bin.

Ich also früh auf, um noch was vom Tag zu haben und die 300 km abgerissen. Das Herausbugsieren ging alleine einfacher, als ich gedacht hatte. Musste noch ein wenig frickeln, weil sich so ein Dämel ganz nah neben mich gestellt hatte. Das war eh so einer…
Hatte sich zunächst gegenüber auf Privatgelände gestellt um sich dann gegen 22:00 Uhr neben mich zu stellen um die horrenden Parkgebühen von von 5,- Euro zu sparen.  Junge Junge, Geiz scheint gefühlt echt eine WomoFahrer-Eigenschaft zu sein. Aber mit zigtausend Euro teuren Wohnmobil rum fahren…

Ich sach ja, abgesehen von meinem netten und hilfsbereiten Nachbar (auch Mopedfahrer) sammelten sich hier augenscheinlich nur Idioten.

Der Stellplatz in Aschaffenburg ist ein Knaller! Ist zwar nur für Autarke geeignet, dafür wunderschön am Ufer des Mains gelegen. Seltsamerweise war hier gar nichts los.

Stellplatz Aschaffenburg
Stellplatz Aschaffenburg

Stellplatz Aschaffenburg

Stellplatz Aschaffenburg

Aschaffenburg
Aschaffenburg

Mittags angekommen, schnell Duschen und und Blog schreiben, dann treffe ich mit einem Fotografen. Wir hatten uns vor Jahren im Internet kennen gelernt und nun begegnen wir uns live. Auch irgendwie das Schöne an dieser Tour, die Leute im richtigen kennen zu lernen, mit denen man schon Jahre in Kontakt ist.

Das Moped bleibt heute im Anhänger, wir gehen in den nahegelegenen Park Schönbusch und dem Schloss, ein absolutes HighLight. Abends geht es denn in den dortigen Biergarten. Mal sehen, wie dick mein Kopf morgen ist 🙂

Park Schönbusch
Park Schönbusch

Park Schönbusch

11. Tag – Odenwald

War doch nicht so schlimm mit meinem Kopf 😉
Hatte aber doch bis 9 geschlafen, da es etwas kühler war. Heute wollte ich dann den Odenwald unsicher machen. Es ging über kleinste Straßen bis nach Hirschhorn am Neckar, von dort im Zickzack zurück nach Aschaffenburg. 230 traumhafte Kilometer, urwüchsige Landschaften und Käffer, alleine diese Ministraßen waren ein Traum. Dann die Temperaturen, ca. 23 Grad in den Wäldern und 25 in der freien Landschaft. Besser kann es gar nicht zum Mopedfahren sein!
Als ich dann so 20 km vor Aschaffenburg wieder runter fuhr, hatte ich das Gefühl, gegen eine Wand zu knallen, wieder diese 35 Grad…

Odenwald
Odenwald

Odenwald

Odenwald

Lustig, unterwegs zappte ich auf einer Facebook-Gruppe und ein Biker sah, dass ich mit jenem Fotografen befreundet bin. Er hat einen Bikerladen, ich also hin, nen Kaff geschlürft und einen Klönschnack gehalten.
Heute hab ich mal gekocht, brauche ja auch mal was vernünftiges zwischen die Zähne. Gulasch gabs, ich liebe meinen Schnellkochtopf, Gulasch in 30 min… 🙂
Meine Nachbarn wurden ob des Duftes mal wieder neidisch 🙂
Heute gings mal früher ins Bett, will ja wieder früh aufstehen…

12. Tag – Lahnstein

Wieder mal frühes Aufstehen, Kaff, Fluppe, dann los und die 150 km nach Lahnstein um meine U. zu treffen. Sie hatte einen Tag früher frei bekommen und ist gestern nach der Arbeit mit ihrer Duc schon los, heute war Zielpunkt Lahnstein, um von hier gemeinsam die weiteren Touren zu unternehmen.
Der Stellplatz in Lahnstein ist echt der Hit! Ganz viel Platz auch für solch einem Panzer wie meinem, zentral gelegen und ein toller Ausgangspunkt für Touren und Wanderungen, sei es mit Motorrad oder Fahrrad. Der Betreiber ist so was von nett!! Vom Stellplatz aus genießt man einen tollen Blick auf die Lahn, den Rhein und Burgen.

Stellplatz Lahnstein
Stellplatz Lahnstein

Lahnstein

Möp runter und ich meiner U. 100 km ins Sauerland entgegen gefahren um dann gemeinsam wieder zurück zum Stellplatz.
Abends dann einen kleinen Spaziergang zum Biergarten, ne geile Currywurst vertilgt und Weizen geschlürft…

13. Tag –  Lahnstein – Rhein -> Moseltour

Es versprach mal wieder richtig warm zu werden, also Morgens dem Rhein bis zur Loreley folgend, dann mir der Fähre übergesetzt und nach Bacharach.

Rhein
Rhein

Rhein bei Bacharach

Bacharach ist wie die meisten kleinen Orte hier am Rhein zwar touristisch, aber durch die alten Gemäuer immer noch romatisch.

Bacharach
Bacharach

Weiter ging es über Serpentinen und Kurvenkratzerei pur auf kleinsten Straßen über den Hunsrück nach Altenahr an der Ahr. Gerne wären wir durch den Ort geschlendert, nur im Ansatz konnten wir das romantische Zentrum erkennen, welches von einer Stadtmauer umrahmt ist. 35 Grad waren einfach zu viel, um in Mopedklamotten herum zu laufen.
Statt dessen hatten wir uns einen netten Platz im Schatten an der Ahr gesucht und dort erst mal ausgiebig gefaulenzt.

Ahr
Ahr

Ahr

Zurück ging es dann wieder über den Hunsrück zurück nach Lahnstein. Oben im Hunsrück war es zum Fahren mit ca. 29 Grad sogar recht angenehm. Der Hammer war aber, als wir in Koblenz runter kamen und in eine 37 Grad heiße Wand fuhren.
Das schrie wieder mal förmlich nach Weizen 🙂

14. Tag – Lahnstein -> Koblenz

Ne, bei den Temperaturen hatten wir nun wirklich keine Lust mehr auf Motorrad 😉
Wir hatten lieber unsere Fahrräder ausgepackt und sind dann zur nahegelegenden Ruppertsklammgefahren und dort eine Runde zu Fuß um die Klamm gedreht. Dort war es wenigstens kühl im Wald.
Nun ja, man kann die Ruppertsklamm nicht wirklich mit einer richtigen Klamm vergleichen, aber ein Besuch lohnt immer in dem wilden Naturschutzgebiet. Auf dem Rückweg genießt man einen herrlichen Ausblick über die Lahn. Leider hatte ich Blödmann meine Kamera vergessen, deshalb keine Bilder.

Wieder zurück auf dem Stellplatz wurde erst mal mit Lachs, Weißbrot und Champus gefrühstückt. Der Champus von der Übergabe des Bimos musste ja auch mal weg und jetzt war eine gute Gelegenheit.
Prickelwasser so früh am Tag tat natürlich seine Wirkung und es sprudelte auch im Kopf, also erst mal ein Mittagsschläfchen gehalten 🙂

Spätnachmittags sind wir dann gaaanz gemütlich die 10 km nach Koblenz zum Deutschen Eck geradelt. Mann, was ein Trubel…
Wir kurz durch die Altstadt und wieder zurück nach Lahnstein.

Deutsches Eck Koblenz
Deutsches Eck Koblenz

Deutsches Eck mit Bike

15. Tag – Hemer

Da meine U. die folgende Woche arbeiten musste, war wieder Heimfahrt angesagt, auch, weil ich ebenso so einiges zu Erledigen hatte. Mit unserem Panzer sind mir 450 km zuviel und vertane Zeit. So sind wir dann bis Hemer bei Iserlohn gefahren wo sich ein ein netter, gaaanz günstiger Stellplatz mit Entsorgung befindet.
Der war sogar relativ leer, obwohl recht großzügig angelegt und Platz auch für Dickschiffe da ist, aber wer will schon nach Hemer 😉
Tja, leider musste ich meine 12m vor der Mülltonne unter bringen, wollte keinem einen Platz weg nehmen. Später hatte ich keine Lust mehr umzusetzen. Es gab ansonsten auch 2 Plätze für lange Gespanne, die aber belegt waren.

Stellplatz Hemer
Stellplatz Hemer

Nachmittags sind wir dann noch in das nahe gelegene Felsenmeer gelaufen, ein kleines Einod auf 35 ha. Eingebrochener Kalkstein und wild bewachsen, früher, also gaaanz früher wurde hier Eisenerz abgebaut. Der Berg ist so ne Art schweizer Käse…

Hemer Felsenmeer
Hemer Felsenmeer

16. Tag – Oldenburg

Aufwachen im Grau…
Nach Wochen Sonne jetzt nur Pladder und nochmals Pladder. Also gut getimt 🙂
Die 220 km wurden dann unspektakulär abgerissen. WoMo ausgeräumt, gereinigt, Waschmaschine angeschmissen und gleich wieder reisefertig gemacht. In zwei Wochen geht es wieder für 4 Wochen auf Tour, wahrscheinlich Frankreich.
Ist schon lustig, was so ein kaputter Kühlschrank so anrichten kann, 2.000 km Deutschland-Rundreise 🙂
Geil wars…!!!

Zu Hause angekommen, wurde das Bimobil gereinigt, wieder alles neu gebunkert und dann ging es auch schon wieder los in den richtigen Urlaub. Ziel war Frankreich, der Reisebericht >>

Fazit zum Reisen mit Anhänger

Klar, man ist langsamer unterwegs und man muss mehr nachdenken wo man rein fährt und ich brauchte schon etwas Zeit, um mich einzugewöhnen. Danach ging es aber locker flockig von der Hand.
Ich habe überall einen Platz bekommen, konnte locker in Einkaufszentren einkaufen und fand auch hier einen Parkplatz. Nur in einem Fall war ein Stellplatz ungeeignet.
Gerade wenn man mit so einem fetten Teil wie ich unterwegs ist, sollte man das Rückwärtsfahren aber ein wenig beherrschen 😉
Trotz der Nachteile möchte ich auf den Anhänger nicht nicht mehr verzichten. Das ist schon klasse, sein Motorrad immer und überall dabei zu haben um ganz spontan ne Tour unternehmen zu können. Das Be- und Entladen dauerte nicht mehr als knapp 5 Minuten und ist gerade bei dem Cheval auch alleine ohne Mühe zu Händeln.
… und mir steht z.Zt. auf Grund eines Unfalles nur ein Arm zur Verfügung 😉

Gedanken zum allein Reisen

Nun war ich ja längere Zeit alleine unterwegs. Das war auch mal eine interessante Erfahrung!
Einmal, weil ich meine U. immer gerne dabei habe, auch vom Fahren her mit dem großen Gespann. Da ist so niemand, der einen einweist oder aufpasst.
Vor dem Parken und Rangieren will gut nachgedacht und geplant werden wie man wie was macht.

Aber die interessanteste Erfahrung ist die, wie die Mitmenschen reagieren, wenn man als gerade so Alter mit solch einem Panzergespann und Motorrad alleine unterwegs ist.
Gut, ich bin ja auch ein offener Mensch, aber bemerkenswert finde ich es schon, all die neugierigen Blicke und die vielen Bekanntschaften die sich so ergeben.
Auf die vielen Fragen, ob das denn Spaß macht, so alleine unterwegs zu sein, ob ich Urlaub hätte und das Bimobil ja auch nicht gerade so billig ist, bekommen sie ihre Antworten.
Ich kann tun und lassen was ich möchte, niemand der nörgelt, ich geh ins Bett, stehe auf und esse, wann ich das möchte. Niemals käme mir wieder eine Frau ins Haus, äh, Wohnmobil, bestenfalls eine Gespielin 😉
Für das Wohnmobil hab ich mein Haus verkauft und tingel jetzt nur noch mit meiner Scrambler durch die Gegend. Na gut, dass mit dem Hausverkauf stimmt ja, bin ja nur temporär alleine unterwegs und mit dem Tingeln dauert es noch eine Weile 😉
Bei den Männern ernte ich dann immer wehmütige oder sehnsüchtige Blicke, während die Frauen das wohl eher skeptisch sehen 😉
Ich muss ja nicht jedem auf die Nase binden, dass ich meine U. vermisse.
Allerdings, so verkehrt sind die Aussagen oben nicht. Sollte ich je, hoffentlich nicht, alleine sein, werde ich auch genau so alleine unterwegs sein, denn das hat wirklich was und das alleine Reisen hat richtig Spaß gemacht.
Einsam, alleine oder ohne Kontakte, ne, so ist das nicht…

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